Klimawandel – Ursachen, Folgen und Klimaschutzmaßnahmen

Klimawandel

Der Klimawandel ist als Thema aktuell, durch schmelzende Gletscher, extreme Wetterlagen und den Anstieg des Meeresspiegels macht er sich bemerkbar.1 Mit dem Klima ändern sich die Lebensbedingungen für die Menschen weltweit, weshalb sich die Politik auf internationaler Ebene mit den möglichen Folgen des Klimawandels auseinandersetzt und Gegenmaßnahmen entwirft. In Deutschland befassen sich unter anderem das Bundesumweltministerium und das Bundesgesundheitsministerium mit Klimaschutz.2

Ursachen des Klimawandels

Mit der Industrialisierung gesellten sich zum natürlichen Klimawandel vom Menschen beeinflusste Veränderungen des Klimas. Durch die Nutzung fossiler Energie und Entwaldung reichert sich CO2 in der Atmosphäre an, Agrarwirtschaft und Nutztierhaltung bedingen höhere Werte von Methan und Distickstoffmonoxid. Die Ansammlung dieser Treibhausgase in der Atmosphäre hat tendenziell die Erwärmung der unteren Luftschichten zur Folge.3 Während in den 1990er Jahren noch intensiv über die Ursachen des Klimawandels diskutiert wurde, herrscht in der Wissenschaft heute der breite Konsens, dass er menschengemacht ist. Der UN-Weltklimarat hat dies als unabhängiges Gremium bestätigt.4

Des Klimawandels Folgen

Bedingt durch die andauernde Erwärmung der unteren Luftschichten aufgrund des durch den Menschen verursachten Treibhauseffekts erwärmen sich die Erdoberfläche und die untere Atmosphäre langfristig. Dies wirkt sich auf den Niederschlag, die Bewölkung, das Meereseis, den Schneefall und auch den Meeresspiegel aus. Gletscher und Permafrostregionen nehmen ab, die Ozeane steigen wegen der Eisschmelze und der Wärmeausdehnung der Meere an. Die globale Erwärmung führt zu regionalen Niederschlagsänderungen, da mehr Wasserdampf von den Weltmeeren zu den Kontinenten transportiert wird. Mittels Computersimulationen werden weitere wahrscheinliche Folgen des Klimawandels abgeschätzt. Sie basieren auf Klimamodellen, welche die Wechselwirkungen zwischen den physikalischen Prozessen im hochkomplexen Klimasystem der Erde berücksichtigen.5

Kipppunkte im Klimasystem

Steigt die Temperatur auf der Erde um ein gewisses Maß an, werden sogenannte Kipppunkte erreicht. Diese können mit plötzlichen oder großen, langfristigen Klimaänderungen einhergehen und irreversible Prozesse in Gang setzen. Es besteht das Risiko, dass es dem Menschen nicht gelingt, sich an sie anzupassen. In der Diskussion sind als potenzielle Kipppunkte unter anderem die Eisschmelze samt Anstieg des Meeresspiegels, die Störung der ozeanischen Zirkulation, der Kollaps von borrealen Wäldern, die Verstärkung des Klimaphänomens „El Niño“ und aus Meeresböden freigesetztes Methan. Da zahlreiche Prozesse des Klimasystems noch in der Erforschung sind, lassen sich keine genauen Voraussagen treffen, ob und wann welche Kipppunkte erreicht werden. Aufgrund der Gefahren, die von ihnen für die Gesellschaft ausgehen, sehen Wissenschaft und Politik Handlungsbedarf, denn einige Kipppunkte könnten wir bereits in diesem Jahrhundert erreichen. Deshalb sind Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel nötig. Nach heutiger Erkenntnis könnten allerdings gravierende Änderungen des Klimas vermieden werden, wenn es gelänge, die globale Erwärmung auf 2 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.6

UN-Klimakonferenz und Pariser Klimaabkommen

Mehr als 150 Staats- und Regierungsoberhäupter wohnten der Eröffnung der Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 bei. Zentrales Thema war der Klimawandel, nach vielen Verhandlungsjahren haben sich die Staaten ein Abkommen geschlossen, um diesem entgegenzuwirken. Fast alle Länder haben nationale Klimaschutzziele definiert, um gemeinsam den globalen Temperaturanstieg zu stoppen.7 Im September 2018 hatten 180 von 197 Staaten das Pariser Klimaabkommen ratifiziert, das die gemeinsamen, aber unterschiedlichen Aufgaben von Schwellen- und Entwicklungsländern sowie Industrienationen in den Blick nimmt. Mit dem multilateralen Abkommen von Paris wird Folgendes angestrebt:

  • Die Erderwärmung soll auf deutlich unter 2 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit beschränkt werden.
  • Die Fähigkeit zur Anpassung an den Klimawandel und seine Folgen soll gestärkt werden; dies gilt als gleichwertiges Ziel neben der Verringerung der Treibhausgasemissionen.
  • Die Finanzmittelflüsse sollen mit den Klimazielen in Einklang gebracht werden.8

Klimawandel und Klimaschutz in Deutschland

Der anthropogene Klimawandel ist bereits in Deutschland angekommen. Die mittleren Temperaturen sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts um rund 0,9 °C angestiegen, der jährliche Niederschlag um circa neun Prozent. Extreme Wetterereignisse wie Stürme, Starkregen und Hitzewellen treten öfter auf. Auch auf die Flora und Fauna wirkt sich der Klimawandel aus: Zugvögel bleiben im Vergleich zum Jahr 1970 heutzutage knapp einen Monat länger in Deutschland. Mit der Verlängerung von Blütezeit und Wachstumsphase bei Pflanzen geht eine ausgedehnte Pollensaison einher. Direkte und indirekte Einflüsse auf die Gesundheit sind eine Begleiterscheinung des Klimawandels. Um negative Konsequenzen einzudämmen, verfolgt die Politik in Deutschland Klimaschutzziele und Anpassungsmaßnahmen an die klimatischen Veränderungen.

Mit den erforderlichen Anpassungen beschäftigt sich das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, das dabei mit dem Bundesgesundheitsministerium, der Weltgesundheitsorganisation und dem Bundeslandwirtschaftsministerium zusammenarbeitet. Zu den Aufgaben des Bundesumweltministeriums gehören die Einrichtung von Wetterfrühwarnsystemen, die Überwachung der Ausbreitung von allergenen Pflanzen und Vektoren für Krankheitserreger und die Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger.

Ende 2008 hat das Bundeskabinett die „Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel“, kurz DAS, verabschiedet. Der erste Fortschrittsbericht vom Dezember 2015 enthält circa 140 Maßnahmen des Bundes in Bereichen wie Bauwesen, Gesundheit, Forschung, Verkehr und internationale Zusammenarbeit. Im gleichen Jahr erschien der ergänzende Monitoringbericht zur Anpassungsstrategie, von dem es immer wieder eine aktuelle Auflage gibt.9 Weitreichende Folgen von Klimawandel und globalem Temperaturanstieg belegt der Monitoringbericht 2019, wie gesundheitliche Risiken durch die Hitzebelastung, die Erwärmung der durchschnittlichen Oberflächentemperatur der Nordsee und mehr Schwankungen beim Ernteertrag in der Landwirtschaft.10 

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