intelligente-ladestationen-header-wikipedia-net4energy
hero-bg

Intelligente Ladestationen

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

28.02.2021

Letztes Update

29.07.2021

  • Wiki
  • I
  • Intelligente Ladestationen

Intelligente Ladestationen für den privaten Gebrauch oder öffentliche Ladeparks

Inhalt des Wiki-Artikels

Intelligente Ladestationen im öffentlichen Raum und zu Hause

Intelligente Ladestationen zeichnen sich durch fortschrittliche, miteinander vernetzte Technologien aus. Ladepunkte gelten als intelligent, wenn sie über eine Online-Verbindung verfügen, mit einer Software verbunden sind und aufgrund dessen zusätzliche Dienste anbieten können. Realisieren lässt sich intelligentes Laden sowohl bei öffentlichen Ladepunkten als auch bei der Wandladestation zu Hause. Durch Umsetzung des Prinzips können Nutzer ihre Wallbox aus der Ferne steuern und Betreiber von öffentlichen Ladepunkten intelligente Services anbieten. Zudem ist mit intelligentem Laden die Automatisierung, die Verwaltung und das Aufzeigen von Optimierungspotenzial von Ladeparks möglich. Updates erfolgen bei intelligenten Ladestationen in der Regel automatisch.1

Intelligentes Laden an öffentlichen Ladepunkten

Öffentliche intelligente Ladestationen bringen für Betreiber und für Nutzer Vorteile mit sich. Die Verwaltung und der Zahlungsverkehr sind automatisiert, so dass sich der Verwaltungsaufwand für Betreiber von Ladestationen verringert. Intelligente Ladestationen ermöglichen Einblicke in die Ladevorgänge, die Optimierungspotenzial aufzeigen. Zudem besteht die Möglichkeit, sich über Plattformen mit anderen Betreibern und potenziellen Kunden zu vernetzen. Für Nutzer intelligenter Ladestationen werden diverse Services angeboten, zum Beispiel können sie über eine App abfragen, wo sich der nächste Ladepunkt befindet oder ob dieser gerade frei ist.

Beim intelligenten Laden, das auch Smart Charging genannt wird, sind Betreiber von Ladepunkten, Kunden und Netzbetreiber miteinander vernetzt. Eine wichtige Funktion intelligenter Ladestationen ist das sogenannte Power Sharing. Mittels Power Sharing wird die an einem Netzanschluss verfügbare Leistung auf alle angeschlossenen Ladepunkte verteilt. Durch die Umsetzung intelligenter Ladekonzepte können mehr Ladesäulen für Elektroautos an einen Netzanschluss angebunden werden, ohne dass dieser überlastet wird.2

Smarte Wallbox für das Laden zu Hause

Auch die Wallbox zu Hause kann als intelligente Ladestation ausgeführt sein. Während eine unvernetzte Wandladestation das E-Auto oder den Plug-in-Hybriden lediglich mit elektrischer Energie versorgt, bietet eine smarte Wallbox zusätzliche Funktionen. Die Vernetzung mit anderen Geräten erfolgt über WLAN oder GSM, so kann die intelligente Wallbox zum Beispiel übers Smartphone gesteuert werden. Der Stromverbrauch wird über ein Smart Meter erfasst, die Ladevorgänge sind für den Eigner der intelligenten Wandladestation einsehbar. Außerdem kann die intelligente Wallbox mit einer Photovoltaikanlage verbunden werden, so dass das Elektroauto auch mit selbst erzeugten Strom geladen und auf diese Weise sehr günstig betrieben werden kann. Vor Fremdzugriffen geschützt ist eine Wandladestation mit Zugangsberechtigung. Eine smarte Wallbox bietet gegenüber einer unvernetzten also viele Vorteile, hat aber auch einen Nachteil: In der Anschaffung ist sie teurer. In der Regel kostet eine intelligente Wallbox um die 100 bis 200 Euro mehr als das gleiche Modell in einfachster Variante.3

Schnellladen mit intelligenten Ladestationen

Wie lange das Aufladen eines E-Autos dauert, ist unter anderem von der Ladeleistung des Ladepunkts abhängig, die in Kilowatt (kW) angegeben wird. Während eine smarte Wallbox in der Regel über eine Ladeleistung von 11 kW oder 22 kW verfügt, steht bei öffentlichen Ladestationen teils eine höhere Ladeleistung zur Verfügung. Vor allem in großen Ladeparks finden sich häufig intelligente Ladestationen, die Schnellladen mit einer höheren Ladeleistung ermöglichen. Einige Schnellladesäulen übertragen Strom sogar mit bis zu 350 kW. Solch hohe Ladeleistungen sind ausschließlich beim Gleichstrom-Laden möglich.4

Förderung für die intelligente Wallbox

Wer privat eine intelligente Wallbox installiert, kann seit Ende 2020 von einer Förderung profitieren, insofern die Wandladestation bestimmte Bedingungen erfüllt. So muss die Wallbox über eine Ladeleistung von 11 kW verfügen, durch erneuerbare Energien wie beispielsweise Photovoltaik gespeist werden und steuerbar sein. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) lässt sich ein Zuschuss beantragen, förderungsfähig sind der Kaufpreis einer neuen intelligenten Wallbox, die Kosten für den Einbau und Anschluss der Wandladestation sowie die Kosten für ein Energiemanagement-System zur Steuerung der Wallbox. Antragsberechtigt sind Eigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften, Vermieter und Mieter. Der Zuschuss wird als Pauschale von 900 Euro gewährt, wenn die Gesamtkosten bei mindestens 900 Euro liegen.5

Förderung von öffentlichen Ladestationen

Neben Wallboxen für den privaten Gebrauch werden auch öffentliche intelligente Ladestationen staatlich gefördert. Im Mai 2016 hat das Bundeskabinett das Marktanreizprogramm für die Elektromobilität beschlossen, im Rahmen dessen seit Beginn des Jahres 2017 eine Förderung des Ausbaus öffentlicher Ladestationen erfolgt. Mittels einer anteiligen Finanzierung der Investitionskosten werden sowohl Normalladepunkte mit einer Ladeleistung von bis zu 22 kW als auch Schnellladepunkte mit einer höheren Ladeleistung gefördert. Darüber hinaus ist der Anschluss an das Nieder- oder Mittelspannungsnetz in der Förderung eingeschlossen.6

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Sektor Elektromobilität, unter anderem zur intelligenten Abrechnung von Strom an öffentlichen Ladepunkten. Eine intelligente Ladesteuerung wird auch angestrebt, um Engpässe bei der Stromversorgung zu vermeiden. Durch die Zusammenarbeit mit Netzbetreibern soll zudem der Ausbau des Stromnetzes vorausschauend geplant werden.

Die Förderung des Ausbaus öffentlicher Ladestationen soll dazu beitragen, dass bis zum Jahr 2030 eine Million davon zur Verfügung stehen. Mit dem „Masterplan Ladeinfrastruktur“ hat das Bundeskabinett Ende 2019 Maßnahmen für den Aufbau einer nutzerfreundlichen Ladeinfrastruktur beschlossen. Anfang 2020 standen in Deutschland nicht einmal 25 000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung, von denen lediglich zwölf Prozent zum Schnellladen geeignet waren. Der Masterplan sieht vor, dass innerhalb von zwei Jahren 50 000 weitere Ladepunkte entstehen sollen. Auch sollen Kundenparkplätze vermehrt mit Ladesäulen ausgestattet werden. Eine intelligente Steuerung der Ladevorgänge wird bei der zukünftigen Ladeinfrastruktur ebenfalls berücksichtigt, um die Stromversorgung stabil zu halten.7

intelligente-ladestationen-hybridauto-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Thema Nachhaltigkeit erfahren? Lade dir jetzt unseren ultimativen Guide herunter!
jetzt kaufen