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Fußbodentemperierung

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

05.01.2021

Letztes Update

17.08.2022

  • Wiki
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  • Fußbodentemperierung

 

Fußbodentemperierung – Definition, Anwendungsbeispiele, Unterschied zur Fußbodenheizung

Inhalt des Wiki-Artikels

Fußbodentemperierung für behagliche Räume

Die Fußbodentemperierung ist ein thermoaktives Bauteilsystem, das zum Heizen oder Kühlen eines Gebäudes dient. Thermoaktive Bauteilsysteme sind in die Architektur integrierte Rohrstrukturen, durch die in der Regel Wasser zirkuliert. Sie werden nach ihrer Rohrlage in die Kategorien Kapillarrohrmatten, Betonkerntemperierung, Fußbodentemperierung und Zwei-Flächen-Bauteiltemperierung unterteilt. Allen gemeinsam sind relativ niedrige Vorlauftemperaturen um die 26 bis 30 °C beim Heizen und hohe Vorlauftemperaturen um die 18 bis 22 °C beim Kühlen. Die Heizleistung von thermoaktiven Bauteilsystemen wie der Fußbodentemperierung liegt bei 20 bis 40 W/m², die Kühlleistung bei 40 bis 70 Watt/m². Begrenzt wird die Kühlleistung vorrangig durch das Erreichen des Taupunkts.1

Der Unterschied zwischen Fußbodentemperierung und Fußbodenheizung

Der entscheidende Unterschied zwischen einer Fußbodentemperierung und einer Fußbodenheizung ist, dass Letztere zur kompletten Beheizung eines Raums dient, während die Fußbodentemperierung für die zusätzliche Erwärmung einzelner Böden mit geringem Aufwand gedacht ist – sie ist also in der Regel kein vollwertiger Ersatz für eine Raumheizung. Eine Ausnahme bildet das Passivhaus, in dem die Fußbodentemperierung in Verbindung mit wärmedämmenden und effizienzsteigernden Maßnahmen die Raumheizung ersetzen kann. Bei der Fußbodentemperierung handelt es sich wie bei der Fußbodenheizung um ein Flächenheizsystem, das allerdings sehr gut für den nachträglichen Einbau geeignet ist. Beispielsweise kann eine Fußbodentemperierung recht einfach unter den Fliesen im Bad nachinstalliert werden, um kalte Füße zukünftig zu vermeiden. Während die Fußbodenheizung eine vollwertige Raumheizung mit eigenem Heizkreis ist, dient die Fußbodentemperierung dazu, Räume durch einen warmen Fußboden behaglicher zu machen.2

Fußbodentemperierung über den Rücklauf regeln

Eine Warmwasser-Fußbodentemperierung lässt sich in den Wasserkreislauf von Heizkörpern integrieren. Dazu muss ein spezielles Ventil in den Rücklauf der Fußbodentemperierung eingebaut werden. Der sogenannte Rücklauftemperaturbegrenzer riegelt den Heizwasserdurchfluss ab, wenn das Warmwasser eine bestimmte Temperatur überschreitet. So wird sichergestellt, dass der Fußboden nicht zu heiß wird.3

Elektrische Fußbodentemperierung

Neben Fußbodentemperierungen, die an das bestehende Heizsystem angeschlossen werden, gibt es elektrische Fußbodentemperierungen, die ans Stromnetz angeschlossen werden. Beide Arten sind in Form von Gewebematten verfügbar, wobei die Aufbauhöhe der elektrischen Fußbodentemperierung deutlich niedriger ausfällt. Die Heizrohre einer Warmwasser-Fußbodentemperierung weisen beispielsweise einen Durchschnitt von acht Millimetern auf, die Heizleitungen der elektrischen Fußbodentemperierung nur etwa einen von 2,8 Millimetern. Für Parkett- und Laminatböden gibt es darüber hinaus elektrische Temperierungsfolie, die wie die elektrische Fußbodentemperierung ans Stromnetz angeschlossen wird.4

Vor- und Nachteile von thermoaktiven Bauteilsystemen

Thermoaktive Bauteilsysteme sind vielfältig einsetzbar, sie können im Bad, im Kinderzimmer, in der Küche und im Wohnraum für behagliche Wärme sorgen. Von Vorteil ist, dass mit ihrem Einsatz die Gebäudestruktur und die Speicherfähigkeit der Bauteile für ein aktives Energiemanagement genutzt werden können. Zum Heizen und zum Kühlen ist eine Betonkerntemperierung geeignet, als reines Heizsystem lässt sie sich jedoch nicht wirtschaftlich betreiben. Aus diesem Grund wird die Installation nur bei Neubauten vorgenommen, die nicht als Wohnraum dienen sollen. Für Wohngebäude sind thermoaktive Bauteilsysteme wie Kapillarrohrmatten oder die Fußbodentemperierung besser geeignet.5

Einbau einer Fußbodentemperierung

Im Rahmen von Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten lässt sich eine Fußbodentemperierung leicht verlegen. Die Gewebematten müssen auf einem festen, sauberen Untergrund, zum Beispiel auf Estrich oder Beton, ausgerollt werden. Hinsichtlich der Abstände zwischen den Matten sind die Herstellerangaben zu beachten. Anschließend wird die Fußbodentemperierung mit dem Heizungssystem verbunden. Bei Warmwasser-Fußbodentemperierungen sollte überprüft werden, ob alle Abschlüsse dicht sind. Um eine gewünschte Temperatur einstellen zu können, muss ein Regler angeschlossen werden. Mit Fließbettmörtel oder Spachtelmasse werden die Gewebematten oberflächenbündig abgedeckt. Die Räume können nach dem Einbau der Fußbodentemperierung wie zuvor mit Fliesen oder anderen Bodenbelägen gestaltet werden.6

Fußbodentemperierung im Wohnwagen

Eine Fußbodentemperierung kann nicht nur in Gebäuden, sondern auch in einem Wohnwagen zur Reduzierung des Wärmeverlusts genutzt werden. Einige moderne Modelle sind bereits ab Werk mit einer elektrischen Fußbodentemperierung ausgestattet. Es gibt sogar winterfeste Wohnwagen, die über eine Warmwasserheizung verfügen.7 Eine elektrische Fußbodentemperierung lässt sich im Wohnwagen aber auch einfach nachrüsten. Aufgrund der besonders niedrigen Aufbauhöhe bietet sich elektrische Temperierungsfolie an, die es auch in für den Anschluss an das Bordnetz geeigneten Ausführungen gibt.

Normen zur Fußbodentemperierung

Sicherheitsrelevante Aspekte der Fußbodentemperierung sind Inhalt mehrerer Normen. Mit der Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke befasst sich die DIN EN 60335-1. Die Norm weist auf vorhersehbare Gefahren hin, die von Geräten wie zum Beispiel einer elektrischen Fußbodentemperierung ausgehen. In der Norm DIN EN 60335-2-96 wird auf die besonderen Anforderungen an Flächenheizelemente eingegangen, die in die Gebäudekonstruktion eingebaut werden, um einen Raum zu erwärmen. Außerdem ist die DIN EN 50559 „Elektrische Raumheizung, Fußbodenheizung, Charakteristika der Gebrauchstauglichkeit – Definitionen, Prüfverfahren, Dimensionierung und Formelzeichen“ für Fußbodentemperierungen von Bedeutung. Die Norm definiert die Haupteigenschaften von elektrischen Fußbodenheizungen und legt Prüfverfahren für diese fest. Prüfverfahren für Fußbodenheizungen und Warmwasser-Fußbodentemperierungen werden in der DIN EN 1264-2 „Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme mit Wasserdurchströmung – Teil 2: Fußbodenheizung“ behandelt.8

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