Energieeffizienz – Definition und Maßnahmen im Rahmen der Energieeffizienzstrategie 2050

Energieeffizienz – Strategien zur optimalen Nutzung von Energie

Energieeffizienz ist als optimale Nutzung der verfügbaren Energie definiert.1 Gemessen wird dies am Verhältnis der eingesetzten Energie zum daraus resultierenden Nutzen. Je weniger Energie eingesetzt werden muss, um zum Beispiel eine gewisse Menge an Licht oder Wärme zu produzieren, desto energieeffizienter ist der Vorgang. Energieeffizienz spielt eine entscheidende Rolle im Rahmen der geplanten Energiewende, darüber hinaus ist aber auch der absolute Energiebedarf entscheidend. Dieser soll verringert werden, um Schadstoffbelastungen zu reduzieren.2

Deutschlands Energieeffizienzstrategie

Eine hohe Energieeffizienz bringt einige Vorteile mit sich: Sie ist gut fürs Klima, denn es werden weniger CO2-Emissionen verursacht. Darüber hinaus können Kommunen, Unternehmen und Privathaushalte ihre Kosten senken, indem sie Energie optimal nutzen. Außerdem ist eine Wirtschaft mit höherer Energieeffizienz auf dem internationalen Markt besonders konkurrenzfähig, da eine Senkung des Ressourcenverbrauchs gepaart mit der Einsparung von Emissionen zu einem Kostenvorteil führt und sich durch innovative Technologien und Dienstleistungen neue Geschäftsmodelle eröffnen.

Um von diesen Vorteilen zu profitieren, hat die Bundesregierung für Deutschland die Energieeffizienzstrategie 2050 (EffSTRA) entwickelt und im Dezember 2019 verabschiedet. Die Strategie sieht eine Senkung des Primärenergiebedarfs vor, die mit Hilfe verschiedener Maßnahmen verwirklicht werden soll. Bis zum Jahr 2050 soll der Primärenergiebedarf gegenüber 2008 um 50 Prozent sinken. Industrie, Handel und Handwerk haben bereits 200 Energieeffizienz-Netzwerke gebildet, um daran mitzuwirken. Auch privat ist es möglich, zu den Zielen der Energieeffizienzstrategie beizutragen. Vor allem durch intelligentes Heizen eröffnet sich ein großes Einsparpotenzial, denn rund zehn Millionen Heizungsanlagen in Deutschland sind älter als zehn Jahre und haben eine schlechte Energiebilanz. Des Weiteren lässt sich durch den Austausch älterer Haushaltsgeräte, etwa eines Kühlschranks, Strom sparen. Ein Gerät mit der Energieeffizienzklasse A+++ verbraucht im Vergleich zu einem der Klasse A+ nur die Hälfte an Energie.

Die Basis der Energieeffizienzstrategie 2050

Die EffSTRA basiert auf drei Säulen, die den Weg zu mehr Energieeffizienz ebnen sollen. Die erste Säule ist die Festlegung eines nationalen Energieeffizienzzieles – bis 2030 soll sich der Primärenergieverbrauch in Deutschland gegenüber 2008 um 30 Prozent verringern, dies entspricht einer Verbrauchssenkung von gut 1200 Terawattstunden. Ein Maßnahmenkatalog zur Erhöhung der Energieeffizienz bildet die zweite Säule: Im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE 2.0) sind Maßnahmen festgehalten, die den Energieverbrauch senken. Wird weniger Energie verbraucht, sinken die Treibhausgasemissionen, so dass der NAPA 2.0 indirekt auch zum Klimaschutz beiträgt. Die dritte Säule wird durch die Roadmap Energieeffizienz 2050 verwirklicht, im Rahmen derer das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zusammen mit den Bundesländern, Verbänden der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft sowie Wissenschaftlern Strategien zur Reduzierung des Primärenergieverbrauchs erarbeitet.3

Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz

Konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz in diversen Sektoren sind Teil der Energieeffizienzstrategie 2050. Bei Gebäuden sind unter anderem Förderungen für energetische Sanierungen, Energieberatungen, den Austausch von Kleinspeichern, eine Novellierung der Heizkostenverordnung und das Maßnahmenpaket Klima/Lüftung vorgesehen. Eine zentrale Rolle spielen Ausbau und Umbau von Wärmenetzen. Im Sektor Industrie ist das Investitionsprogramm „Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien“ vorgesehen. Außerdem sollen Abwärmepotenziale genutzt und Effizienznetzwerke weiterentwickelt werden, es gibt ferner ein Programm zur Vermeidung und Nutzung von CO2 in Grundstoffindustrien sowie ein nationales Dekarbonisierungsprogramm.

Des Weiteren sind Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Verkehrssektor vorgesehen. Sowohl der Schienenpersonenverehr als auch der Schienengüterverkehr soll gestärkt werden. Neben dem Ausbau der Radinfrastruktur ist eine Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Personennahverkehrs ein Anliegen der Energieeffizienzstrategie. Die Modernisierung der Binnenschifffahrt sowie die Nutzung von Landstrom in Häfen soll darüber hinaus zur Erhöhung der Energieeffizienz beitragen. Nebstdem ist die Optimierung des Individualverkehrs Teil der Maßnahmen, dies soll zum Beispiel durch die Förderung der Elektromobilität und CO2-armer Fahrzeuge erfolgen, für E-Autos werden Energieeffizienzstandrads entwickelt. Für den Sektor Landwirtschaft sind noch keine konkreten Maßnahmen im Rahmen der Energieeffizienzstrategie 2050 genannt, es wird lediglich darauf hingewiesen, dass diese durch Weiterentwicklung der Förderung energieeffizienter werden soll.4

Förderungen durch das BAFA

Damit energieeffiziente Maßnahmen von Unternehmen und Privatleuten vermehrt umgesetzt werden, gewährt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Förderungen. Seit August 2016 wird die Optimierung von Heizungen durch den Einbau von hocheffizienten Pumpen oder einen hydraulischen Abgleich gefördert. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden, auf diese Weise sollen Heizungseigentümer dazu angeregt werden, alte Pumpen zu ersetzen und die gesamte Anlage auf den neuesten Stand zu bringen. Einen Antrag auf Förderung können Privatpersonen, Unternehmen, Freiberufler, Kommunen, Verbände und juristische Personen des Privatrechts stellen. Die Höhe der Förderung beträgt 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten für Leistungen, im Rahmen derer Heizungsumwälzpumpen oder Warmwasserzirkulationspumpen durch moderne hocheffiziente Pumpen ersetzt werden beziehungsweise ein hydraulischer Abgleich erfolgt, sie ist jedoch auf maximal 25 000 Euro pro Standort begrenzt. Beispielhafte Berechnungen sowie Informationen zum Antragsverfahren stellt das BAFA zur Verfügung.5

Einen nicht unerheblichen Beitrag zur Erhöhung der Energieeffizienz liefert außerdem die Richtlinie zur Förderung von Kälte- und Klimaanlagen. Zudem wird durch sie eine Minderung des Kältebedarfs und die Reduzierung fluorierter Treibhausgasemissionen angestrebt. Zuschüsse werden bei der Neuerrichtung oder Neuinstallation von stationären Kälte- und Klimaanlagen sowie bei der Neuerstellung einer Kälteerzeugungseinheit ohne Austausch des Kühlmittelsystems vergeben, darüber hinaus sind Klimaanlagen in Bussen und Schienenfahrzeugen förderungsfähig.6

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