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Mehrwertdienste

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

08.10.2021

Letztes Update

08.10.2021

Definition und Beispiele für Mehrwertdienste

Inhalt des Wiki-Artikels

Der Begriff Mehrwertdienst wurde in der Telekommunikation geprägt. Er bezeichnet eine kostenpflichtige Dienstleistung, die über die reine Verbindungsleistung hinausgeht. Vor allem für den Mobilfunk sind zahlreiche Mehrwertdienste im Angebot. Inzwischen gibt es in vielen unterschiedlichen Bereichen digitale Mehrwertdienste, wie zum Beispiel:

  • Automobil
  • Maritime Wirtschaft
  • Smart Citys
  • Maschinenbau

Digitale Mehrwertdienste fürs Auto

In der heutigen Zeit ist es dank Technik möglich, Autos zu vernetzen. Die Automobilhersteller bieten ihren Kundinnen und Kunden unterschiedliche Mehrwertdienste an, die sich in folgende Kategorien einteilen lassen:

  • Navigationsdienste
  • Sicherheits- und fahrzeugbezogene Dienste
  • Nachrichten- und Informationsdienste
  • Multimediadienste
  • Kommunikations- und Organisationsdienste
  • E-Commerce-Dienste

Für E-Autos gibt es darüber hinaus Mehrwertdienste, die das Aufladen an öffentlichen Ladepunkten betreffen. Es werden unter anderem Mehrwertdienste angeboten, die helfen, die nächste Ladestation zu finden, oder über die ein Ladeplatz reserviert werden kann. Die folgende Tabelle zeigt Beispiele für die verschiedenen Kategorien der Mehrwertdienste:

Kategorie

Beispiel

Navigationsdienst

GPS-Navigationsgerät

Sicherheitsbezogener Dienst

Notrufsystem

Fahrzeugbezogener Dienst

Ferndiagnose

Nachrichtendienst

Abruf von Verkehrsinformationen

Informationsdienst

Reiseführer

Kommunikationsdienst

E-Mail-Dienst

Organisationsdienst

Kalender mit Terminplanung

E-Commerce-Dienst

Hotelbuchung

 

Für die Nutzung von Mehrwertdiensten ist ein Endgerät erforderlich. Dieses dient zugleich als Recheneinheit, Speichereinheit und Modem. Das Endgerät kann mobil oder fest im Auto eingebaut sein. Grundsätzlich besteht die Wahl zwischen:

  • Eigenes mobiles Endgerät
  • Vom Hersteller zur Verfügung gestelltes mobiles Endgerät
  • Fest eingebautes Endgerät (Headunit)

Mehrwertdienste fürs Auto können in der Regel über verschiedene Kanäle bedient werden: Lenkradtasten, Touchscreen oder Sprachsteuerung. Die Datenausgabe erfolgt über ein fest im Auto verbautes Display und die Lautsprecher.

Mehrwertdienste in der maritimen Wirtschaft

In Deutschland wurde 2015 das maritime „National Single Window“ (NSW) eingeführt. Ihm liegt die EU-Richtlinie 2010/65/EU zugrunde, es soll das Meldeverfahren im Seeverkehr leichter machen. Über das NSW werden vor allem administrative Daten meldepflichtiger Unternehmen übermittelt. Darüber hinaus gibt es digitale Mehrwertdienste, die Arbeitsprozesse in der maritimen Wirtschaft vereinfachen. Ein Beispiel für einen Mehrwertdienst in der maritimen Wirtschaft ist die Bereitstellung aller Ladungsdaten an das Havariekommando im Krisenfall.

Smart Citys mit Mehrwertdiensten

Ähnlich wie ein Smart Home ist eine Smart City eine vernetzte Stadt, in der viele Prozesse digital und oft auch automatisch ablaufen. Dementsprechend bieten sich Mehrwertdienste in Smart Citys an. Sie können den Bewohnern oder der Kommune einen Nutzen bringen – oder beiden. Ein Beispiel für einen Mehrwertdienst ist die offene Plattform „Amsterdam Smart City“, auf der Ideen für Projekte zur Gestaltung der Stadt gesammelt werden. Mehrwertdienste sind in vielen Bereichen einer Smart City möglich, etwa im Nahverkehr. Die Städte in Deutschland stecken im Vergleich zu Amsterdam allerdings noch in den Kinderschuhen. Seit 2018 laufen Modellprojekte im Bereich digitale Verwaltung und Smart City in fünf deutschen Regionen.

Mehrwertdienste im Maschinenbau

Im deutschen Maschinenbau sind Systeme und Anlagen bereits vernetzt, nun soll die Vernetzung mit dem Kunden folgen. Beispiele für die Digitalisierung im Maschinenbau sind:

  • Vernetzte Produktion
  • Condition Monitoring
  • Predictive Maintenance
  • Fernwartung von Anlagen

Vernetzte Produktion

Unter Vernetzung der Produktion ist ein intelligentes und digital vernetztes System zu verstehen, das eine weitestgehend selbstorganisierte Produktion ermöglicht. Die vernetzte Produktion ist die Basis für die Industrie 4.0.

Condition Monitoring

Mit Condition Monitoring ist die Überwachung des Zustands einer Anlage gemeint. Auf diese Weise werden kritische Ereignisse und Betriebszustände mit hohem Verschleißpotenzial direkt erkannt. Der Mehrwertdienst bringt im Maschinenbau einen großen Vorteil, denn wenn unmittelbar auf solche Ereignisse oder Betriebszustände reagiert wird, lassen sich teure Folgeschäden und Ausfallzeit vermeiden.

Predictive Maintenance

Der Mehrwertdienst Predictive Maintenance nutzt die über das Condition Monitoring gewonnenen Daten, um Prognosen zu erstellen. Prognostiziert werden die Risiken unerwünschter Betriebszustände und Ereignisse für Anlagen. Mit dem Mehrwertdienst können Service und Wartung bedarfsorientiert und zielgerichtet geplant werden.

Fernwartung von Anlagen

Die Fernwartung für Anlagen ist ein Remote Service, über den Servicetechniker aus der Ferne aufs System zugreifen können, um Anlagen zu warten und Optimierungen vorzunehmen. Auch im Störungsfall kann der Mehrwertdienst helfen, indem über den Remotezugriff eine Fehlerdiagnose erstellt wird.

Kundenzentrierung als Chance für den digitalen Durchbruch

Die gemeinsame Studie des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und der Unternehmensberatung McKinsey „Kundenzentrierung als Chance für den digitalen Durchbruch“, die im September 2020 veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass knapp 80 Prozent der Unternehmen es für notwendig halten, bei digitalen Geschäftsmodellen zu kooperieren. Ein Grund dafür ist, dass der Umsatzanteil für digitale Plattformen und Mehrwertdienste nur bei circa 0,7 Prozent des Gesamtumsatzes im europäischen Maschinenbau liegt. Der Gesamtumsatz beträgt rund 850 Milliarden Euro. Das Potenzial der Mehrwertdienste könnte durch Kooperationen besser ausgeschöpft werden. Aus der Studie geht außerdem hervor, dass Unternehmen Hürden im Hinblick auf die Entwicklung digitaler Dienste sehen:

  • Geschäftsmodelle fehlen
  • Fehlende Standards
  • Mangelnde strategische Relevanz

Eine eigene Plattform für die Bereitstellung von Mehrwertdiensten zu betreiben, lohnt sich für die meisten Unternehmen nicht. Eine Lösung dafür ist, Kooperationen zu bilden und stattdessen auf Komptabilität sowie gemeinsame Standards zu setzen. Wichtig ist bei der Entwicklung von Mehrwertdiensten im Maschinenbau, die Zielgruppe und deren Bedürfnisse genau zu kennen, um ihr maßgeschneiderte Dienste anbieten zu können.

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