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Heizwärmebedarf

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

06.09.2020

Letztes Update

20.04.2022

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  • Heizwärmebedarf

 

Heizwärmebedarf – Formel zur Berechnung, Abgrenzung zum Heizenergieverbrauch und zur Heizlast

Inhalt des Wiki-Artikel

Heizwärmebedarf berechnen und Verordnungen in der EnEV

Der Heizwärmebedarf ist die Menge an Heizwärme, die ein Haus über einen gewissen Zeitraum braucht. Üblicherweise wird der Heizwärmebedarf für ein Gebäude für ein Jahr beziehungsweise eine Heizperiode berechnet. Er kann entweder rein rechnerisch mittels Daten zur Wärmedämmung und den lokalen Klimaverhältnissen oder über den gemessenen Energieverbrauch der Heizung ermittelt werden. In einer Formel wird der Heizwärmebedarf als Qh dargestellt, er steht für die Nutzenergiemenge, die von Heizkörpern oder einer Fußbodenheizung an den Raum abgegeben werden.1

Heizwärmebedarf und Heizenergieverbrauch

Über den Heizwärmebedarf wird festgestellt, wie viel Wärmeenergie ein Gebäude pro Jahr benötigt, um eine bestimmte Innentemperatur zu erreichen. Der ermittelte Wert kann sich vom Heizenergieverbrauch deutlich unterscheiden, denn bei diesem handelt es sich um die Menge an Wärmeenergie, die tatsächlich beim Heizen des Gebäudes verbraucht wurde. Der Heizenergieverbrauch wird auch Brutto-Heizwärmebedarf genannt.

Einflussfaktoren des Heizwärmebedarfs

Es hängt von diversen Faktoren ab, wie hoch der Heizwärmebedarf eines Gebäudes ausfällt. Einfluss auf das Ergebnis haben:

  • Gebäudezustand
  • Dämmung der Gebäudehülle
  • Bauform des Hauses und Daches
  • Verwendetes Baumaterial
  • Art der Wärmedämmung
  • Gebäudestandort
  • Klimatische Bedingungen
  • Nutzungsart des Gebäudes2

Heizwärmebedarf-Rechner und Formeln

Der Heizwärmebedarf wird ermittelt, indem Transmissionswärmeverlust und Lüftungswärmeverlust addiert und davon die nutzbaren internen Wärmegewinne und solare Wärmegewinne abgezogen werden. Berechnet wird der Heizwärmebedarf mit der folgenden Formel:

Qh = [Gradtagsfaktor x (Transmissionswärmeverlust + Lüftungswärmeverlust)] – [Nutzungsgrad interner Gewinne x (solare Gewinne + interne Gewinne)]

Das Ergebnis wird in Kilowattstunden (kWh) pro Jahr angegeben. Der Gradtagsfaktor wird aus einer Tabelle entnommen, er gibt an, an wie vielen Tagen die Außentemperaturen einer Region unter einer gewissen Heizgrenztemperatur liegen. Mit dem Transmissionswärmeverlust wird berücksichtigt, dass die Gebäudehülle an die Außenluft, das Erdreich und auch unbeheizte Räume grenzt. Beim Lüftungswärmeverlust handelt es sich um eine Kennzahl, die über das Gebäudevolumen bestimmt wird. Zur Berechnung werden in der Regel Experten wie Energieberater hinzugezogen, da einige Daten und Berechnungsmethoden dafür nötig sind.3

Um eine erste Einschätzung zu erhalten, kann auch ein Heizwärmebedarf-Rechner genutzt werden. Online sind verschiedene Rechner verfügbar, die Richtwerte ausgeben. Die Eingabe erfordert beispielsweise folgende Daten:

  • Länge, Breite und mittlere Höhe des Objekts
  • Raumtemperatur
  • Außentemperatur
  • K-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)
  • Luftwechsel (optional)
  • Leistung der Abluftanlage (optional)4

Unterschiede Heizlast und Heizwärmebedarf

Neben dem Heizwärmebedarf, der den Jahresbedarf abbildet, gibt es die Heizlast, die den Bedarf pro Zeiteinheit – also die Wärmeleistung – angibt. In der Regel wird die Heizlast für einen Auslegungspunkt, zum Beispiel eine bestimmte Außentemperatur, ermittelt. So kann die maximal mögliche Heizleistung beispielsweise für eine Außentemperatur von – 15 °C berechnet werden. Notwendig ist das etwa bei einer energetischen Sanierung oder der Heizungsanlagenplanung.5

Spezifischer Heizwärmebedarf nach der EnEV

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) enthält Angaben zum spezifischen Heizwärmebedarf für bestimmte Haustypen. Demnach darf ein Passivhaus maximal einen Heizwärmebedarf von 15 kWh/(m2 · a) – bezogen auf die beheizte Wohnfläche ohne Balkon – aufweisen. Außerdem darf der Energiekennwert Primärenergie höchstens 120 kWh/(m2 · a) betragen, Haushaltsstrom eingeschlossen. Außer dem Heizwärmebedarf, der auch Nutzwärmebedarf genannt wird, gibt es weitere Bedarfe in einem Einfamilienhaus und anderen Gebäuden:

  • Heizenergiebedarf bzw. Endenergiebedarf für das Heizsystem
  • Warmwasserwärmebedarf
  • Endenergiebedarf
  • Primärenergiebedarf

Der Heizenergiebedarf ist die Menge an Energie, die für die Beheizung eines Gebäudes aufgebracht werden muss, dabei werden der Heizwärmebedarf und die Verluste des Heizungssystems berücksichtigt. Mit Warmwasserwärmebedarf ist die Menge an Wärme gemeint, die dem Kaltwasser zugeleitet werden muss, um den durchschnittlichen Bedarf an Warmwasser bereitzustellen. Der Endenergiebedarf bezeichnet die Energiemenge, die aufgebracht werden muss, um ein Gebäude zu beheizen, berücksichtigt werden beim Endenergiebedarf neben dem Heizwärmebedarf die Verluste des Heizungssystems, des Warmwasseraufbereitungssystems und des Warmwasserwärmebedarfs. Auch die für den Betrieb der Anlagentechnik benötigte Hilfsenergie fließt in den Endenergiebedarf mit ein. Der Primärenergiebedarf ist die Menge an Energie, die notwendig ist, um den Endenergiebedarf unter Einbeziehung der zusätzlichen Energiemenge, die für vorgelagerte Prozesse außerhalb des Gebäudes aufgebracht werden muss, zu decken.6

Heizwärmebedarf bei einem KfW-Energieeffizienzhaus

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert energieeffizientes Bauen. Nach dem energetischen Standard eines Hauses wird die Förderhöhe bemessen. KfW-Energieeffizienzhäuser gibt es mit den Standards 55, 40 und 40 Plus – je kleiner der Wert ist, umso geringer ist der Energiebedarf des Hauses und desto höher die Förderung. Zur Wärmeerzeugung darf bei einem KfW-Energieeffizienzhaus nicht der Energieträger Öl verwendet werden. Das energetische Niveau eines Hauses wird anhand verschiedener Faktoren berechnet, unter anderem über den jährlichen Primärenergiebedarf und den Transmissionswärmeverlust. Der jährliche Heizwärmebedarf spielt im Hinblick auf Wärmebrücken eine Rolle: Für einen Wärmebrückenzuschlag sind die Vorgaben des Paragrafen 7 Absatz 2 EnEV maßgeblich, was bedeutet, dass der Einfluss von Wärmebrücken auf den Heizwärmebedarf möglichst gering zu halten ist – soweit es der Stand der Technik zulässt und es wirtschaftlich vertretbar ist. Der Einfluss, der verbleibt, muss bei der Bewertung von KfW-Energieeffizienzhäusern berücksichtigt werden. Diese wird in der Regel von Energieeffizienzexperten vorgenommen, Teilleistungen können aber auch durch Dritte, wie zum Beispiel Fachplaner oder den Architekten, der den Bau überwacht, erbracht werden.7

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