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Megawatt und Megawattstunde

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

24.08.2020

Letztes Update

08.04.2022

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  • Megawatt und Megawattstunde

Das ist der Unterschied zwischen Megawatt und Megawattstunde – plus Umrechnungstabellen

Inhalt des Wiki-Artikel

Megawatt und Megawattstunde – das ist der Unterschied

Das Megawatt ist eine Einheit für Leistung, die sich vom Watt ableitet: Ein Megawatt sind eine Million Watt. Abgekürzt wird das Megawatt mit MW. Leistung ist als die Geschwindigkeit definiert, mit der Energie erzeugt beziehungsweise verbraucht wird – ein Watt ist nötig, um ein Gramm Wasser um 14,3 °C in einer Minute zu erwärmen. In Megawatt wird beispielsweise die Leistung von Kraftwerken angegeben.1

Die Megawattstunde hingegen ist eine Einheit der Arbeit. Eine Megawattstunde entspricht der Energiemenge, die bei einer Leistung von einem Megawatt in einer Stunde umgesetzt wird. Umgerechnet ergibt eine Megawattstunde eine Million Wattstunden, 1000 Kilowattstunden oder 3600 Megajoule. Die Abkürzung für eine Megawattstunde lautet MWh.2 Der Pro-Kopf-Stromverbrauch in Deutschland liegt im Megawattstundenbereich, wird aber in der Regel in Kilowattstunden angegeben. Im Jahr 2018 wurden rund 7,2 Megawattstunden Strom pro Kopf verbraucht, im Vergleich zu 1995 ist der Verbrauch um eine halbe Megawattstunde gestiegen.3

Umrechnungstabelle Megawatt

Neben Watt und Megawatt sind auch noch die Einheiten Kilowatt, Gigawatt und Terawatt für die Leistung gängig. Wie die anderen Einheiten in Megawatt umgerechnet werden, zeigt die folgende Tabelle:

  Watt (W) Kilowatt (kW) Gigawatt (GW) Terawatt (TW)
1 Megawatt (MW) 1 000 000 W 1000 kW 0,001 GW 0,000 001 TW

 

Umrechnungstabellen Megawattstunde

Ähnlich dem Watt kann die Megawattstunde in Wattstunde, Kilowattstunde, Gigawattstunde und Terawattstunde umgerechnet werden. Darüber hinaus ist das Umrechnen in Joule beziehungsweise abgeleitete Einheiten üblich. Joule ist die Grundeinheit für die Energie im Internationalen Einheitensystem. Die Energie, die bei einer Leistung von einem Watt innerhalb einer Sekunde umgesetzt wird, entspricht einem Joule – deshalb ist das Joule auch als Wattsekunde bekannt.4 So wird die Megawattstunde in die anderen Einheiten umgerechnet:

  Wattstunde (Wh) Kilowattstunde (kWh) Gigawattstunde (GWh) Terawattstunde (TWh)
1 Megawattstunde (MWh) 1 000 000 Wh 1000 kWh 0,001  GWh 0,000 001 TWh

 

  Joule (J) Kilojoule (kJ) Megajoule (MJ) Gigajoule (GJ) Terajoule (TJ)
1 Megawatt-stunde (MWh) 3 600 000 000 J 3 600 000 kJ 3600 MJ 3,6 GJ 0,0036 TJ


Leistung und Energie in der Stromerzeugung

Wie viel Energie ein Kraftwerk oder eine Erneuerbare-Energien-Anlage erzeugen kann, ist zum einen vom Typ abhängig, zum anderen gibt es darüber hinaus individuelle Leistungsunterschiede. Das Kernkraftwerk Emsland ist ein mittelgroßes Atomkraftwerk, es verfügt über eine Nettonennleistung von 1336 Megawatt und soll jährlich elf Millionen Megawattstunden Strom liefern. Ähnliche Werte weisen das Gemeinschaftskernkraftwerk Neckarwestheim II mit 1310 Megawatt und das Werk Kernkraft Gundremmingen mit 1288 Megawatt auf.

Bei Erdgas- und Kohlekraftwerken variieren die Leistung und damit auch die produzierte Energiemenge je nach Größe stark. Das Steinkohlekraftwerk Moorburg in Hamburg könnte pro Jahr 14 Millionen Megawattstunden Strom schaffen – fast genug, um den gesamten Bedarf der Hansestadt zu decken. Zusammen verfügen die Blöcke A und B des Kraftwerks über eine Nennleistung von 1600 Megawatt. Da die Menge der Einspeisung aber an die der Wind- und Solarenergie angepasst wird, um deren Schwankungen auszugleichen, werden de facto weniger Megawattstunden von dem Kohlekraftwerk erzeugt. Hingegen ist das Steinkohlekraftwerk Reno De Medici in Arnsberg nur mit einer Nennleistung von 19 Megawatt ausgestattet, das Großkraftwerk Mannheim kommt auf 255 Megawatt. Das moderne Erdgaskraftwerk Fortuna, das 2016 den Betrieb aufnahm, erzeugt jährlich gut 2,4 Millionen Megawattstunden Strom – und das bei einer Auslastung von 50 Prozent, die bei Erdgaskraftwerken üblich ist.

Erneuerbare-Energien-Anlagen sind in der Regel weniger leistungsstark als konventionelle Kraftwerke mit fossilen Energieträgern. Auch bei ihnen gibt es wie bei Erdgas- und Kohlekraftwerken große Unterschiede, zum Beispiel ist die Menge des erzeugten Stroms bei Solaranlagen technologie- und standortabhängig. Am Standort Deutschland ist eine Photovoltaikanlage mit circa 40 Quadratmetern Fläche nötig, um einen Haushalt ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Es gibt Anlagen, die solare Strahlungsenergie nutzbar machen, in den verschiedensten Ausführungen und Größen, dementsprechend ist auch die Nennleistung ganz unterschiedlich. Der Solarpark Petzenbach im bayerischen Arnstorf hat eine Nennleistung von 10 Megawatt, bei der PVA Dallgow-Döberitz in Brandenburg liegt sie bei 21 Megawatt und der Solarpark Gänsdorf in Bayern verfügt über 54,34 Megawatt.

Bei Windkraftanlagen spielen Technik und Standort ebenfalls eine große Rolle, außerdem ist die Größe der Anlage entscheidend. Ein modernes Windrad produziert jährlich etwa 8000 bis 10 000 Megawattstunden Strom. Mehr als 2200 Haushalte mit drei Personen, bei denen der Verbrauch statistisch bei 3,6 Megawattstunden jährlich liegt, können mit 8000 Megawattstunden ein Jahr lang versorgt werden.

Windkraftanlagen werden zu Land (onshore) oder vor der Küste auf dem Meer (offshore) errichtet. Zu den Windenergieanlagen an Land gehört der Windpark Landesbergen-Süd in Niedersachsen, der eine Nennleistung von 2 Megawatt aufweist. Im gleichen Bundesland befindet sich der Windpark Wybelsumer Polder mit einer Leistung von 30 Megawatt, der brandenburgische Windpark Heidehof hat bereits 62 Megawatt. Der Windpark Druxberge in Sachsen-Anhalt verfügt über eine Nettonennleistung von 116,7 Megawatt und das Umspannwerk Bertikow in Brandenburg über 328 Megawatt. Alpha Ventus ist eine Offshore-Anlage, ihre Nennleistung beträgt 60 Megawatt. Weitere Windanlagen, die vor der Küste liegen, sind der Trianel Windpark Borkum mit 200 Megawatt, Bard Offshore 1 mit 400 Megawatt und DanTysk Sanbank mit 604,8 Megawatt.

Laufwasserkraftwerke haben im Vergleich zu Solar- und Windkraftanlagen meist eine geringere Nennleistung. Die des Werkskraftwerks Sappi Alfeld in Niedersachen liegt bei 0,1 Megawatt, das Laufwasserkraftwerk Dettingen in Baden-Württemberg kommt auf 11 Megawatt und die bayerischen Alzwerke auf 45 Megawatt. Doch es gibt auch Anlagen mit mehr Leistung, darunter das Laufwasserkraftwerk Egglfing in Bayern, das über 84 Megawatt verfügt, und das Rheinkraftwerk Iffezheim, das sogar eine Nennleistung von 148 Megawatt hat.5

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