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Gebäudenutzfläche

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

06.09.2020

Letztes Update

20.04.2022

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  • Gebäudenutzfläche

Gebäudenutzfläche – Unterschied zur Wohnfläche, Flächenberechnung für den Bedarfsausweis

Inhalt des Wiki-Artikel

Berechnung der Gebäudenutzfläche und Abgrenzung zu anderen Flächen

Die Gebäudenutzfläche ist eine Kenngröße, welche sich auf die nutzbare Fläche bezieht, die im beheizten beziehungsweise gekühlten Gebäudevolumen zur Verfügung steht. Gewöhnlich fällt sie ein ganzes Stück größer aus als die Wohnfläche, da Zubehörräume sowie Treppenhäuser und Flure, die nur indirekt beheizt sind, miteingerechnet werden. Für die Bewertung des Heizenergiebedarfs von Gebäuden ist die Ermittlung der Gebäudenutzfläche erforderlich.1

Unterschied zwischen Nutzfläche und Wohnfläche von Gebäuden

Während die Gebäudenutzfläche alle direkt und indirekt beheizten Räumlichkeiten miteinbezieht, zählen zur Wohnfläche ausschließlich Wohnräume. Laut der Verordnung zur Berechnung der Wohnfläche gehören die Grundflächen der Räume einer einzelnen Wohnung oder bei Wohnheimen die der zur alleinigen und gemeinsamen Nutzung durch die Bewohner bestimmten Räume zur Wohnfläche. Auch Wintergärten, Schwimmbäder, Loggien, Dachgärten, Balkone und Terrassen sind Teil der Wohnfläche. Nicht zur Wohnfläche gerechnet werden Grundflächen der folgenden Räumlichkeiten:

  • Kellerräume
  • Abstellräume oder Kellerersatzräume außerhalb der Wohnung
  • Waschküchen
  • Trockenräume
  • Bodenräume
  • Heizungsräume
  • Garagen
  • Geschäftsräume
  • Räume, die in ihrer Funktion nicht den Anforderungen des Bauordnungsrechts der Länder entsprechen

Sind in einer Wohnung Dachschrägen oder andere Bauformen vorhanden, die sich auf die Höhe des Raums auswirken, wird die Fläche darunter nicht oder nur teils in die Wohnfläche einberechnet. Bis zu einer lichten Höhe von einem Meter darf die Fläche nicht miteinberechnet werden, bei einer Höhe von mindestens einem Meter und weniger als zwei Metern zählt sie nur zur Hälfte. Ebenfalls nur zur Hälfte zählt die Fläche von unbeheizten Wintergärten und Schwimmbädern. Nur ein Viertel der Fläche von Balkonen, Loggien, Dachgärten und Terrassen fließt in der Regel in die Wohnfläche ein, in manchen Fällen kann aber auch bis zur Hälfte der Grundfläche angerechnet werden.2

Berechnung der Gebäudenutzfläche

Wer den Heizenergiebedarf einer Wohnung oder eines Hauses bewerten will, braucht dazu die Größe der Gebäudenutzfläche. In Formeln wird diese mit dem Zeichen AN angegeben, gemessen wird die Gebäudenutzfläche in Quadratmetern. Zum Berechnen der Nutzfläche muss das Gebäudevolumen Ve bekannt sein, das in der Einheit Kubikmeter angegeben wird. Mit der folgenden Formel wird die Gebäudenutzfläche berechnet:

AN = 0,32 m-1 · Ve

Diese Gleichung gilt für alle Gebäude mit einer Geschosshöhe zwischen zweieinhalb und drei Metern. Sind die Geschosse eines Hauses niedriger oder höher, muss die folgende Formel zur Berechnung der Gebäudenutzfläche verwendet werden:

AN = (1/hG – 0,04 m-1) · Ve

Dabei steht hG für die Geschossdeckenhöhe in Metern.3

Endenergieverbrauch und Gebäudenutzfläche nach § 19 EnEV

Der Paragraf 19 der Energieeinsparverordnung (EnEV) enthält Regelungen zum Ausstellen von Energieausweisen auf Grundlage des Verbrauchs. Für Wohngebäude muss der Endenergieverbrauch für die Heizung und die Warmwasserbereitung festgestellt und in Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter Gebäudenutzfläche angegeben werden. Jeweils um eine Pauschale pro Jahr und Quadratmeter Gebäudenutzfläche ist der Endenergieverbrauch zu erhöhen, wenn aufgrund dezentraler Wasserversorgung der Verbrauch hierfür nicht bekannt ist oder die Raumluft gekühlt wird. Falls die Größe der Gebäudenutzfläche nicht ermittelt werden kann, wird sie für Wohngebäude mit bis zu zwei Wohneinheiten und beheiztem Keller mit dem 1,35-fachen Wert der Wohnfläche angesetzt, für alle anderen Wohngebäude mit dem 1,2-fachen Wert der Wohnfläche.4

Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis

Ein Energieausweis ist laut EnEV notwendig, wenn eine Eigentümerin oder ein Eigentümer eine Immobilie verkaufen oder vermieten möchte. Diesen gibt es in zwei Ausführungen, als Bedarfsausweis und als Verbrauchsausweis. Der Bedarfsausweis ist detaillierter, er umfasst ein Gutachten zur Energieeffizienz sowie Modernisierungsempfehlungen. Im Vergleich dazu ist im Verbrauchsausweis nur der Energieverbrauch der letzten drei Jahre vermerkt.

Vorgeschrieben ist ein Bedarfsausweis für Gebäude mit weniger als fünf Wohnungen, die nach einem Bauantrag, der vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, errichtet und nicht nach der ersten Wärmeschutzverordnung modernisiert wurden. Außerdem ist er zur Beantragung von staatlichen Förderungen, zum Beispiel über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), notwendig. Erstellt wird der Bedarfsausweis durch einen Energieberater, der die Liegenschaft im Rahmen einer Begehung in Augenschein nimmt.5

Die Gebäudenutzfläche im Energieausweis

Die Kennwerte im Energieausweis beziehen sich auf die Gebäudenutzfläche, die auf Seite 1 im Energieausweis ausgewiesen ist. Bei einem Bedarfsausweis sind die Kennwerte für den Energiebedarf auf Seite 2 einzutragen, die dritte Seite bleibt unausgefüllt. Hingegen wird bei einem Verbrauchsausweise die Seite 3 ausgefüllt, dafür muss auf der zweiten Seite nichts eingetragen werden.6

Bruttogrundfläche und Nettogrundfläche

Während in Deutschland die Gebäudenutzfläche für Berechnungen des Energiebedarfs die gängige Kenngröße ist, wird in Österreich und in der Schweiz die Energiebezugsfläche zugrunde gelegt. Diese ist anders definiert als die Gebäudenutzfläche, sie umfasst die beheizte Bruttogrundfläche eines Gebäudes. Bei der Bruttogrundfläche sind auch nicht nutzbare Flächen enthalten, auf denen Wände oder Pfeiler stehen, die sogenannte Konstruktionsgrundfläche. Darüber hinaus gehört zur Bruttogrundfläche noch die Nettogrundfläche, die Gesamtheit aller nutzbaren Flächen eines Gebäudes. Die Nettogrundfläche wiederum setzt sich aus der Nutzfläche, der Funktionsfläche sowie der Verkehrsfläche zusammen und entspricht dem tatsächlich vorhandenen Wohnraum.7

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