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EEV

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

04.01.2021

Letztes Update

20.05.2022

EEV – Der Endenergieverbrauch in Deutschland nach Sektoren

Inhalt des WIki-Artikels


EEV – Entwicklung des Endenergieverbrauchs in Deutschland

Als Endenergie wird die Art Energie bezeichnet, die direkt zur Erzeugung von Nutzenergie dient. Abgekürzt wird der Endenergieverbrauch mit EEV. Verwechslungsgefahr besteht hinsichtlich der Erneuerbare-Energien-Verordnung, da diese ebenfalls die Abkürzung EEV trägt. Gewonnen wird die Endenergie aus Primärenergie, die in Rohstoffe eingebunden ist oder durch Prozesse erzeugt wird, zum Beispiel ist dies bei Solarenergie so. Der Endenergieverbrauch in Deutschland ist nach verschiedenen Sektoren gegliedert:

  • Industrie
  • Verkehr
  • Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD)
  • Private Haushalte1

Beispiele für Endenergie

Im Vergleich zur Primärenergie ist die Endenergie für den Verbraucher direkt nutzbar. Durch Umwandlungsprozesse wird aus Primärenergieträgern Endenergie gewonnen. Beispielsweise werden aus Rohöl Kraftstoffe und Heizöl erzeugt oder aus Sonnenenergie Strom.2

Endenergieverbrauch in Deutschland nach Sektoren

Obwohl Energie immer effizienter genutzt wird, hat sich der Endenergieverbrauch in Deutschland seit den 1990er Jahren kaum verändert. Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum sowie ein gesteigertes Konsumverhalten sind ursächlich dafür. Kurzfristigen Einflüssen unterliegt der Wärmeenergiebedarf, der von den Witterungsverhältnissen abhängig ist. In milden Wintern sinkt der Bedarf, in kalten steigt er. Der Bruttoendenergieverbrauch wird inzwischen auch durch den Einsatz von erneuerbaren Energien gedeckt, deren Anteil am Strom- und Wärmemix in Deutschland stetig weiter steigt.3

EEV der Industrie

In den 1990ern ist der Endenergieverbrauch in der Industrie gesunken, doch seit 2002 stieg er merklich an. In dem Sektor macht die Prozesswärme etwa zwei Drittel des EEV aus, ungefähr ein Viertel geht zu Lasten des Betriebs von Motoren und Maschinen. Im Jahr 2018 ist der Endenergieverbrauch in der Industrie im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent gesunken. Die meiste Endenergie wird bei der Herstellung von chemischen Erzeugnissen eingesetzt, dicht gefolgt von der Metallerzeugung und -bearbeitung. Weitere große Anteile am EEV haben Kokereien und Mineralöl verarbeitende Unternehmen, Hersteller von Keramik- und Glaswaren, die Stein- und Erdenverarbeitung sowie Nahrungs- und Futtermittelhersteller. Die am häufigsten in der Industrie eingesetzten Energieträger sind Erdgas, Strom, Mineralöle, Mineralölprodukte und Kohle.4

Energieverbrauch im Verkehr

Der Verkehrssektor weist einen sehr hohen Endenergieverbrauch auf. Seit den 1990er Jahren ist der Kraftstoffverbrauch gestiegen, dabei handelt es sich zu mehr als 90 Prozent um fossile Energieträger. Die im Verkehrsbereich eingesetzte Endenergie wird fast völlig zur Erzeugung von mechanischer Energie eingesetzt, also zum Antrieb von Fahrzeugen. Dabei geht jedoch ein großer Teil der Energie als Abwärme verloren. Der Endenergieverbrauch im Verkehr ist seit den 90ern stark gestiegen, im Jahr 2018 verbrauchten Lastkraftwagen rund 32 Prozent mehr Energie als 1995. Lediglich beim schienengebundenen Personen- und Güterverkehr reduzierte sich der Energieverbrauch. Bis 2050 soll der EEV im Verkehrssektor laut den Plänen der Bundesregierung um circa 40 Prozent gegenüber dem Jahr 2005 gesenkt werden. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie wird außerdem eine Reduzierung des Endenergieverbrauchs im Personen- und Güterverkehr um 15 bis 20 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2005 angestrebt. Klimafreundlicher als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sind Elektroautos.5

Endenergieverbrauch im Sektor GHD

Den größten Teil des EEV macht im Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen der Raumwärmebedarf aus. Der relative Stromverbrauch ist in diesem Bereich höher als in allen anderen, vor allem für die Beleuchtung und mechanische Energie wird viel Strom gebraucht. Von 1991 bis 2017 ist der Endenergieverbrauch im Sektor GHD um 16,5 Prozent gesunken. Vergleicht man das Jahr 2017 mit dem Vorjahr, ist allerdings ein Anstieg von 3,4 Prozent zu verzeichnen. Als Energieträger werden vor allem Strom und Gase eingesetzt. Zwischen 2008 und 2017 hat sich der Energieverbrauch für Raumwärme um 4,4 Prozent, für die Beleuchtung um 14,6 Prozent und für sonstige Prozesswärme um 14 Prozent reduziert. Jedoch ist der Verbrauch für mechanische Energie im gleichen Zeitraum um 18,8 Prozent, für Informations- und Kommunikationstechnik um 20,1 Prozent und für sonstige Prozesskälte um 40 Prozent gestiegen.6

EEV in privaten Haushalten

In den privaten Haushalten ist der Endenergieverbrauch seit 1990 tendenziell gesunken. Vor allem zum Beheizen von Gebäuden wird viel Energie eingesetzt, 70 Prozent des Energieverbrauchs gehen auf das Konto der Raumwärme. Der Wärmeverbrauch in Wohnungen und Häusern wird vorwiegend durch die Energieträger Erdgas und Heizöl gesättigt, doch auch Fernwärme aus fossilen und erneuerbaren Brennstoffen kommt zum Einsatz. Insgesamt haben die privaten Haushalte einen Anteil von gut einem Viertel am EEV in Deutschland. Zwischen 1990 und 2018 hat sich der Endenergieverbrauch in den Haushalten um 2,6 Prozent reduziert. Durch hohe energetische Standards bei Neubauten wird die Entwicklung hin zu mehr Haushalten, größeren Wohnflächen und weniger Mitgliedern pro Haushalt abgefangen. Der EEV für Raumwärme ist 2020 um rund 10 Prozent gegenüber 2008 gesunken. Strom macht circa ein Fünftel des Endenergieverbrauchs bei privaten Haushalten aus.7

Der Energieverbrauch weltweit

Laut Statista lag Deutschland im Hinblick auf den Primärenergieverbrauch im weltweiten Vergleich der Länder 2019 auf dem siebten Platz: 13,14 Exajoule Primärenergie wurden unter anderem zur Gewinnung von Endenergie eingesetzt. Den höchsten Verbrauch wies China mit 141,7 Exajoule auf, gefolgt von den USA mit 94,65 Exajoule. An dritter Stelle lag Indien mit einem Primärenergieverbrauch von 34,06 Exajoule, Russland schloss mit 29,81 Exajoule an. Einen höheren Energieverbrauch als Deutschland hatten außerdem Japan mit 18,67 Exajoule und Kanada mit 14,21 Exajoule.8

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