oekostrom-umlage-header-wikipedia-net4energy
hero-bg

Ökostrom-Umlage

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

25.11.2021

Letztes Update

25.11.2021

  • Wiki
  • O
  • Ökostrom-Umlage

 

Einführung und Entwicklung der Ökostrom-Umlage

Inhalt des Wiki-Artikels

Im Jahr 2000 ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft getreten, mit ihm wurde die Ökostrom-Umlage eingeführt. Sie soll der Umstellung auf erneuerbare Energien im Stromsektor dienen. Ein anderer Name für die Ökostrom-Umlage ist EEG-Umlage.

Entwicklung der EEG-Umlage

Die Ökostrom-Umlage wurde eingeführt, um die Energiewende in Deutschland voranzubringen. Bei der Stromerzeugung sollen statt fossiler Energieträger erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Bis Ende 2016 wurde die Vergütung für die Einspeisung von erneuerbarem Strom staatlich festgelegt. Dies änderte sich mit dem EEG 2017. Seitdem wird sie durch Ausschreibungen am Markt ermittelt. Dadurch soll der Wettbewerb gestärkt werden.

Die EEG-Umlage wird von den Verbrauchern getragen, sie ist pro verbrauchter Kilowattstunde Strom fällig. Auf der Stromrechnung ist die Ökostrom-Umlage aufgeführt. Jedes Jahr ermitteln die deutschen Übertragungsnetzbetreiber die EEG-Umlage für das Folgejahr und veröffentlichen sie bis zum 15. Oktober. Strom aus erneuerbaren Energien hat Einspeisevorrang vor konventionell erzeugtem Strom. Die EEG-Umlage 2021 liegt bei 6,5 Cent pro Kilowattstunde. Ab Januar 2022 beträgt die Ökostrom-Umlage 3,723 Cent pro Kilowattstunde. Dann ist die Ökostrom-Umlage auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Die starke Absenkung ist unter anderem auf Folgendes zurückzuführen:

  • Mehr Einnahmen auf dem EEG-Konto aufgrund gestiegener Börsenpreise
  • Bundeszuschüsse ab 2022

Durch die Reduzierung der Ökostrom-Umlage sollen Verbraucher entlastet werden. Günstiger wird Strom allerdings nicht werden, da die Preise an der Börse gestiegen sind. Über 10 Milliarden Euro Zuschuss hat das EEG-Konto 2021 erhalten, Einnahmen wurden durch die nationale CO2-Bepreisung und das Konjunkturpaket generiert. Für das Jahr 2022 ist ein Bundeszuschuss von 3,25 Milliarden Euro aus der CO2-Bepreisung vorgesehen.

Festlegung der Ökostrom-Umlage

Die Übertragungsnetzbetreiber legen die Ökostrom-Umlage unter Einbeziehung renommierter Forschungsinstitute fest. Sie erarbeiten eine Prognose der zu erwartenden Ausgaben, zu denen Vergütungen und Marktprämien für Anlagenbetreiber zählen, und der zu erwartenden Einnahmen, die vor allem aus der Vermarktung des EEG-Stroms resultieren. Beim Festlegen der Ökostrom-Umlage wird Folgendes berücksichtigt:

  • Stand des EEG-Kontos am 30. September
  • Bundeszuschuss
  • Liquiditätsreserve

Die Festlegung der Übertragungsnetzbetreiber wird durch die Bundesnetzagentur geprüft. Sie kontrolliert, ob die gesetzlichen Regelungen eingehalten wurden.

Strombörsenpreis und Bundeszuschuss

Die EEG-Kosten ergeben sich aus der Differenz zwischen zugesicherten Vergütungen für Anlagenbetreiber und dem Marktwert des geförderten Stroms an der Börse. Im Jahr 2021 sind die Preise an der Strombörse sehr stark angestiegen, so dass sich die Differenz verringert hat. Die Differenzkosten lagen 2019 bei 25,5 Milliarden Euro und 2020 bei 28,4 Milliarden Euro, da die Preise an der Strombörse in diesem Jahr besonders niedrig waren. Für 2022 werden Kosten von 19,8 Milliarden Euro erwartet.

Ein Teil der Einnahmen aus der 2021 eingeführten CO2-Bepreisung wird verwendet, um die Ökostrom-Umlage zu senken. Da die finanzielle Belastung in den Bereichen Wärme und Verkehr durch die Einführung der CO2-Bepreisung steigt, sollen auf diese Weise die Strompreise stabil gehalten werden. Deshalb gibt es für den Stromsektor 2022 einen Bundeszuschuss von circa 3,3 Milliarden Euro. Dieser Betrag entspricht einer Entlastung der Ökostrom-Umlage um 0,9 Cent pro Kilowattstunde. Da der Zielwert von 6 Cent pro Kilowattstunde unterschritten wird, werden die Restmittel aus dem Konjunkturpaket 2022 nicht verwendet – ein Betrag von rund 11 Milliarden Euro. Sie sollen in den Folgejahren für die Ökostrom-Umlage zur Verfügung stehen.

Das EEG-Konto wies am 30. September 2021 ein Plus von 4,5 Milliarden Euro auf. Davon wird noch die Liquiditätsreserve abgezogen und der verbleibende Überschuss mit der EEG-Umlage für das Folgejahr verrechnet. Auf diese Weise werden Abweichungen der prognostizierten Daten ausgeglichen, das bedeutet, dass der bis Ende September angehäufte Überschuss auf dem EEG-Konto den Verbrauchern zurückerstattet wird, indem die Ökostrom-Umlage im Folgejahr entsprechend niedriger angesetzt wird. Der hohe Überschuss 2021 resultierte vor allem aus:

  • Dem Bundeszuschuss aus den Mitteln des Konjunkturpakets und den Einnahmen aus der CO2-Bepreisung
  • Stark gestiegene Strombörsenpreise sorgten für höhere Einnahmen, als prognostiziert wurde

Im Jahr 2020 war dagegen ein großes Minus auf dem EEG-Konto aufgrund der Corona-Situation entstanden. Es mangelte an 4,1 Milliarden Euro, wodurch die Ökostrom-Umlage 2021 stark belastet wurde.

EEG-Reformen und zukünftige Strompreise

Das EEG garantiert Anlagenbetreibern eine Vergütung über 20 Jahre hinweg. In der Anfangszeit der Ökostrom-Umlage gab es noch recht teure Bestandsanlagen. Durch technologischen Fortschritt und eine steigende Produktion sanken die Kosten mit der Zeit, so dass Reformen des EEG notwendig waren. Die Vergütungssätze für die EEG-Umlage sind mit den Reformen stark gesunken, vor allem mit der Einführung der Marktprämie im EEG 2014 und den wettbewerblichen Ausschreibungen im EEG 2017. Darüber hinaus hat auch die EEG-Förderung dazu beigetragen, dass sich die erneuerbaren Energien am Strommarkt etablieren konnten und die Kosten sanken.

Besonders das Beispiel Photovoltaik-Anlagen veranschaulicht die Kostenentwicklung gut. 2010 lag die durchschnittliche Vergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen noch bei 43,5 Cent pro Kilowattstunde, im Jahr 2022 bei 23,6 Cent pro Kilowattstunde. Die starke Reduzierung ist darauf zurückzuführen, dass die neuen Anlagen im Mittel lediglich Vergütungssätze von 5,9 Cent pro Kilowattstunde erhalten. Im Durchschnitt liegt der Vergütungssatz für eine 2022 in Betrieb genommene Anlage bei nur rund einem Sechstel des Vergütungssatzes für eine Anlage, die 2010 installiert wurde.

Die Höhe der EEG-Umlage beeinflusst die Haushaltsstrompreise. Seit sie sich stabilisiert hat, steigen die Strompreise nur noch langsam. Die Ökostrom-Umlage sinkt zwar 2022 stark, dies wirkt jedoch nur den steigenden Preisen an der Strombörse entgegen, so dass der Strom insgesamt nicht günstiger wird. Die Strompreise bleiben durch die Absenkung lediglich stabil.

oekostrom-umlage-hybridauto-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Elektroauto erfahren? Lade dir jetzt unseren ultimativen Guide herunter!
jetzt kaufen