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Tieftemperatur-Heizkessel

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

31.01.2022

Letztes Update

26.08.2022

  • Wiki
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  • Tieftemperatur-Heizkessel

 

Tieftemperatur-Heizkessel für Gas- und Ölheizungen

Inhalt des Wiki-Artikels

Der Tieftemperatur-Heizkessel ist eine spezielle Art Niedertemperaturkessel. Besonders an Tieftemperaturkesseln ist, dass sie komplett abschalten und auskühlen können. Tieftemperatur-Heizkessel werden in der Regel mit Öl oder Gas betrieben.

Heizkessel im Überblick

Heizkessel für Gas- und Ölheizungen haben seit ihrer Einführung eine Entwicklung durchgemacht. Jahrzehntelang waren Standard-Heizkessel gängig, sie wurden in den 1980er Jahren von Niedertemperaturkesseln abgelöst. Tieftemperaturkessel sind eine Weiterentwicklung von Niedertemperatur-Heizkesseln. Inzwischen sind Brennwertkessel aktueller Stand der Technik.

Fortschritte beim Niedertemperaturkessel

Während Standard-Heizkessel ausschließlich mit konstant hohen Temperaturen und einer hohen Auslegungstemperatur arbeiten, laufen Niedertemperaturkessel mit niedrigen Temperaturen im Vor- und Rücklauf. Die Vorlauftemperatur liegt bei maximal 80 °C, kann aber auch niedriger ausfallen. Die Rücklauftemperatur kann auf bis zu 40 °C abgesenkt werden. Die Kesseltemperatur passt sich automatisch an die Außentemperatur an. Niedertemperaturkessel gibt es für die folgenden Brennstoffarten:

  • Öl
  • Gas
  • Feste Biomasse

Im Vergleich zu Standardkesseln weisen Niedertemperaturkessel einen deutlich höheren Nutzungsgrad auf: Standard-Heizkessel kommen auf rund 68 Prozent, Niedertemperaturkessel auf circa 87 Prozent. Die inzwischen als veraltet geltenden Kessel zählen zur sogenannten Heizwerttechnik. Sie wurde von der effizienteren Brennwerttechnik abgelöst.

Sonderform Tieftemperaturkessel

Der Tieftemperaturkessel ist ein Niedertemperaturkessel, der mit einer Vorlauftemperatur von weniger als 40 °C laufen kann. Die Untergrenze liegt meist bei 30 °C. Tieftemperatur-Heizkessel zeichnen sich außerdem durch einen besseren Korrosionsschutz aus, so dass sie auch ganz abschalten und auskühlen können. Einfache Niedertemperaturkessel müssen dagegen immer mit einer Mindestsockeltemperatur betrieben werden.

Tieftemperatur-Heizkessel sparen Energie, indem sie abschalten und auskühlen, wenn kein Wärmebedarf besteht. Kaltstarts sind für den Heizkessel nicht schädlich. Darüber hinaus treten wegen der niedrigen Temperatur weniger Verluste der folgenden Art auf:

  • Oberflächenverluste
  • Auskühlverluste
  • Abgasverluste

Aus den genannten Gründen ist der Brennstoffbedarf eines Tieftemperaturkessels im Vergleich zu einem Niedertemperaturkessel. Er benötigt dementsprechend weniger Brennstoffbedarf. Mit dem Brennstoffbedarf sinken auch die Heizkosten. Sowohl einfache Niedertemperaturkessel als auch die weiterentwickelten Tieftemperatur-Heizkessel entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Die noch effizienteren Brennwertkessel haben die Tieftemperaturkessel abgelöst.

Austauschpflicht für alte Heizkessel

In Deutschland gilt eine Austauschpflicht für Standard-Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind. Sind Heizkessel derart lange in Betrieb, ist die Technik veraltet und die Effizienz hat im Laufe der Jahre abgenommen. Die Nachrüstungspflicht für alte Heizkessel ist in Paragraf 10 der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgeschrieben. Aus mehreren Gründen lohnt es sich allerdings, mit dem Austausch des alten Heizkessels oder der gesamten Ölheizung nicht zu warten, bis die Nachrüstungspflicht greift:

  • Mit moderner Technik sinken Brennstoffbedarf und Heizkosten
  • Austauschprämie für alte Heizkessel und Ölheizungen

Wer die alte Ölheizung gegen eine neue Heizungsanlage austauscht, die teils oder ganz mit erneuerbaren Energien betrieben wird, kann eine Förderung mit einem Fördersatz von bis zu 45 Prozent erhalten. Ersetzt werden kann die alte Ölheizung zum Beispiel durch:

Von der Austauschpflicht sind lediglich Standard-Heizkessel, die mit konstant hoher Temperatur laufen, betroffen – und auch dabei gibt es noch Ausnahmen. Niedertemperaturkessel sowie Tieftemperatur-Heizkessel müssen nicht ausgetauscht werden.

Brennwert- statt Tieftemperatur-Heizkessel

Wie Standard- gelten Tieftemperatur-Heizkessel inzwischen als veraltet. Dies liegt an den Brennwertkesseln, die noch effizienter arbeiten und höhere Wirkungsgrade erreichen. Wie Tieftemperaturkessel laufen sie mit einer niedrigen Auslegungstemperatur.

Die Brennwerttechnik nutzt aber nicht nur den eingesetzten Brennstoff als Energiequelle, sondern zusätzlich noch Kondensationswärme aus dem Rauchgas, das bei der Verfeuerung von Öl oder Gas entsteht. Im Kessel wird die Temperatur abgesenkt, bis der Wasserdampf im Rauchgas kondensiert. Die Kondensationswärme wird über einen Wärmetauscher dem Heizkreislauf zugeführt und das entstehende Wasser abgeleitet.

Wer die Brennwerttechnik nutzen möchte, braucht nicht unbedingt einen neuen Brennwertkessel. Sie lässt sich auch mit einem herkömmlichen Heizkessel – beispielsweise mit einem Tieftemperatur-Heizkessel – realisieren, wenn ein Abgaswärmeübertrager nachgerüstet wird.

Label für Heizkessel

Im Rahmen der Energiewende soll auch der Gebäudebestand in Deutschland energieeffizienter werden. Viele Gebäude sind noch mit alten Gas- oder Ölheizungen ausgestattet. Zur Sichtbarmachung der Energieeffizienz von Heizungen wurde das Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen eingeführt. Schornsteinfeger, Heizungsinstallateure und bestimmte Energieberater sind seit Anfang 2016 berechtigt, das Heizungslabel auszustellen. Seit Januar 2017 sind die zuständigen Bezirksschornsteinfeger zur Anbringung des Labels verpflichtet. Von der Pflicht zum Labeling sind Heizkessel betroffen, die älter als 15 Jahre sind. Durch das Label ist auf den ersten Blick ersichtlich, wie effizient eine Heizungsanlage ist und ob sich der Austausch des Heizkessels empfiehlt.

Abhängig von ihrer Energieeffizienz werden Heizkessel in verschiedene Klassen eingestuft. Die Skala reicht von A+++ bis D, zusätzlich gibt es einen farblichen Verlauf von Grün über Gelb und Orange bis hin zu Rot. Mit einem grünen Label der Kategorien A+ bis A+++ werden besonders energieeffiziente Heizkessel und Heizungsanlagen, die erneuerbare Energien nutzen, gekennzeichnet – wie zum Beispiel:

  • Wärmepumpe
  • Klein-Blockheizkraftwerk
  • Brennwertkessel mit Solaranlage
  • Niedertemperaturkessel mit Solaranlage
  • Holzbefeuerter Niedertemperaturkessel

Ein Tieftemperatur-Heizkessel kann bei entsprechender Planung also durchaus eine grüne Effizienzklasse erreichen und damit ausreichend energieeffizient sein. Ein Austausch gegen einen moderneren, noch effizienteren Heizkessel bringt in einem solchen Fall nur eine kleinere Verbesserung mit sich. Anders sieht es weniger effizienten Heizkesseln aus.

Die Klassifizierungen A (gelb) und B (orange) bedeuten, dass der Heizkessel auf dem Stand der Technik ist und effizient arbeitet. In diese Kategorien fallen vor allem mit Öl oder Gas befeuerte Brennwertkessel. Mit A oder B gekennzeichnete Heizkessel arbeiten effizient, aber es gibt Optimierungspotenzial. Zum Beispiel lässt sich die Effizienz durch Einbindung von erneuerbaren Energien weiter steigern.

Die roten Farben deuten bei den Klassen C und D bereits an, dass es um die Energieeffizienz des Heizkessels nicht allzu gut bestellt ist. Kessel, die mit einem solchen Heizungslabel versehen werden, sind ineffizient und veraltet. Ein Austausch des Heizkessels wird empfohlen. Ein Effizienzlabel der Klasse D erhalten hauptsächlich Standard-Heizkessel und ältere Niedertemperaturkessel, die mit Öl oder Gas betrieben werden. Der Kategorie C entsprechen vor allem mit Öl oder Gas befeuerte alte Brennwertkessel und modernere Niedertemperaturkessel, wie zum Beispiel Tieftemperatur-Heizkessel.

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