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EN 14961

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

28.02.2021

Letztes Update

29.07.2021

EN 14961 – Europäische Norm für feste Biobrennstoffe

Inhalt des Wiki-Artikels

EN 14961 – die Norm für feste Biobrennstoffe

Die DIN EN 14961 ist eine Norm für feste Biobrennstoffe, sie bezieht sich unter anderem auf Holzpellets für die nichtindustrielle Verwendung. Sie wurde im September 2011 in Deutschland herausgegeben und löste alte Normen wie die DIN 51731 ab. EN steht für „Europäische Normen“, es wurde also ein europäischer Standard geschaffen. Diese Normen werden von den europäischen Normungsorganisationen CEN, CENELEC und ETSI erarbeitet. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) entsendet Experten in die europäischen Ausschüsse, um die Interessen Deutschlands zu vertreten. Sie stimmen mit über Europäische Normen ab und haben ein hohes Stimmgewicht, da sich dieses nach der Bevölkerungsanzahl des Landes richtet, das vertreten wird. Europäische Normen müssen von den CEN-Mitgliedern, zu denen das Deutsche Institut für Normung gehört, in nationales Recht überführt werden. Bisher bestehende Normen, die der neu einzuführenden entgegenstehen, sind zurückzuziehen. Der Vorteil Europäischer Normen besteht darin, dass alle CEN-Mitgliedsländer nach den gleichen Standards arbeiten.1

Qualitätsanforderungen in der DIN EN 14961

In der Norm EN 14961 sind die Qualitätsanforderungen für feste Biobrennstoffe festgelegt. Sie gliedert sich in mehrere Teile, Holzpellets werden in der DIN EN 14961-2 und Holzbriketts in der DIN EN 14961-3 behandelt. Die zwischenzeitlich zurückgezogene DIN EN 14961-1 war eine Klassifizierungsnorm, die Pellets und Briketts anhand ihres Durchmessers voneinander abgrenzte. Sie wurde unter anderem durch die Normen DIN EN ISO 17225-2 „Klassifizierung von Holzpellets“ und DIN EN ISO 17225-4 „Klassifizierung von Holzhackschnitzeln“ ersetzt.

Briketts aus Biomasse werden zumeist per Strangpressverfahren hergestellt. Bei diesem Prinzip wird das Material teils vorverdichtet und dann in einen Presskanal eingeführt. In diesem pressen Kolben das zugeführte gegen bereits verdichtetes Material, wodurch ein Materialstrang entsteht. Der Strang tritt im Rhythmus der Kolbenstöße aus dem Pressraum aus. Das Verfahren geht mit viel Reibung und Druck vor sich, so dass der Materialstrang stark erwärmt wird. Große Brikettieranlagen verfügen deshalb über ein Kühlsystem im Austrittskopf des Presskanals, zudem wird der Brikettstrang über eine lange Auskühlschiene geleitet. Nachdem er die Schiene durchlaufen hat, wird er in Stücke geschnitten oder gebrochen. Der Presskanal kann verschiedene Formen haben, es gibt runde Briketts, aber auch eckige mit oder ohne abgerundete Kanten. Neben dem Strangpress- wird auch das Presskammerverfahren zur Herstellung von Briketts angewendet. Dabei wird das vorverdichtete Material in eine geschlossene Presskammer eingeführt. Die so hergestellten Briketts sind gewöhnlich rechteckig und lassen sich aufgrund ihrer Form gut stapeln. Andere Brikettierverfahren wie die Walzenpressungen sind bei Biomassebrennstoffen bislang nicht verbreitet.

Pellets aus Biomasse werden vor allem mittels Kollergangpressen mit Ring- oder Flachmatrizen hergestellt. Koller sind Rollen, die an einer oder mehreren gekreuzten Achsen befestigt sind. Flachmatrizenpressen verfügen über vertikale, Ringmatrizenpressen über horizontale Drehachsen. Bei Kollergangpressen mit Ringmatrize sind die Kollerachsen starr, angetrieben wird die Matrize. Während die Koller um die eigene Achse rotieren, wird das Material in die Bohrungen der Matrize gepresst, wo es verdichtet wird. Die Presslinge treten am Ende der Bohrungen aus und werden mit Hilfe von Abschermessern auf die vorgesehene Länge gebracht. Kollergangpressen mit Flachmatrize besitzen eine horizontale Matrizenoberfläche, in die Bohrungen eingebracht sind. Die Koller fahren über sie hinweg und zerreiben dabei die Biomasse, dann wird diese in die Presskanalbohrungen der Matrize gedrückt. Sowohl für die Pelletierung als auch für die Brikettierung kommt ausschließlich trockenes, feines Material infrage.

Abhängig von der angedachten Verwendung unterliegen Pellets unterschiedlichen Qualitätsanforderungen. Diese sind in der Norm DIN EN 14961-2 festgehalten. In ihr sind auch Beschränkungen bezüglich der Herkunft der Rohstoffe für Pellets definiert, um Schadstoffe bei der thermischen Nutzung so gering wie möglich zu halten. Die stoffliche Zusammensetzung, der Heizwert und die Ascheerweichungseigenschaften sind durch den Rohstoff weitgehend vorgegeben. Beeinflussbar sind die Eigenschaften Durchmesser, Länge, Wassergehalt, Festigkeit, Feingehalt und Schüttdichte. Pellets werden nach der DIN EN 14961-2 in verschiedene Klassen unterteilt. Als Premiumpellets gelten die Pellets der Klassen A1 und A2. Darüber hinaus gibt es Pellets der Klasse B. In nicht genehmigungspflichtigen Anlagen sind ausschließlich Premiumpellets zugelassen. Pellets der Klasse B werden auch Industriepellets genannt, da sie nur in größeren, genehmigungspflichtigen Anlagen verwendet werden dürfen. Darüber hinaus können auch Pellets, die eine geringere Qualität als Klasse B aufweisen, im Kraftwerksbereich und in größeren Heizwerken zum Einsatz kommen. Diese werden ebenfalls Industriepellets genannt.2

Anforderungen an Holzpellets laut EN 14961

Welchen Qualitätsmerkmalen Holzpellets laut der EN 14961 genügen müssen, zeigt die folgende Tabelle:3

Eigenschaft Einheit Klasse A1 Klasse A2 Klasse B
Rohstoff-herkunft

(mit Brennstoff-ziffer nach

DIN EN 14961-1)
  Stamm-holz, chemisch

unbe-handelte Holzrück-stände
Voll-bäume ohne Wurzeln, Stamm-holz,

Waldrest-holz, Rinde, chemisch unbe-handelte Holzrück-stände
Wald- und Plantagenholz

sowie anderes ernte-frisches
Holz, Industrie-restholz, Gebrauchtholz
Durch-messer Milli-meter 6 (±1) bzw.
8 (±1)
6 (±1) bzw.
8 (±1)
6 (±1) bzw.
8 (±1)
Maximale Länge Milli-meter ≥ 3,15; ≤ 40 ≥ 3,15; ≤ 40 ≥ 3,15; ≤ 40
Wasser-gehalt Prozent ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10
Asche-gehalt Prozent ≤ 0,7 ≤ 1,5 ≤ 3,0
Mechanische Festigkeit Prozent ≥ 97,5 ≥ 97,5 ≥ 96,5
Feinanteil Prozent ≤ 1,0 ≤ 1,0 ≤ 1,0
Additive Prozent ≤ 2 ≤ 2 ≤ 2
Heizwert (im Liefer-zustand) Mega-joule pro Kilo-gramm ≥ 16,5; ≤ 19 ≥ 16,3; ≤ 19 ≥ 16,0; ≤ 19
Schütt-dichte Kilo-gramm pro Kubik-meter ≥ 600 ≥ 600 ≥ 600
Stickstoff (N) Prozent ≤ 0,3 ≤ 0,5 ≤ 1,0
Schwefel (S) Prozent ≤ 0,03 ≤ 0,03 ≤ 0,04
Chlor (Cl) Prozent ≤ 0,02 ≤ 0,02 ≤ 0,03
Arsen (As) Milli-gramm pro Kilo-gramm ≤ 1 ≤ 1 ≤ 1
Cadmium (Cd) Milli-gramm pro Kilo-gramm ≤ 0,5 ≤ 0,5 ≤ 0,5
Chrom (Cr) Milli-gramm pro Kilo-gramm ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10
Kupfer (Cu) Milli-gramm pro Kilo-gramm ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10
Blei (Pb) Milli-gramm pro Kilo-gramm ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10
Quecksilber (Hg) Milli-gramm pro Kilo-gramm ≤ 0,1 ≤ 0,1 ≤ 0,1
Nickel (Ni) Milli-gramm pro Kilo-gramm ≤ 10 ≤ 10 ≤ 10
Zink (Zn) Milli-gramm pro Kilo-gramm ≤ 100 ≤ 100 ≤ 100
Asche-schmelz-verhalten

(charakteristische Temperaturen)
°C sollte angegeben werden sollte angegeben werden sollte angegeben werden

 

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