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CHAdeMO

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

18.11.2020

Letztes Update

17.08.2022

CHAdeMO – Das Stecksystem für Elektroautos einfach erklärt plus Autos mit CHAdeMO-Standard

Inhalt des Wiki-Artikels

CHAdeMO – Bidirektionales Laden mit dem japanischen Stecksystem

CHAdeMO ist ein in Japan entwickeltes Stecksystem für das Laden von Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Der Begriff ist ein Akronym aus „CHArge de MOve" und ein Wortspiel mit dem japanischen Ausdruck „O cha demo ikaga desuka“, der ins Deutsche übertragen so viel wie „Lasst uns eine Tasse Tee während des Ladens trinken“ bedeutet. Mit dem Namen wird also darauf angespielt, wie lange ein Ladevorgang im Idealfall dauern sollte. Der CHAdeMO-Stecker etablierte sich als erster Standard für das Laden von E-Fahrzeugen mit Gleichstrom (DC). Automarken, die den Stecker serienmäßig an Bord haben, sind Toyota, Kia, Mitsubishi und Nissan. Tesla bietet für mehrere Modelle einen Adapter zum Anschluss an eine CHAdeMO-Ladestation an.1

Öffentliche CHAdeMO-Ladestationen

Öffentliche Ladestationen, die mit einem CHAdeMO-Stecker ausgestattet sind, gibt es auf allen fünf Kontinenten. Im Jahr 2020 lag die Anzahl der CHAdeMO-Ladestationen weltweit bei rund 32 300, sie stehen in mehr als 70 Ländern. Etwa 14 400 Ladestationen befinden sich in Europa. Mit einer Leistung von bis zu 400 Kilowatt übertragen sie elektrische Energie durch das Ladekabel zum Akku des Autos. Der CHAdeMO-Stecker ist auf Gleichstrom ausgelegt und kann in beide Richtungen laden – so kann das E-Auto als Stromspeicher genutzt werden, um zu Spitzenlastzeiten elektrische Energie ins Stromnetz rückzuspeisen.2

Bidirektionale Wallbox mit CHAdeMO-Stecker

Zu Hause kann ein Elektroauto zwar an einer haushaltsüblichen Steckdose geladen werden, die Einspeisung von Strom ins Netz ist damit aber nicht möglich. Eine bidirektionale Wandladestation mit CHAdeMO-Stecker hat das spanische Unternehmen Wallbox entwickelt. Über die Ladestation kann die Batterie des Autos das Haus mit Strom versorgen oder elektrische Energie ins Netz einspeisen. Durch das Ladekabel der Wallbox fließt Gleichstrom mit einer Höchstladeleistung von 7,4 Kilowatt. Die bidirektionale Wallbox kann mit einer Photovoltaikanlage und einem stationären Batteriespeicher zu einem Energiemanagementsystem verbunden werden. So können die Akkus von Elektrofahrzeugen mit Solarenergie aufgeladen und elektrische Energie, die nicht zum Fahren gebraucht wird, gespeichert oder direkt genutzt werden.3

Schnellladen mit CCS und CHAdeMO

Für das Schnellladen von E-Fahrzeugen mit Gleichstrom hat sich neben CHAdeMO auch der CCS Standard etabliert. Im Gegensatz zum CHAdeMO-Stecker lässt sich der CCS-Stecker auch an eine Wechselstrom-Ladestation anschließen – die Ladeleistung ist dann natürlich deutlich niedriger. Welcher Standard sich letztendlich durchsetzt, hat sich bislang noch nicht herauskristallisiert. Das von Autoherstellern wie Audi, BMW, Ford, Mercedes, General Motors, Porsche und VW favorisierte CCS ist in Europa und den USA weit verbreitet, während in Asien – vor allem in Japan und China – vorwiegend Ladestationen mit CHAdeMO stehen. Mit einem CCS-Stecker ist das Elektroauto Model 3 von Tesla ausgestattet, für andere Modelle des Herstellers ist bislang ein Adapter zum CCS-Schnellladen erforderlich. Mit welcher Ladeleistung Energie übertragen werden kann, ist aber auch vom Auto abhängig; dies gilt für den CCS- wie für den CHAdeMO-Standard.4

Autos mit CHAdeMO-Ladeanschluss als Standard

Vor allem die Autos asiatischer Hersteller sind oft bereits standardmäßig mit einem CHAdeMO-Ladeanschluss ausgerüstet. Der Nissan Leaf verfügt sowohl über einen CHAdeMO- als auch über einen Typ-2-Anschluss. Per Gleichstrom-Schnellladen soll die Batterie des Autos in rund einer Stunde von einem Ladestand von 20 Prozent auf einen von 80 Prozent kommen. Ebenfalls einen CHAdeMO-Anschluss hat der Plug-in-Hybrid Outlander von Mitsubishi, darüber hinaus bietet er einen Typ-1-Anschluss, der über ein Mode-2- oder Mode-3-Ladekabel mit einer Schuko-Steckdose, einer Wallbox oder einer geeigneten Ladestation verbunden werden kann. Zu Hause kann der Citroën C-Zero über eine haushaltsübliche Steckdose geladen werden, unterwegs ist Schnellladen über einen CHAdeMO-Anschluss möglich. Die Lithium-Ionen-Batterie des Autos, die eine Kapazität von 14,5 Kilowattstunden aufweist, soll über eine CHAdeMO-Ladestation in einer halben Stunde um 80 Prozent aufgeladen sein.5

Entwicklung des CHAdeMO-Ladestandards

CHAdeMO ist ein 2010 gegründeter Verband von Organisationen rund um die Elektromobilität, der sich mit der stetigen Weiterentwicklung von Lademöglichkeiten und der Etablierung eines Standards befasst. Zu den Mitgliedern der Vereinigung gehören Batterie- und Autohersteller, Zertifizierungsstellen, Kommunen und Non-Profit-Organisationen. Weltweit hat CHAdeMO mehr als 240 Mitglieder, in Europa etwa 130. Der europäische Sitz des Verbands befindet sich in Paris. Öffentliche Ladestationen mit CHAdeMO-Stecker gibt es in fast allen Ländern Europas.

Mitte 2018 haben sich die Industrieverbände Chinas und Japans darauf geeinigt, einen neuen, schnellen Ladestandard für E-Autos zu entwickeln. Geplant sind Ladestationen, die Energie mit einer Ladeleistung von mehr als 500 Kilowatt übertragen. Dies wäre ein deutlicher Vorteil gegenüber CCS Ladestationen, die aktuell mit bis zu 350 Kilowatt Leistung laden. Unabhängig von CHAdeMO und CCS entwickelt Tesla den Super-Charger weiter und vertreibt darüber hinaus Adapter für CHAdeMO-Stecker. Der von Japan und China angestrebte Schnellladestandard soll sowohl mit dem japanischen CHAdeMO-System als auch mit dem chinesischen GB/T-System kompatibel sein.

Im Jahr 2019 waren 15 Prozent aller schnellladefähigen E-Fahrzeuge weltweit mit einem CHAdeMO-Anschluss ausgestattet, vor allem in China gibt es viele Autos mit diesem Standard. In Europa haben rund 25 Prozent aller schnellladefähigen Elektrofahrzeuge einen CHAdeMO-Ladeanschluss. Darüber hinaus sind global weitere 19 Prozent der E-Autos mit dem CHAdeMO-Stecker kompatibel, wenn ein Adapter genutzt wird – dies betrifft vorwiegend Tesla. Außerdem können zwölf Prozent aller Plug-in-Hybride weltweit an eine CHAdeMO-Ladestation angeschlossen werden. CHAdeMO hat sich zum Ziel gesetzt, elektrische Energie mit einer Ladeleistung von 900 Kilowatt zu übertragen.6

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