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Emissionsbilanz

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

28.02.2021

Letztes Update

29.07.2021

Definition von Emissionsbilanz und Methoden zur Emissionsvermeidung

Inhalt des Wiki-Artikels

Emissionsbilanz – Definition, Methodik und Statistik

Die Definition von Emissionsbilanz besagt, dass diese durch Gegenüberstellung der durch die Nutzung eines Energieträgers eingesparten und verursachten Emissionen bestimmt wird. Emissionen entstehen unter anderem durch Produktion, Betrieb und Abbau einer Anlage. Im Hinblick auf die erneuerbaren Energien entsprechen die vermiedenen Emissionen denen, die bei der Erzeugung der gleichen Energiemenge aus nuklearen oder fossilen Energieträgern angefallen wären.1

Die Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger

Im Rahmen der Energiewende in Deutschland werden vermehrt erneuerbare Energieträger eingesetzt. Durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energiemix werden weniger Treibhausgase wie CO2 und Luftschadstoffe verursacht. Die Emissionsbilanz für das Jahr 2018 weist eine Treibhausgasvermeidung von circa 187 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten aufgrund des vermehrten Einsatzes von erneuerbaren Energieträgern auf. Die meisten Emissionen werden bei der Stromerzeugung vermieden, nämlich 144 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Die verbesserte Emissionsbilanz verläuft jedoch nicht proportional zum steigenden Anteil an erneuerbaren Energieträgern. Daraus lässt sich schließen, dass es weitere Treiber als die fossilen Energieträger gibt, die sich auf die Entwicklung der Treibhausgasemissionen auswirken.

Methodik bei der Emissionsbilanzierung

Zur Ermittlung der Emissionsbilanz wird ein methodisches Vorgehen angewendet. Die Emissionsfaktoren werden nach ihrer Entstehungsart eingeordnet. Es gibt Emissionsfaktoren für Vorketten, für direkte Emissionen und für fremdbezogene Hilfsenergie. Außerdem werden die Nutzungsgrade der angewendeten Technologien, Zuordnungen zu immissionsschutzrechtlichen Verordnungen sowie verwendete Energieträger in die Emissionsbilanz einbezogen. Dank dieser Methodik ist eine transparente Bilanzierung möglich, da die Emissionen der jeweiligen Lebenszyklusphase zugeordnet werden können. Durch erneuerbare Energien werden konventionelle Energieträger ersetzt und infolgedessen Emissionen reduziert, so dass sich die Emissionsbilanz verbessert.2

Emissionsbilanzen des Umweltbundesamts

Seit 2007 ist das Umweltbundesamt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) beauftragt, Emissionsbilanzierungen in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr vorzunehmen. Im Jahr 2013 wechselte die Zuständigkeit für den Sektor erneuerbare Energien hin zum Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Die Methodik zur Emissionsbilanzierung wurde seit der Einführung weiterentwickelt, um eine solide Basis zu schaffen. Regelmäßig gibt das Umweltbundesamt einen Bericht zur Emissionsbilanz erneuerbarer Energien heraus. Dieser enthält neben den Emissionsbilanzen für die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr auch die methodischen Ansätze und die genutzten Datenquellen.

Bei der Emissionsbilanzierung werden sowohl direkte als auch indirekte Emissionen berücksichtigt. Die Emissionen, die durch den Einsatz erneuerbarer Energien verursacht werden, sind in der Bilanz den Emissionen gegenübergestellt, die durch den Ersatz fossiler Energieträger vermieden werden. Treibhausgase und Luftschadstoffe werden sowohl getrennt als auch zusammengefasst als CO2- und SO2-Äquivalente ausgewiesen. Die Ergebnisse der Emissionsbilanzierung zeigen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien maßgeblich zur Energiewende beiträgt. In den Bereichen Strom und Wärme ist die Emissionsbilanz davon abhängig, welche fossilen durch erneuerbare Energieträger substituiert werden. Zusätzlich sind bei biogenen Energieträgern Art und Herkunft der eingesetzten Rohstoffe entscheidend.3

Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik

Im Februar 2004 wurde die Arbeitsgruppe Energien-Statistik (AGEE-Stat) vom Bundesumweltministerium eingerichtet, seit dem Wechsel der Zuständigkeit untersteht sie dem BMWi. Die Hauptaufgabe der AGEE-Stat besteht darin, Daten und Statistiken zu den erneuerbaren Energien bereitzustellen. Darüber hinaus befasst sich die Arbeitsgruppe damit, eine Basis für die nationalen, internationalen und EU-weiten Berichtspflichten der Bundesregierung hinsichtlich der beschlossenen Klimaziele zu schaffen.

Die Expertinnen und Experten der AGEE-Stat, die sich mit Emissionsbilanzen und anderen Themen der erneuerbaren Energien auseinandersetzen, kommen aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, dem Umweltbundesamt, dem Statistischen Bundesamt, der Bundesnetzagentur, der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe und dem Zentrum Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, das als Vertretung der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen agiert.4

Emissionsvermeidung durch erneuerbare Energien

Der Stromsektor trägt am meisten zur Vermeidung von Emissionen bei, doch auch in den Bereichen Verkehr und Wärme verbessert sich die Emissionsbilanz durch die Nutzung erneuerbarer Energien. Insgesamt wurden 2019 mehr als 201 Millionen CO2-Äqivalente vermieden. Die Stromerzeugung trägt einen Anteil von knapp 80 Prozent dazu bei. Vor allem die Photovoltaik und die Windenergie spielen dabei eine wichtige Rolle, im Vergleich zu 2010 wurden doppelt so viele Treibhausgasemissionen durch ihren Ausbau vermieden.

Im Sektor Wärme war zunächst die feste Biomasse bei der Emissionsvermeidung am bedeutsamsten. Inzwischen haben Solarthermie, Geothermie und Umweltwärme aufgeholt und machen rund zehn Prozent der Emissionsvermeidung aus. Im Verkehrssektor werden Emissionen durch den Einsatz von Biokraftstoffen verringert, allerdings werden in diesem Bereich nur wenig erneuerbare Energien eingesetzt. Die Treibhausgasemissionen verringern sich zwar durch die Nutzung regenerativer Energieträger, jedoch steigt gleichzeitig das Verkehrsaufkommen an. Deshalb verursachte der Sektor Verkehr im Jahr 2019 mehr Emissionen als 2010.5

Die größten Emissionsquellen in Deutschland

Die Emissionsbilanz kann in allen Bereichen, die Treibhausgase und Schadstoffe verursachen, noch verbessert werden. Treibhausgase entstehen vor allem bei der Energieerzeugung, da noch reichlich Energie für Licht und Wärme aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird. In diesem Sektor wird besonders viel CO2 verursacht. Doch auch durch Industrieprozesse fällt eine beachtliche Menge an Treibhausgasemissionen an, darüber hinaus emittieren sie Luftschadstoffe. Die Emissionen im Verkehrsbereich werden hauptsächlich vom Straßenverkehr verursacht. Neben CO2 werden Methan, Lachgas, Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenstoffmonoxid, flüchtige organische Verbindungen und Feinstaub freigesetzt. Besonders viel Methan und Lachgas verursacht die Landwirtschaft in Deutschland. Gerade in den größten Emissionsquellen Deutschlands wirkt sich der zunehmende Gebrauch erneuerbarer Energien positiv auf die Emissionsbilanz aus.6

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