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IP-Schutzklasse

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

05.04.2021

Letztes Update

09.06.2022

 

Infos und Tabellen zur IP-Schutzklasse bei elektrischen Betriebsmitteln

Inhalt des Wiki-Artikels

IP-Schutzklasse – Definition und Tabellen mit IP-Schutzarten

Um eine sichere Nutzung zu gewährleisten, müssen elektrische Betriebsmittel gegen äußere Einflüsse geschützt sein. Welche Schutzart notwendig ist, hängt davon ab, in welcher Umgebung das jeweilige Betriebsmittel eingesetzt wird. Die IP-Schutzklasse gibt an, für welche Umgebungsbedingungen ein elektrisches Betriebsmittel geeignet ist. Darüber hinaus umfassen IP-Schutzklassen den Schutz von Menschen gegen potenzielle Gefahren beim Gebrauch des Betriebsmittels.1

Aufbau des IP-Codes

Der IP-Code gibt an, über welchen Schutzgrad ein elektrisches Betriebsmittel verfügt. Er setzt sich aus zwei Kennziffern zusammen: Die erste Kennziffer bezieht sich auf den Schutzgrad gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern und den Berührungsschutz, die zweite Kennziffer auf den Schutzgrad gegen das Eindringen von Wasser. Manche Betriebsmittel sind mit einem zusätzlichen Buchstaben gekennzeichnet, der die angegebenen Schutzgrade genauer spezifiziert. Für die Codierung gelten diverse Normen, wie die DIN EN 60529 „Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code)“ und die ISO 20653 „Straßenfahrzeuge – Schutzarten (IP-Code) – Schutz gegen fremde Objekte, Wasser und Kontakt – Elektrische Ausrüstungen“. IP steht für „International Protection“ oder „Ingress Protection“. Neben der IP-Schutzklasse, die den Schutzgrad gegen Fremdkörper, Berührung und Wasser anzeigt, ist die elektrische Schutzklasse zu beachten, die den Schutz gegen berührungsgefährliche Spannungen an betriebsmäßig nicht unter Spannung stehenden Teilen von Betriebsmitteln beinhaltet.2

IP-Schutzklassen per Tabelle bestimmen

Welche IP-Schutzklasse bei einem elektrischen Betriebsmittel vorliegt, lässt sich mit Hilfe von Tabellen bestimmen, in denen die verschiedenen IP-Schutzarten aufgelistet sind. Die folgende Tabelle zeigt die IP-Schutzart für die erste Kennziffer des IP-Codes nach DIN EN 60529 und ISO 20653:

1. Kennziffer Bedeutung
DIN EN 60529 ISO 20653 Schutz gegen Fremdkörper nicht geschützt gegen
Berührung
0 0 nicht geschützt gegen
Eindringen von Fremd-körpern
nicht geschützt gegen
Berührung
1 1 gegen Eindringen von Fremdkörpern mit einem größeren Durch-messer als
50 mm geschützt
handrücken-sicher
2 2 gegen Eindringen von Fremdkörpern mit einem größeren Durch-messer als
12 mm geschützt
fingersicher
3 3 gegen Eindringen von Fremdkörpern mit einem größeren Durch-messer als
2,5 mm geschützt
geschützt vor Berührung mit Werkzeug mit einem größeren Durch-messer als 2,5 mm
4 4 gegen Eindringen von Fremdkörpern mit einem größeren Durch-messer als
1 mm geschützt
geschützt vor Berührung mit Werkzeug mit einem größeren Durch-messer als  1 mm
5 5K Schutz gegen Eindringen von Staub in schädlicher Menge (staub-geschützt) geschützt vor Berührung mit Hilfsmitteln jeglicher Art
6 6K Schutz gegen jegliches Eindringen von Staub (staubdicht) geschützt vor Berührung mit Hilfsmitteln jeglicher Art

 

Eine Übersicht darüber, welche Bedeutung die zweite Kennziffer des IP-Codes hat, die die Schutzart gegen das Eindringen von Wasser angibt, gibt die nachstehende Tabelle:

 
 
2. Kennziffer Bedeutung
DIN EN 60529 ISO 20653 Schutz gegen Wasser
0 0 nicht geschützt gegen Eindringen von Wasser
1 1 geschützt gegen senkrecht auffallendes Tropfwasser
2 2 geschützt gegen bis zu 15° schräg auffallendes Tropfwasser
3 3 geschützt gegen bis zu 60° schräg auffallendes Sprühwasser
4 4 geschützt gegen allseitig auffallendes Wasser / Spritzwasser
  4K geschützt gegen allseitiges Spritzwasser mit erhöhtem Druck
5 5 geschützt gegen aus beliebigem Winkel auftreffenden Wasserstrahl
6 6 geschützt gegen aus beliebigem Winkel auftreffenden
starken Wasserstrahl
  6K geschützt gegen starken Wasserstrahl unter erhöhtem Druck
7 7

geschützt gegen Eindringen von Wasser bei zeitweiligem Eintauchen (max. 30 Minuten und 1 Meter tief)

8 8 geschützt gegen Eindringen von Wasser bei andauerndem Eintauchen
9   geschützt gegen Eindringen von Wasser in der
landwirtschaftlichen Hochdruck-/Dampfstrahl-reinigung
  9K geschützt gegen Eindringen von Wasser in der Hochdruck/Dampfstrahl-reinigung für Straßenfahrzeuge

 

Zusätzliche Buchstaben werden dem IP-Code nur dann beigefügt, wenn der tatsächliche Schutz des Betriebsmittels gegen Berührung höher ist, als die erste Kennziffer angibt, oder das Betriebsmittel zwar über einen Berührungsschutz, nicht aber über einen Schutz gegen Eindringen von Fremdkörpern verfügt. Im letzten Fall wird die erste Kennziffer des IP-Codes durch ein X ersetzt. Aus der folgenden Tabelle lässt sich entnehmen, welche Buchstaben für die IP-Schutzarten gegen Berührung stehen:

Zusätzlicher Buchstabe Bedeutung
A handrückensicher
B fingersicher
C geschützt vor Berührung mit Werkzeug mit
einem größeren Durchmesser als 2,5 mm
D geschützt vor Berührung mit Werkzeug mit
einem größeren Durchmesser als 1 mm

 

Um zu bestimmen, welche IP-Schutzklasse vorliegt, müssen beide Kennziffern beachtet werden. Beispielsweise ist ein elektrisches Betriebsmittel mit dem Schutzgrad IP 44 gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern mit einem größeren Durchmesser als 1 mm, vor Berührung mit Werkzeug mit einem größeren Durchmesser als 1 mm und allseitigem Spritzwasser geschützt. Ein Betriebsmittel mit dem Schutzgrad IP 68 ist staubdicht und bietet Schutz vor Berührung mit Hilfsmitteln jeglicher Art sowie gegen Eindringen von Wasser bei andauerndem Eintauchen.3

IP-Schutzklassen im Außenbereich

Elektrische Betriebsmittel, die im Bad oder im Außenbereich Verwendung finden, müssen meist besonders gut gegen das Eindringen von Wasser geschützt sein. Die notwendige Schutzart ist von der jeweiligen Anwendung abhängig. Im Außenbereich kommen Betriebsmittel mit den folgenden IP-Schutzklassen häufig zum Einsatz:

IP 23: Beleuchtung unter einem Vordach oder dem Dach eines Unterstands

  • IP 44: Leuchten an einer überdachten Hauswand
  • IP 65: Wegbeleuchtung, Bodeneinbauleuchten, Flutscheinwerfer
  • IP 67: LED-Pflastersteine, Bodenleuchten
  • IP 68: Teichleuchten
  • IP 69K: ausgelegt für die Hochdruckstrahlreinigung

Um Schäden an den Betriebsmitteln und Verletzungen bei Menschen zu vermeiden, sollte immer darauf geachtet werden, dass die IP-Schutzklasse den erforderlichen Anforderungen für den vorgesehenen Verwendungszweck genügt. Bei einer Wallbox im Außenbereich sollte eine recht hohe IP-Schutzklasse gewählt werden, auf jeden Fall muss sie gegen allseitiges Spritzwasser und mindestens gegen Eindringen von Fremdkörpern mit einem größeren Durchmesser als 1 mm geschützt sein, besser noch gegen das Eindringen von Staub. Die Wallbox für ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybriden sollte also zumindest der Schutzklasse IP 44, vorzugsweise der Schutzklasse IP 54 entsprechen.4

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