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Rauchgasthermostat

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

05.01.2021

Letztes Update

20.05.2022

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  • Rauchgasthermostat

 

Rauchgasthermostat an einen Festbrennstoffkessel oder Kaminofen anschließen und einstellen

Inhalt des Wiki-Artikels

Rauchgasthermostat – Funktion und praktische Anwendungsbeispiele

Mit einem Rauchgasthermostat wird die Rauchgastemperatur bei Heizungsanlagen gemessen. Das Thermostat wird am oder im Rauchrohr eines Kaminofens oder Festbrennstoffkessels angebracht. Weil es sich um ein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt, ist für die Installation eine Fachkraft erforderlich. Das Rauchgasthermostat kann angeschlossene Geräte ein- und ausschalten, dies ist zum Beispiel dann notwendig, wenn zwei Wärmeerzeuger den gleichen Schornstein nutzen. Bei programmierbaren Rauchgasthermostaten ist die Grenztemperatur individuell einstellbar. Neben dem Rauchgasthermostat wird bei der Verbindung von raumluftabhängigen Öfen mit Lüftungsanlagen oft auch ein sogenannter Druckwächter zur Abschaltung genutzt, der die Druckverhältnisse statt die Temperatur kontrolliert.1

Funktion von Rauchgasthermostaten

Das Rauchgasthermostat übernimmt bei Heizungsanlagen die Funktion eines Reglers. Es setzt sich aus dem Installationsgehäuse und PTC-Widerständen, auch Kaltleiter genannt, zusammen. Das Gehäuse wird mit dem Rohr- oder dem Anlagenfühler verbunden. Die PTC-Widerstände leiten Strom in kühler Umgebung besser als in warmer, so dass mit der Temperatur der Widerstand der Elemente steigt. Durch eine regelungstechnische Auswertung kann diese Veränderung auf eine konkrete Temperatur umgedeutet werden. Bei wie viel Grad das Rauchgasthermometer andere Geräte zu- oder abschaltet, ist vom voreingestellten Grenzwert abhängig.2

Rauchgasthermostate für Festbrennstoffkessel

Ein Rauchgasthermostat kann zum Beispiel eingesetzt werden, wenn ein Festbrennstoffkessel und ein Gas- oder Ölkessel parallel betrieben werden. Wird der eingestellte Grenzwert erreicht, schaltet das Rauchgasthermostat den Festbrennstoffkessel ab und den Öl- oder Gaskessel an. Eine Art Feststoffbrennkessel ist der Holzvergaser. In der Regel verfügt ein Holzvergaserkessel über ein Verbrennungsluftgebläse mit Umwälzpumpe. Während des Verbrennungsvorgangs drückt das Gebläse die Holzgase von der ersten in die zweite Brennkammer, wo sie vollständig verbrennen. In Aufwärm- und Abkühlphasen wird das Verbrennungsluftgebläse nicht benötigt, durch das Abschalten in diesen Phasen lässt sich viel Energie sparen. Wird am Rauchrohr des Festbrennstoffkessels ein Rauchgasthermostat installiert, überwacht dieses die Abgastemperaturen. Das Verbrennungsluftgebläse und die Umwälzpumpe schaltet es nur dann ein, wenn eine bestimmte Temperatur, zum Beispiel 65 °C, überschritten wird. Auch das Abschalten erfolgt automatisch, sobald das Feuer im Kessel erloschen ist und das Rohr abkühlt.3

Ein Rauchgasthermostat anschließen und einstellen

Ein Rauchgasthermostat darf nur eine Fachkraft mit entsprechender elektrotechnischer Qualifizierung anschließen. Es ist mit einem Anlegefühler ausgestattet, der in der Regel unten am Abgasrohr angebracht werden muss. Der Anlegefühler sollte nicht isoliert werden. Das Rauchgasthermostat wird mit einem Stromanschluss und den zu regulierenden Geräten verbunden. Beim Einstellen des Rauchgasthermostats müssen die Herstellerangaben beachtet werden. Diese enthalten Angaben wie den erlaubten Temperatureinstellbereich und die maximale Anschlussleistung verbundener Geräte.4

Rauchgasthermostate für Lüftungsanlagen oder Speicherladepumpen

Empfehlenswert ist der Einsatz von Rauchgasthermostaten bei raumluftabhängigen Kaminöfen, die gemeinsam mit Lüftungsanlagen oder Dunstabzugshauben mit Außenluft arbeiten. Ist der Kaminofen gleichzeitig mit dem anderen Gerät in Betrieb, wird dem Raum Sauerstoff entzogen. Ein Rauchgasthermostat am Abgasrohr des Kaminofens überwacht die Temperatur und verriegelt die Lüftungstechnik, wenn der Kaminofen an ist.

Speicherladepumpen dienen dazu, die bei einem Verbrennungsvorgang in einem Kessel erzeugte thermische Energie in einen Pufferspeicher zu befördern. Um Energie und damit auch Kosten zu sparen, sollten sie nur dann laufen, wenn der Wärmeerzeuger in Betrieb ist. Mit einem Rauchgasthermostat lässt sich die Abgastemperatur überwachen. Die Speicherladepumpe wird eingeschaltet, sobald die eingestellte Temperatur überschritten wird; sinkt sie danach wieder unter diesen Wert, wird die Pumpe abgeschaltet.5

Maßnahmen zur Energierückgewinnung

Zusammen mit anderen Maßnahmen kann die Installation eines Rauchgasthermostats zur Energierückgewinnung bei Brennersystemen beitragen. Die Investitionskosten für die Modernisierung von Heizungsanlagen amortisieren sich oft schon nach einigen Jahren, wenn die Modernisierungen optimal genutzt werden. Zwecks Wärmerückgewinnung aus der Abwärme von Öfen werden Abgaswärmetauscher, Schwadenkondensatoren und Rauchgasthermometer eingesetzt. Plattenwärmetauscher dienen dazu, der Kältetechnik Energie – und damit Wärme – zu entziehen, in Pufferspeichern kann die Energie zwischengespeichert werden. Für den maximalen Nutzen muss die Anlage optimal konfiguriert sein und Energie ganzjährig verwertet werden.6

Kosten für ein Rauchgasthermostat

Der Preis für ein Rauchgasthermostat ist abhängig vom Modell. Rauchgasthermometer gibt es schon ab etwa 30 Euro zu kaufen, doch es gibt auch Modelle, die weit mehr als 100 Euro kosten. Qualitätsmerkmale im Hinblick auf die Sicherheit sind die Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik sowie DIN- und TÜV-Zertifizierungen. Beachtet werden muss beim Kauf von Rauchgasthermometern, dass es Modelle wie das WS 519 mit fest eingestellter Temperatur gibt.7

Druckwächter zur Abschaltung der Lüftungsanlage

Für Räume mit Lüftungsanlage und raumluftabhängigen Ofen ist ein Druckwächter Pflicht, da bei einem Defekt der Lüftungsanlage das Risiko besteht, dass ein Unterdruck entsteht und Abgase aus dem Ofen in den Raum gelangen. Diese enthalten Schadstoffe wie Kohlenstoffdioxid, die gesundheitsschädlich und schlimmstenfalls sogar tödlich sind. Ein Druckwächter überwacht die Druckverhältnisse und erkennt auffällige Druckunterschiede. Sobald der Druckwächter einen Unterdruck registriert, schaltet er die Lüftungsanlage ab. Wo die Sensoren installiert werden, die den Druck messen, ist modellabhängig. Zum Beispiel können die Druckverhältnisse über die Druckdifferenz zwischen Raumluft und Außenluft kontrolliert werden.8

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