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Nachtabsenkung

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

10.09.2020

Letztes Update

18.08.2022

 

Nachtabsenkung – Erläuterung und Nutzen im Hinblick auf die thermische Trägheit von Gebäuden

Inhalt des Wiki-Artikel

Nachtabsenkung – Energie durch das richtige Einstellen der Heizung sparen

Wenn nachts die Heizwärme in Gebäuden reduziert wird, spricht man von Nachtabsenkung. Das Prinzip wird sowohl in Büro- und Fabrikgebäuden als auch in Wohnhäusern umgesetzt. Hintergrund ist, dass der Energieaufwand für die Beheizung umso höher ist, je größer der Unterschied zwischen Raum- und Außentemperatur ausfällt. Bei der Nachtabsenkung wird die Temperatur in der Regel auf etwa 18 °C abgesenkt, um den Heizwärmeverbrauch zu reduzieren.1

Einfluss der thermischen Trägheit

Bei der Nachtabsenkung ist die thermische Trägheit von Gebäuden zu beachten. Diese bezieht sich auf den Zeitraum, der nötig ist, um ein Haus aufzuheizen oder abzukühlen. Gut gedämmte Gebäude sind thermisch träge, die Innenräume kühlen langsam ab, das Aufheizen nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch. Im Gegensatz dazu sind schlecht gedämmte Gebäude thermisch agil, sie heizen in der Sonne schnell auf und kühlen rasch ab. Bei Häusern mit hoher thermischer Trägheit kann die Nachtabsenkung früher beginnen, muss aber auch eher wieder beendet werden. Verfügt ein Haus über eine sehr hohe thermische Trägheit, so dass es nachts kaum abkühlt, ist eine Nachtabsenkung kaum zu verwirklichen.2

Durchheizen oder Nachtabsenkung?

Ob eine Nachtabsenkung sinnvoll ist, hängt von der Beschaffenheit des Gebäudes ab. Je schlechter es gedämmt ist, desto eher lohnt sich die Nachtabsenkung. Bei besonders effizient gedämmten Häusern bietet sich hingegen Durchheizen an, da die Temperatur auch bei Abschaltung der Heizung nur geringfügig sinkt. In Niedrigenergiehäusern nimmt die Temperatur nur um circa 1 bis 1,5 °C ab. Es ergibt sich in diesem Fall kein energetischer Vorteil daraus, wenn nachts keine Heizwärme, zum Aufheizen der Räume am Morgen dafür aber eine größere Menge zugeführt wird.

Einfach zu realisieren ist eine Nachtabsenkung bei Gebäuden mit Zentralheizung. Wird die Vorlauftemperatur reduziert, sinkt auch die Heizleistung der Heizkörper oder der Fußbodenheizung. Die thermische Trägheit einer Fußbodenheizung ist deutlich größer als die von Heizkörpern, weil der Boden aufgrund seiner Masse mehr Wärme speichert. Ab wie viel Uhr die Nachtabsenkung der Heizung eingeleitet beziehungsweise beendet werden sollte, ist also von verschiedenen Faktoren abhängig. In Gebäuden mit Mitwohnungen unterliegt das Einstellen der Heizung zwecks Nachtabsenkung der Regel, dass zwischen 6 und 24 Uhr eine Raumtemperatur von 22 °C erreichbar sein muss.

Mit einer Nachtabsenkung um 3 bis 8 °C lässt sich in weniger effizient gedämmten Gebäuden Energie beim Heizen einsparen. Die nächtliche Temperatur sollte allerdings nicht unter 17 °C liegen, da das Gebäude sonst zu stark auskühlt und die Gefahr von Schimmelbildung besteht. Laut der Hessischen Energiespar-Aktion, einem Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, können fünf bis zehn Prozent Heizenergie eingespart werden, wenn in einem Altbau die Raumtemperatur nachts von 20 auf 17 °C abgesenkt wird. Auf diese Weise lässt sich in einem Altbau-Einfamilienhaus durchschnittlich ein Liter Heizöl pro Nacht einsparen.

Das Thermostat der Heizung einstellen

Über ein Thermostat wird die Temperatur der Heizung geregelt. Dieses setzt sich aus zwei Teilen zusammen, dem Thermostatventil und dem Thermostatkopf. Über den Thermostatkopf lässt sich die gewünschte Raumtemperatur einstellen. Die momentane Temperatur wird von ihm erfasst, er gibt dem Ventil vor, wie viel Warmwasser in den Heizkörper fließen soll. Der Energieverbrauch fällt umso niedriger aus, je genauer das Thermostatventil die eingestellte Raumtemperatur einhalten kann. Neben der manuellen Einstellung der Heizung ist auch die Nutzung von programmierbaren Thermostaten möglich. In diese können Zeiten eingegeben werden, zu denen eine Absenkung oder Anhebung der Raumtemperatur erfolgen soll, das Thermostat regelt die Nachtabsenkung dann automatisch.3

Nachteile der Nachtabsenkung

Besonders für Altbauten ist die Nachtabsenkung empfehlenswert, doch bei modernen, effizient gedämmten Häusern bringt sie kaum eine Reduzierung des Wärme- und damit des Energiebedarfs mit sich. Ein Nachteil bei der nächtlichen Reduzierung der Temperatur ist, dass die Räume morgens wieder aufgeheizt werden müssen, wofür eine erhöhte Heizleistung erforderlich ist. Vor allem wenn eine elektrisch betriebene Wärmepumpe installiert ist, sollte von einer Nachtabsenkung besser abgesehen und stattdessen der Nachtstrom genutzt werden.

Bei Wärmepumpenheizungen und in geringerem Maß auch bei Brennwertkesseln wird die Effizienz der Wärmeerzeugung durch die benötigte höhere Vorlauftemperatur am Morgen beeinträchtigt. Es kann sogar vorkommen, dass in einem solchen Fall der Bedarf an Primärenergie zunimmt, statt zu sinken – dann sollte besser keine Nachtabsenkung vorgenommen werden.

Besitzt ein Gebäude eine schlechte Wärmedämmung, besteht das Risiko, dass sich durch die Nachtabsenkung feuchte Stellen an den Außenwänden bilden. Das passiert, wenn der Taupunkt unterschritten wird. An feuchten Stellen bildet sich schnell Schimmel, darüber hinaus kann eine Durchfeuchtung der Wand deren Wärmeleitfähigkeit noch verstärken. Es ist also darauf zu achten, dass schlecht gedämmte Gebäude nachts nicht zu stark abgekühlt werden.4

Absenkung der Raumtemperatur tagsüber

Nicht nur nachts kann eine Absenkung der Raumtemperatur sinnvoll sein, sondern auch tagsüber. Gerade bei längerer Abwesenheit lässt sich so noch etwas mehr Heizenergie sparen. Im Allgemeinen gilt, dass die Temperatur im Wohnbereich am Tag nicht über 20 °C liegen sollte. Mit jedem Grad weniger wird Energie gespart. Für die Küche werden 18 °C, für Schlafzimmer 17 °C empfohlen. Bei einer Abwesenheit von einigen Tagen sollte die Raumtemperatur auf 15 °C eingestellt werden, bei längerer Abwesenheit noch etwas niedriger, um weniger Heizenergie zu verbrauchen.5

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