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Charge Point Operator

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

25.01.2021

Letztes Update

17.08.2022

  • Wiki
  • C
  • Charge Point Operator

 

Definition Charge Point Operator | Aufgaben und Pflichten von Ladesäulenbetreibern

Inhalt des Wiki-Artikels

Charge Point Operator: Definition sowie Aufgaben und Pflichten des CPO

Ein Charge Point Operator, kurz CPO, ist ein Errichter und Betreiber von Ladesäulen für E-Fahrzeuge. Charge Point Operators sind zum einen zuständig für die Planung, Genehmigung und Errichtung von Ladepunkten, zum anderen obliegt ihnen der Betrieb, Service und Wartung, die Systembetriebsverwaltung sowie die Rechnungsstellung an Direktkunden und eingebundene Mobility Service Provider (MSP), die für den Bezahlvorgang zuständig sind.1

Mobility Service Provider und Charge Point Operator

Der Charge Point Operator stellt die Ladepunkte zur Verfügung und sorgt für die Instandhaltung. Mobility Service Provider und E-Mobility Service Provider (EMSP) veräußern Mobilitätsprodukte und Dienstleistungen, also zum Beispiel Ladekarten, Abonnements und Apps zum Aufladen an öffentlichen Ladestationen. CPOs bieten teils auch den Service von MSPs und EMSPs an.2

Verantwortung und Pflichten des CPO

Ladesäulenbetreiber sind dafür verantwortlich, dass an ihren Stationen sicheres Laden möglich ist. Daraus ergeben sich bestimmte Pflichten für Charge Point Operators, die zu erfüllen sind. CPOs sind für ihre Ladestationen haftbar. Als technische Betreiber müssen sie sicherstellen, dass zu keiner Zeit das Risiko eines Elektro- oder Brandunfalls besteht. Darüber hinaus haben sie dafür zu sorgen, dass die elektrotechnische Anlage regelmäßig überprüft wird. Der Charge Point Operator soll sicheres, störungsfreies und kundenorientiertes Laden von Elektroautos gewährleisten. Er kann eine Elektrofachkraft als Fachverantwortlichen zur eigenen Entlastung einbinden.3

Aufgaben eines Charge Point Operators

Der Charge Point Operator ist praktisch der Manager der Ladeinfrastruktur. Er muss nicht Besitzer, sondern kann auch Pächter der Ladestation sein. Zu den Aufgaben des CPO gehört die Beschaffung von Strom. Nach den Regelungen des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) gilt er als Letztverbraucher, somit unterscheidet sich sein Status von dem eines Stromlieferanten oder Energieversorgers. Verteilnetzbetreiber dürfen nicht als Charge Point Operators agieren, dies legt Artikel 33, Absatz 2 der EU-Strombinnenmarktrichtlinie fest, die im Juli 2019 in Kraft getreten ist. Davon ausgenommen sind Ladestationen, die ausschließlich dem Eigengebrauch dienen. Bis zur Einführung dieser Regel durften Verteilnetzbetreiber in Deutschland als CPOs tätig sein, so dass bei vielen Ladestationen das Betreibermodell geändert werden musste.4

Nebstdem ist der Ladesäulenbetreiber für das Backend – die Systembetriebsverwaltung der Ladeeinrichtung – zuständig. Über das Backend ist die Verwaltung, das Monitoring und die Fernwartung der angeschlossenen Ladepunkte möglich. Des Weiteren werden über das Backend Daten zum Betrieb und Abrechnungen übermittelt und es dient zur Kommunikation mit anderen Beteiligten wie dem MSP. Die Systembetriebsverwaltung umfasst:

  • Monitoring: Betriebsdatenerfassung, Auswertung, Überwachung
  • Fernwartung: Fehlerbehebung, Bedienerunterstützung des Kunden
  • Abrechnungen: für Ladeeinrichtungen und Kunden
  • E-Roaming und Interoperabilität: Authentifizierung, Identifikation
  • Datenaustausch per Open Charge Point Protocol (OCPP)
  • Kommunikation mittels GPRS, UMTS, LAN oder WLAN
  • Zugriff via Web-Frontend: Bedienung der Endkunden am Ladepunkt
  • Zwecks Identifikation kann der Charge Point Operator im Backend standardisierte ID-Nummern erzeugen und verwalten. Die Anbindung der Systembetriebsverwaltung erfolgt über ein technisch integriertes Kommunikationsmodul, Informationen werden via SIM-Karte oder über eine Datenleitung übertragen.5

Grundsätzlich kann eine Ladeinfrastruktur auch ohne Backend als Stand-alone-Lösung betrieben werden. Die Ladepunkte übertragen in dem Fall individuell, ohne Vernetzung elektrische Energie an Elektrofahrzeuge. Dieses System war beim Aufkommen der Elektromobilität verbreitet, als es nur eine überschaubare Anzahl an E-Autos gab und die Ladeinfrastruktur oft entgeltfrei genutzt werden konnte. Heute wird ein solches System hauptsächlich für die private Wallbox genutzt. Gerade bei großen Ladeparks bedeutet die Vernetzung eine Arbeitserleichterung für den Charge Point Operator. Interoperable Systeme vernetzen zudem nicht nur die Ladepunkte, darüber hinaus ist der Anschluss an eine E-Roaming-Plattform möglich. Über diese arbeiten CPOs mit Electro Mobility Providern (EMP) zusammen: Electro Mobility Provider mieten Ladedienste bei Charge Point Operators, deren Ladeinfrastruktur dann ihren Kunden zur Verfügung steht. Dies bringt für Elektromobilitätskunden den Vorteil mit sich, dass sie die Ladesäulen vieler Anbieter nutzen können. Kunden begleichen ihre Kosten beim Electro Mobility Provider, zwischen Charge Point Operator und EMP erfolgt eine Business-to-Business-Abrechnung.

Der Charge Point Operator kann die Rolle des Electro Mobility Providers mit übernehmen. Auf dem Markt haben sich dafür zwei Geschäftsmodelle etabliert. Im ersten Fall betreibt der Charge Point Operator eine eigene E-Roaming-Plattform, der sich andere CPOs, EMPs oder Plattformen anschließen können. Die Abrechnung verbleibt bei diesem Modell beim Charge Point Operator. Im zweiten Fall agiert der CPO zwar gleichzeitig als EMP, betreibt aber keine eigene E-Roaming-Plattform. Stattdessen schließt er sein Backend an eine externe Plattform an, über die seine Kunden auf die Ladestruktur anderer Anbieter zugreifen können. Die Abrechnung erfolgt über die E-Roaming-Plattform, der Charge Point Operator gibt die Kosten von anderen Ladeinfrastrukturen durch seine Kunden an diese weiter und erhält eine Vergütung für die Nutzung seiner Ladepunkte durch Kunden anderer Anbieter.6

Stakeholder bei der Errichtung von Ladestationen

Die an der Errichtung von Ladestationen beteiligten Parteien werden Stakeholder genannt. Dazu zählen Anspruchsträger, Projektbeteiligte, Interessenkunden und Betroffene. Die Anzahl der Stakeholder variiert von Gemeinde zu Gemeinde. Mögliche Stakeholder bei der Errichtung einer Ladestation sind:

  • Charge Point Operator
  • Grundstückseigentümer
  • Liegenschaftsverwaltung
  • Energieversorgungsunternehmen
  • Verteilnetzbetreiber
  • Elektrofachbetrieb
  • Tiefbauamt
  • Ordnungsamt
  • Stadtplanung
  • Denkmalschutzbehörde
  • Straßen- und Grünflächenamt
  • Straßenverkehrsbehörde
  • Bauamt
  • Umweltbehörde

Für eine Genehmigung zum Betrieb der Ladestation ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten erforderlich.7

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