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Energiemix

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

15.07.2021

Letztes Update

17.08.2022

Der Energiemix in Deutschland nach Sektoren

Inhalt des Wiki-Artikels

Energiemix bedeutet, dass Energie aus verschiedenen Quellen gewonnen wird. Aufgrund der Energiewende in Deutschland steigt der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Energiemix beständig. Sie sollen in Zukunft den Hauptanteil stellen, um eine nachhaltige Energieversorgung sicherzustellen und Deutschland von Energieimporten unabhängiger zu machen. Während der Ausbauphase der Erneuerbaren haben konventionelle Energieträger weiterhin einen wichtigen Anteil am Energiemix, der jedoch kontinuierlich sinkt.

Welche Energieträger beinhaltet der deutsche Strommix?

Während sich der Begriff Energiemix auf alle Energiearten bezieht – unter anderem auf elektrische und auf thermische Energie –, sind im deutschen Strommix ausschließlich die Energiequellen enthalten, die zur Stromerzeugung genutzt werden. Um Strom zu gewinnen, werden in Deutschland sowohl konventionelle als auch erneuerbare Energieträger eingesetzt. Folgende konventionelle Energieträger gehören zum deutschen Strommix:

  • Braunkohle
  • Steinkohle
  • Erdgas
  • Mineralölprodukte
  • Kernenergie

Unter den erneuerbaren Energien hat die Windkraft den größten Anteil am Strommix, gefolgt von der Photovoltaik (PV). Zu den regenerativen Energieträgern, die für die Stromerzeugung genutzt werden, zählen:

  • Windkraft
  • Photovoltaik
  • Wasserkraft
  • Biomasse
  • Biogener Anteil Hausmüll
  • Geothermie

Darüber hinaus sind weitere Energieträger am deutschen Strommix beteiligt, die jeweils nur einen geringen Anteil beitragen.

Entwicklung der Energiemixe in Deutschland

Die Bereiche, in denen Strom verbraucht wird, lassen sich in Strom, Wärme und Verkehr einteilen. In allen Sektoren in Deutschland sollen erneuerbare Energien zukünftig eine wichtigere Rolle spielen. Während im Stromsektor regenerative Energien bereits einen großen Anteil am Energiemix haben, hinken der Wärme- und der Verkehrssektor hinterher. Im Jahr 2020 hatten die Erneuerbaren folgende Anteile in den verschiedenen Bereichen:

  • Strom: 45,4 Prozent
  • Wärme: 15,2 Prozent
  • Verkehr: 7,3 Prozent

Insgesamt wurden 2020 rund 469,7 Terawattstunden (TWh) Energie aus erneuerbaren Energien bereitgestellt. Im Strommix stieg der Anteil der Erneuerbaren um 3,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2019. Aus erneuerbaren Energieträgern wurden 251 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom gewonnen. Damit war der Stromertrag aus erneuerbaren Energien erstmalig größer als die aus fossilen Energieträgern gewonnene Strommenge.

Anteile erneuerbarer Energien am Strommix

Die größten Anteile an den Erneuerbaren machen Windenergie, Photovoltaik und Biomasse aus. Circa 131 Milliarden kWh aus Windkraft gewonnener Strom wurde 2020 eingespeist. Biomasse- und Photovoltaikanlagen erzeugten 2020 je 50,6 Milliarden kWh Strom. Im Vergleich zu 2019 stieg die von PV-Anlagen produzierte Strommenge um neun Prozent. In den beiden Jahren gab es einen deutlichen Zubau im Bereich Photovoltaik. Die durch Biomasseanlagen erzeugte Strommenge stieg um lediglich ein Prozent an. Für die Stromerzeugung werden vor allem Biogas, feste Biomasse und der biogene Teil des Abfalls genutzt.

Mit Hilfe von Wasserkraft wurden 2020 in Deutschland 18,6 Milliarden kWh Strom gewonnen. Die Einspeisemenge liegt seit Jahren recht konstant bei knapp unter 20 Milliarden kWh. Mittels Geothermie wurden etwa 0,2 Milliarden kWh Strom erzeugt, was einen Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dennoch liegt der Anteil der Geothermie unter den Erneuerbaren weiterhin bei unter 0,1 Prozent.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im ersten Quartal 2021 in Deutschland 138,2 Milliarden kWh Strom ins Netz eingespeist – 2,6 Prozent weniger als im ersten Quartal 2020. In diesem stammten allerdings 51,4 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien, während im ersten Quartal 2021 konventionelle Energieträger einen Anteil von 59,3 Prozent am deutschen Strommix ausmachten.

Der Energiemix im Wärmesektor

Der Energiemix im Bereich Wärme zeigt seit 2013 kaum Veränderungen. Bis zu diesem Jahr war der Anteil an fester Biomasse bei der Wärmeerzeugung beständig gestiegen, seitdem stagnieren die erneuerbaren Energien. Am Energiemix des Endenergieverbrauchs⁠ für Wärme und Kälte hatten erneuerbare Energien 2020 einen Anteil von 15,2 Prozent. Dies bedeutet einen Anstieg um nur 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 179,9 Milliarden kWh Wärmeenergie verbraucht. Die wichtigsten regenerativen Energiequellen im Wärmesektor sind:

Bezogen auf den Endenergieverbrauch von Wärme und Kälte hatte feste Biomasse unter den Erneuerbaren einen Anteil von 65 Prozent, sie lieferte 116,7 Milliarden kWh Energie. Der Beitrag von flüssigen Biobrennstoffen belief sich auf 3,1 Milliarden kWh, der von gasförmiger Biomasse auf 19,2 Milliarden kWh und der von biogenem Abfall auf 14,7 Milliarden kWh. Die Solarthermie sorgte 2020 für fünf Prozent der erneuerbaren Wärme (8,7 Milliarden kWh), Umweltwärme und Geothermie zusammen für 10 Prozent (17,5 Milliarden kWh). Sowohl bei der Erzeugung von Fernwärme als auch beim Heizen und der Warmwasserbereitung direkt im Gebäude kommen häufig noch konventionelle Energieträger zum Einsatz:

  • Kohle
  • Heizöl
  • Gas

Bei der Fernwärmeerzeugung kommen hauptsächlich Gase – vor allem Erdgas – zum Einsatz. Aber auch Kohle wird häufig genutzt. Über die Jahre hinweg hat sich die Nutzung von Biomasse und Abfall beständig erhöht. Auch in den privaten Haushalten sowie im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) wird vorwiegend Erdgas für die Raumwärmeerzeugung verwendet. In der Industrie gehen mehr als 60 Prozent des Endenergieverbrauchs auf das Konto von Prozesswärme. Der Anteil an Kohle ist in der Industrie besonders hoch, was insbesondere an der starken Verwendung bei der Stahlerzeugung liegt.

Erneuerbare im Energiemix des Verkehrssektors

Im Verkehrssektor ist die Energiewende noch nicht richtig angekommen – er weist den geringsten Anteil an erneuerbaren Energien auf. Im Jahr 2020 belief er sich auf lediglich 7,3 Prozent. Die fossilen Brennstoffe Benzin und Diesel dominieren im Straßen- und Schienenverkehr, der Flugverkehr ist auf Kerosin angewiesen. Gase spielen im Verkehrssektor nur eine untergeordnete Rolle, Erdgasautos konnten sich bislang nicht durchsetzen. Die Elektrifizierung des Verkehrssektors geht nur schleppend voran, auch wenn inzwischen so gut wie alle Autohersteller Hybride oder reine Elektroautos im Angebot haben. Wie sich der Energiemix im Verkehrssektor seit 1995 entwickelt hat, zeigt folgende Tabelle mit dem Endenergieverbrauch nach Kraftstoffarten:

Jahr

1995

2000

2005

2010

2015

2019*

Vergaserkraftstoff

(einschl. Flüssiggas)

1301

1238

995

814

728

729

Dieselkraftstoff

1020

1145

1109

1194

1376

1413

Flugkraftstoffe

233

297

344

362

362

434

Biokraftstoffe

2

12

77

121

108

114

Gase

3

9

7

5

Elektrischer Strom

58

57

58

60

41

43

    Alle Angaben in Petajoule (PJ).        *vorläufige Angaben                                    

Rund 98,4 Prozent des Endenergieverbrauchs entfielen im Jahr 2019 im Verkehrssektor auf Kraftstoffe und nur 1,6 Prozent auf Strom. Diesel war mit einem Anteil von 52,4 Prozent der meistgenutzte Kraftstoff. Darauf folgen Benzin mit 27 Prozent, Flugkraftstoffe mit 16,1 Prozent sowie Flüssig- und Erdgas mit 0,8 Prozent. Seit 1995 ist der Verbrauch von Diesel beständig gestiegen. Diesel ist zwar günstiger und es wird weniger Kraftstoff pro gefahrenem Kilometer benötigt, jedoch werden bei der Verbrennung mehr CO2-Emissionen verursacht als bei Benzin. Es werden auch biogene Kraftstoffe im Verkehrssektor genutzt, vor allem Biodiesel und Bioethanol. Pflanzenöl wird hingegen so gut wie nicht mehr verwendet, weil es eine problematische Umweltbilanz aufweist. Der Anteil an Biokraftstoffen am gesamten Kraftstoffverbrauch lag jahrelang zwischen fünf und sechs Prozent. 2020 kam Bewegung in den Energiemix und er wuchs auf 6,4 Prozent an. Am gesamten Energieverbrauch im Verkehrssektor hatten Biokraftstoffe und andere erneuerbare Energien einen Anteil von 7,3 Prozent.

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