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Einspeiseverpflichtung

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

12.07.2021

Letztes Update

29.07.2021

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  • Einspeiseverpflichtung

Einspeiseverpflichtung für Strom aus erneuerbaren Energien

Inhalt des Wiki-Artikels

Bei der Stromerzeugung mittels Photovoltaik (PV) und der Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu beachten. Sowohl die Betreiber von Photovoltaikanlagen als auch die Elektrizitätsversorgungsunternehmen haben jeweils gewisse Rechte und Pflichten. Die geltenden Regelungen zur Einspeisung von aus erneuerbaren Energien gewonnenem Strom enthält das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das bei Bedarf aktualisiert wird. Es enthält unter anderem die sogenannte Einspeiseverpflichtung, durch die Elektrizitätsversorgungsunternehmen dazu angehalten sind, Strom aus erneuerbaren Energien von Dritten abzunehmen. Außerdem wird in der aktuellen Version thematisiert, welche Optionen Bezieher der Einspeisevergütung nach Ablauf von 20 Jahren haben. Denn im Fall des Auslaufens der Einspeisevergütung stellt sich die Frage, ob Betreiber weiterhin zur Einspeisung von Strom verpflichtet sind oder ob die Möglichkeit besteht, die PV-Anlage ohne Einspeisung ans Hausnetz anzuschließen.

Das deutsche Stromeinspeisungsgesetz

Aus dem Jahr 1990 stammt das deutsche Stromeinspeisungsgesetz (StromEinspG), das am 1. Januar 1991 in Kraft trat. Sein Langtitel lautet: Gesetz über die Einspeisung vom Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz vom 7. Dezember 1990. Es diente dazu, die Abnahme samt der Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energien durch öffentliche Elektrizitätsversorgungsunternehmen zu regeln. Mit dem Gesetz gab es erstmals eine Einspeiseverpflichtung für Elektrizitätsversorgungsunternehmen für Strom aus erneuerbaren Energien. Das StromEinspG verpflichtete sie dazu, regenerativen Strom von Dritten abzunehmen und zu vergüten. Die großen Elektrizitätsversorgungsunternehmen klagten gegen das Stromeinspeisungsgesetz, allerdings ohne Erfolg: Im Jahr 1996 wurde das Stromeinspeisungsgesetz vom Bundesverfassungsgericht und 2001 schlussendlich vom Europäischen Gerichtshof bestätigt. Das StromEinspG gilt als Vorläufer des EEG, das im Jahr 2000 verabschiedet wurde.

Inhalte und Ziele des EEG

Mit den im EEG festgelegten Regelungen soll der Ausbau von erneuerbaren Energien zwecks Stromerzeugung im Sinne der Energiewende gefördert werden. Hinsichtlich der Einspeisung von elektrischer Energie ins öffentliche Stromnetz gelten die folgenden Regelungen:

  • Anschluss- und Einspeiseverpflichtung
  • EEG-Einspeisevergütung
  • EEG-Umlage

Durch die Anschluss- und Einspeiseverpflichtung sind Netzbetreiber dazu verpflichtet, Erneuerbare-Energien-Anlagen wie beispielsweise PV-Anlagen ans Netz anzuschließen. Außerdem müssen sie den mit Hilfe regenerativer Energien erzeugten Strom vorrangig ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Bei der EEG-Einspeisevergütung handelt es sich um eine staatlich garantierte Vergütung, die Betreiber von PV-Anlagen 20 Jahre lang für ins Stromnetz eingespeiste elektrische Energie erhalten. Die Einspeisevergütung wird über die EEG-Umlage finanziert, einen Aufschlag auf jede verbrauchte Kilowattstunde. Selbst erzeugter und selbst verbrauchter Strom ist von der EEG-Umlage ausgenommen, wenn die PV-Anlage eine bestimmte Leistungsgrenze nicht überschreitet. Bei PV-Anlagen ab einer Leistung von 100 kWp entfällt die EEG-Einspeisevergütung, der Strom muss direkt vermarktet werden. Ziel des EEG ist, den Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix bis 2050 auf mindestens 80 Prozent zu steigern. Mit Hilfe der Regelungen im EEG sollen:

  • die volkswirtschaftlichen Kosten für die Energieversorgung sinken
  • eine nachhaltige Energieversorgung entstehen, die Umwelt und Klima schont
  • fossile Energieressourcen geschont werden
  • die Technologieentwicklung im Bereich der regenerativen Energien vorangebracht werden

Seit seinem Inkrafttreten ist das EEG beständig weiterentwickelt worden, um dem jeweils aktuellen wissenschaftlichen Stand und Fortschritten in der Technik gerecht zu werden. Novellierungen erfolgten 2004, 2009, 2012 – dem Jahr der PV-Novelle –, 2014, 2017 und 2021. Mit der EEG-Novelle 2021 gingen einige wichtige Änderungen bezüglich des Eigenverbrauchs einher.

Umlagebefreite Eigenversorgung von Einfamilienhäusern

Mit der EEG-Novelle 2021 sind PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 30 kWp und einer Strommenge von bis zu 30 MWh/a von der anteiligen EEG-Umlage auf Eigenverbrauch befreit. Davor konnten nur PV-Anlagen mit bis zu 10 kWp und 10 MWh/a von der Befreiung profitieren. Aufgrund der Änderung ist nun auch die solare Eigenversorgung von Einfamilienhäusern mit großer Wärmepumpe und Wallbox ohne anteilige EEG-Umlage auf Eigenverbrauch realisierbar.

Einspeiseregelung und intelligente Messsysteme

Bei neuen PV-Anlagen mit einer installierten Leistung ab 7 kWp muss mit der Novellierung des EEG ein Smart Meter Gateway am Netzanschluss installiert werden. Anlagen mit einer Leistung zwischen 7 und 25 kWp benötigen ein Smart Meter Gateway, das die Ist-Einspeisung misst. Liegt die Leistung der PV-Anlage über 25 kWp, ist ein Smart Meter Gateway zum Messen der Ist-Einspeisung und zum Regeln der Einspeiseleistung erforderlich. Diese Änderungen sind allerdings erst dann gültig, wenn die sogenannte Markterklärung des Bundesamts für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) in Kraft tritt. Durch diese soll sichergestellt werden, dass die technische Umsetzbarkeit gegeben ist. Bis zu diesem Zeitpunkt können PV-Anlagen mit einer Leistung zwischen 7 und 25 kWp nach der bislang geltenden 70-Prozent-Regelung installiert werden, die für PV-Anlagen mit einer geringeren Leistung als 7 kWp nach Inkrafttreten der Markterklärung weiterhin gilt. Ab einer installierten Leistung von 25 kWp ist ein Funkrundsteuerempfänger zur Ferneinwirkung durch den Netzbetreiber verpflichtend. Bis zur EEG-Novelle 2021 lag der Grenzwert bei 30 kWp.

Photovoltaik-Einspeisevertrag läuft aus: Wie geht es weiter?

Über 4000 PV-Anlagen wurden im Jahr 2000 in Deutschland in Betrieb genommen. Nach Ablauf von 20 Jahren entfällt die Einspeisevergütung für den ins Netz eingespeisten Strom. Laut EEG 2021 haben die Betreiber der PV-Anlagen die folgenden Optionen:

  • Volleinspeisung
  • Eigenverbrauch

Nimmt der Betreiber nach dem Ablauf der Einspeisevergütung nach 20 Jahren keine Änderung vor, wird der gesamte Solarstrom weiterhin ins Netz eingespeist. Die Vergütung bei der Volleinspeisung richtet sich nach dem aktuellen Marktwert für Strom abzüglich der Vermarktungsgebühr. Diese Regel ist vorläufig bis 2027 befristet.

Nach Ablauf der Förderungszeit kann stattdessen aber auch die Option Eigenverbrauch gewählt werden. In diesem Fall wird der solar erzeugte Strom direkt genutzt oder in einen Speicher geleitet, woraus er bei Bedarf entnommen wird. Aufgrund der Einspeiseverpflichtung besteht darüber hinaus die Möglichkeit, überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen. Allerdings wird der Strom bei der Option nicht mit einer am Marktwert ausgerichteten Pauschale vergütet: Der Strom muss über einen Dienstleister – zum Beispiel einen Netzbetreiber – direkt vermarktet werden. Die Konditionen für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien sind gewöhnlich im sogenannten Einspeisevertrag festgelegt, der zwischen Anlagenbetreiber und Dienstleister geschlossen wird.

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