Die umfassende Anleitung zum Stromspeicher

 

 

Laden Sie sich jetzt unsere umfassende Anleitung zum Stromspeicher herunter!

Jetzt downloaden



Stromspeicher – ein umfassender Überblick über Funktion, Technik, Vorteile und Kosten

Sind Sie bereits ein stolzer Besitzer eine Photovoltaikanlage und möchten einen Stromspeicher nachrüsten? Oder stehen Sie noch ganz am Anfang und sind dabei, die Montage beider Komponenten zeitgleich umzusetzen? In welchem Stadium Sie sich auch aktuell befinden, hier erhalten Sie einen umfassenden Überblick über das Thema Stromspeicher. Was ist ein Solarstromspeicher und was kann er? Ist er nachhaltig? Welche Techniken gibt es dabei? Wie gestaltet sich der finanzielle Aspekt? Und gibt es Fördermöglichkeiten? Wir beantworten Ihre Fragen rund um den Solarstromspeicher umfassend auf dieser Seite.


Wie funktioniert ein Stromspeicher?

Mit einem Stromspeicher lässt sich überschüssiger Strom aus einer Photovoltaikanlage speichern, bis der Bedarf für diesen im Haushalt besteht. Er ermöglicht es also, selbst erzeugten Photovoltaikstrom auch dann zu nutzen, wenn keine Sonne scheint und die Solarmodule keine Energie liefern. Eine Photovoltaikanlage produziert je nach Tageszeit, Jahreszeit und Sonnenstunden mehr Energie als aktuell im Haushalt benötigt wird. Aktive Stromverbraucher wie Kühltruhen, Kühlschränke oder andere Haushaltsgeräte werden zuerst mit dem erzeugten PV-Strom versorgt. Bezüglich überschüssigen Stroms haben Anlagenbesitzer nun zwei Optionen: Sie können ihn gegen eine Einspeisevergütung in das öffentliche Netz einspeisen oder aber sie lassen ihn in einen Photovoltaikspeicher fließen. Dort wird er aufgehoben, bis der konkrete Strombedarf im Haushalt anfällt. Das ist dann vor allem in den Abend- oder Nachtstunden der Fall, wenn alle zuhause sind und die Sonne nicht scheint. Auch an grauen Tagen ohne Sonne greift Ihr Haushalt auf den gespeicherten Strom zurück. Erst sobald die PV-Anlage nicht genug Energie erzeugt und auch keine mehr im Speicher vorhanden ist, wird auf das öffentliche Netz zurückgegriffen. Durch einen Stromspeicher erhöht man demnach seinen Eigenverbrauch und reduziert seine Stromkosten, da man weniger Strom aus dem öffentlichen Netz hinzukaufen muss. Je nach Stromverbrauch, Größe der Photovoltaikanlage und Ladekapazität der Batterie ist es möglich, eine Eigenversorgung von bis zu 80 Prozent zu erreichen. Hinweis: Sie dürfen nur die Energie aus der Solaranlage in dem Stromspeicher speichern, nicht jedoch die aus dem öffentlichen Netz.


Ein Stromspeicher mit vielen Namen

Die Solarthermie weist eine lange Geschichte auf. Die frühen Hochkulturen Südamerikas und die alten Ägypter und Mesopotamier machten sich bereits die Sonnenenergie zunutze, um Wärme zu erzeugen. Sie richteten die Fenster an ihren Häusern so aus, dass die Sonnenwärme ideal hineinfiel und gespeichert werden konnte. Zudem wurde bereits 800 vor Christus Wasser erwärmt, indem man einen Spiegel nutzte, um einen bestimmten Punkt darin mit den Sonnenstrahlen zu fokussieren. Der Schweizer Naturforscher Horace-Bénédict de Saussure erfand im 18. Jahrhundert dann den Vorgänger der modernen Solarkollektoren, die sich in ihrer Bauart heute kaum von dem ersten Prototyp unterscheiden. Diese kamen zur damaligen Zeit in Gewächshäusern zum Einsatz. Mit der Ölkrise Mitte der 1970er kam es zu einem Wendepunkt für die Solarthermie: Die stark steigenden Preise für Erdöl führten dazu, dass man umfangreiche Konzepte entwickelte, um Solarthermie für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung nutzen zu können.


Welche Komponenten sind wichtig für Batteriespeichersysteme?

Zu den wichtigsten Komponenten von Stromspeichersystemen zählen die Batterie, ein Batterie-Management-System (BMS), ein Wechselrichter und ein Laderegler.


Headline

Batterie: In einem Batteriespeicher wird der Strom mittels chemischer Verbindungen gespeichert. Wenn man hier von Batterien spricht, dann sind damit Akkumulatoren (Akkus) gemeint, die man je nach Anwendung in mehreren tausend Zyklen laden und wieder entladen kann.

Batterie-Management-System (BMS): Ein BMS dient der Überwachung und Regelung von Akkumulatoren. Dies beinhaltet unter anderem einen Tiefentladeschutz, eine Ladezustandserkennung, eine Temperaturanzeige, die Kontrolle der Ladezyklen und den Schutz vor Überladung.

Wechselrichter: Ein Wechselrichter wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um, um ihn anschließend für die elektrischen Verbraucher im Haus zur Verfügung stellen zu können.

Laderegler: Der Laderegler regelt den Ladestrom und die Ladespannung eines Solar-Akkus. Durch ihn garantiert man die Leistung und die Lebensdauer eines Akkus.


Stromspeicher – die wichtigsten Begriffe

wirkungsgrad-stromspeicher-net4energy

 

Wirkungsgrad eines Stromspeichers

Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel von der gespeicherten Energie tatsächlich auch genutzt wird. Dabei geht es also um das Verhältnis zwischen dem Strom, der geladen wurde und letztendlich für die Entnahme zur Verfügung steht. Hier schwanken die Werte zwischen 70 und 95 Prozent. Bei den restlichen Prozent handelt es sich um Umwandlungsverluste, die während des Speicherprozesses zum Beispiel dadurch entstehen, dass ein Teil des Stroms in Wärme umgewandelt wird. Bei dem Begriff des Wirkungsgrades ist es wichtig, zwischen dem Wirkungsgrad der Batterie und dem Gesamtwirkungsgrad des gesamten Solarstromspeichers zu unterscheiden. Durch die Umwandlungsverluste ist der Gesamtwirkungsgrad des Speichers meist geringer als der Wirkungsgrad der Batterie.

Beachten Sie: Darüber hinaus gibt es noch den Begriff des Systemwirkungsgrades, der sich aus verschiedenen Wirkungsgraden zusammensetzt. So spielen hierfür der Wirkungsgrad der PV-Anlage (Verluste durch Solarmodule, Verkabelung, Wechselrichter) und der Wirkungsgrad des Solarstromspeichers eine Rolle. Achten Sie während des Kaufs bei der Angabe des „Wirkungsgrades“ also darauf, welcher hiermit genau gemeint ist.

zyklenzahl-stromspeicher-net4energy

 

Zyklenzahl eines Solarstromspeichers

Bei der Zyklenlebensdauer handelt es sich um die Anzahl der Vollzyklen, für die der Energiespeicher ausgelegt ist. Der Vollzyklus bezieht sich auf den Vorgang von der Entladung der Batterie bis zur Entladetiefe und die anschließende vollständige Aufladung.

speicherkapazitaet-stromspeicher-net4energy

 

Speicherkapazität

Die Speicherkapazität gibt an, wie viel Energie der Photovoltaik-Stromspeicher aufnehmen kann. Die Speichergröße sollten Sie an dem Strombedarf Ihres Haushalts ausrichten. Generell sollte der Speicher groß genug sein, um einen Haushalt vom Abend bis zum nächsten Morgen mit Solarstrom zu versorgen. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 4.500 Kilowattstunden (kWh) reicht eine Größe von 4 bis 6 kWh zumeist aus. Der Photovoltaik-Stromspeicher sollte in keinem Fall zu klein oder zu groß sein, um unnötige Mehrkosten zu vermeiden: Im ersten Fall können Sie nicht genug PV-Strom speichern und müssen Strom aus dem Netz hinzukaufen. Werden zum Beispiel 300 kWh Strom mehr benötigt als gespeichert, ergeben sich ausgehend von einem Strompreis von 0,29 Euro pro kWh Mehrkosten von ca. 87 Euro. Im zweiten Fall wird überschüssiger Strom dauerhaft gespeichert und die potenzielle Vergütung durch die Einspeisung geht verloren. Bei 12,0 Cent pro kWh für die Einspeisung führen 500 kWh nicht eingespeister Solarstrom zu Einbußen in Höhe von ca. 60 Euro. Um den genauen Eigenstrombedarf zu ermitteln, sollten Sie sich die Jahresstromverbräuche Ihres Haushalts der letzten fünf Jahre ansehen – oder lassen Sie sich bei der Ermittlung von einem Fachmann helfen. Wichtig ist hier darüber hinaus, zukünftige Entwicklungen zu berücksichtigen, wie zum Beispiel Familienzuwachs, die Anschaffung eines Elektroautos oder eine neue Heizung.


wartung-stromspeicher-net4energy

 

Wartung eines Stromspeichers

Stromspeicher sind generell sehr wartungsarm. Es bietet sich aber in jedem Fall an, den Speicher einmal jährlich von einem Fachmann auf Funktionstüchtigkeit kontrollieren zu lassen. Beim Kauf eines Stromspeichers kann oft direkt ein Wartungsvertrag vereinbart werden.

lebensdauer-stromspeicher-net4energy

 

Lebensdauer eines Batteriespeichers

Je nach Modell und Hersteller beträgt die Lebensdauer eines Batteriespeichers fünf bis 15 Jahre. Generell gilt: Je länger man einen Stromspeicher einsetzt, umso wirtschaftlicher ist er. Die Lebensdauer eines Batteriespeichers hängt unter anderem von der Anzahl der Lade- und Entladezyklen ab, die wiederum beeinflusst werden durch die Art der Batterie, der Entladetiefe und der Ladegeschwindigkeit. Neben der Zyklenzahl, die eine Lebensdauer angibt, gibt es noch die kalendarische Lebensdauer. Bei diesem Begriff geht es um den Alterungsprozess des Materials.

entladetiefe-stromspeicher-net4energy

 

Entladetiefe eines Stromspeichers

Die Entladetiefe zeigt an, wie viel Prozent der gespeicherten Energie aus dem Stromspeicher entnommen werden kann. Die vom Hersteller angegebene Entladetiefe eines Stromspeichers sollte nie unterschritten werden, da eine Tiefenentladung die Batterie schädigen könnte und deren Lebensdauer reduziert. Je nach Batterietyp sollten maximal 50 bis 90 Prozent der gespeicherten Strommenge pro Entladevorgang entnommen werden. In der Fachsprache spricht man bei der Entladetiefe auch von dem DoD-Wert, was für „Depth of Discharge“ steht.


ladeleistung-stromspeicher-net4energy

 

Maximale Ladeleistung / Entladeleistung / C-Rate

Bei der C-Rate oder dem C-Koeffizienten geht es darum, Batterien in Bezug auf Entladeleistung und Ladeleistung miteinander zu vergleichen. Dies ist wichtig, um zum Beispiel Lastspitzen durch große Geräte wie Waschmaschinen und Trockner abdecken zu können. Die C-Rate zeigt an, wie schnell der Stromspeicher im Verhältnis zur Speicherkapazität entladen wird (Entladeleistung). Wie zügig der Stromspeicher anschließend wieder aufgeladen werden kann, zeigt die maximale Ladeleistung. Beträgt der Koeffizient 1C bedeutet das, dass eine Batterie innerhalb von einer Stunde komplett geladen oder entladen ist. Ist der C-Koeffizient kleiner als 1, heißt das, dass dies länger als eine Stunde dauert. Ein C-Koeffizient größer als 1 sagt aus, dass es weniger als eine Stunde dauert.

 

ladezyklen-stromspeicher-net4energy

 

In welchem Zusammenhang stehen Ladezyklen, Entladetiefe und Lebensdauer?

Beim DoD-Wert (Depth of Discharge) stehen 100 Prozent für einen völlig entladenen Speicher und 0 Prozent für einen vollen Speicher. Wenn anstatt des DoD-Wertes ein SoC-Wert angegeben ist – dieser steht für „State of Charge“ – dann verhält es sich umgekehrt: 100 Prozent beschreiben einen vollen Speicher und 0 Prozent einen leeren Speicher.

Wenn in dem Datenblatt eines Herstellers nun steht, dass der Stromspeicher eine Lebensdauer von 10.000 Zyklen bei 80 Prozent DoD hat, bedeutet das, dass der Speicher seine Lebensdauer von 10.000 Zyklen nur erreichen kann, wenn er nie komplett entladen wird, sondern stets eine Restladung von 20 Prozent bestehen bleibt. Ein Stromspeicher mit 5 kWh Bruttospeicherkapazität hätte also demnach nur eine nutzbare Nettokapazität von 4 kWh. Um diese Werte einzuhalten, gibt es im Speichersystem ein Batterie-Management-System.

Beachten Sie: Ein Stromspeicher ist nach den angegebenen Zyklenzahlen nicht am Ende seiner Lebenszeit. Er verfügt lediglich nicht mehr über die volle Kapazität wie am Anfang. Nach Ablauf der Zyklenlebensdauer verbleiben meist noch 65 bis 80 Prozent Ausgangskapazität.

Warum Stromspeicher gut für Klima und Umwelt sind


klima-stromspeicher-net4energy

 

Das Betreiben einer Photovoltaikanlage alleine schont bereits die Umwelt: Sie nutzen dabei die natürliche und endlos verfügbare Kraft der Sonne, um Strom zu erzeugen, statt auf fossile Brennstoffe zu setzen. Wenn Sie Ihre Anlage mit einem Solarstromspeicher kombinieren, verlängern Sie den nachhaltigen Prozess sozusagen: Indem Sie überschüssige Energie aus Ihrer PV-Anlage in einem Stromspeicher aufheben, bis sie benötigt wird, schöpfen Sie das ganze Potenzial Ihrer Anlage aus. Dies führt zu einem zeitlich verschobenen CO2-Spareffekt. Die heutigen Speicher weisen dabei teilweise große Unterschiede auf. Während ein sehr effizienter Stromspeicher im Jahr bis zu 35 Kilogramm CO2 einsparen kann, könnte ein weniger effizientes Speichersystem sogar mehr CO2-Emissionen verursachen. Wichtig ist hier (wie generell bei Solaranlagen) das Verhältnis vom CO2-Betrag, der bei der Herstellung des Speichers entstanden ist und dem CO2-Betrag, der im laufenden Betrieb entsteht bzw. eingespart wird. Damit ein Stromspeicher wirklich nachhaltig ist – und demnach CO2 einspart – muss er ein paar Voraussetzungen erfüllen: Beim Kauf sollte man auf einen hocheffizienten Speicher achten, der beim Laden, bei der Stromabgabe sowie im Stand-by-Modus wenig Verluste aufweist. Zudem sollte er lange im Betrieb sein, um die CO2-Emissionen, die bei seiner Produktion entstanden sind, auszugleichen. Ein Wirkungsgrad von über 95 Prozent sowohl beim Laden als auch Entladen wird von Experten empfohlen.

Wie Stromspeicher die Energiewende unterstützen

energiewende-stromspeicher-net4energy

 

Je mehr man seinen Photovoltaikstrom selbst verbrauchen kann, umso besser für die Umwelt. Erneuerbare Energien wie Sonne und Wind stehen nicht jederzeit im gleichen Maße zur Verfügung, sind also unregelmäßige Energielieferanten. Durch die Nutzung eines Stromspeichers haben Sie die Möglichkeit, mehr Regelmäßigkeit in die Nutzung von Solarstrom zu bringen, indem Sie ihn speichern und jederzeit bei Bedarf nutzen können. Ein Speicher erhöht also das Potenzial von erneuerbaren Energien und treibt somit auch die Energiewende voran. Zudem stellt er ein Mittel zur dezentralen Energieversorgung dar, wie im nächsten Abschnitt erläutert wird.

energieversorgung-stromspeicher-net4energy

 

Solarspeicher als Mittel der dezentralen Energieversorgung

Bei einer dezentralen Energieversorgung handelt es sich um eine Energieerzeugung in kleinen, verteilten Anlagen. Im Gegensatz zur zentralen Energieerzeugung durch Großkraftwerke wird dabei also Energie in kleinen Anlagen erzeugt, die über größere Gebiete verteilt sind. Die Energie wird verbrauchsnah produziert, zum Beispiel in der Nähe von Wohngebieten. Dabei sind die Anlagen auf die Deckung des Energiebedarfs der Stromverbraucher in der näheren Umgebung ausgelegt. Beispiele sind Wasserkraftwerke, Windenergieanlagen, Blockheizkraftwerke, Photovoltaikanlagen – oder eben auch Speicherkraftwerke wie Pumpspeicherkraftwerke, die große Mengen Strom bereitstellen. Mithilfe von Stromspeichern kann also dezentral erzeugter Strom dezentral gespeichert und auch dezentral verbraucht werden.

Eine dezentrale Energieversorgung, die durch Stromspeicher unterstützt wird, hat mehrere Vorteile: Im kleinen Rahmen, also in Bezug auf den Hausbesitzer, bedeuten Stromspeicher eine höhere Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz und von steigenden Strompreisen. Im größeren Rahmen bedeuten Stromspeicher (als Speicherkraftwerke), dass man zum Beispiel auch auf Stromtrassen verzichten kann, was die Natur schont und umweltfreundlicher ist. Zudem können bei Stromausfall die wichtigsten Geräte weiter betrieben werden, wie zum Beispiel Kühlschrank, Heizung oder Computer. Je mehr Photovoltaikanlagen und Stromspeicher vorhanden sind, umso flexibler, unabhängiger und sicherer könnten einzelne Dörfer oder Regionen sein.

Stromspeicher und Photovoltaikanlagen –
Autarkie für das Zuhause

Wenn man von Autarkie spricht, ist damit der Stromanteil aus der eigenen Photovoltaikanlage gemeint, mit dem man seinen Haushalt versorgt. Ein Autarkiegrad von 100 Prozent würde demnach heißen, dass man seinen Haushalt komplett unabhängig vom Netzbetreiber mit Strom versorgen und sich vom öffentlichen Netz abkoppeln kann. Dies ist jedoch aus mehreren Gründen selten der Fall. Zum einen ist meist nicht genug Fläche verfügbar, um so viel Strom zu erzeugen. Zum anderen lässt sich nie genau voraussagen, wie viel Strom tatsächlich produziert werden kann, da dies unter anderem vom Wetter, von der Einstrahlung sowie von der Tages- und Jahreszeit abhängt. Völlige Unabhängigkeit vom Netzbetreiber ist daher schwer erreichbar. Lediglich sogenannte Inselanlagen an abgelegenen Orten (zum Beispiel Berghütten) führen zu einer hundertprozentigen Autarkie, bilden aber die Ausnahme.

Und trotz allem: Mit einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 5 bis 20 kWp und einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh kommen Sie auf einen Autarkiegrad von 50 bis 60 Prozent. Kombinieren Sie diese mit einem Stromspeicher, erhöht sich dieser bei einer Speichergröße ab 3 kWh und bei gleicher Solarleistung und gleichem Jahresstromverbrauch auf 75 Prozent und mehr. Sie erreichen durch die Kombination PV-Anlage und Stromspeicher also durchaus Unabhängigkeit. Sie müssen weniger Energie aus dem Netz beziehen und sind auch im Notfall mit Strom versorgt, um zum Beispiel weiterhin Server oder Kühlschränke betreiben zu können. Sie benötigen trotz Stromspeicher aber weiterhin einen Vertrag mit Ihrem Energieversorger und einen Anschluss an das öffentliche Netz. Ihr Strombedarf wird zuerst mit dem Strom aus der Photovoltaikanlage direkt gedeckt oder zeitversetzt durch den Strom aus dem Speicher. Erst wenn hier nichts mehr vorhanden ist und die Energie nicht ausreicht, beziehen Sie wieder Strom aus dem Netz. Wie hoch die jeweiligen Anteile von selbst verbrauchtem Strom und zugekauften Strom sind, hängt von Ihrem individuellen Nutzerverhalten und vom Strombedarf ab.


Laden Sie sich jetzt unsere umfassende Anleitung zum Stromspeicher herunter!

Jetzt downloaden

AC vs. DC: Zwei Stromspeicher-Systeme für Photovoltaikanlagen

AC-Stromspeicher

Im Falle der AC-Kopplung ist der Stromspeicher mit dem Photovoltaiksystem über das Wechselstromnetz des Hauses verbunden. Beladung und Entladung erfolgen über einen separaten Wechselrichter. Dieser ist an dem Speicher angeschlossen. Während der Beladung wird die generatorseitige Gleichspannung zuerst durch den Photovoltaikwechselrichter in Wechselspannung umgewandelt und anschließend durch den Speicherwechselrichter wieder in Gleichspannung. Sobald der gespeicherte Solarstrom im Haushalt genutzt werden soll, wird er erneut wechselgerichtet. Da Photovoltaikanlage und Stromspeicher über das Hausnetz miteinander gekoppelt sind, können beide unabhängig voneinander aufgebaut werden. AC-gekoppelte Speicher sind also besonders für die Nachrüstung von bestehenden Photovoltaiksystemen geeignet.

DC-Stromspeicher

Wenn der Speicher mit dem Photovoltaiksystem per DC-Kopplung verbunden ist, dann ist er das in diesem Fall direkt auf Gleichspannungsseite. Die Beladung des Stromspeichers erfolgt dann über einen Laderegler am Speicher. Während der Entladung wird die eingespeicherte Gleichspannung durch den Wechselrichter in Wechselspannung umgewandelt. Hier werden durch die Verwendung von nur einem Wechselrichter im Vergleich zur AC-Kopplung Bauteile eingespart. Darüber hinaus profitieren Sie bei diesem System von einem besseren Wirkungsgrad. Dieses System ist allerdings weniger flexibel, eignet sich also insbesondere für Neuanlagen.

Hybrid-Stromspeicher

Bei einem Hybrid-Stromspeicher sind ein AC-System und ein DC-System vereint. Das hat zur Folge, dass kein externer Wechselrichter benötigt wird, der Gleichstrom für den Gebrauch in Wechselstrom umwandelt. Stattdessen ist direkt in dem Stromspeicher ein Wechselrichter integriert, der sowohl als PV-Wechselrichter als auch als Batterie-Wechselrichter fungiert. Die Photovoltaikmodule sind in diesem Fall direkt an den Stromspeicher angeschlossen. Sowohl neue Photovoltaikanlagen als auch Altanlagen können mit einem Hybrid-Stromspeicher verbunden werden.


Blei vs. Lithium: Batteriespeicher-Technologien

Es wird generell zwischen zwei Technologien bei Stromspeichern unterschieden: Stromspeicher aus Blei und Lithium-Ionen-Stromspeicher. Inwiefern sich diese Technologien unterscheiden, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Stromspeicher aus Blei

Stromspeicher aus Blei basieren auf einer ausgereiften Technologie, denn diese gibt es schon seit über 100 Jahren. Seitdem kommen sie im Auto oder aber auch bei der Notstromversorgung zum Einsatz. Der Nachteil bei Blei-Stromspeichern ist das hohe Gewicht. Zudem haben Blei-Stromspeicher keine lange Lebensdauer – diese beträgt nämlich meist weniger als 10 Jahre. Das liegt unter anderem an den oft hohen Lade- und Entladeströme. Man kann bei Blei-Akkus von ca. 3000 Ladezyklen ausgehen. Zudem schaden Speicherentladungen von mehr als 50 Prozent der Kapazität des Blei-Akkus, was an der Chemie der Blei-Säure-Batterien bzw. Blei-Gel-Batterien liegt. Das heißt, dass das Batterie-Management-System die Entladung zum Wohle der Lebensdauer auf die Hälfte der Bruttokapazität einstellt. Damit Sie vier Kilowattstunden speichern können, muss der Akku also eine Bruttokapazität von mindestens acht Kilowattstunden aufweisen. Zu bedenken bei Blei-Stromspeichern ist außerdem, dass sie eine Zwangslüftung brauchen, um eventuell auftretende Gase abzuführen und an einem sicheren Platz stehen müssen. Der Hauptvorteil von Blei-Stromspeichern lag und liegt allerdings im verhältnismäßig niedrigen Preis. Ihr Systemwirkungsgrad beträgt um die 70 Prozent.

lithium-ionen-stromspeicher-net4energy

 

Lithium-Ionen-Stromspeicher

Lithium-Ionen-Stromspeicher nehmen seit einigen Jahren auf dem Markt zu, da sie viele Vorteile aufweisen: Allem voran überzeugen sie durch eine Entladetiefe von 80 bis 90 Prozent und ca. 7000 Ladezyklen. Man kann sie also effektiver nutzen als Blei-Akkus. Zudem weisen sie eine höhere Energiedichte auf, können also mehr Energie pro Kilogramm Speicher fassen. Sie haben je nach Art der chemischen Zusammensetzung eine Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren. Lithium-Ionen-Stromspeicher gelten darüber hinaus als besonders betriebssicher und können verhältnismäßig einfach montiert werden. Sie sind zwar in der Anschaffung kostenintensiver als Blei-Stromspeicher, aber auch ihr Preis fällt stetig, unter anderem aufgrund von Massenproduktionen. Ihr Systemwirkungsgrad beträgt über 90 Prozent. Es gibt verschiedene Lithium-Ionen-Technologien, zum Beispiel Lithium-Eisphosphat (LFP), Lithium Nickel Manganese Cobalt Oxide (NCM) oder Lithium Nickel Cobalt Aluminum Oxide (NCA). Lithium-Eisenphosphat zeichnet sich durch Sicherheit, Schnellladefähigkeit, aber auch durch ein hohes Gewicht aus. Lithium-Nickel-Speicher verfügen im Vergleich über eine sehr hohe Energiedichte.

Fazit:

Blei-Speicher vs. Lithium-Speicher

Lithium-Speicher schneiden bei wichtigen Parametern für Stromspeicher besser ab als Blei-Speicher – bei Entladetiefe, Wirkungsgrad, Zyklenlebensdauer und bei der Energiedichte. Die Vorteile von Bleibatterien liegen in der langjährigen Anwendung, in dem robusten Design und in der einfachen Recyclebarkeit.

Vorteile eines eigenen Solarstromspeichers

Die Vorteile durch einen Photovoltaik-Speicher sind – wie bereits die vorherigen Abschnitte zeigen – zahlreich. Im Folgenden sollen diese positiven Aspekte noch einmal separat aufgeführt werden.


Headline

Erhöhter Eigenverbrauch

Durch einen Stromspeicher können Sie überschüssigen Photovoltaikstrom speichern und zeitversetzt nutzen, wenn konkreter Bedarf besteht. Der Eigenverbrauch erhöht sich.

 

Niedrigere Stromkosten

Je mehr Photovoltaikstrom Sie erzeugen und nutzen können, umso weniger Strom müssen Sie aus dem öffentlichen Netz dazukaufen. Die Stromrechnungen fallen also kleiner aus und reduzieren sich sogar bis zu 80 Prozent. Aktuell ist es für Anlagenbesitzer zudem günstiger, den Strom selbst zu verbrauchen als in das öffentliche Netz einzuspeisen.

 

Unabhängigkeit vom Energieversorger

Wer eine PV-Anlage besitzt und den Strom in einen Speicher lädt, agiert unabhängig vom öffentlichen Stromnetz. So zum Beispiel auch im Falle eines Stromausfalls. Darüber hinaus sind Sie kaum noch betroffen von steigenden Stromkosten.

 

Notstromversorgung

Eine am Speicher angebrachte Steckdose kann bei einem Stromausfall Notstrom liefern. Darüber hinaus kann ein Speicher die Hausstromversorgung ohne merkliche Unterbrechung bei einem Stromnetzausfall aufrechterhalten.

 

Beitrag zum Klimaschutz

Photovoltaikanlagen nutzen die Energie der Sonne zur Stromerzeugung. Sie müssen dabei also keine fossilen Brennstoffe mehr nutzen und reduzieren zudem Ihren CO2-Ausstoß. Je mehr Sie von dem Photovoltaikstrom tatsächlich nutzen, umso besser für das Klima.

 

Lange Lebensdauer

Je nach Modell und Hersteller beträgt die Lebensdauer eines Photovoltaik-Speichers fünf bis 15 Jahre.

 

Vielfältige Einsatzgebiete

Den gespeicherten Solarstrom kann man auf verschiedenartige Weise nutzen: Für die Waschmaschine, Spülmaschine, den Fernseher, Rasenmäher oder auch in Kombination mit einer Wärmepumpe.

 

Es gibt den Stromspeicher auch in kleiner Form

Elektroauto, E-Roller, Pedelecs – hier steht für Sie Speicherkapazität bereit. Um den Strom hier nicht nur aus dem Hausnetz abziehen und speichern, sondern auch dorthin zurückführen zu können, benötigen Sie eine rückspeisefähige Ladetechnik. Die Rückspeisung ins Hausnetz ist möglich, nicht jedoch die Stromrückspeisung aus einem Fahrzeug ins öffentliche Stromnetz.

 

 

Was kosten Stromspeicher?

Der Preis für einen Photovoltaik-Speicher hängt von seiner Kapazität, von der Art des Speichers (Lithium-Ionen- oder Blei-Batterien) und von den verbauten Komponenten ab. Bei der heutigen Masse an Stromspeichern von vielen verschiedenen Herstellern ist es empfehlenswert, sich die technischen Daten und wichtige Kennzahlen des Speichers vor dem Kauf genau anzusehen – und sich zu überlegen, was einem dabei besonders wichtig ist. Damit schränken Sie die in Frage kommenden Stromspeicher ein und haben eine Vorstellung von den anfallenden Kosten.

Generell betragen die Kosten für einen PV-Speicher zwischen 5.000 und 30.000 Euro. In den letzten Jahren sind die Preise für Speicher immer weiter gesunken. Neben den Anschaffungskosten sind auch die Kosten pro gespeicherter Kilowattstunde ein relevanter Faktor, wenn es um die Entscheidung für oder gegen einen Stromspeicher geht. Beachten Sie, dass auch noch die Kosten für die Installation hinzukommen. Wartungskosten werden zumeist nicht berücksichtigt, weil Stromspeicher als überwiegend wartungsfrei gelten. Übrigens rechnet sich ein Stromspeicher erst so richtig, wenn Sie Förderungen dafür in Anspruch nehmen.

Wirtschaftlichkeit eines Stromspeichers

Stromspeicher arbeiten meist in Teillast, sind also nur selten vollgeladen. Ihre Wirtschaftlichkeit ist deshalb von dem sogenannten Schwachlastverhalten abhängig. Ein großer Stromspeicher mit vielen Kilowattstunden Speicherkapazität, aber mit geringer Ladeleistung (geringe Ströme zum Laden oder Entladen) ist eher ungünstig. Er braucht viel zu lange, um sich voll zu laden und kann schließlich bei hoher Nachfrage nur geringe Leistung abgeben. Vorteilhafter sind Batteriesysteme, bei denen die Zahl der maximal speicherbaren Kilowattstunden ungefähr der elektrischen Leistung entspricht (zum Beispiel 3 kWh/3kW). Anderenfalls ist ein Akku zu schwach, um effizient zu arbeiten und braucht zu lange, um sich neu zu füllen.

Förderung von Stromspeichern

Förderung von Stromspeichern durch die KfW

Sie erhöhen die Wirtschaftlichkeit Ihres Stromspeichers, indem Sie ein Förderprogramm in Anspruch nehmen. Informieren Sie sich daher vor dem Kauf eines Stromspeichers über die möglichen Förderungen – auf Bundeslandebene, in Ihrer Kommune, bei Ihrem Energieversorger sowie bei Ihrem Stadtwerk. Wir haben Ihnen einen Überblick über verschiedene Förder-Optionen zusammengestellt.

 

foerderung-stromspeicher-guide-ebook-net4energy-cta

 

Förderung von Stromspeichern durch die KfW

Eine Option ist die KfW-Bank, die zeitlich beschränkt diverse Fördermöglichkeiten anbietet. Darunter fallen aktuell die KfW-Förderprogramme Erneuerbare Energien 270 sowie Energieeffizient Bauen 153. Das bekannteste Programm für Stromspeicher, das KfW-Förderprogramm 275, ist zum 31.12.2018 bereits ausgelaufen.

erneuerbare-energie-stromspeicher-net4energy

 

Erneuerbare Energie – Standard (Kredit 270)

Gefördert werden bei diesem Kredit die Errichtung, Erweiterung und der Erwerb von Anlagen, die die Anforderungen des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz - 2017) erfüllen, inklusive der hierfür erforderlichen Planungs-, Projektierungs- und Installationsmaßnahmen. Unter den Kredit fallen auch die Errichtung, Erweiterung und der Erwerb von Anlagen zur kurz- und langfristigen Speicherung von Strom. Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen können den Kredit beantragen.

energieeffizient-bauen-stromspeicher-net4energy

 

Energieeffizient Bauen (Kredit 153)

Der Kredit 153 zielt auf die Errichtung oder den Ersterwerb von KfW-Effizienzhäusern mit niedrigem Energieverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß ab. Anlagen zur Stromerzeugung (zum Beispiel Photovoltaik, Windkraftanlagen, Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen) sowie zur Stromspeicherung für die Eigenstromversorgung werden im Rahmen dessen mitgefördert. Alle Träger von Investitionsmaßnahmen an neu errichteten selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden sowie Eigentumswohnungen können einen Antrag auf den Kredit 153 stellen.

Förderung von Batteriespeichern durch Bund und Länder

Auf Landesebene gibt es verschiedene Programme für die Förderung von Stromspeichern. Im Folgenden finden Sie ein paar Beispiele aus verschiedenen Bundesländern. Bitte informieren Sie sich zusätzlich bei den verantwortlichen Stellen Ihres Bundeslandes, um die aktuellen Fristen und Laufzeiten in Erfahrung zu bringen.

 

baden-wuerttemberg-stromspeicher-net4energy

 

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg erhalten Anlagenbesitzer, die eine Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Stromspeicher errichten, einen Zuschuss für die Batterie von bis zu 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten. Sie benötigen für die Batterien des Speichersystems eine Zeitwertersatzgarantie des Händlers oder Herstellers für zehn Jahre. Den Antrag für die Förderung müssen Sie vor dem Kauf des Solarspeichers bei der L-Bank stellen. Das Förderprogramm des Landes lässt sich nicht mit anderen Förderprogrammen kombinieren.

bayern-stromspeicher-net4energy

 

Bayern

Wer in Bayern eine neue PV-Anlage mit einem Stromspeicher installieren möchte, kann im Rahmen des Förderprogramms „10.000-Häuser-Programm Bayern – EnergieBonusBayern" einen Kaufzuschuss beantragen. Dabei richtet sich die Förderungshöhe nach der Kapazität der Solarbatterie. Für die kleinste Speicherkapazität von 3 Kilowattstunden beträgt der Basiszuschuss 500 Euro. Jede weitere volle Kilowattstunde Speicherkapazität wird mit weiteren 100 Euro gefördert. Die Höchstförderung für Stromspeicher liegt bei 3.200 Euro für Batterien mit 30 Kilowatt nutzbarer Kapazität. Übrigens: Wer darüber hinaus einen Ladepunkt für ein Elektroauto installiert, bekommt weitere 200 Euro.

nordrhein-westfalen-stromspeicher-net4energy

 

Nordrhein-Westfalen

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert im Rahmen des Programms progres.nrw stationäre Batteriespeicher in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung größer als 30 Kilowattstunden. Dies umfasst sowohl Neuanlagen als auch die Nachrüstung einer bestehenden Anlage, die nach dem 31. Dezember 2012 in Betrieb genommen wurde. Bezuschusst werden 50 Prozent der Ausgaben mit einer Obergrenze der Förderung pro Speicher bei 75.000 Euro.

rheinland-pfalz-stromspeicher-net4energy

 

Rheinland-Pfalz

Im Bundesland Rheinland-Pfalz werden Privathaushalte dabei unterstützt, Photovoltaikanlagen in Kombination mit Batteriespeichern zu installieren. Dabei wird die Investition in einen festinstallierten Batteriespeicher (mindestens 5 kWh Speicherkapazität) in Verbindung mit einer neuen, an das Verteilnetz angeschlossenen Photovoltaikanlage (mindestens 5 kWp Nennleistung) gefördert. Batteriespeicher für bereits existierende PV-Anlagen sind von der Förderung ausgeschlossen. Die Förderhöhe des Solarspeicherprogramms liegt bei 100 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Unterstützt werden Speicher in Privathaushalten mit bis zu 1.000 Euro.

sachsen-anhalt-stromspeicher-net4energy

 

Sachsen-Anhalt

Das Bundesland Sachsen-Anhalt fördert seit Ende September 2019 mit der "Richtlinie Speicherförderprogramm" Stromspeicher in Kombination mit kleinen bis mittelgroßen Photovoltaikanlagen auf Dächern von Privatpersonen und Unternehmen sowie Stromspeicher für Mieterstrommodelle kombiniert mit PV-Dachanlagen. Die Speicherförderung umfasst dabei einen Investitionszuschuss von bis zu 30 Prozent und bis maximal 5.000 Euro. Privatpersonen und Unternehmen sowie Teilnehmende an Mieterstrommodellen können einen Antrag auf Förderung stellen.

tueringen-stromspeicher-net4energy

 

Thüringen

Das Landesförderprogramm „Solar Invest“ des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz fördert Investitionen in Photovoltaikanlagen mit stationären Energiespeichersystemen, die der Speicherung von Strom aus Photovoltaik dienen (nur Batteriespeicher) mit bis 40 zu Prozent, sofern der Strom selbst verbraucht wird. Zusätzlich ist auch die Erweiterung von Stromspeichern und Wärmespeichern förderfähig.

Förderung von Stromspeichern durch Unternehmen

Es gibt vereinzelte Unternehmen, die die Installation von Stromspeichern fördern. Zu nennen sind hier zum Beispiel entega (Zuschuss für den Einbau eines Stromspeichers), die N-Ergie AG (Förderung von Photovoltaikanlagen mit und ohne Stromspeicher) oder auch die rhenag AG (Förderung von Photovoltaikanlagen und -stromspeichern, die von rhenag oder von einem Kooperationspartner gekauft oder gepachtet werden). Recherchieren Sie also am besten, ob es Unternehmen in Ihrer Nähe gibt, die die Anschaffung eines Stromspeichers fördern.

Förderung von Solarstromspeichern durch Ihr Stadtwerk

Es lohnt sich, sich bei Ihrem Stadtwerk über Fördermöglichkeiten für Stromspeicher zu informieren. Hier finden Sie einige Beispiele aus verschiedenen Städten.

Headline

Bensheim: Stromspeicher, die mit neuen oder bestehenden PV-Anlagen verbunden werden, erhalten einen Zuschuss in Höhe von 100 Euro pro kWh.

Düsseldorf: Gefördert wird die Installation eines Lithium-Speichers für neue oder bestehende PV-Anlagen mit 20 Prozent der anrechenbaren Bruttoinvestitionskosten.

Elmshorn: Hier gibt es einen Zuschuss von bis zu 1.000 Euro für einen Stromspeicher in Kombination mit einer neuen Photovoltaikanlage.

Region Freiburg: Die Badenova AG fördert die Installation eines Lithium-Speichers mit 10 Prozent der Nettoinvestitionskosten.

Stadtwerke Marburg: Stromkunden erhalten bei der Anschaffung eines Speichers einen Zuschuss in Höhe von 250 Euro.

Mörfelden-Walldorf: Die Stadt fördert die Anschaffung eines Stromspeichers mit bis zu 750 Euro. Der Zuschuss gilt in Verbindung mit neuen PV-Anlagen auf Bestandsgebäuden.

Landkreis Waldeck-Frankenberg: Die Energie Waldeck-Frankenberg GmbH unterstützt beim Kauf eines Stromspeichers mit 200 Euro.

Winsen (Luhe): Die Stadt unterstützt den Einbau von Speichern mit neuen Photovoltaikanlagen auf Neu- und Altbauten mit 7,5 Prozent der Kosten, maximal mit 1.000 Euro.

Was ist zu beachten, wenn Sie einen Stromspeicher kaufen

Für die Wahl des richtigen Solarstromspeichers sind verschiedene Faktoren von Relevanz. Wir haben die wichtigsten für Sie hier noch einmal aufgeführt.


Headline

Strombedarf

Ermitteln Sie genau Ihren Strombedarf, um sich über die ideale Speichergröße für Ihren Haushalt bewusst zu werden. Berechnen Sie hierzu den Durchschnitt der Jahresstromverbräuche der letzten fünf Jahre oder lassen Sie sich von einem Fachmann helfen. Grundsätzlich geht man bei einem Vier-Personen-Haushalt von einem Strombedarf von 4.500 kWh aus, was eine Photovoltaikanlage mit 4 bis 6 Kilowattpeak (kWp) abdecken kann.

 

Größe des Stromspeichers

Wie groß ein Speicher sein sollte, hängt davon ab, wie viele Personen sich im Haushalt befinden, vom Stromverbrauch und von der Größe der Solaranlage. Ist er zu klein, kann die aufgefangene Energie nicht gespeichert und muss eingespeist werden (Strom) oder geht womöglich verloren (Wärme). Ist der Speicher hingegen zu groß, dann wird es zum Beispiel bei einer Solarthermieanlage zu einer Herausforderung, die gewünschte Temperatur zu erreichen. Stromspeicher sollten mindestens so groß sein, dass die Hausbewohner mit dem darin verfügbaren Strom über den Abend, durch die Nacht und über den Morgen kommen. Für einen gewöhnlichen Haushalt reichen Speicher zwischen drei und acht Kilowattstunden zumeist aus.

 

AC-Kopplung vs. DC-Kopplung

Soll der Stromspeicher auf Gleichstromseite (DC) oder auf Wechselstromseite (AC) gekoppelt sein? Detailinformationen hierzu finden Sie im Abschnitt "AC vs. DC: Zwei Stromspeicher-Systeme für Photovoltaikanlagen“.

 

Blei-Speicher vs. Ionen-Lithium-Speicher

Generell wird bei Stromspeichern zwischen zwei Technologien unterschieden, zwischen denen Sie sich entscheiden müssen. Detailinformationen hierzu finden Sie im Abschnitt „Blei vs. Lithium: Batteriespeicher-Technologien“.

 

Einphasige vs. dreiphasige Stromspeicherung

Der Strom in den öffentlichen Stromnetzen in Deutschland fließt dreiphasig. Der Stromfluss besteht also aus drei einzelnen Wechselströmen. Dreiphasiger Strom ist stärker als der, der für gewöhnlich in privaten Haushalten genutzt wird. Bei ziemlich allen elektrischen Haushaltsgeräten reicht der schwächere einphasige Strom aus – mit der Ausnahme eines Herds je nach Art. Deshalb ist es sinnvoll, den Strom für den Eigenverbrauch einphasig im Stromspeicher zu speichern. Das ist günstiger und technisch einfacher umzusetzen. Machen Sie sich am besten einen Überblick über Ihre Geräte oder lassen Sie sich von einem Fachmann beraten.

 

Haltbarkeit, Lebensdauer und Garantie

Setzen Sie auf qualitative und effiziente Stromspeicher von namhaften Herstellern, um von einer Lebensdauer von bis zu 15 Jahren zu profitieren.

 

 

Zusatzleistungen

Bietet Ihr Handwerker zusätzlich zur Installation des Stromspeichers auch Wartungsverträge an oder die Dokumentation der Installation? Achten Sie beim Kauf auf die enthaltenen Zusatzleistungen, die in vielen Angeboten zu finden sind.

 


Stromspeicher – Neubau und Nachrüstungen

Ihnen steht frei, ob Sie einen Stromspeicher direkt mit dem Neubau einer Photovoltaikanlage installieren lassen oder zu einem späteren Zeitpunkt nachrüsten. Somit ist auch an Bestandsanlagen das Nachrüsten eines Stromspeichers möglich – jedoch gibt es hier gewisse Einschränkungen. Wo die Vorteile und Nachteile von beiden Varianten liegen und was Sie jeweils unter anderem bezüglich Einspeisevergütung, Eigenverbrauchsvergütung und Eigenverbrauch beachten müssen, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Wie erfolgt die Montage eines Stromspeichers?

Ein Stromspeicher benötigt viel Platz. Daher sollten Sie sich rechtzeitig Gedanken dazu machen, wo er stehen soll und die entsprechenden Abmessungen durchführen. Neben den Maßen sollten Sie auch das Gewicht beachten, das der Speicher mitbringt und von Ihrem Gebäude getragen werden muss. Für gewöhnlich steht der Stromspeicher im Keller bzw. im Hausanschlussraum in der Nähe des Zählerschranks. Es bieten sich aber auch andere Räume an, so zum Beispiel die Garage. Da der Installationsaufwand mit Planung, Transport, Montage, etc. recht hoch ist, sollten Sie einen Fachmann engagieren, der Ihnen bei allen Phasen der Installation hilft – schon allein deshalb, weil technische Veränderungen notwendig sein könnten, wie zum Beispiel der Austausch des Wechselrichters. Im Idealfall bietet Ihnen der Fachbetrieb auch direkt Wartungsverträge an und stellt Ihnen einen Speicherpass aus.

neukauf-photovoltaik-stromspeicher-net4energy

 

Warum ein Stromspeicher beim Neukauf einer PV-Anlage eine gute Investition ist

Mittlerweile ist der Stromspeicher schon eine Art Standardkomponente, wenn man eine Photovoltaikanlage installiert. Es gibt sogar Anlagen mit bereits integriertem Speicher zu erwerben. Die gleichzeitige Installation von Photovoltaikanlage und Stromspeicher bietet sich aus finanzieller Hinsicht an, da die Installationskosten in diesem Fall geringer sind – der Installateur muss schließlich nur einmal kommen und seine Arbeit erledigen. Zudem kann man PV-Anlage und Stromspeicher direkt perfekt aufeinander abstimmen. Der Vorteil einer sofortigen Stromspeicher-Anschaffung liegt ganz klar darin, dass Sie von Anfang an das meiste Potenzial aus Ihrer PV-Anlage holen und den umweltfreundlichen Strom selbst im hohen Maße verbrauchen können. Sie wirken also den immer teurer werdenden Strompreisen entgegen – sowie gleichzeitig den sinkenden Einspeisevergütungen. Der sofortige Kauf eines Stromspeichers ist aber nicht zwingend notwendig. Sie können mittlerweile Stromspeicher problemlos nachrüsten oder auch erweitern, sollte sich Ihr Nutzungsverhalten ändern.

Was Sie bei der Nachrüstung eines Stromspeichers beachten müssen

Technisch gesehen ist die Nachrüstung (oder auch die Erweiterung) eines Speichers ohne Probleme möglich. Es gibt allerdings einige Faktoren bzw. Bedingungen zu beachten, damit diese erfolgreich gelingt, denn nicht jeder Stromspeicher ist für jede Anlage geeignet. An der Photovoltaikanlage selbst muss für gewöhnlich nichts verändert werden.

standort-stromspeicher-net4energy

 

Anforderungen an den Standort

Durch sein Gewicht und seine Größe stellt ein Stromspeicher gewisse Anforderungen an den Standort, an dem genug Platz vorhanden sein muss und die Statik zudem das Gewicht aushält. Achten Sie dabei auf die Angaben des Herstellers.

photovoltaikanlage-groesse-stromspeicher-net4energy

 

Größe der Photovoltaikanlage

Diese spielt eine wichtige Rolle für die Auslegung des Stromspeichers sowie für ein DC-System (siehe nächster Punkt). Auch der Stromertrag und der Stromverbrauch pro Jahr sind dabei von Relevanz.

ac-system-vs-dc-system-stromspeicher-net4energy

 

AC-System vs. DC-System

Stromspeicher mit AC-System (Ankopplung auf Wechselstromseite) lassen sich leichter in bestehende Photovoltaikanlagen integrieren als DC-Systeme (Ankopplung auf Gleichstromseite), da sie unabhängig von der Photovoltaikanlage funktionieren. Allgemein sind AC-gekoppelte Stromspeicher bei einer Nachrüstung also eher empfehlenswert. Bei DC-Speichersystemen ist es notwendig, sie auf die Größe der PV-Anlage abzustimmen. Zudem erfordert es dabei manchmal einen neuen Wechselrichter. Dieses System ist also weniger flexibel und eignet sich eher für Neuanlagen. Nachrüstungen sind zwar auch mit DC-Speichersystemen möglich, bergen aber einige Fehlerquellen.

installation-stromspeicher-net4energy

 

Zeitpunkt der Anlagen-Installation

Der Zeitpunkt der Installation der Photovoltaikanlage ist entscheidend für eine potenzielle Nachrüstung. Nur bei PV-Anlagen, die nach dem 1. Januar 2009 installiert wurden, ist eine Nachrüstung möglich. Bei älteren Anlagen ist dies nicht der Fall. Wer eine solche Anlage betreibt, muss also das Auslaufen des Stromliefervertrages mit dem regionalen Netzbetreiber abwarten und kann danach erst einen Stromspeicher nutzen und den eigenen Strom verbrauchen. Der Grund dafür liegt in der Gesetzesänderung zum 1. Januar 2009: Seitdem ist eine Stromeigennutzung in Deutschland erst erlaubt. Anlagenbetreiber, die nach dem 1. Januar 2009 und vor dem 31. März 2012 eine PV-Anlage in Betrieb genommen haben, erhalten neben der Einspeisevergütung eine Vergütung für jede selbstgenutzte Kilowattstunde. Bei der Speichernachrüstung muss hier der Anschluss entsprechend umgebaut und beim zuständigen Netzbetreiber umgemeldet werden. Wer zwischen dem 1. April 2012 und 31. Dezember 2012 eine PV-Anlage installiert hat, kann einen Stromspeicher zwar nachrüsten lassen, erhält aber keine Eigenverbrauchsvergütung mehr. Bei Installationen von Photovoltaikanlagen nach dem 1. Januar 2013 wird die Nachrüstung von Stromspeichern über verschiedene Programme des Bundes und der Bundesländer gefördert.

Ob sich nun eine Neuinstallation oder das Nachrüsten eines Speichersystems als wirtschaftlich sinnvoll erweist, kann Ihnen einen Fachmann berechnen. Hierbei kommt es auch auf die Fördermöglichkeiten an, die sich jeweils unterscheiden.

Wie wird ein Stromspeicher entsorgt?

Stromspeicher bestehen aus wertvollen Metallen, die man nach dem Lebensende des Speichers noch weiterverwenden kann – und dies aus umweltfreundlicher Sicht auch tun sollte. Für die Entsorgung von Stromspeichern gelten die Regelungen aus der Elektronikschrottverordnung und dem Batteriegesetz. Sie können Ihren Batteriespeicher sowohl beim Hersteller als auch bei entsprechenden Sammelstellen zurückgeben.


Laden Sie sich jetzt unsere umfassende Anleitung zum Stromspeicher herunter!

anleitung-stromspeicher-guide-ebook-net4energy-cta


guliano-fuchs-cpo-net4energy-1080x1080
Giuliano Fuchs
Dein Energiewende Guide

Erst mal ein bisschen was zu mir: Ich bin 37 Jahre alt, komme aus Hessen und lebe im Frankfurter Umland genauer gesagt im wunderschönen Taunus. Als einer der Experten Guides auf net4energy schreibe und veröffentliche ich Blogbeiträge rund um ein Thema, dass mir persönlich besonders am Herzen liegt - das Erzeugen von erneuerbaren Energien. Ich bin davon überzeugt das, dass nutzen von nachhaltigen Energiequellen, wie z.b. Photovoltaik und Solarthermie ein integraler Bestandteil der Nationalen und vor allem persönlichen Energiewende ist. Um immer Up to date zu bleiben und andere auch über net4energy hinaus zu unterstützen, bin ich aktiv in unterschiedlichen User Gruppen und Foren die sich z.b. mit neuen Technologien wie Stromspeichern und Solaranlagen im Allgemeinen beschäftigen.

Schau dir gerne alle meine Beiträge zum Energie erzeugen in unserem Magazin an.