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Steinkohleeinheit

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

05.01.2021

Letztes Update

18.08.2022

Definition von Steinkohleeinheit, Umrechnung in andere Einheiten, Energiegehalte in SKE

Inhalt des Wiki-Artikels

SKE – Energieträger mit der Steinkohleeinheit vergleichen

Mit Hilfe der Steinkohleeinheit ist es möglich, die Energiegehalte von Energieträgern miteinander zu vergleichen. Die Einheit ist in Mitteleuropa bei Mengenangaben von Primärenergie geläufig, auch wenn sie kein gesetzlich festgelegtes Maß ist. Für die Steinkohleeinheit ist die Abkürzung SKE festgelegt. Eine Steinkohleeinheit entspricht der Wärmemenge, die bei der Verbrennung von einem Kilogramm Steinkohle mit einem Heizwert von 7000 Kilokalorien pro Kilogramm (kcal/kg) erzeugt wird.1

SKE in Kilowattstunden, Joule und ÖE

Statt in der Steinkohleeinheit können Energiegehalte auch in Kilogramm oder Joule angegeben werden. Ein Kilogramm SKE entspricht 8,141 Kilowattstunden (kWh) beziehungsweise 29 307,6 Kilojoule (kJ) oder rund 29,3 Megajoule (MJ). Mit der Einführung des Internationalen Einheitensystems hat sich für Angaben von Energiemengen die Einheit Joule gefestigt. Statt der Steinkohleeinheit wird heutzutage meist die sogenannte Öleinheit (ÖE) beziehungsweise Rohöleinheit (RÖE), die auf dem Energiegehalt eines Kilogramms Erdöls basiert, zum Vergleich von Energieträgern genutzt – 1 kg SKE ist gleich 0,7 kg ÖE.2 Mit Hilfe der folgenden Umrechnungstabelle lassen sich Energiegehalte in einer anderen als der vorliegenden Einheit schnell ermitteln:3

  Kilojoule Kilokalorien Kilowatt-stunde Stein kohle-einheit Rohöleinheit
1 kJ 1 0,2388 0,000 278 0,000 034 0,000 024
1 kcal 4,1868 1 0,001 163 0,000 143 0,0001
1 kWh 3600 860 1 0,123 0,086
1 kg SKE 29 308,6 7000 8,141 1 0,7
1 kg RÖE 41 868 10 000 11,63 1,428 1

 

Energiegehalte von Energieträgern in SKE

Vom Energiegehalt eines Primär- oder Sekundärenergieträgers ist abhängig, wie viel nutzbare Energie aus ihm gewonnen werden kann. Die Energiegehalte gängiger Energieträger in der Steinkohleeinheit zeigt die nachstehende Tabelle:4

Energieträger kg SKE
1 kg Braunkohle 0,290
1 kg Brennholz 0,500
1 m³ Kokereigas 0,570
1 m³ Grubengas 0,570
1 kg Braunkohlenbriketts 0,657
1 kg Pechkohle 0,710
1 kg Steinkohlenkoks 0,970
1 kg Petrolkoks 1,000
1 kg Steinkohle 1,016
1 m³ Erdgas 1,083
1 kg Rohöl 1,428
1 kg Benzin 1,486
1 kg Flüssiggas 1,600

 

Mengenangaben in der Steinkohleeinheit

Neben der Angabe des Energiegehalts in Kilogramm SKE wird die Steinkohleeinheit teils auch in Tonnen (t) bemessen. Dies ist zum Beispiel bei der Kernenergie der Fall, da die dort eingesetzten Brennstoffe einen sehr hohen Energiegehalt aufweisen. Während natürlicher Uran bei der Kernspaltung einen Energiegehalt von 15 000 Kilogramm SKE beziehungsweise 15 Tonnen SKE hat, verfügt Uran-235 über einen Energiegehalt von 2700 Tonnen SKE.5

Wissenswertes zur Steinkohle

Die Steinkohleeinheit ist von der Steinkohle abgeleitet, die lange Zeit einer der wichtigsten Energieträger war. Steinkohle entsteht durch Karbonisation von Pflanzenresten und besteht aufs Gewicht bezogen zu mindestens 50 Prozent, auf das Volumen bezogen zu mindestens 70 Prozent aus Kohlenstoff. Somit schließt der Begriff Steinkohle alle höherwertigen Kohlen ein. Die Steinkohle zählt zu den fossilen Energieträgern und wird vorwiegend zur Strom- und Wärmeerzeugung sowie in der Stahlproduktion genutzt.

Entstanden ist das Gros der Steinkohle im Karbon, also vor mehr als 300 Millionen Jahren. Abgestorbene Bäume, Farne und anderen Pflanzen ergaben eine große Menge an Biomasse, sozusagen ein Torfmoor. Über diese Torfmasse legten sich mit der Zeit andere Sedimente wie beispielsweise Ton, so dass das Ausgangsmaterial von der Luft abgeschlossen und hohem Druck ausgesetzt war. Aus dem Torf wurde durch Verdichtung und biochemische Prozesse zunächst Braunkohle, die tiefer ins Erdreich sackte, wo Druck und Temperatur noch höher sind, und schließlich Steinkohle. Schwarz und fest ist Steinkohle, teils finden sich Abdrücke oder Einschlüsse prähistorischer Pflanzen in ihr.

Bergbau wurde bereits in der Jungsteinzeit betrieben und Steinkohle bekanntermaßen ab dem 9. Jahrhundert im heutigen England abgebaut. Für Deutschland ist belegt, dass 1113 im Aachener Revier Steinkohle gefördert wurde. Ab dem 14. Jahrhundert diente auch das Ruhrgebiet zum Steinkohleabbau und Mitte des 18. Jahrhunderts wurde begonnen, an der Saar Steinkohle zu fördern. Zunächst wurde Steinkohle zum Heizen genutzt, später auch in Form von Kohlebriketts, mit dem Voranschreiten der Industrialisierung wurden neue Verwendungsmöglichkeiten erschlossen. Mit Steinkohle wurden Lokomotiven und stationäre Dampfmaschinen in der Industrie angetrieben, bis heute erzeugen mit Steinkohle befeuerte Dampfkraftwerke Strom.

Trotz des jahrhundertelangen Abbaus von Steinkohle sind noch große Reserven vorhanden, die geologischen Vorräte in Deutschland wurden 1998 auf circa 230 Millionen Tonnen geschätzt. Deutsche Steinkohle ist allerdings auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig, da sie oft aus Tiefen von mehr als 1000 Metern gefördert werden muss. Jahrzehntelang wurde der Steinkohleabbau in Deutschland subventioniert, da die heimische jedoch viel teurer als importierte Kohle ist, wurde Ende 2007 der Ausstieg aus dem subventionierten Steinkohlebergbau gesetzlich festgelegt. Infolgedessen wurde der Abbau von Steinkohle im Ruhrgebiet 2018 komplett eingestellt.6

Neben dem Abbau ist auch die Stromerzeugung mittels Steinkohle nicht unproblematisch, da dabei eine große Menge an klimaschädlichen CO2-Emissionen entsteht. Im Rahmen der in Deutschland stattfindenden Energiewende sollen deshalb die Kohlekraftwerke nach und nach vom Netz gehen. Für 2020 ist geplant, vier Gigawatt Steinkohlekraft stillzulegen, bis 2022 sollen nur noch Steinkohlekraftwerke mit einer gemeinsamen Leistung von 15 Gigawatt in Betrieb sein. Bis zum Jahr 2030 soll die Leistung auf acht Gigawatt sinken. Für die Kraftwerksbetreiber sind Stilllegungsprämien vorgesehen.7

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