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DVGW-Qualitätszeichen

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

12.07.2021

Letztes Update

29.07.2021

  • Wiki
  • D
  • DVGW-Qualitätszeichen

Das DVGW-Qualitätszeichen für Gasgeräte und die DVGW-Zulassung für Trinkwasser

Inhalt des Wiki-Artikels

Das Akronym DVGW steht für Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches. Das Regelwerk des DVGW ist die Basis für alle Aktivitäten in der Gas- und Wasserwirtschaft, es enthält technische Regeln und DIN-Normen. Bereits seit 1865 formuliert der DVGW anerkannte Regeln der Technik für die Gas- und Wasserversorgung. Darüber hinaus vergibt der Verein Zertifizierungszeichen und DVGW-Qualitätszeichen.

Gasgeräte mit DVGW-Prüfzeichen

Vor dem Jahr 1996 musste ein Gasgerät lediglich das DVGW-Prüfzeichen tragen, damit es in Deutschland betrieben werden durfte. Dann trat die in der EU gültige CE-Kennzeichnung an seine Stelle – doch die Kennzeichnung allein reicht für die Erlaubnis zum Betrieb in Deutschland nicht aus. Heute dürfen Gasgeräte mit dem DVGW-Prüfzeichen nicht mehr in Verkehr gebracht werden, bereits installierte Geräte dürfen jedoch ohne Einschränkung weiterbetrieben werden. Falls diese abgebaut werden, müssen sie fachgerecht entsorgt werden. Seit 1996 dürfen ausschließlich Gasgeräte mit CE-Kennzeichnung in Verkehr gebracht werden. Das DVGW-Prüfzeichen darf nicht mehr vergeben werden, da sonst eine Doppelzertifizierung vorliegen würde. Mit der CE-Kennzeichnung wird sichergestellt, dass ein Gerät mit der EG-Gasgeräterichtlinie übereinstimmt. Hersteller von Gasgeräten können die Prüfstelle frei wählen. In welchem Land das Gerät geprüft wurde, gibt die vierstellige Kennnummer beim CE-Kennzeichen an. Die Kennnummer 0085 steht für Deutschland. Die CE-Kennzeichnung und die Nummer der Prüfstelle zählen zu den Pflichtangaben auf dem Typenschild eines Gasgeräts. Gasgeräte ohne CE-Kennzeichnung dürfen in Europa nicht in Verkehr gebracht werden. Neben der CE-Kennzeichnung ist die sogenannte NOx-Klasse entscheidend für den Betrieb in Deutschland. Die NOx-Klasse gibt den Ausstoß von Emissionen an. Die Schadstoffobergrenzen sind länderspezifisch festgelegt und müssen bei der Installation eines Gasheizkessels beachtet werden. Sie werden in Milligramm pro Kilowattstunde (mg/kWh) angegeben. Folgende NOx-Klassen gibt es:

 

NOx-Klasse

Grenzwerte NOx-Gehalt mg/kWh

1

260

2

200

3

150

4

100

5

70

 

In Deutschland dürfen ausschließlich Gasheizkessel betrieben werden, die der NOx-Klasse 5 entsprechen. Außerdem müssen folgende Voraussetzungen für den Betrieb in Deutschland erfüllt sein, die auf dem Typenschild angegeben sind:

  • Gasgeräte müssen der Gasgerätekategorie E zugeordnet sein
  • Der Nenndruck liegt für Erdgas bei 20 Millibar (mbar) und für Flüssiggas bei 50 mbar
  • Der Ländercode muss angegeben sein (Ausnahme: Geräte, die nach der Norm EN 297 zugelassen sind)

Für mehr Sicherheit bei der Entscheidung für ein Gasgerät sorgt das DVGW-Qualitätszeichen.

Kennzeichnung mit dem DVGW-Qualitätszeichen

Das DVGW-Qualitätszeichen ist keine Pflichtangabe auf dem Typenschild von Gasgeräten. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Angabe, anhand derer sich ablesen lässt, dass nicht nur die grundsätzlichen Anforderungen nach den EG-Richtlinien erfüllt sind. Gasgeräte mit dem DVGW-Qualitätszeichen erfüllen die Kriterien des DVGW-Sicherheitsstandards. Dazu gehören unter anderem die NOx-Klasse 5 und die automatische Zündsicherung. Eine Prüfung ist erforderlich, um das DVGW-Qualitätszeichen zu erhalten. Gasgeräte mit dem DVGW-Qualitätszeichen erfüllen besondere Anforderungen in den Bereichen:

  • Gebrauchstauglichkeit
  • Sicherheit
  • Servicefreundlichkeit
  • Ersatzteilversorgungssicherheit
  • Umweltschutz

DVGW-Qualitätszeichen für Trinkwasser

Die Anforderungen an Trinkwasser sind in Deutschland sehr hoch, es muss hygienisch einwandfrei sein. Deshalb gilt in Deutschland das sogenannte Multi-Barrieren-Prinzip, das eine sichere und nachhaltige Trinkwasserversorgung sicherstellen soll. Die dafür festgesetzten Ziele enthält der DVGW-Hinweis W 1001 „Sicherheit in der Trinkwasserversorgung – Risikomanagement im Normalbetrieb“:

  • Gesundheitsbezogene Ziele: Erfüllung der Anforderungen der Trinkwasserverordnung
  • Versorgungstechnische Ziele: Bereitstellung von Trinkwasser in ausreichender Menge und mit genügend Druck an jeder Übergabestelle
  • Ästhetische Ziele: Bereitstellung von Trinkwasser, das farblos, klar, kühl und geschmacklich einwandfrei ist

Durch das Multi-Barrieren-Prinzip soll eine sichere Versorgung mit Trinkwasser gewährleistet werden. Trinkwasser muss frei von Krankheitserregern, genusstauglich und rein sein. Nur durch eine einwandfreie Wasserversorgung und regelmäßige Kontrollen können mikrobiologische Risiken und chemische Inhaltsstoffe, die Gefahren für die menschliche Gesundheit bergen, ausgeschlossen werden. Im Jahr 1980 wurden in Europa einheitliche Trinkwasserqualitätsstandards festgelegt, um den Schutz der Konsumenten zu gewährleisten. In der EG-Trinkwasserrichtlinie sind Qualitätsstandards und Richtlinien zur Überwachung der Wasserqualität festgehalten. Die Richtlinie wird überarbeitet, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Fortschritte es erfordern. Die aktuelle Fassung der EG-Trinkwasserrichtlinie trat im Januar 2021 in Kraft.

Das Multi-Barrieren-Prinzip setzt sich aus drei Barrieren zusammen. Die erste Barriere betrifft das Einzugsgebiet von Wasservorkommen, also Grundwasser, Quellwasser, Talsperren und Seen. Ein flächendeckender Gewässerschutz ist erforderlich, um die der Trinkwassergewinnung dienenden Ressourcen zu schützen. Bei der zweiten Barriere sind die Wasserversorgungsunternehmen in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass ausschließlich Trinkwasser zu den Verbrauchern geleitet wird, das die Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllt. Die Erarbeitung und die Fortschreibung von technischen Regeln, die die Wasserqualität sicherstellen sollen, obliegt der Wirtschaft. An der Übergabestelle eines Gebäudes endet der Verantwortungsbereich des zuständigen Wasserversorgers. Die dritte Barriere ist die Hausinstallation, die so ausgeführt sein muss, dass das vom Wasserversorger übergebene Trinkwasser den Verbraucher in gleichbleibender Qualität erreicht. In der Trinkwasserverordnung ist festgeschrieben, dass der Gebäudeeigentümer oder der Betreiber für nachteilige Veränderungen der Trinkwasserqualität verantwortlich ist, die auf Werkstoffe oder Materialien der Hausinstallation oder eine unzulängliche Wartung und Instandhaltung zurückzuführen sind. Außerdem enthält sie die Forderung, dass ausschließlich Materialien und Geräte verwendet werden, die den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Dass Geräte oder Materialien diese Anforderung erfüllen, lässt sich zum Beispiel am DVGW-Qualitätszeichen oder am DIN-DVGW-Qualitätszeichen erkennen.

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