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CO2-Gebäudesanierung

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

14.06.2021

Letztes Update

15.06.2022

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  • CO2-Gebäudesanierung

 

CO2-Gebäudesanierung für einen klimaneutralen Gebäudebestand

Rund 40 Prozent des Energieverbrauchs entfallen in Deutschland auf den Gebäudesektor – die Energie wird zum Heizen und zur Warmwasserbereitung gebraucht. In diesem Sektor besteht also ein großes Einsparpotenzial, das ausgeschöpft werden muss, damit die Energiewende wie geplant gelingt. Aus diesem Grund wurden staatliche Förderungsprogramme wie die CO2-Gebäudesanierung geschaffen. Sie sind als Anreiz zur Sanierung für Hauseigentümer gedacht.

Inhalt des Wiki-Artikels

Warum sollten Gebäude saniert werden?

Viele alte Häuser sind noch gut in Schuss, so dass sich die Eigentümer vielleicht die Frage stellen, warum eine Sanierung nötig sein sollte. Doch nicht der äußere Eindruck ist entscheidend, sondern die energetische Qualität des Gebäudes. Drei Viertel der Gebäude in Deutschland wurden vor 1970 gebaut und entsprechen nicht den heute gängigen Standards. Bei nicht wenigen wird wortwörtlich aus dem Fenster geheizt. Dies führt dazu, dass viel mehr Energie aufgewendet werden muss, als eigentlich erforderlich ist. Dazu kommen alte Heizungsanlagen, die viel CO2 verursachen. Mit einer CO2-Gebäudesanierung sinkt nicht nur der Energieverbrauch, es wird auch weniger Kohlenstoffdioxid verursacht, was der Umwelt zugutekommt. Darüber hinaus reduzieren sich die Kosten für Heizung und Warmwasserbereitung, so dass eine Sanierung dem Hauseigentümer langfristig einen finanziellen Vorteil einbringt. Maßnahmen im Rahmen der CO2-Gebäudesanierung sind beispielsweise:

  • Austausch von alten Türen und Fenstern
  • Einbau einer modernen Heizungsanlage
  • Nutzung von erneuerbaren Energien zum Heizen und zur Warmwasserbereitung
  • Dämmung von Dach, Kellerdecke oder Fassade

Vorteile der CO2-Gebäudesanierung

Heizung, Warmwasser und Beleuchtung von privaten und öffentlichen Gebäuden haben einen Anteil von etwa 40 Prozent am Gesamtenergieverbrauch in Deutschland und sind für knapp 20 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Durch eine fachgerechte CO2-Gebäudesanierung kann der Energiebedarf bei einem Gebäude um bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Dies ist ein großer Vorteil im Sinne des Klimaschutzes. Um dieses Potenzial zu nutzen, hat die Bundesregierung am 17. Juni 2020 die langfristige Renovierungsstrategie beschlossen. Bis 2050 soll der Gebäudebestand in Deutschland nahezu klimaneutral sein. Ziel der geplanten CO2-Gebäudesanierung ist eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um rund sechs Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Neben dem Beitrag zum Klimaschutz hat die CO2-Gebäudesanierung weitere Vorteile. Laut aktuellen Studien schafft die energetische Modernisierung des Gebäudebestands bis zu 215 000 zusätzliche Arbeitsplätze im Bauhandwerk. In Wohngebäuden steigt durch die CO2-Gebäudesanierung der Wohnkomfort, zugleich sinken die Betriebskosten. Mit der Einbindung von erneuerbare Energien sind Hauseigentümerinnen oder Hauseigentümer unabhängiger von steigenden Energiepreisen. Da es eine staatliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen gibt, ist die Modernisierung auch noch relativ günstig.

Förderung für energieeffiziente Gebäude

Vor der Modernisierung ist die Inanspruchnahme einer Beratung zur Gebäudesanierung und zu Förderprogrammen sinnvoll. Je nachdem, was saniert wird, können unterschiedliche Förderungen beantragt werden. Es gibt eine ganze Reihe an Fördermaßnahmen im Rahmen der langfristigen Renovierungsstrategie für mehr Energieeffizienz. Bei der Erneuerung einer Heizungsanlage kommt eine der folgenden Förderungen infrage:

  • Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt
  • Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
  • Austauschprämie für Ölheizungen
  • KfW-Förderprogramme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren (z. B. Zuschuss Brennstoffzelle)

Die Förderungen werden durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt. Wird eine Ölheizung durch eine Erneuerbare-Energien-Heizungsanlage ersetzt, beispielsweise durch eine Wärmepumpe oder eine Biomasse-Anlage, ist ein Zuschuss von bis zu 45 Prozent der Investitionskosten möglich.

Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Bundesregierung

Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm dient dazu, die energetische Sanierung von Gebäuden zu fördern. Es ist Teil des Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramms (IEKP) sowie des Programms für Wachstum und Beschäftigungssicherung (Wachstumspaket) der Bundesregierung. Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm umfasst verschiedene Fördermaßnahmen. Privatpersonen, Wohnungsgenossenschaften und -unternehmen, Bauträger sowie Eigentümer von Wohnheimen können die KfW-Förderungen „Energieeffizient Bauen“ oder „Energieeffizient Sanieren“ in Anspruch nehmen. Kommunale und sozial genutzte Gebäude werden über das KfW-Programm „IKK/IKU – Energetische Stadtsanierung – Energieeffizient Sanieren“ gefördert. Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm soll dazu beitragen, Tausende Gebäude und Millionen Wohnungen energieeffizienter zu machen. Die Förderung der CO2-Gebäudesanierung erfolgt entweder über einen direkten Zuschuss oder zinsgünstige Darlehen, zum Teil mit Tilgungszuschuss. Außerdem gibt es eine Förderung für die Baubegleitung von energetischen Sanierungsmaßnahmen. Abhängig von der Sanierungsmaßnahme ist eine Förderung von bis zu 100 Prozent der Investitionskosten möglich. Von 2020 bis 2023 sind jährlich circa 3,6 Milliarden Euro für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm verfügbar.

Bis Oktober 2020 bildete die Energieeinsparverordnung (EnEV) den ordnungspolitischen Rahmen, sie wurde von den Regelungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) abgelöst. Diese legen die energetischen Mindeststandards beim Neubau von Gebäuden und bei größeren Sanierungsarbeiten fest. Handlungsempfehlungen für Eigentümer sind im Sanierungsfahrplan für den Gebäudebestand festgehalten. Er enthält Tipps, mit welchen Maßnahmen bis 2050 der Niedrigstenergiestandard verwirklicht werden kann. Die Förderungen für eine Gebäudesanierung orientieren sich am Sanierungsfahrplan. Damit Sanierungen möglichst effizient erfolgen, wird auch die Beratung durch einen Experten vor Ort gefördert. Um den energetischen Zustand von Gebäuden transparent zu machen, wurde der Energieausweis eingeführt. So können sich Kauf- oder Mietinteressenten vorab über die energetische Qualität eines Objekts informieren.

Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude

Ganz im Sinne der CO2-Gebäudesanierung startete zu Beginn des Jahres 2021 die Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG), in der die bisherigen Programme der Bundesregierung zur Förderung der Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudesektor zusammengefasst sind. Knapp sechs Milliarden Euro sind 2021 für Bundeszuschüsse für Gebäude- und Heizungsmodernisierungen vorgesehen. Durch Einführung des BEG sollen:

  • Förderanträge und Abwicklung vereinfacht,
  • Anreize weiter geschärft und
  • die Förderung stärker auf energie- und klimapolitische Ziele ausgerichtet werden.
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