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Energetische Gebäudesanierung

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

12.07.2021

Letztes Update

17.08.2022

Energieeffizientere
Häuser mittels energetischer Gebäudesanierung

Inhalt des Wiki-Artikels

In Deutschland gehen rund 35 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs auf das Konto von Heizung, Warmwasserbereitung und Beleuchtung von Gebäuden. Der Gebäudesektor bietet ein dementsprechend großes Einsparpotenzial. Eine energetische Gebäudesanierung hat zum Ziel, die Energieeffizienz eines Hauses zu steigern. Damit einher gehen geringere Energiekosten, so dass sowohl das Klima als auch der Hauseigentümer von einer energetischen Gebäudesanierung profitieren.

Förderung energetischer Gebäudesanierungen

Damit die Energiewende gelingt, werden energetische Gebäudesanierungen staatlich gefördert. Grundsätzlich ist eine Förderung bei verschiedenen Maßnahmen möglich:

  • Einzelmaßnahmen für eine höhere Energieeffizienz, z. B. bessere Dämmung, moderne Fenster
  • Anlagen zur Wärmeerzeugung / Heizungstechnik
  • Anlagentechnik zur Erhöhung der Energieeffizienz (Heizung ausgenommen), z. B. raumlufttechnische Anlagen
  • Heizungsoptimierung
  • Fachplanung und Baubegleitung

Steuerliche Förderung
durch das BMF

Für zahlreiche Einzelmaßnahmen gibt es eine steuerliche Förderung. Bei Einzelmaßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung können Eigentümer 20 % ihrer Aufwendungen, aber maximal 40 000 Euro pro Wohnobjekt über drei Jahre hinweg steuerlich absetzen. Die energetische Baubegleitung samt Fachberatung ist sogar zu 50 Prozent steuerlich abzugsfähig. Folgende Einzelmaßnahmen werden durch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert:

  • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken
  • Erneuerung von Fenstern oder Außentüren
  • Einbau oder Erneuerung einer Lüftungsanlage
  • Erneuerung der Heizungsanlage
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen

KfW-Förderung für einen
geringeren CO2-Ausstoß

Im Juni 2020 hat die Bundesregierung eine langfristige Renovierungsstrategie beschlossen, die Anreize für die energetische Gebäudesanierung vorsieht. Mit einem Programm zur CO2-Gebäudesanierung sollen die CO2-Emissionen im Gebäudesektor gesenkt werden. Hinsichtlich Sanierungsarbeiten in Mietshäusern wird ein Interessenausgleich zwischen Vermieter und Mieter angestrebt. Laut Gesetz dürfen maximal elf Prozent der Modernisierungskosten pro Jahr auf die Miete umgelegt werden. Allein der Vermieter ist für den Erhaltungsaufwand verantwortlich. Neben dem Nachteil der steigenden Miete bringt eine energetische Sanierung aber auch Vorteile für Mieter mit sich: niedrigere Betriebskosten für die Wohnung und eine höhere Wohnqualität.

Sanierungen von kleineren Heizungsanlagen unter Einbindung von erneuerbaren Energien werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet eine ergänzende Kreditfinanzierung zu der BAFA-Förderung an. Förderanträge konnten bis zum 30. Juni 2021 eingereicht werden, ab dem 1. Juli 2021 sind stattdessen Anträge auf Kredite und Zuschüsse nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) möglich. Die Förderung durch die KfW schließt die folgenden Wärmeerzeugungsanlagen ein:

  • Thermische Solarkollektoranlagen bis zu einer Bruttokollektorfläche von 40 m²
  • Biomasseanlagen mit einer Nennwärmeleistung zwischen fünf und 100 Kilowatt (kW)
  • Wärmepumpen mit einer Nennwärmeleistung bis zu 100 kW

Förderungsfähig ist die energetische Gebäudesanierung bei reinen Wohngebäuden sowie bei Gebäuden, die überwiegend zum Wohnen genutzt werden. Der maximale Förderungssatz liegt bei 50 000 Euro pro Wohneinheit. Der durch die KfW gewährte Kredit hat eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren, der Zinssatz ist für die gesamte Kreditlaufzeit festgeschrieben.

Austauschprämie für Ölheizungen

Bei einer energetischen Gebäudesanierung steht der Austausch des alten Ölkessels oft im Fokus. Voraussichtlich ab 2026 soll der Einbau von Ölheizungen nicht mehr erlaubt sein, insofern in dem entsprechenden Gebäude eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist. Die Austauschprämie für Ölheizungen soll die energetische Gebäudesanierung im Sinne der langfristigen Renovierungsstrategie voranbringen. Erstmals beantragt werden konnte Austauschprämie im Januar 2020. Bis zu 45 Prozent der Investitionskosten werden erstattet, wenn eine Ölheizung durch eine Heizungsanlage ersetzt wird, die komplett mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Die energetische Gebäudesanierung lässt sich aber auch mit einer Gashybridheizung mit einem Erneuerbare-Energien-Anteil von mindestens 25 Prozent realisieren, zum Beispiel unter Einbindung einer Solarthermieanlage. In diesem Fall beläuft sich der Zuschuss auf maximal 40 Prozent der Investitionskosten.

Marktanreizprogramm für die
energetische Sanierung

Darüber hinaus ist auch eine Förderung möglich, wenn keine Ölheizung ausgetauscht wird. Die novellierte Richtlinie des Marktanreizprogramms „Wärme aus erneuerbaren Energien“ sieht Investitionszuschüsse für besonders energieeffiziente und klimafreundliche Heizungen vor. Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung sind dank der Förderung eher finanzierbar. Die nachfolgende Tabelle zeigt die förderfähigen Heizungsanlagen samt der Höhe des Investitionszuschusses:

Heizungsanlage

Investitionszuschuss

Vollständig mit erneuerbare Energien betriebene Heizung

35 %

Gas-Hybridheizungen mit einem Erneuerbaren-Anteil von min. 25 %

30 %

Gasbrennwertheizungen, die für die Einbindung von
erneuerbaren Energien vorbereitet sind

20 %

 

Anträge auf die Investitionszuschüsse für energieeffiziente und klimafreundliche Heizungen sind beim BAFA zu stellen.

Ist eine energetische Gebäude-
sanierung Pflicht?

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) hat festgelegt, dass für Käufer von Bestandsimmobilien eine Pflicht zur energetischen Gebäudesanierung besteht. Vor allem bei älteren Einfamilienhäusern und Zweifamilienhäusern ist oft eine energetische Gebäudesanierung notwendig. Am 1. November 2020 trat das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft und löste die EnEV ab. Das GEG enthält die aktuellen Austausch- und Nachrüstpflichten, die grundsätzlich zu erfüllen sind, sowie bedingte Anforderungen, die gelten, wenn das Gebäude aus eigenem Antrieb modernisiert wird. Die Austausch- und Nachrüstpflichten gelten für alle Mehrfamilienhäuser – unabhängig davon, ob eine Sanierung geplant ist oder nicht. Einfamilienhäuser und Zweifamilienhäuser sind von der Pflicht ausgenommen, wenn die Eigentümer bereits mindestens seit Februar 2020 selbst im Haus wohnen. Wer ein Ein- oder Zweifamilienhaus kauft, muss innerhalb von zwei Jahren die Pflicht zur energetischen Gebäudesanierung erfüllen. Folgende grundsätzliche Austausch- und Nachrüstpflichten sind vorgegeben:

  • Gas- und Ölheizkessel, die älter als 30 Jahre sind und über eine Heizleistung von vier bis 400 kW verfügen, müssen ausgetauscht werden. Ausgenommen sind Niedertemperatur- und Brennwertkessel.
  • Neue Heizungsrohre in unbeheizten Räumen müssen gedämmt werden.
  • Dämmpflicht für alle obersten Geschossdecken, die keinen Mindestwärmeschutz aufweisen, oder das darüberliegende Dach. Die Pflicht gilt auch, wenn das oberste Geschoss nicht ausgebaut ist.

Für freiwillig ausgeführte Modernisierungen gibt das GEG Mindeststandards für Materialien und Bauteile vor, die eingehalten werden müssen. Durch eine energetische Gebäudesanierung können Bestandsbauten die Effizienzhaus-Standards 115, 100, 85, 70 oder sogar 55 erreichen. Bei Neubauten ist inzwischen der Niedrigenergiestandard Pflicht.

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