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EEG-Konto

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

25.01.2021

Letztes Update

28.07.2021

EEG-Konto – Definition, Berechnung der EEG-Umlage und Bewegungsdaten zum EEG

Inhalt des Wiki-Artikels

EEG-Konto – Definition und Entwicklung von Soll und Haben

Das EEG-Konto funktioniert im Prinzip wie ein Bankkonto, allerdings werden auf das EEG-Konto Vergütungen und Verkaufserlöse von Strom aus erneuerbaren Energien gebucht. Die Einnahmen werden mit den Ausgaben verrechnet. Ein- und Auszahlungen werden auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von den vier großen Übertragungsnetzbetreibern Deutschlands verbucht, die das EEG-Konto führen. Diese haben die Pflicht, einen bundesweiten Belastungsausgleich durchzuführen. Alljährlich am 30. September wird das EEG-Konto ausgeglichen. Der Saldo fließt in die Berechnung der EEG-Umlage des folgenden Jahres ein. Laut festgesetzter Definition ist die EEG-Umlage Teil des Strompreises – deshalb wird sie letztendlich vom Verbraucher gezahlt.1

Soll und Haben beim EEG-Konto

Auf der Soll-Seite des EEG-Kontos werden die Ausgaben verbucht. Dazu gehören der Vergütungsbetrag pro eingespeister Kilowattstunde beziehungsweise die Marktprämie und die Ausgaben der Netzbetreiber, die für die Verwaltung des EEG anfallen. Auf der Haben-Seite finden sich die Erlöse, die durch den Verkauf von Strom, der aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, generiert werden. Ist der Börsenpreis für Strom niedrig, fallen die Einzahlungen geringer aus als bei einem hohen Börsenkurs.2

Das Prinzip der EEG-Systematik

Mit dem Prinzip der EEG-Systematik soll der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert werden. Aus allen technologiespezifischen Einspeisevergütungen resultieren die Zahlungsverpflichtungen. Die Übertragungsnetzbetreiber verkaufen den produzierten Strom am Markt, die Erträge werden dem EEG-Konto zugeschrieben. Aus dem Unterschied zwischen den Zahlungsverpflichtungen und den Erträgen ergeben sich die Differenzkosten, die den Umlagebetrag des EEG-Kontos bilden. Abhängig vom Umlagebetrag wird die EEG-Umlage pro Kilowattstunde festgelegt, die auf den Stromverbraucher umgelegt wird.3

Entwicklung der Vergütungen und Kosten

Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland wird staatlich gefördert. Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen erhalten Vergütungen und Prämien. Da die Kosten für Onshore-Windkraftanlagen und Photovoltaik mit der Zeit gesunken sind, bekommen deren Betreiber inzwischen einen reduzierten Förderbeitrag. Über die EEG-Umlage werden deshalb vorwiegend Bestandsanlagen gefördert, da die Vergütung durch das Gesetz für 20 Jahre garantiert ist. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch hat sich seit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 bis 2018 versechsfacht, er ist von rund 6,3 Prozent auf 37,8 Prozent gestiegen. Die geleisteten Förderungen werden von den Übertragungsnetzbetreibern in der Jahresabrechnung des EEG-Kontos ausgewiesen. Auf diese Weise können die Differenzen zwischen den vorausgesagten und den tatsächlichen Werten ermittelt werden.4

Minus auf dem EEG-Konto

Die Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung werden durch die EEG-Umlage nicht gedeckt, so dass das EEG-Konto ein Minus aufweist. Allein im September 2020 erhielten Betreiber von Wind-, Biomasse- und Solaranlagen Fördergelder in Höhe von drei Milliarden Euro. Demgegenüber stehen Erlöse von 1,7 Milliarden Euro. Auch in den vorhergehenden Monaten reichten die Einnahmen nicht aus, um die Ausgaben zu decken. Damit hat sich das Minus auf dem EEG-Konto der Übertragungsnetzbetreiber wiederum vergrößert, es liegt nun bei 4,1 Milliarden Euro. Als Grund für das hohe Minus wird hauptsächlich der niedrige Strompreis an der Börse genannt, der aus der Corona-Krise resultierte. Eigentlich wäre eine Erhöhung der EEG-Umlage, die 2020 bei 6,756 Cent plus Mehrwertsteuer betrug, nötig, um das Minus auszugleichen. Jedoch hat die Bundesregierung im Rahmen eines Konjunkturpaketes beschlossen, die EEG-Umlage 2021 auf 6,5 Cent und 2022 auf 6 Cent zu deckeln, was voraussichtlich Kosten in Höhe von etwa elf Milliarden Euro mit sich bringt. Dieser Betrag soll teils durch die zum Jahr 2021 kommende CO2-Steuer, teils aus Mitteln des Bundeshaushalts finanziert werden.5

Bewegungsdaten zum EEG

Bewegungsdaten sind Daten, welche dazu dienen, Veränderungen von Zuständen zu erfassen, und genutzt werden, um Stammdaten zu aktualisieren. Auch zum EEG-Konto beziehungsweise zur Entwicklung der erneuerbaren Energien werden Bewegungsdaten erfasst. Zahlen und Daten zum EEG werden von der Bundesnetzagentur und auf der Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber veröffentlicht. Auf Letzterer finden sich die EEG-Jahresabrechnungen und die Bewegungsdaten sowie die EEG-Anlagenstammdaten der vier Betreiber des Übertragungsnetzes: Amprion, TenneT, TransnetBW und 50 Hertz.

Die Zahlen der Bundesnetzagentur werden vor allem anhand der EEG-Jahresabrechnungen der Übertragungsnetzbetreiber, der Verteilnetzbetreiber und der Energieversorgungsunternehmen ermittelt. In den Berichten „EEG in Zahlen“, die jährlich erscheinen, sind Kennzahlen zu der historischen Entwicklung der installierten Leistung, der eingespeisten Jahresarbeit und der Zahlungen nach dem EEG festgehalten. Darüber hinaus finden sich die durchschnittlichen Zahlungen nach dem EEG, Kennzahlen zur regionalen Verteilung, der Verteilung nach Spannungsebenen und Größenklassen, umlagepflichtige Strommengen, Daten zum Zubau, die dazu dienen, Zahlungsansprüche zu ermitteln, und zum Einspeisemanagement sowie die Ergebnisse der Ausschreibungen nach dem EEG.6

Finanzierung der Energiewende

Auch wenn das EEG-Konto 2020 ein großes Minus aufwies, lassen sich im Ausbau der erneuerbaren Energien Erfolge verzeichnen. Denn durch Einspeisevergütungen und Abnahmegarantien wurde ein sicheres Markt- und Betriebsumfeld installiert. Technologische Weiterentwicklungen und die wachsende Größe der Produktion haben zu Kostensenkungen geführt. Inzwischen sind erneuerbare Energien zum Teil schon konkurrenzfähig, dies gilt vor allem für die Photovoltaik und Windenergieanlagen an Land.7

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