dachheizzentrale-header-wikipedia-net4energy
hero-bg

Dachheizzentrale

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

25.01.2021

Letztes Update

17.08.2022

Anforderungen an eine Dachheizzentrale | Vorteile und Nachteile einer Dachboden-Heizung

Inhalt des Wiki-Artikels

Dachheizzentrale – Anforderungen, Vorteile und Nachteile

Eine Dachheizzentrale ist ein zentrales Heizgerät, das in einem Dachgeschoss platziert wird. Die Heizzentrale unterm Dach ist dazu gedacht, den Heizungskeller zu ersetzen. Vor allem, wenn kein Keller vorhanden ist oder die Räume anders genutzt werden sollen, bietet sich die Dachheizzentrale an. Besonders sinnvoll ist diese Heizungsvariante in Hochwassergebieten, wo der Keller schnell unter Wasser stehen kann. Dachheizzentralen werden in der Regel mit Gas betrieben, darüber hinaus kann eine Solarthermieanlage eingebunden werden.1

Anforderungen an Dachheizzentralen

Damit eine Dachheizzentrale installiert werden kann, müssen die Räumlichkeiten bestimmten Anforderungen genügen. Das Dachgeschoss muss ausreichend gedämmt sein, um Wärmeverluste zu vermeiden, nebstdem könnten Frostschäden an der Gasheizung und den Leitungen auftreten. Ideal für die Dachheizzentrale ist ein ausgebauter Dachboden. Da es recht kleine Gasheizgeräte gibt, können die Zimmer ganz normal genutzt werden. Ein Muss ist ein gebläseunterstütztes Heizgerät, das unabhängig von der Raumluft arbeitet. Für dieses sind Leitungen zu installieren, die Frischluft von außen für die Verbrennung zuführen.2

Vorteile der Dachheizzentrale

Die Einrichtung einer Dachheizzentrale bringt Vorteile mit sich. Während Heizkessel, Öltanks oder ein Lager für Holzpellets viel Platz brauchen, nimmt eine Gastherme im Dachgeschoss nur wenig Raum ein und kann einfach an der Wand eines Raumes angebracht werden. Der Standort ist frei wählbar, denn eine Gasleitung kann in so gut wie jeden Raum verlegt werden. Leicht einplanen lässt sich eine Dachheizzentrale beim Neubau eines Hauses, bei Altbauten bietet es sich an, sie im Rahmen von Sanierungsarbeiten zu installieren. Die oft recht kostspielige Schornsteinsanierung entfällt dann.

Ein bedeutender Vorteil von Dachheizzentralen ist, dass die Abgasführung kurz und einfach zu montieren ist, ein Schornstein ist nicht notwendig. Darüber hinaus ist die Einbindung einer Solarthermieanlage bei einer Dachheizzentrale besonders einfach, da zwischen den Sonnenkollektoren und dem Heizgerät nur ein kurzer Weg liegt. Der Installationsaufwand für die Leitungen, die thermische Energie von den Kollektoren zum Speicher leiten, ist wesentlich geringer als bei einer Heizungsanlage im Keller. Zudem wird beim solaren Betrieb Strom für die Pumpe gespart. Mit der Installation einer Dachheizzentrale bleibt im Keller mehr Raum zur freien Verfügung. Statt eines Heizungs- kann man zum Beispiel einen Hobbyraum einrichten.3

Nachteile der Dachheizzentrale

Ein Nachteil der Dachheizzentrale ist, dass sie nur in einem genügend isolierten Dachgeschoss effizient arbeitet und vor Frost geschützt ist. Für den Verbrennungsprozess darf nicht die Umgebungsluft genutzt werden, stattdessen muss Frischluft von außen zugeführt werden. Zu den Nachteilen der Dachheizzentrale lässt sich außerdem rechnen, dass Schwerkraftzirkulation damit kaum möglich ist. Schwerkraftzirkulation bezeichnet den physikalischen Effekt, dass ein Fluid aufgrund des Dichteunterschieds zwischen einer warmen und einer kalten Säule in einem geschlossenen System zirkuliert.

Macht die Heizung auf dem Dachboden Geräusche?

Eine Heizungsanlage besteht aus zahlreichen Komponenten und macht während des Betriebs immer Geräusche, die aber kaum zu hören sind. Zu diesen zählen das Wasserrauschen in Heizkörpern und ein leises Brummen der Heizung. Für die Dachheizzentrale wird meist eine Gasheizung genutzt. Moderne Gasthermen wie der Umlaufwasserheizer sind nicht nur sehr kompakt, sie arbeiten außerdem fast geräuschlos. Macht die Heizung auf dem Dachboden laute, ungewöhnliche Geräusche, sollte eine Fachkraft zu Rate gezogen werden.4

Dachheizzentralen in der Feuerungsverordnung

Heizungsanlagen müssen den Anforderungen der „Anordnung über Feuerungsanlagen, Anlagen zur Verteilung von Wärme und zur Warmwasserversorgung sowie Brennstofflagerung“ genügen, die unter dem Namen Feuerungsanordnung (FeuAO) bekannt ist. In Paragraf 4 „Schornsteine und andere Abgasanlagen“ wird die Dachheizzentrale erwähnt. Sie bildet einen Ausnahmefall von der dort festgeschriebenen Regel, dass in Schornsteinen und Verbindungsstücken kein Überdruck gegenüber Räumen entstehen darf. Die Bauteile der Heizungsanlage müssen aber unbedingt dicht sein, damit keine Abgase austreten können.5

Projekte mit Dachheizzentralen

Dass die Dachheizzentrale nicht nur bei Neubauten eingeplant, sondern auch bei Bestandsbauten nachgerüstet werden kann, zeigen unterschiedliche Projekte. Zum Beispiel wurde im Rahmen von Sanierungsarbeiten eine Dachheizungszentrale in das Gebäude des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Bonn eingebaut. Zwei Gas-Brennwertkessel mit einer Gesamtleistung von mehr als drei Megawatt versorgen die Heizung mit Wärme. Sie sind in einer Höhe von 65 Metern in der Dachheizzentrale montiert. Mit Hilfe der neuen Heizungstechnik und weiteren Modernisierungsmaßnahmen will man Energie einsparen und CO2-Emissionen verringern.6

In Berlin wird ein ganzer Gebäudekomplex mit rund 460 Wohn- und zwölf Gewerbeeinheiten durch Dachheizungszentralen versorgt. Das Stromerzeuger- und Mieterstromprojekt „Bremer Höhe“ hat drei Dachheizzentralen eingeplant, die den Komplex mit Wärme und Strom versorgen. Die Dachheizzentralen sind mit Kesselanlagen und Blockheizkraftwerk-Modulen ausgestattet. Durch die Modernisierung haben sich die CO2-Emissionen und die Verbrauchskosten deutlich reduziert.7

Dachheizzentrale mit eigenem Gastank

Auch wenn vor Ort der Anschluss ans Gasnetz nicht möglich ist, kann eine Gasheizung auf dem Dachboden eingerichtet werden. Es bietet sich in diesem Fall an, die Brennwerttherme mit Flüssiggas zu betreiben und den Brennstoff in einem unterirdischen Gastank zu lagern. Tanks für Flüssiggas können Verbraucher kaufen oder mieten. Der Kauf bietet den Vorteil, den Flüssiggaslieferanten frei wählen zu können. Allerdings besitzen nur rund 20 Prozent der Flüssiggaskunden einen eigenen Tank. Die meisten mieten einen Tank von einem Flüssiggaslieferanten, der dann in der Regel auch nur von diesem betankt werden darf, wodurch die Verbraucher oft mehr bezahlen als Kunden mit eigenem Tank.8

dachheizzentrale-hybridauto-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Erdgasauto erfahren? Lade dir jetzt unseren ultimativen Guide herunter!
jetzt kaufen