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Raumfühler

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

11.10.2020

Letztes Update

18.08.2022

 

Raumfühler – Aufbau, Funktionsweise und optimale Regelung der Raumtemperatur

Inhalt des Wiki-Artikel

Raumfühler – Aufbau, Funktionsweise, Anschluss an die Heizung

Ein Raumfühler oder Raumtemperaturfühler ist ein Gerät, das die Umgebungstemperatur in Innenräumen messen und diese Information weitergeben kann. Raumfühler sind optionale Bestandteile einer Heizungsanlage, deren Integration eine automatische Regelung der Temperatur ermöglicht, so dass zu jeder Zeit die optimale Raumtemperatur besteht. Ein Raumtemperaturfühler misst die Temperatur in dem Raum, in dem er installiert ist, und leitet die gewonnenen Daten an das Heizungsthermostat oder direkt an die Heizungssteuerung weiter. Thermostat oder Steuerung der Heizung regulieren die Raumtemperatur dann auf Basis der übermittelten Daten. Bei manchen Raumfühlern ist das Heizungsthermostat direkt mit ins Gehäuse integriert.1

Raumtemperaturfühler und Außenfühler

Heizungsanlagen können sowohl außentemperatur- als auch innentemperaturgeführt sein. Im ersten Fall werden Außentemperaturfühler eingesetzt, die nach dem gleichen Prinzip wie Raumfühler funktionieren. Sie messen die Außentemperatur und geben die Daten an die Heizungssteuerung weiter. Anhand der Daten wird die Vorlauftemperatur des Heizwassers reguliert, die besonders durch die Außentemperatur beeinflusst wird. Ein Nachteil der außentemperaturgeführten Regelung ist, dass interne Wärmegewinne keine Berücksichtigung finden. Die Einbindung von Raumtemperaturfühlen sorgt dafür, dass Wärmegewinne erfasst werden, damit keine Heizenergie unnötig verbraucht wird.2

Aufbau und Funktionsweise von Raumfühlern

Raumtemperaturfühler dienen dazu, die optimale Zimmertemperatur konstant zu halten, um den Energieverbrauch und zugleich auch die Kosten für die Heizung zu senken. Sie basieren auf Heißleitern oder Kaltleitern, die je nach Temperatur ihren Widerstand verändern. Bei Heißleitern sorgen steigende Temperaturen dafür, dass der Widerstand ab- und der Stromfluss zunimmt, bei sinkenden Temperaturen nimmt der Widerstand zu und der Stromfluss sinkt. Hergestellt werden Heißleiter aus Metalloxiden von Eisen, Kupfer, Kobalt, Titan, Nickel oder Mangan. Kaltleiter funktionieren praktisch entgegengesetzt, bei niedrigen Temperaturen ist der Widerstand gering, der Stromfluss nimmt zu; steigen die Temperaturen, nimmt auch der Widerstand zu und der Stromfluss sinkt. Die Basis von Kaltleitern bilden Silizium, Platin oder Mischungen aus Titan, Barium und anderen Materialien. Temperaturänderungen leiten Raumfühler an einen Regler weiter, die den Istwert mit dem Sollwert abgleichen. Die gewünschte Temperatur kann über eine Bedieneinheit eingestellt werden. Die Raumtemperatur wird entweder über die Vorlauftemperatur des Heizwassers oder über das Öffnen und Schließen der Heizkörperthermostate geregelt.3

Raumfühler an die Heizung anschließen

Bei neuen Heizungsanlagen werden Raumtemperaturfühler heutzutage meist direkt mit eingeplant, es ist aber auch möglich, bestehende Anlagen nachzurüsten. Einige Raumfühler messen neben der Temperatur auch die CO2-Konzentration in der Luft und die relative Luftfeuchtigkeit. Die ermittelten Daten werden in der Regel per Funk an die Heizungssteuerung übertragen. Wird ein Raumfühler an die Heizung angeschlossen, ist die Platzierung entscheidend. Steht ein Raumtemperaturfühler stellvertretend für alle Räume, muss er in einem beheizten Zimmer angebracht werden, denn in einem unbeheizten Raum würde der Sensor stets eine zu niedrige Temperatur messen und weitergeben, die beheizten Zimmer würden überhitzen. Der Raumfühler darf außerdem nicht zu nah an einer Wärmequelle angebracht werden, da er sonst eine zu hohe Temperatur übermitteln würde – während die Räume im Haus kühl blieben. Das Gerät zur Temperaturerfassung sollte in einer Höhe von etwa 1,2 bis 1,5 Metern an einer freien Wand platziert werden, die sich nicht in unmittelbarer Nähe zu einem Fenster befindet und keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.

Auch für die Fußbodenheizung gibt es passende Raumfühler in unterschiedlichen Ausführungen. Gewöhnlich müssen sie zusammen mit einem Heizkreisverteiler installiert werden, also den Schlauchleitungen, durch die das Heizwasser fließt. Gängig ist bei Fußbodenheizungen das Bimetall-Thermostat, das die Temperatur durch Öffnen und Schließen regelt. Aber auch Raumfühler mit Stellmotoren kommen bei Fußbodenheizungen zum Einsatz. Besonders unauffällig sind Raumtemperaturfühler, wenn sie in den Unterputz eingearbeitet werden.4

Raumtemperaturfühler im Smart Home

Für ein Smart Home gibt es spezielle Raumtemperaturfühler, die mit einer Buskommunikation nach dem KNX-Standard ausgerüstet sind. Die Temperatur kann damit an die jeweilige Tageszeit angepasst automatisch, zentral oder von außerhalb per Fernbedienung gesteuert werden. Eine automatisierte Regelung bringt gewisse Vorteile mit sich. Ist keiner zu Hause, schaltet die Heizung ab, so dass Energiekosten gespart werden. Nach dem Aufstehen und bei der Rückkehr von der Arbeit sind die Räume bereits vorgeheizt, zudem können auch die Belüftung und Klimaanlagen über einen Raumfühler gesteuert werden.5

Messgenauigkeit von Raumfühlern

Sowohl bei Raumfühlern als auch bei Außenfühlern ist die Messgenauigkeit abhängig vom Material, aus dem der Messwiderstand besteht, und dem elektrischen Widerstandswert bei 0 °C. Über beides geben Typenbezeichnungen Aufschluss. Ein Raumtemperaturfühler Pt1000 verfügt über einen Messwiderstand aus Platin, bei einer Temperatur von 0 °C beträgt sein Nennwiderstand 1000 Ohm beziehungsweise 1 Kiloohm. Ebenfalls aus Platin ist ein Raumfühler Pt100 gefertigt, dessen Widerstand aber unter gleichen Bedingungen bei nur 100 Ohm liegt. Raumtemperaturfühler werden in verschiedenen Toleranzklassen angeboten, die Toleranzklasse A ist genauer als B. Bestimmte Faktoren wie beispielsweise der Leitungswiderstand von Anschlusskabeln können die Messgenauigkeit beeinträchtigen. Ob ein Raumfühler Pt1000 oder Pt100 geeigneter für eine Heizung ist, hängt unter anderem von der Länge der Anschlussleitungen und der eingesetzten Technik ab.6

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