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Festbrennstoff

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

11.10.2020

Letztes Update

04.05.2022

Festbrennstoff – Definition, Beispiele, praktische Nutzung beim Camping und der Heizung

Inhalt des Wiki-Artikel

Festbrennstoff – Definition und Beispiele für feste Brennstoffe

Energieträger in fester Form, deren Energie durch Verbrennung der weiteren Nutzung überführt wird, werden Festbrennstoffe genannt. Es gibt sowohl fossile Festbrennstoffe, zum Beispiel Kohle, als auch biogene Festbrennstoffe, zu denen unter anderem Holz und Biomasse gehören. Der meistgenutzte feste Bioenergieträger in Deutschland ist Holz, ungefähr ein Viertel aller Haushalte wird damit beheizt. Im Rahmen der Energiewende gewinnt darüber hinaus Biomasse als Festbrennstoff immer mehr an Bedeutung, da sie beim Verbrennen deutlich geringere Schadstoffemissionen als fossile Brennstoffe verursacht.1

Beispiele für flüssige und feste Brennstoffe

Fossile wie biogene Brennstoffe gibt es in fester, flüssiger und gasförmiger Form. Erdgas und Biomethan sind gasförmig. Beispiele für flüssige Brennstoffe sind:

  • Heizöl
  • Benzin
  • Diesel
  • Spiritus
  • Petroleum
  • Bioethanol
  • Biodiesel

Die folgende Aufzählung enthält Beispiele für fossile feste Brennstoffe:

  • Braunkohle
  • Steinkohle
  • Zechenkoks

Biogene Festbrennstoffe werden aus Biomasse gewonnen und liegen zum Zeitpunkt ihrer energetischen Nutzung in fester Form vor. Zu den biogenen Festbrennstoffen zählen:

Feste biogene Brennstoffe werden entweder aus Energiepflanzen oder Rückständen beziehungsweise Nebenprodukten erzeugt, in beiden Fällen können die Rohstoffe entweder holzartig oder halmgutartig sein. Holz fällt bei der Bestandspflege von Forsten, in der Weiterverarbeitung und nach der Endnutzung als Nebenprodukt an. Waldrestholz, Schwachholz, holzartige Grünabfälle und Landschaftspflegeholz aus der Bestandspflege werden entweder getrocknet als Festbrennstoff genutzt oder weiterverarbeitet. Die Weiterverarbeitung wirft Industrierestholz, Sägerestholz, Holzkohle, Späne und Holzstaub ab, während unbehandeltes und behandeltes Altholz nach der Endnutzung einer erneuten Verwertung als Festbrennstoff zugeführt wird. Halmgutartige Nebenprodukte sind Stroh, Landschaftspflegeheu, Straßengrasschnitt und Grünabfälle. Darüber hinaus können auch aus Pressrückständen oder Getreideausputz biogene Festbrennstoffe gewonnen werden. Holzartige Energiepflanzen werden in sogenannten Kurzumtriebsplantagen angebaut, um Holz als nachwachsenden Rohstoff möglichst schnell zu produzieren. Zu den halmgutartigen Energiepflanzen, aus denen feste Brennstoffe hergestellt werden, zählen einjährige und mehrjährige Energiegräser wie Miscanthus sowie Getreideganzpflanzen.2

Praktische Nutzung von Festbrennstoffen

Festbrennstoffe sind nicht nur für große Verbrennungsanlagen, sondern auch für Privatpersonen interessant. Zum Beispiel wird beim Camping meist ein Festbrennstoff zum Kochen genutzt, der in Tabletten- oder Würfelform vorliegt. Mit Hilfe von Trockenbrennstoff für Campingkocher kann man Kaffee unter freiem Himmel ohne Strom kochen und Essen erwärmen. Die Brenndauer einer Festbrennstofftablette liegt bei circa fünf Minuten, während ein Trockenbrennstoffwürfel rund zwölf Minuten Wärme spendet.3

Eine weitere Nutzungsmöglichkeit ist mit dem Festbrennstoffofen gegeben. Küchenöfen und Kaminöfen fürs Wohnzimmer lassen sich mit Holz befeuern. Darüber hinaus kann die Heizungsanlage mit einem Festbrennstoffkessel ausgestattet werden. Vorteilhaft sind sein hoher Wirkungsgrad und die im Vergleich zu Gas- oder Ölkesseln weitaus geringeren Schadstoffemissionen, die beim Verbrennen von biogenen Feststoffen entstehen. Festbrennstoffkessel können entweder monovalent, also als alleinige Wärmeerzeuger, oder bivalent, als zusätzliche Wärmeerzeuger zu Öl- oder Gaskesseln, in die Heizungsanlage integriert werden.4

Heizung und Energieverbrauch

Die Energiekosten für Heizung und Warmwasser in einem Haushalt übersteigen die für Strom bereits seit langem. Dabei besteht gerade bei Heizungen ein großes Energiesparpotenzial, da noch viele veraltete Anlagen in Betrieb sind. Um diese Potenziale zu erschließen, wurde unter anderem die Energieverbrauchskennzeichnung für Heizgeräte im Jahr 2015 Pflicht, zunächst für Zentralheizungen. Seit 2017 sind auch Heizgeräte, die mit einem Festbrennstoff befeuert werden, kennzeichnungspflichtig.

Die Energieverbrauchskennzeichnung umfasst die Angabe der Energieeffizienzklasse, wobei für alle Heizgeräte gleichermaßen die eingesetzte Primärenergie ausschlaggebend für die Bewertung ist. Ein Heizkörper-Symbol weist darauf hin, dass die Energieeffizienz für die Wärmeerzeugung aufgezeigt wird. Durch die Kennzeichnung sind zum einen Heizgeräte mit gleicher Technik untereinander vergleichbar, zum Beispiel Modelle mit Festbrennstoffkesseln. Zum anderen lassen sich auch unterschiedliche Heiztechniken miteinander vergleichen, etwa eine Wärmepumpe mit einer Verbundanlage aus Brennwertkessel und Solaranlage. Kombiheizgeräte bringen nicht nur die Räume eines Hauses auf eine angenehme Temperatur, sie dienen auch zur Warmwasserbereitung. Bei ihnen ist die Energieverbrauchskennzeichnung darüber hinaus mit der Angabe einer zusätzlichen Energieeffizienzklasse mit einem Wasserhahn-Symbol versehen, die über die Energieeffizienz bei der Warmwasserbereitung Auskunft gibt. Geräte der Effizienzklassen A+ bis A+++ nutzen Kraft-Wärme-Kopplung oder erneuerbare Energien direkt.

Anhand der Energieeffizienzklassen lassen sich die Betriebskosten für eine Heizung grob schätzen, aber nicht detailliert ableiten. Da verschiedene Energieträger wie Öl, Gas und Festbrennstoffe zum Einsatz kommen können, wird bei der Bewertung der Primärenergiebedarf zugrunde gelegt. Die Gewichtung entspricht in etwa den Preisen der unterschiedlichen Brennstoffe. Eine individuelle Berechnung der zu erwartenden Heizkosten kann die Energieverbrauchskennzeichnung aber nicht ersetzen.5

Kaminöfen und der Festbrennstoff Holz

Ein Kaminofen heizt nicht nur den Raum auf, er schafft auch eine wohlige Atmosphäre. In der Regel werden Kaminöfen mit dem Festbrennstoff Holz betrieben. Um die Schadstoffentwicklung möglichst gering zu halten, sollte nur trockenes, unbehandeltes Holz verfeuert werden. Zudem muss es richtig gelagert werden. Je nach Holzart nimmt die Trocknung ein bis zwei Jahre in Anspruch. Der Festbrennstoff sollte in Form von Holzscheiten an einem sonnigen, luftigen und regengeschützten Platz gestapelt werden. Darüber hinaus darf das Holz keinen Kontakt zum Erdreich haben, damit es optimal trocknen kann, denn über dieses könnte es Feuchtigkeit ziehen. Gespaltenes Holz trocknet nicht nur schneller, auch das Abbrandverhalten des Festbrennstoffs verbessert sich. Besonders niedrig sind die Schadstoffemissionen, wenn Kaminöfen mit Staubabscheidern ausgerüstet sind.6

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