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Spreizung der Heizung

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

21.01.2022

Letztes Update

21.01.2022

  • Wiki
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  • Spreizung der Heizung

Definition, Berechnung und das Einstellen der Spreizung der Heizung

Inhalt des Wiki-Artikels

Der Ausdruck Spreizung der Heizung bezieht sich auf die Temperatur des Heizwassers. Er beschreibt die Differenz zwischen der Temperatur im Vorlauf und im Rücklauf der Heizungsanlage. Mit einer optimalen Spreizung der Heizung arbeitet diese am effizientesten. Wenn Räume kalt bleiben oder der Energieverbrauch erhöht ist, kann eine falsch eingestellte Vorlauftemperatur der Grund dafür sein. Die Temperatur des Heizwassers sollte so gering wie möglich, aber ausreichend hoch für die benötigte Heizleistung sein. Häufig ist die Vorlauftemperatur zu hoch eingestellt. Durch das Einstellen der Spreizung der Heizung kann der Heizvorgang optimiert werden.

Vorlauf und Rücklauf bei Heizungsanlagen

Heizungsanlagen, die Wärme mittels Wasser oder mit einem anderen flüssigen Wärmeträgermedium transportieren, verfügen über ein Zirkulationssystem mit einem Vorlauf und einem Rücklauf. Der Vorlauf reicht vom Wärmeerzeuger, wo das Heizwasser erwärmt wird, bis zum Eintritt in die Heizfläche. Das kann ein Heizkörper oder eine Flächenheizung wie beispielsweise eine Fußbodenheizung sein. Nachdem das Heizwasser die Wärme abgegeben hat, fließt es abgekühlt durch den Rücklauf zum Wärmeerzeuger zurück.

Einen entscheidenden Einfluss auf die Spreizung der Heizung haben die Wärmeabgabemenge und der Wärmeverlust auf dem Weg durch die Rohre. Längere Heizwasserleitungen und schlecht gedämmte Rohre erhöhen die Spreizung der Heizung. Ist die Spreizung zwischen Vorlauf und Rücklauf zu groß, sinkt die Effizienz der Heizung. Mit steigender Vorlauftemperatur nimmt der erforderliche Energieaufwand zu. Ist die Spreizung der Heizung größer, muss weniger Wasser durch das Rohrsystem zirkulieren als bei niedriger Spreizung, um die gleiche Menge an Wärmeenergie zu transportieren. Deshalb erhöht sich der Massenstrom des Heizwassers bei einer geringen Spreizung der Heizung.

Die Spreizung der Heizung einstellen

Die Spreizung der Heizung ist ein Temperaturwert, der in Kelvin angegeben wird. Er ergibt sich aus der Differenz zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur in Grad Celsius (°C):

Vorlauftemperatur in °C – Rücklauftemperatur in °C = Spreizung in K

Beispielsweise liegt bei einer Heizungsanlage mit einer Vorlauftemperatur von 60 °C und einer Rücklauftemperatur von 50 °C eine Spreizung von 10 K vor. Moderne Heizungen arbeiten gewöhnlich mit einer Spreizung von 10 bis 15 Kelvin. Fußbodenheizungen geben Wärme über eine große Fläche ab, deshalb kann bei ihnen die optimale Spreizung der Heizung sogar niedriger ausfallen. Beziehen sie über eine Wärmepumpe thermische Energie, liegt die optimale Spreizung der Heizung zwischen 2 und 5 Kelvin. Bei älteren Heizungen ist oft eine größere Spreizung erforderlich. Mit Hilfe von Messsonden lassen sich die Temperaturen im Vorlauf und Rücklauf leicht ermitteln. Alternativ können die Temperaturen mit Hilfe eines Infrarotthermometers an jedem Heizkörper gemessen werden.

Über die Thermostatvoreinstellung lässt sich die Spreizung der Heizung einstellen. An allen Heizkörpern sollte die gleiche Spreizung eingestellt sein. Anschließend wird die Raumtemperatur in jedem Zimmer gemessen. Ist sie zu hoch, muss die Thermostatvoreinstellung verringert und die Rücklaufverschraubung ein wenig geschlossen werden. Bei zu niedriger Temperatur ist eine Erhöhung des Niveaus der Heizkennlinie erforderlich. Die Heizkennlinie beschreibt das Verhältnis zwischen der Außentemperatur und der Vorlauftemperatur. Nach einigen Stunden oder Tagen sollte sich eine konstante Spreizung in allen Räumen eingependelt haben. Dabei verringert sich die Solltemperatur, so dass abschließend eine Erhöhung des Kennlinienniveaus um 1 bis 2 °C vorgenommen werden muss.

Wie groß die Spreizung der Heizung sein sollte, ist von der Heizungsart abhängig. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die typischen Vorlauf- und Rücklauftemperaturen verschiedener Heizungssysteme und die Temperaturspreizung:

 

Altbau mit Heizkörpern

Brennwert-
heizung

Fußboden-
heizung

Vorlauftemperatur

90 °C (oder 75 °C)

60 °C

40 °C

Rücklauftemperatur

70 °C (oder 65 °C)

45 °C

30 °C

Spreizung der Heizung

20 K (oder 10 K)

15 K

10 K

 

Wärmepumpen in Kombination mit einer Fußbodenheizung gehören zu den sogenannten Niedertemperaturheizungen. Diese arbeiten bei Temperaturen unter 45 °C höchst effizient. Wärmepumpen machen Umgebungswärme – oberflächennahe Geothermie oder Umweltwärme – nutzbar, indem sie diese komprimieren und so auf höhere Temperaturen bringen. Sie arbeiten mit einer niedrigen Vorlauftemperatur und geringer Spreizung besonders effizient. Der Kompressor wird dadurch weniger beansprucht, so dass der Stromverbrauch sinkt.

Hydraulischer Abgleich zur Heizungsoptimierung

Zu bedenken ist, dass sich die Druck- und Strömungsverhältnisse in allen Heizkörpern ändern, wenn an nur einem etwas verändert wird. Deshalb empfiehlt es sich, einen hydraulischen Abgleich von einer Fachkraft vornehmen zu lassen. Dabei werden die Komponenten einer Heizung so eingestellt, dass die Heizleistung optimal auf den Heizwärmebedarf eines Gebäudes abgestimmt ist. Zu den regulierbaren Komponenten einer Heizungsanlage gehören:

  • Thermostatventile
  • Heizungspumpe
  • Heizkessel

Ein hydraulischer Abgleich bringt verschiedene Vorteile mit sich. Zum einen sinkt der Energieverbrauch, wenn die Heizung optimal eingestellt ist, zum anderen steigt der Wohnkomfort, weil Strömungsgeräusche verschwinden, da der Heizwasserfluss und die Pumpe richtig eingestellt werden. Auch bei einer Fußbodenheizung ist ein hydraulischer Abgleich empfehlenswert, wenn diese:

  • nicht oder nur teilweise warm wird
  • sich kaum noch herunterregeln lässt
  • eine hohe Vorlauftemperatur aufweist
  • eine Heizungspumpe mit hohem Stromverbrauch hat

Die Kosten für einen hydraulischen Abgleich bei einem Einfamilienhaus belaufen sich in der Regel auf circa 500 bis 1250 Euro. Wie hoch sie ausfallen, hängt von der Heizungsart und weiteren Faktoren ab:

  • Gebäudegröße
  • Alter der Heizungsanlage
  • Anzahl der Heizkörper und Ventile
  • Alter und Zustand der Ventile
  • Bauart der Pumpe

Der hydraulische Abgleich gehört zu den Einzelmaßnahmen, die durch die Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude unterstützt werden. Wer einen hydraulischen Abgleich vornehmen lässt, bekommt 20 Prozent der Kosten erstattet. Zu beachten ist, dass die Registrierung für den Förderantrag vor dem Abschluss eines Vertrags für einen hydraulischen Abgleich erfolgen muss. Ein hydraulischer Abgleich inklusive Optimierung der Spreizung der Heizung bringt die folgenden Vorteile mit sich:

  • Reduzierung von Strom- bzw. Heizkosten
  • Senkung des Brennstoffverbrauchs und damit auch der Emissionen
  • Die optimale Wärmeverteilung sorgt für höheren Wohnkomfort
  • Vermeidung von Strömungsgeräuschen
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