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Rückschlagventil als Rückflussverhinderer

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

28.12.2021

Letztes Update

18.08.2022

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  • Rückschlagventil als Rückflussverhinderer

Funktionsweise und Einbau von Rückschlagventilen als Rückflussverhinderer

Inhalt des Wiki-Artikels

Seit 1988 sind in Deutschland Rückflussverhinderer in Trinkwasserleitungen Pflicht. Sie sorgen dafür, dass Trinkwasser oder Abwasser nur in eine Richtung fließt. Rückflussverhinderer öffnen bei erlaubter Strömungsrichtung und schließen bei entgegengesetzter Strömungsrichtung selbsttätig. Unter anderem kann ein Rückschlagventil als Rückflussverhinderer eingesetzt werden.

Arten und Aufgaben von Rückflussverhinderern

Als Rückflussverhinderer können Ventile, Klappen und Bremsen dienen. Sie werden nicht nur im Trinkwassersystem, sondern auch bei Heizungs- und anderen Rohrleitungssystemen genutzt. Ändert das Wasser oder ein anderes flüssiges Medium seine Strömungsrichtung, schließt bzw. öffnet die Vorrichtung automatisch. Rückflussverhinderer gibt es für:

  • Rohrleitungen
  • Armaturen
  • Pumpen

Im Trinkwassersystem werden sie unter anderem eingesetzt, damit kein verschmutztes Wasser in das Trinkwasser des öffentlichen Versorgungsnetzes gelangt. Darüber hinaus können durch das Rücksaugen des Brauchwassers oder den Rückdruck Geräte Schaden nehmen. Rückflussverhinderer haben also einen doppelten Sinn, zum einen sorgen sie dafür, dass das Trinkwasser sauber bleibt, zum anderen schützen sie die Gerätschaft.

Funktionsweise eines Rückschlagventils

Ein Rückschlagventil ist ein Rückflussverhinderer in Form eines Ventils. Bei Rückschlagventilen sorgt ein Ventilkegel dafür, dass ein Medium wie zum Beispiel Wasser nur in eine Richtung strömen kann. Der Ventilkegel besteht aus einem Teller und einer Feder. Fließt das Wasser in die erlaubte Richtung, dann drückt es den Teller gegen die Feder in einen Rohrleitungsbereich, dessen Durchmesser größer als der des Tellers ist. Die Leitung ist geöffnet, denn das Wasser kann am Teller vorbeiströmen.

Wenn sich die Strömungsrichtung ändert oder die Strömung stoppt, drückt das Wasser nicht mehr gegen den Teller und die Feder schnellt zurück. Der Ventilkegel wird in seinen Sitz gedrückt, der in seinem Durchmesser dem Teller entspricht. Auf diese Weise wird das Rohr geschlossen und der Durchfluss selbsttätig gestoppt.

Eine Sonderform des Rückschlagventils ist das Kugelrückschlagventil. Seine Funktionsweise entspricht der des Rückschlagventils, aber anstelle eines Tellers hat es eine Kugel. Diese verschließt die Rohrleitung, wenn kein Wasser oder das Medium in die falsche Richtung strömt. Strömt das Wasser in die erlaubte Richtung, drückt es die Kugel in einen Rohrabschnitt mit größerem Durchmesser, so dass das Wasser durchfließen kann.

Wo werden Rückschlagventile als Rückflussverhinderer eingebaut?

Rückschlagventile kommen als Rückflussverhinderer in verschiedenen Systemen und Anlagen zum Einsatz. In der Heiz- und Klimatechnik ist das Einbauen von Rückschlagventilen als Rückflussverhinderer gängig. Sie werden beispielsweise in den folgenden Geräten und Systemen eingesetzt:

Bei Heizkesseln werden Rückschlagventile als Rückflussverhinderer eingesetzt, damit das erwärmte Heizwasser nicht in den Kessel oder in den Wärmetauscher zurückfließt. Wenn bei einer Heizungsanlage Wasser nachgefüllt werden muss, wird der Füllschlauch über ein Rückschlagventil angeschlossen, um einen Rückfluss des Wassers zu vermeiden. Bei Kombispeichern verhindern Rückschlagventile, dass sich Trinkwasser mit Heizwasser vermischt.

Solarthermieanlagen können ebenfalls über Rückschlagventile verfügen, die verhindern, dass das erhitzte Wärmeträgermedium zu den Solarkollektoren zurückfließt. Auch bei Gasleitungen werden Rückschlagventile als Rückflussverhinderer eingebaut. Sie dienen dazu, dass sich die Gasleitung schließt, sobald ein Gasrohr geöffnet wird.

Rückflussverhinderer in Haushalten

Für den Einbau von Rückflussverhinderern ist jeder Haushalt selbst verantwortlich. Seit 2016 informiert der Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZV) regelmäßig darüber, dass der Einbau von Rückflussverhinderern verpflichtend ist. Vorgeschrieben ist ein Rückflussverhinderer gemäß den Normen DIN EN 1717 und DIN 1988-100. Durch die Vorschrift soll das öffentliche Trinkwassernetz geschützt werden. Die Sicherheitseinrichtung verhindert, dass verunreinigte Flüssigkeiten durch Rückdrücken oder Rücksaugen ins Versorgungssystem kommen.

Der Rückflussverhinderer muss sich in der ausgangsseitigen Absperrarmatur der Wasserzähleranlage zwischen dem Wasserfilter und dem Wasserzähler befinden. Da die Anlage dem Kunden und nicht dem öffentlichen Wasserversorger gehört, ist der Kunde dafür verantwortlich, dass ein Rückflussverhinderer eingebaut ist. Auch um den Austausch muss er sich kümmern, falls der Rückflussverhinderer defekt ist. Der Rückflussverhinderer muss jährlich überprüft und gewartet werden. Ist keine Wartung möglich, sollte der Rückflussverhinderer nach zehn Jahren erneuert werden.

Eine Funktionsprüfung wird bei Rückflussverhinderern mit Hilfe von zwei Prüföffnungen im Rohrleitungssystem vorgenommen. Zunächst muss die Absperrarmatur vor dem Rückflussverhinderer geschlossen werden. Danach wird die erste Prüföffnung, die näher an der Absperrung als die zweite liegt, geöffnet und das Wasser dadurch abgelassen. Der Wasserfluss stoppt nach kurzer Zeit, wenn der Rückflussverhinderer intakt ist. Ist der Rückflussverhinderer defekt, läuft oder tropft das Wasser weiter. Mit der zweiten Prüföffnung kann kontrolliert werden, ob der Rückflussverhinderer tatsächlich nicht richtig schließt.

Trennung von Kalt- und Warmwasser durch Rückschlagventile

Ein Rückschlagventil als Rückflussverhinderer wird auch genutzt, um Kalt- und Warmwasser bei der Heizung voneinander zu trennen. Im Heizkreislauf sollen sich Warmwasser und Kaltwasser nicht vermischen, Rückschlagventile verhindern dies. Darüber hinaus dienen Rückschlagventile in der Heiztechnik dazu, den Auftrieb von Wärme zu unterbinden.

In der Trinkwasserversorgung muss ein Rückflussverhinderer im Kaltwasserzulauf vor dem Sicherheitsventil vorhanden sein, damit das Warmwasser nicht ins qualitativ hochwertigere Kaltwasser zurückfließt.

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