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Digitalisierung der Energiewende

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

12.07.2021

Letztes Update

29.07.2021

  • Wiki
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  • Digitalisierung der Energiewende

Gesetz und Barometer zur Digitalisierung der Energiewende

Inhalt des Wiki-Artikels

Mit der Energiewende in Deutschland geht die Digitalisierung der Energiewirtschaft einher. Es ist eine Neuorganisation der Stromverteilung und -steuerung notwendig, um den Strom von dezentralen Stromerzeugungsanlagen zum Verbraucher zu transportieren. Die Digitalisierung der Energiewende ist das bislang größte nationale IT-Projekt. Bei der Einspeisung von Strom, der Nutzung von Smart Metern und dem Netzbetrieb müssen große Datenströme gemanagt werden. Ziel der Digitalisierung sind schnelle, effiziente und automatisierte Prozesse in der Energiewirtschaft. Durch die Digitalisierung der Energiewende eröffnen sich neue Möglichkeiten, zum Beispiel können Verbrauchern personalisierte Produkte angeboten werden, die den Komfort erhöhen.

Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende

Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende wurde am 29. August 2016 erlassen und trat am 2. September 2016 in Kraft. Mittels des Gesetzes sollen unverhältnismäßige Kosten für Letztverbraucher, Stromerzeuger, Messstellen- und Netzbetreiber im Rahmen des beschleunigten Ausbaus der Elektrizitätsversorgung vermieden werden. Ein weiterer wichtiger Punkt des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende ist der Datenschutz. Denn Smart Meter übertragen Daten zum Verbrauch an die entsprechenden Anbieter. Bei der Digitalisierung der Energiewende ist also darauf zu achten, dass die Datensicherheit gewährleistet ist. Durch die Richtlinien 2009/72/EG und 2009/73/EG sind die EU-Mitgliedstaaten dazu angehalten, eine nationale Rolloutstrategie zu entwickeln, mit Hilfe derer 80 Prozent der Letztverbraucher mit intelligenten Messsystemen ausgestattet werden. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende enthält die folgenden Artikel:

  • Artikel 1: Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen (Messstellenbetriebsgesetz – MsbG)
  • Artikel 2: Änderung der Mess- und Eichverordnung
  • Artikel 3: Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes
  • Artikel 4: Änderung der Stromnetzentgeltverordnung
  • Artikel 5: Änderung der Stromnetzzugangsverordnung
  • Artikel 6: Änderung der Energiewirtschaftskostenverordnung
  • Artikel 7: Änderung der Niederspannungsanschlussverordnung
  • Artikel 8: Änderung der Niederdruckanschlussverordnung
  • Artikel 9: Änderung der Stromgrundversorgungsverordnung
  • Artikel 10: Änderung der Gasgrundversorgungsverordnung
  • Artikel 11: Änderung der Anreizregulierungsverordnung
  • Artikel 12: Aufhebung der Messzugangsverordnung
  • Artikel 13: Änderung der Gasnetzzugangsverordnung
  • Artikel 14: Änderung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes
  • Artikel 15: Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)
  • Artikel 16: Inkrafttreten

Barometer Digitalisierung der Energiewende

Das „Barometer Digitalisierung der Energiewende“ ist eine Studie, die den Fortschritt bei der Digitalisierung der Energiewende und Modernisierungen in der Energiewirtschaft zum Thema hat. Die erste Studie wurde im Januar 2019 unter dem Titel Barometer zur Digitalisierung der Energiewende 2018 herausgegeben, denn sie bezieht sich auf das Berichtsjahr 2018. Es folgten die Barometer zur Digitalisierung der Energiewende 2019 und 2020, für die Zukunft sind weitere geplant. Das Barometer Digitalisierung der Energiewende 2020 stellt fest, dass es zum einen spürbare Fortschritte bei der Digitalisierung der Energiewende gibt, zum anderen sind neue Hindernisse bei der Regulierung und Umsetzung aufgetreten. Folgende Fortschritte sind zu verzeichnen:

  • Umsetzung der Marktkommunikation 2020 (MaKo 2020)
  • Anhaltender Rollout von Smart Metern
  • Entscheidung zur Vergabe von 450-Megahertz-Frequenznutzungsrechten

Allerdings hat sich das Tempo der Digitalisierung der Energiewende verlangsamt, unter anderem deshalb, weil die Regulation nur stockend voranschreitet und strukturelle Hürden bestehen. Zum Ende des Jahres 2020 waren die Smart Meter Gateways von vier Herstellern durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert. Damit ist im Vergleich zu den Angaben im Barometer Digitalisierung der Energiewende inzwischen ein Smart Meter Gateway mehr am Markt verfügbar. Von der MaKo 2020 vorgesehene Marktprozesse und Datenformate sind in der Praxis anwendbar. Der Rollout intelligenter Messsysteme ist vorangeschritten, während 2019 rund 2,5 Millionen Einheiten verbaut waren, waren es 2020 bereits 5,8 Millionen. Bei dem voranschreitenden Standardisierungsprozess mussten Rückschläge in Kauf genommen werden. In der EEG-Novelle vom 21. Dezember 2020 sind verbindliche Festlegungen zur Ausweitung eines verpflichtenden Rollouts zur Verbrauchsmessung und Steuerung von EEG- und KWKG-Anlagen auch unterhalb einer Leistung von 100 Kilowatt enthalten. Diese können aber erst nach der Umsetzung der BSI-Markterklärung, die voraussichtlich im Jahr 2021 erfolgt, umgesetzt werden. Für die netzorientierte Steuerung flexibler Verbrauchseinrichtungen nach Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) ist eine Fortschreibung des rechtlichen Rahmens erforderlich. Dies ist notwendig, um den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge voranzubringen und eine stabile Grundlage für Geschäftsmodelle mit flexiblen Lasten zu etablieren. Aber bislang konnte keine Einigkeit zwischen der Energiewirtschaft und der Automobilwirtschaft erzielt werden.

Seinen Namen trägt das Barometer Digitalisierung der Energiewende, weil die Fortschritte mit Hilfe einer Punkteskala gemessen werden. Das Barometermodell zur Messung der Fortschritte hat eine Skala, die bis 100 geht. Eine Vielzahl von Indikatoren rund um die Digitalisierung der Energiewende fließt in die Bewertung des Digitalisierungsgrads ein. Werden 100 Punkte erreicht, sind die Schlüsselfaktoren zur Digitalisierung der Energiewende vollständig erfüllt. Für das Jahr 2020 erreicht das Barometer 36 Punkte, im Vergleich zu 2019 ist der Wert um 14 Punkte gestiegen. Bislang ist also erst etwas mehr als ein Drittel dessen erfüllt, was für die Digitalisierung der Energiewende erforderlich ist.

Folgen der Digitalisierung der Energiewende

Die Vernetzung von Elementen des Energiesystems kommt der mit der Energiewende einhergehenden dezentralen und fluktuierenden Energiebereitstellung entgegen. Durch die Digitalisierung entstehen neue Märkte, es können zum Beispiel smarte Dienstleistungen im Energiebereich angeboten werden. Bei industriellen Prozesse kann die Digitalisierung der Energiewende die Ressourcen- und Energieeffizienz erhöhen. Mit der Digitalisierung der Energiewirtschaft gehen aber auch hohe Ansprüche hinsichtlich der Datensicherheit einher, denn die automatisierte Übertragung von Messwerten erfordert sichere Smart Meter Gateways und einen rechtlichen Rahmen. Es müssen Sicherheitskonzepte entwickelt werden, um den Datenschutz zu gewährleisten.

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