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Anbau-Pelletbrenner

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

11.10.2020

Letztes Update

26.04.2022

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  • Anbau-Pelletbrenner

Anbau-Pelletbrenner – Definition und das Nachrüsten von Stückholz- oder Ölkesseln

Inhalt des Wiki-Artikel

Anbau-Pelletbrenner zum Nachrüsten der Heizungsanlage

Neben Öl, Gas und Stückholz können auch Holzpellets zum Heizen genutzt werden. Es gibt Öfen und Zentralheizungen, die auf Pellets ausgelegt sind. Darüber hinaus können Stückholz- und Ölkessel mit einem Anbau-Pelletbrenner nachgerüstet werden. Diese Brenneraufsätze sind typisch für Skandinavien, werden aber auch in Deutschland immer mehr genutzt. Die Umstellung von Öl auf Holzpellets geht mit einem Anbau-Pelletbrenner einfach vonstatten, zudem kann der bereits vorhandene Heizkessel weiter genutzt werden. Bei Stückholzkesseln kann der Brenneraufsatz auch an einem seitlichen Flansch, falls vorhanden, in den Feuerungsraum des Kessels integriert werden. Auf diese Weise erhält man einen Scheitholz-Pellet-Kombikessel, der sowohl mit Scheitholz als auch mit Holzpellets befeuert werden kann.1

Lagerung der Pellets und Transport zum Anbau-Pelletbrenner

Bei der Installation eines Anbau-Pelletbrenners muss berücksichtigt werden, dass für die Lagerung der Pellets ausreichend Raum zur Verfügung stehen muss. Für ein Einfamilienhaus gilt, dass im Lager bis zu 10 Tonnen Holzpellets Platz finden sollten, um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Die Pellets müssen trocken gelagert werden, um eine effiziente Verbrennung zu gewährleisten. Als Lager kann ein Kellerraum oder ein Tank außerhalb des Hauses dienen.

Ist die Heizung mit Anbau-Pelletbrenner vollautomatisiert, muss außerdem eine Förderanlage eingeplant werden, welche die Pellets vom Lager zum Kessel transportiert. Häufig kommt eine Förderschnecke zum Einsatz, aber auch ein Vakuumsauger kann eingesetzt werden. Bei Letzterem wird von einer Saugturbine Druck erzeugt, so dass die Holzpellets angesaugt werden, über ein Schlauchsystem kommen sie zum Kessel. Beide Varianten können auch kombiniert werden. Welches System genutzt werden kann, ist von den baulichen Bedingungen abhängig. Befindet sich das Lager im Keller des Hauses in der Nähe des Kessels, ist der Einsatz einer Förderschnecke möglich. Falls das Lager aber weiter entfernt liegt, zum Beispiel in einem Tank außerhalb des Hauses, ist der Vakuumsauger die bessere Lösung, denn damit können größere Entfernungen – bis etwa 25 Meter – überbrückt werden.

Nachteilig an einem Pelletlager im Haus ist, dass Kellerraum verlorengeht und eventuell Umbaumaßnahmen notwendig sind, um die Förderschnecke zu installieren, was mit hohen Kosten verbunden sein kann. Zudem kann eine erhöhte Staubbelastung im Haus auftreten und die Brandgefahr steigt. Abhängig von den Pellets kann sogar eine erhöhte Abgasbelastung vorkommen. Ein Pellettank im Außenbereich kann oberirdisch oder unterirdisch verwirklicht werden. Zu beachten ist, dass der Tank für Lieferfahrzeuge mit ihrem Schlauch erreichbar sein muss. Bei einem unterirdischen Pellettank ist die Reinigung, Wartung oder Reparatur schwieriger als bei einem oberirdischen Tank.2

Vorteile von Anbau-Pelletbrennern

Das Nachrüsten eines Kessels mit einem Anbau-Pelletbrenner bringt einige Vorteile mit sich. Die Brenneraufsätze haben eine gute Ökobilanz, die Verfeuerung von Holzpellets gilt als CO2-neutral. Eine Brennwertnutzung ist durch Kondensation des Wasserdampfs im Abwasser möglich, so kann ein Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent erzielt werden. Das Heizen ist komfortabel, weil es vollautomatisiert abläuft. Anbau-Pelletbrenner haben eine lange Lebensdauer und ihre Energieeffizienz ist hoch. Darüber hinaus sind die Betriebskosten im Vergleich zu einem Ölkessel deutlich niedriger.3

Nachrüsten alter Heizungsanlagen

Heizungsanlagen, die mit Öl, Gas oder Feststoff befeuert werden, werden so auf Pelletfeuerung umgerüstet, dass der alte Kessel als Wärmeaustauscher fungiert. Bei der Planung müssen verschiedene Punkte berücksichtigt werden, beispielsweise muss der vorhandene Kessel für die Umrüstung geeignet sein. Es muss ausreichend Platz für die Lagerung der Pellets und die Förderungsanlage vorhanden sein. Durch das Nachrüsten mit einem Anbau-Pelletbrenner handelt es sich um ein anderes Heizsystem als zuvor, deshalb muss beachtet werden, dass die Betriebserlaubnis für den alten Kessel erlischt. Es ist ratsam, den Schornsteinfeger frühzeitig in die Planung miteinzubeziehen.

Anbau-Pelletbrenner sind in vielen verschiedenen Leistungsgrößen verfügbar, erhältlich sind sie mit 5 Kilowatt, aber auch mit 2000 Kilowatt. Sie können also in der passenden Version in einem Einfamilienhaus, einem Mehrfamilienhaus, in Institutionen wie Schulen und in Industrieanlagen genutzt werden. Besonders gering ist der Wartungsaufwand bei selbstreinigenden Brennern. Staatliche Förderungen gibt es für das Nachrüsten der alten Heizungsanlage mit einem Anbau-Pelletbrenner bislang nicht.4

Pufferspeicher bei Pelletheizungen

Bei Heizungssystemen mit Pelletfeuerung sind Pufferspeicher nicht unbedingt notwendig, aber nützlich. Da Pelletheizungen über moderne Steuerungs- und Regelungssysteme verfügen, können sie in ihrer Leistung auf bis zu 20 % heruntergefahren werden, wobei die Kesseltemperaturregelung gleitend erfolgt. Die Heizleistung kann also immer an die Außentemperatur angepasst werden. Der Einbau eines Pufferspeichers ist dennoch sinnvoll, um häufiges Ein- und Ausschalten der Anlage zu vermeiden. Erfahrungen zeigen, dass daraus positive Effekte bezüglich des Pelletverbrauchs, Abgasemissionen und der Lebensdauer von Kessel und Schornstein resultieren können.5

Niedrige Betriebskosten mit einem Anbau-Pelletbrenner

Vor allem bei Heizungsanlagen mit einem Ölkessel lohnt sich das Nachrüsten eines Anbau-Pelletbrenners, denn eine Kilowattstunde ist bei pelletbefeuerten Anlagen günstiger als bei ölbefeuerten. Darüber hinaus müssen Holzpellets nicht importiert werden, so dass die Versorgung sichergestellt ist. Während es für Anbau-Pellerbrenner keine Förderung gibt, wird die Installation einer Pellet-Zentralheizung finanziell unterstützt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Ein Anbau-Pelletbrenner kostet je nach Leistung ab 2000 Euro aufwärts, eine Pelletheizung für ein durchschnittliches Einfamilienhaus zwischen 19 000 und 25 000 Euro.6

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