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Starterbatterien

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

29.07.2020

Letztes Update

18.08.2022

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  • Starterbatterien

Starterbatterien – Arten von Autobatterien und geltende Richtlinien

Inhalt des Wiki-Artikels

Informationen und Richtlinien zur Starterbatterie

Eine Starterbatterie ist ein Akkumulator, der die elektrische Energie für das Starten eines Motors liefert. Anwendung findet sie zum Beispiel in Kraftfahrzeugen, in diesem Fall wird sie auch Autobatterie genannt, eingesetzt wird sie zudem bei Generatoren und Flugzeugturbinen. Bei Starterbatterien sind in der Regel drei bis sechs Bleiakkumulatoren mit einer Nennspannung von je 2,12 Volt in Reihe geschaltet, lediglich Lastwagen benötigen teils Batterien mit 24 Volt. Zum Starten sind kurzzeitig Stromstärken von mehreren Hunderten bis zu 1000 Ampere erforderlich. Damit die Spannung während des Anlassens nicht zu stark abfällt, haben Starterbatterien nur einen geringen Innenwiderstand.1

Gängige Arten von Starterbatterien

Die beständige Weiterentwicklung von Starterbatterien im Laufe der Jahrzehnte hat drei gängige Technologien im Kraftfahrzeugbereich hervorgebracht: die konventionelle Autobatterie mit flüssigen Elektrolyten, die EFB-Batterie und die AGM-Batterie. Konventionelle Starterbatterien enthalten als Elektrolyt verdünnte Schwefelsäure. Es gibt sie in wartungsfreier Ausführung und in klassischer Ausführung, bei der entmineralisiertes Wasser nachgefüllt wird.

EFB-Batterien sind eine Weiterentwicklung der konventionellen Autobatterie und enthalten ebenfalls flüssige Elektrolyte. Das Kürzel EFB steht für „Enhanced Flooded Battery“ – die Starterbatterien sind auf Start-Stopp-Systeme optimiert und widerstandsfähiger gegenüber Auswirkungen von Säureschichtung. In der Regel sind EFB-Batterien wartungsfrei. Ein Nachteil von Starterbatterien mit flüssigen Elektrolyten ist, dass es sogenannte geschlossene Batterien sind: Wird das Gehäuse beschädigt, kann das stark ätzende Elektrolyt austreten.

AGM-Batterien gehören zu den verschlossenen beziehungsweise VRLA-Batterien und sind für Start-Stopp-Systeme ausgelegt. Das Kürzel AGM steht für „„Absorbent Glass Mat“, eine Bauform, bei der der Elektrolyt in einer Glasmatte gebunden ist. Es tritt also in der Regel nicht aus, wenn das Gehäuse einen Schaden erleidet. AGM-Batterien sind mit speziellen Ventilen verschlossen, die nicht geöffnet werden dürfen, um die Batterie nicht zu beschädigen. Die Starterbatterien bieten Vorteile, da sie wartungsfrei, besonders langlebig und beständig gegenüber Säureschichtung sind.2

Fahrzeugbatterien wieder aufladen

Autobatterien geben beim Starten Energie ab und werden von der Lichtmaschine des Fahrzeugs wieder aufgeladen, wenn der Motor läuft. Es kann allerdings vorkommen, dass die Ladung nicht ausreicht und die Starterbatterie nachgeladen werden muss. Grund dafür können lange Standzeiten oder Verbraucher im Auto sein, die bei abgestelltem Motor Strom ziehen. Aber auch Schäden an der Lichtmaschine oder der Verkabelung kommen als Ursache infrage.

Da Starterbatterien Blei und Schwefelsäure enthalten, sind einige Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit ihnen zu beachten. Wegen der Säure im Inneren sollten Autobatterien nicht gekippt werden. Bei Funken und elektrostatischen Entladungen besteht Explosionsgefahr, deshalb sind ausschließlich isolierte Werkzeuge und antistatische Tücher bei Arbeiten an oder im Bereich der Starterbatterie erlaubt.

Muss eine Autobatterie nachgeladen werden, dürfen Verschraubungen oder Verschlussstopfen nicht geöffnet werden, entlüftet wird über einen integrierten Rückzündschutz. Zum Laden der Starterbatterie sollte ein automatisch geregeltes Ladegerät mit Ladespannungsbegrenzung und Verpolschutz genutzt werden. Die Ladezeit darf einen Tag nicht überschreiten, der Ladestrom sollte mindestens ein Zehntel und höchstens die Hälfte der Nennkapazität in Ampere betragen. Weitere Faktoren, die beachtet werden müssen, sind Ladespannung, Temperatur und Ladefaktor.3

Batteriegesetze und -richtlinien

Sowohl das Inverkehrbringen als auch die Rücknahme und die Entsorgung von Batterien und Akkumulatoren sind rechtlich geregelt. In der EU ist die Richtlinie 2006/66/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Batterien und Akkumulatoren sowie Altbatterien und Altakkumulatoren maßgebend, die sogenannte Batterie-Richtlinie. In nationales Recht umgesetzt wurde sie 2009 durch das Batteriegesetz (BattG).4

Eine Anpassung der Batterie-Richtlinie erfolgte 2013 mit der Richtlinie 2013/56/EU, sie betraf vor allem cadmiumhaltige Gerätebatterien und Knopfzellen mit geringem Quecksilbergehalt. Infolgedessen erfolgten auch Änderungen am nationalen Batteriegesetz, die 2015 in Kraft traten. Gesetzlich festgelegt ist zum Beispiel, dass nur den Richtlinien entsprechende Batterien und Akkumulatoren in den Verkehr gebracht werden dürfen. So dürfen Batterien höchstens einen Quecksilbergehalt von 0,0005 Gewichtprozent aufweisen, seit 2015 sind darüber hinaus Knopfzellen und aus solchen zusammengesetzte Batterien mit einem Quecksilbergehalt von über zwei Gewichtsprozent verboten.5

Starterbatterien kostenlos entsorgen

Da Starterbatterien Blei und Schwefelsäure enthalten, ist die fachgerechte Entsorgung rechtlich vorgeschrieben. Autobatterien dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt werden, sondern müssen an einer Sammelstelle abgegeben werden. Fünf Batterierücknahmesysteme sind in Deutschland für die Sammlung, Verwertung und umweltgerechte Entsorgung von Altbatterien zuständig: das herstellereigenes Rücknahmesystem der Stiftung GRS Batterien, Öcorecell, CCR Rebat, die European Recycling Platform (ERP) und Ecobat. Diese beauftragen üblicherweise Dritte mit der Rücknahme und Verwertung von Batterien.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Rückgabe kostenlos. Viele Kfz-Werkstätten, Tankstellen und Händler nehmen alte Starterbatterien an, außerdem können diese auch auf Recyclinghöfen und bei Schadstoffmobilen abgegeben werden. Die bleihaltigen Fahrzeugbatterien werden fast zu 100 Prozent wiederverwertet. Neben Starterbatterien aus Autos mit Verbrennungsmotor können auch Batterien aus E-Fahrzeugen und Antriebsakkus für E-Fahrräder kostenlos an Sammelstellen abgegeben werden.6

Pfandpflicht für Autobatterien

Fahrzeugbatterien unterliegen einer Pfandpflicht, mit der die Rückgabe möglichst vieler Altbatterien sichergestellt werden soll. Beim Kauf einer neuen Batterie ist ein Pfand fällig, außer wenn gleichzeitig eine alte abgegeben wird. Die Pfandpflicht entfällt für Starterbatterien, die in ein Fahrzeug eingebaut an den Endnutzer gegeben werden.7 Die Höhe des Pfands für Autobatterien ist im Paragrafen 10 „Pfandpflicht für Fahrzeugbatterien“ des BattG auf 7,50 Euro festgelegt (Stand: Juni 2020).8 

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