Der ultimative Guide zur Solarthermie

 

 

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Solaranlagen, Solarthermie, Photovoltaik – die Themen "Erneuerbare Energien" und "Energiewende" drehen sich um diese und mehr Begriffe und Technologien, die helfen, den Bedarf an fossilen Brennstoffen zu senken, Ressourcen zu sparen und auf nachhaltige Weise Energie zu erzeugen. Auf dieser Seite geben wir Ihnen einen umfassenden Einstieg in das Thema Solarthermie. Diese zeichnet sich durch eine lange Geschichte und somit durch eine erprobte und effiziente Technik aus, um Wärme mit der Kraft der Sonne zu erzeugen. In Deutschland stehen pro Jahr durchschnittlich 1.050 Kilowattstunden Sonnenenergie pro Quadratmeter zur Verfügung. Warum also nicht diese kostenlose, endlose und klimafreundliche Energie ausnutzen?


Grundsätzliches zur Solarthermie

Was ist Solarthermie?

Der Begriff „Solarthermie“ lässt sich mit „Sonnenwärme“ übersetzen und zielt damit schon sehr genau auf den Prozess ab, der dabei stattfindet: Die Solarthermie ist eine Technologie, bei der die Einstrahlung der Sonne in Wärme umgewandelt wird. Dabei kommen sogenannte Solarkollektoren zum Einsatz. Solarthermie nutzt man zumeist entweder für die solare Trinkwassererwärmung oder die solare Heizungsunterstützung. Die Nutzungsweise der Solarthermie entscheidet am Ende über die Größe der Anlage und das Speicherkonzept. Bezeichnend für die Solarthermie ist ihre besonders gute Ökobilanz, da sie einen großen Beitrag leistet, den Energiebedarf im Haushalt zu senken. Man geht davon aus, dass man 50 bis 65 Prozent des jährlichen Warmwasserbedarfs per Solarthermie sicherstellen kann.

Geschichte der Solarthermie

Die Solarthermie weist eine lange Geschichte auf. Die frühen Hochkulturen Südamerikas und die alten Ägypter und Mesopotamier machten sich bereits die Sonnenenergie zunutze, um Wärme zu erzeugen. Sie richteten die Fenster an ihren Häusern so aus, dass die Sonnenwärme ideal hineinfiel und gespeichert werden konnte. Zudem wurde bereits 800 vor Christus Wasser erwärmt, indem man einen Spiegel nutzte, um einen bestimmten Punkt darin mit den Sonnenstrahlen zu fokussieren. Der Schweizer Naturforscher Horace-Bénédict de Saussure erfand im 18. Jahrhundert dann den Vorgänger der modernen Solarkollektoren, die sich in ihrer Bauart heute kaum von dem ersten Prototyp unterscheiden. Diese kamen zur damaligen Zeit in Gewächshäusern zum Einsatz. Mit der Ölkrise Mitte der 1970er kam es zu einem Wendepunkt für die Solarthermie: Die stark steigenden Preise für Erdöl führten dazu, dass man umfangreiche Konzepte entwickelte, um Solarthermie für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung nutzen zu können.


Die Solarthermieanlage

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Was benötigt man für eine Solarthermieanlage?

Neben den Sonnenkollektoren auf dem Dach, benötigen Sie für eine Solarthermieanlage noch einen Solarspeicher, einen Solarregler und eine Solarstation. Ein Solarregler prüft unter anderem die Temperaturunterschiede im Speicher, zeigt die aktuelle Temperatur an, begrenzt diese und steuert die Pumpe. Die Solarpumpe ist Teil der Solarstation und ist dafür zuständig, die Solarflüssigkeit durch den Kreislauf zu zirkulieren. Die Solarstation besteht des Weiteren aus einem Manometer zur Kontrolle des Anlagendrucks sowie einem Sicherheitsventil, das einspringt, sollte der Anlagendruck mal zu hoch sein. Die restlichen Bestandteile einer Solarthermieanlage hängen von der konkreten Nutzung – Trinkwassererwärmung vs. Heizung – ab und werden in den entsprechenden Abschnitten erläutert.

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Wie funktioniert eine Solarthermieanlage?

Solarthermie beschreibt die Umwandlung von Sonnenenergie in Wärme. Diese Technik wird in Gebäuden zur Warmwasseraufbereitung und/oder zum Heizen genutzt und funktioniert wie folgt: Solarkollektoren, die auf dem Hausdach installiert sind, fangen die Sonnenstrahlen ein. In den Solarkollektoren befindet sich eine Wärmeträgerflüssigkeit, die die Sonnenstrahlen absorbiert und somit deren Wärme aufnimmt. Die Wärme wird anschließend über Rohre an den Warmwasserspeicher des Hauses weitergeleitet. Dieser Prozess – also der Transport der erwärmten Flüssigkeit durch einen Rohrkreislauf zum Speicher – wird durch eine Pumpe unterstützt. Die Wärme aus der Wärmeflüssigkeit wird dann über einen Wärmetauscher an das Brauchwasser im Speicher übertragen und kann sofort genutzt werden – oder auch erst bei konkretem Bedarf. Die abgekühlte Wärmeträgerflüssigkeit läuft anschließend wieder zu den Sonnenkollektoren zurück und wird dort erneut von der Sonne erwärmt.

Solarthermie kommt neben der Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung auf unterschiedliche Weise zum Einsatz: Bei Solar- und Campingduschen, zur solaren Kühlung (Sonnenwärme wird in Kälte umgewandelt) oder auch bei Solarkochern (Anwendung in armen Gebieten, um Holzbrennstoff einzusparen).

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Aufbau von Solarthermie-Kollektoren

Es gibt zwei Arten bzw. Bauweisen von Solarthermiekollektoren: Die Vakuumröhrenkollektoren und die Flachkollektoren.

Flachkollektoren:

Sie bestehen aus einem Gehäuse, in dem sich ein geschwärztes Metallblech (Absorber) befindet. Die dunkle Absorberschicht absorbiert – wie der Name schon sagt – die solare Strahlung und wandelt diese in Wärme um. Auf der Rückseite des Absorbers verlaufen Rohre, durch die die Wärmeträgerflüssigkeit fließt. Rohre und Kollektoren sind verbunden, damit die Wärmeflüssigkeit entsprechend durch diese hindurchlaufen kann. Der Solarkollektor ist durch ein spezielles Solar-Sicherheitsglas geschützt und die Gehäuse der Flachkollektoren sind wärmegedämmt, um Wärmeverluste zu reduzieren.


Vakuumröhrenkollektor:

Bei Röhrenkollektoren ist jeder einzelne Absorber von einer evakuierten Glasröhre umhüllt. Es sind mehrere Röhren in einem Sammler verbunden, die zusammen den Röhrenkollektor ergeben. Durch das Vakuum sind die Vakuumkollektoren besonders gut wärmegedämmt und deutlich effizienter als Flachkollektoren.

Wärmeträgerflüssigkeit:

Die Wärmeträgerflüssigkeit erfüllt die Aufgabe, die solare Wärme zu speichern und zum Solarspeicher zu transportieren. Für die Wärmeträgerflüssigkeit wird üblicherweise Wasser mit einem Frostschutzmittel versetzt. Die Flüssigkeit muss darüber hinaus temperaturbeständig sein, da in Solarkollektoren sehr hohe Temperaturen auftreten können. Das übliche Mischverhältnis ist 40 Prozent Frostschutzmittel und 60 Prozent Wasser.

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Was ist der solare Deckungsgrad?

Der solare Deckungsgrad gibt an, wie viel Prozent der Warmwasserbereitung die Solarthermieanlage im Haus abdecken soll. Ideal und realistisch ist ein Deckungsgrad von 50 Prozent oder leicht darüber. Generell streben Hausbesitzer einen Deckungsgrad an, der so hoch wie möglich ist, ganz nach dem Motto „So viel Kollektorfläche wie möglich ausnutzen“. Allerdings muss man hier den Systemnutzungsgrad berücksichtigen. Dieser gibt an, wie viel der Sonneneinstrahlung tatsächlich vom Solarkollektor umgewandelt und als Warmwasser in den Speicher geliefert werden kann. Theoretisch könnte man das gesamte Dach mit Kollektoren belegen und sehr viel Warmwasser erzeugen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass man die vorliegende Wärme dann voll ausnutzen kann, was den Systemnutzungsgrad senkt und die Anlage unnötig teuer macht. Wählen Sie die Größe Ihrer Solarthermieanlage also genau, um keine Energie- und Kostenverluste zu machen. Der Systemnutzungsgrad liegt normalerweise zwischen 30 und 50 Prozent und ist abhängig von der Qualität der Kollektoren, der Wärmedämmung, den Leitungen, dem Speicher, dem Verbrauch sowie vom Deckungsgrad.

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Kosten einer Solarthermieanlage

Die Kosten für eine Solarthermieanlage hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab, die sich teilweise gegenseitig beeinflussen. Dazu gehören die Größe des Haushalts, der Einsatzbereich sowie die Größe und Qualität der Anlage. Wenn man von einem 4-Personen-Haushalt ausgeht, in dem die Solarthermieanlage für die Wassererwärmung eingesetzt wird, kommt man auf Gesamtkosten von rund 5.000 Euro. Darin enthalten sind die Kosten für 4 bis 6 Quadratmeter Kollektorfläche (ca. 1.500 Euro), die Installation (1.500 Euro) und den Solarspeicher (ca. 1.000 bis 2.000 Euro). Wenn Sie die Solarthermieanlage an die Heizung anschließen, entstehen hingegen Gesamtkosten von rund 10.000 Euro. Darin enthalten sind (ausgehend von obigem Beispiel) 16 Quadratmeter Kollektorfläche für knapp 5.000 Euro, die Installation für ca. 3.000 Euro und der Solarspeicher für ca. 2.000 bis 3.000 Euro. Die hohen Anschaffungskosten für eine Solarthermieanlage amortisieren sich in der Regel nach einigen Jahren.

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Warum Sie mit Solarthermie das Klima schützen

Die Sonnenenergie ist nahezu unerschöpflich – und kostenlos hinzu. Die durch eine Solarthermieanlage entstandene Solarwärme verursacht keinerlei Belastungen für das Klima. Indem Sie Solarthermie für die Warmwasserbereitung und für die Heizungsunterstützung einsetzen, agieren Sie also besonders umweltbewusst und nachhaltig. Zum einen müssen Sie weniger auf fossile Brennstoffe zurückgreifen, zum anderen reduzieren Sie damit Ihre CO2-Emissionen deutlich. Solarthermie spart im Gegensatz zum Heizen mit Gas etwa 250 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Nutzwärme. In einem 140 Quadratmeter großen Einfamilienhaus mit vier Bewohnern würde es beim Jahresverbrauch wie folgt aussehen: Solarthermie für Warmwasser spart bei einer Anlage mit sechs Quadratmetern Flachkollektoren und einem 300-Liter-Speicher jährlich rund 500 Kilogramm CO2. Um die gleiche Menge CO2 zu binden, müsste man jedes Jahr circa 40 Bäume pflanzen. Im Gegensatz zum Beispiel der Biomassenverfeuerung hat Solarthermie aus Umweltsicht noch den Vorteil, dass es keine Flächenkonkurrenz zum Nahrungsmittelanbau gibt und es zu keinerlei Abgasen kommt.

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Inwiefern unterstützt Solarthermie die Energiewende?

Generell lässt sich der Klimawandel nur bremsen, wenn in Zukunft auf die Nutzung fossiler Brennstoffe mehr und mehr verzichtet wird. Solarthermie ist eine Lösung. Dies wird mehr und mehr erkannt, wie die Zahlen aus 2018 zeigen: In diesem Jahr hat sich die Anzahl der Solarwärmeanlagen in Deutschland um rund 71.000 erhöht. Insgesamt erzeugten Ende 2018 in Deutschland etwa 2,4 Millionen Solarthermieanlagen nachhaltige Solarwärme. Ein weiteres Plus erhält die Solarthermie, weil sich Solarthermiekollektoren mit beinahe jedem Wärmeerzeuger verbinden lassen, ob nun einem Heizkessel, einer Wärmepumpe oder einem Gasbrennwertkessel. Mit einer Solarthermieanlage und entsprechenden Solarthermiekollektoren auf dem Dach führt jeder Privathaushalt seine eigene kleine Energiewende durch. Je mehr Privathaushalte auf Solartechnologien wie Photovoltaik oder Solarthermie setzen, umso schneller schreitet die Energiewende also voran. Das kann sich zum Beispiel durch eine Solarthermie-Großanlage manifestieren, die durch den Anschluss an das Nahwärmenetz eine ganze Kommune nachhaltig mit Wärme versorgt. Forscher sind darüber hinaus dabei, Speichermöglichkeiten zu entwickeln und daran, Solarwärme in Nah- und Fernwärmenetze einzuspeisen.

Vor- und Nachteile der Solarthermie

Die Vorteile einer Solarthermieanlage

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Abdeckung von einem Großteil des Energiebedarfs

Eine Solarthermieanlage mit einer Größe von 1,5 Quadratmeter Flachkollektoren pro Person und einem Speicher mit 300 Litern Inhalt im Jahresdurchschnitt kann drei Fünftel des Warmwasserbedarfs abdecken – in den Sommermonaten bis zu 100 Prozent.

Vielfältige Einsatzbereiche

Neben der Trinkwassererwärmung und der Heizungsunterstützung gibt es noch weitere Bereiche, in denen die Solarthermie zum Einsatz kommt. Industrielle Prozesse (für die Kühlung) im Lebensmittelbereich zum Beispiel profitieren von der Technologie sowie Wäschereien, Brauereien und die Lebensmitteltrocknung.

Einsparungen

Wer die kostenlose Sonnenenergie nutzt, um Wärme zu erzeugen, spart langfristig Wasser- und Heizkosten.

Lange Garantie

Qualitative Solaranlagen erzeugen auch noch nach über 30 Jahren zuverlässig Wärme. Dabei sind sie besonders wartungsarm. Hersteller geben oft eine Garantie von 20 Jahren.

Umweltfreundlichkeit

Durch den Einsatz von Solarthermie reduziert man den Verbrauch fossiler Brennstoffe und spart an CO2-Emissionen. Bei einer kombinierten Warmwasser- und Heizungsunterstützung verdoppelt sich die jährliche Einsparung an fossilen Energien für Warmwasser und Raumheizung. Darüber hinaus bestehen moderne Solarthermieanlagen aus
umweltverträglichen Materialien, die leicht zu recyceln sind.

Kombinationsmöglichkeiten

Sie können ihre Solarthermieanlage mit Brennwertheizungen, Wärmepumpen oder anderen Heizanlagen kombinieren und somit Effizienz und Kostenersparnisse nochmals erhöhen.

Staatliche Förderung

Für die Installation von Solarthermieanlagen ist es möglich, staatliche Förderungen und zinsgünstige Kredite zu beantragen, zum Beispiel beim BAFA oder der KfW.


Die Nachteile einer Solarthermieanlage

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Standortabhängigkeit

Um Solarkollektoren zu installieren, benötigen Sie eine geeignete Dachfläche, die groß genug und frei von Verschattungen ist.

Wetterabhängigkeit

Die Sonneneinstrahlung schwankt von Tag zu Tag. Wie viel an Wärmebedarf Sie durch Solarthermie abdecken können, hängt auch vom Wetter ab.

Notwendige Umbaumaßnahmen

Wer eine Solarthermieanlage installieren möchte, muss zwecks Kollektoren, Rohrleitungen und Speicher Umbauten im und am Haus in Kauf nehmen. Zudem braucht man Platz für den Warmwasserspeicher, der circa 1 m² Bodenfläche bei einer Höhe von knapp zwei Metern in Anspruch nimmt.

Investitionsbedarf

Zu Beginn muss man viel in die Solarthermieanlage investieren. Es gilt: Je effizienter die Anlage, desto höher die Investitionskosten. Die Kosten werden also auch vom Wirkungsgrad der Anlage bestimmt.

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Voraussetzungen für Solarthermie

Es gibt generelle Voraussetzungen, die man vor der Installation einer Solarthermieanlage erfüllen muss. Diese betreffen unter anderem das Dach und die Dachfläche, deren Ausrichtung und Umgebung sowie der verfügbare Platz für den Warmwasserspeicher. In den folgenden Abschnitten werden diese Punkte detailliert ausgeführt.


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Personenanzahl im Haushalt

Die Personenanzahl im Haushalt bestimmt den Warmwasserbedarf und beeinflusst somit die Größe der Solarthermieanlage – also die Fläche der Kollektoren und die Speichergröße. Von der rein wirtschaftlichen Perspektive gesehen, lohnt sich eine Solarthermieanlage bei einem Haushalt von drei bis vier Personen, vor allem wenn der Großteil deren Warmwasserbedarfs gedeckt ist. Generell kommt es bei der Frage, ob sich Solarthermie rentiert, auf die Installationskosten, die eventuelle Förderung und auf die Ersparnisse an, die man am Ende verzeichnen kann. Man kann sagen: Je größer ein Haus ist und je mehr Personen darin leben, umso eher rechnet sich eine Solarthermieanlage. In einem Haushalt mit zwei Personen rentiert sich eine Solarthermieanlage wirtschaftlich gesehen eher weniger. 

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Standortvoraussetzungen für Solarthermie

Die Sonneneinstrahlung beeinflusst im hohen Maße, wie viel Ertrag eine Solarthermieanlage bringt. Im Allgemeinen ist die Solarstrahlung ist ganz Deutschland stark genug für den Einsatz von Solarthermie, jedoch gibt es lokale und regionale Unterschiede, die man beachten sollte. Bei der Solarthermie spielt die sogenannte Globalstrahlung am jeweiligen Ort eine große Rolle. Dabei handelt es sich um die Kombination aus direkter Sonneneinstrahlung und diffuser Strahlung, die entsteht, wenn das Sonnenlicht durch Staub, Wasserteilchen oder Wolken gebrochen wird. In Deutschland kommt die Globalstrahlung im Jahr durchschnittlich auf 1.000 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Die Regionen Freiberg im Breisgau und südlich der Donau schneiden bei der Globalstrahlung am besten ab. Hamburg, Bremen und Siegen liegen am Ende der Liste mit einem Strahlungsunterschied von 20 Prozent. Selbst im Norden ist jedoch die Kraft der Sonne ausreichend, um Solarthermie erfolgreich nutzen zu können. 

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Bauliche Voraussetzungen für Solarthermie

Solarthermieanlagen lassen sich sowohl auf Neubauten als auch auf Altbauhäusern installieren. Ob sich Ihr Haus dafür eignet, hängt von mehreren Faktoren ab: von der Dachfläche (für die Kollektoren), der Dachausrichtung, ausreichendem Platz für den Speicher sowie von den Solarthermieleitungen. Die notwendigen Baumaßnahmen leiten sich davon ab, wie Sie Ihre Solarthermieanlage nutzen. Als Heizungsunterstützung fallen noch mehr bauliche Veränderungen an, für die Sie die Voraussetzungen erfüllen müssen. Lesen Sie hierzu mehr in unserem Guide zur Photovoltaikanlage.


Welchen Flächenbedarf haben Solarthermiekollektoren?

Die Anzahl der Solarkollektoren ist abhängig von der Nutzung der Solarthermieanlage. Kommt diese nur für die Warmwassererzeugung oder auch zur Heizungsunterstützung zum Einsatz? Bei der ausschließlichen Warmwasserbereitung sollten Sie grob mit 1 bis 1,5 Quadratmeter Solarkollektorfläche pro Bewohner rechnen. Wenn Sie Solarthermie auch für die Heizwärme nutzen, dann sind 4 bis 6 Quadratmeter Kollektorfläche pro Person notwendig.
Beispiel: Ein Vier-Personen-Haus, bei dem die Solarthermieanlage für Warmwasser und für Heizungswärme genutzt wird, würde man eine Dachfläche von maximal 24 Quadratmeter benötigen. 


Solarthermie für Warmwasser

Die Sonnenwärme wird über eine Solarthermieanlage zur Trinkwassererwärmung genutzt. Dabei kann man mit solarer Wärme theoretisch den Bedarf an warmem Wasser in den Sommermonaten (Mai bis September) zu 100 Prozent abdecken. Ausschlaggebend sind dabei die Kollektorfläche, das Volumen des Speichers, die Personenanzahl im Haushalt und der weitere Bedarf durch Haushaltsmaschinen wie Wasch- oder Spülmaschinen.

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Wie sichert man die Effizienz von Solarthermie für Warmwasser?

Je genauer eine Solarthermieanlage ausgelegt ist, umso effizienter (und auch wirtschaftlicher) ist sie. Hierfür muss man in einem ersten Schritt den Warmwasserbedarf berechnen. Eine zu große Anlage würde dazu führen, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis sinkt und die Investitionskosten zu hoch sind. Bei einer zu kleinen Anlage wäre der Wärmevorrat im Solarspeicher nicht ausreichend. Um die Effizienz der Solarthermieanlage sicherzustellen, muss man diese also auf Basis des Warmwasserbedarfs korrekt dimensionieren und die Größe von Kollektorfeld und Speicher entsprechend auslegen. 

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Wie berechnet man den Warmwasserverbrauch für die Solarthermie-Auslegung?

Um eine Solarthermieanlage richtig auszulegen, ist es essenziell, die benötigte Menge an Warmwasser genau festzustellen. Daher ist eine korrekte Berechnung des Warmwasserverbrauchs besonders wichtig. Im Idealfall liest man den Verbrauch direkt an einer Wasseruhr ab. Dabei ist es empfehlenswert, auf die Unterschiede zwischen Wochentagen und Wochenende zu achten sowie auf die Schwankungen über das Jahr verteilt. Für die Auslegung der Solarthermieanlage empfiehlt sich der Mittelwert in den Sommermonaten. Wenn Sie den Warmwasserverbrauch in einem Privathaushalt feststellen möchten, berücksichtigen Sie die folgenden Faktoren: 

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Personenanzahl im Haushalt

Wie viele Personen leben in Ihrem Haushalt? Sind Kinder dabei oder geplant? Diese verbrauchen übrigens gleich viel Wasser wie Erwachsene oder sogar mehr. Die Werte des Warmwasserverbrauchs können schwanken zwischen niedrigem Bedarf (20 bis 30 Liter pro Person und Tag), mittlerem Bedarf (30 bis 50 Liter pro Person und Tag) und hohem Bedarf (50 bis 60 Liter pro Person und Tag).

Lebensgewohnheiten

Wie sieht Ihr Alltag aus? Waschen und kochen Sie täglich? Gönnen Sie sich öfter mal ein Bad? Verbrauchen Ihre Kinder viel Wasser, zum Beispiel im Planschbecken oder beim Spielen? Gehen Sie Ihre Lebensgewohnheiten bzw. Ihren Alltag durch und schätzen Sie den Wasserverbrauch dabei realistisch ein. 

Wassersparen möglich?

Überlegen Sie, wo es Möglichkeiten gibt, an Wasser zu sparen. Lässt sich der Verbrauch senken? Wo und wie? Lässt sich das in Ihrem Haushalt zum Beispiel durch wassersparende Armaturen umsetzen? 

Welche Geräte spielen eine Rolle?

Sie müssen Waschmaschinen oder Geschirrspüler mit Warmwasser-Anschluss definitiv in Ihre Verbrauchsrechnung einbeziehen. Hier sollten Sie beachten, dass den meisten modernen Wasch- und Spülmaschinen kein warmes Wasser mehr zugeführt wird, sondern kaltes Wasser, das dann elektrisch erhitzt wird – was also eher die Photovoltaikanlage betreffen würde. 


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Was gibt es beim Solarthermie-Speicher für die Warmwasserbereitung zu beachten?

Solarthermie-Speicher für die Warmwasserbereitung fassen zumeist zwischen 300 und 500 Liter. Im Durchschnitt rechnet man für eine Person einen Warmwasserverbrauch von 30 oder mehr Litern am Tag. Bei der Solarthermie-Auslegung geht man davon aus, dass der doppelte tägliche Gesamtwarmwasserbedarf die optimale Speichergröße ist. Zu den Speicher-Faktoren, die für den Ertrag einer Solarthermieanlage eine wichtige Rolle spielen, zählen die Isolation, die Schichtung im Speicher, die Haltbarkeit und selbstverständlich die Speicher-Größe. 

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Isolation

Der Speicher und dessen Anschlüsse müssen optimal gedämmt sein, damit keine Wärme verloren geht. Um eine Schwerkraftzirkulation im Speicher zu vermeiden, sollten die Warmwasseranschlüsse möglichst nur seitlich am Speicher installiert sein. Ideal wäre ein Warmwasseranschluss nach unten. Generell gilt als Richtwert, dass ein guter Speicher einen Wärmeverlust von circa 1,5 Kilowattstunden pro Tag hat. 

Schichtung im Speicher

Einströmendes Kaltwasser kann die Schichtung im Speicher stören (kaltes Wasser unten und warmes Wasser oben) und zu Ertragsverluste führen. Prallbleche sollten deshalb den ungehinderten Zufluss von Kaltwasser in den Speicher verhindern. Es kann sich auch lohnen, einen Schichtenspeicher zu kaufen, der zwar teurer ist, aber bis zu 15 Prozent höhere Erträge erzielt. 

Haltbarkeit

Wenn Sie einen emaillierten Speicher mit Opferanode oder Fremdstromanode wählen, hält dieser bis zu zehn Jahre. Die Opferanode muss alle ein bis zwei Jahre geprüft werden, die Fremdstromanode ist jedoch wartungsfrei. Der Stromfluss durch die Anoden verhindert eine Korrosion des Speichers. Es gibt auch wartungsfreie Edelstahlspeicher, bei dem keine Opferanode notwendig ist, da Edelstahl nicht korrodiert. Dieser kostet dann aber etwas mehr. 

Größe

Die Größe eines Speichers wird in Litern angezeigt. Dies gibt also an, wie viel Brauchwasser er fassen kann. Die notwendige Speichergröße hängt unter anderem davon ab, wie viele Personen sich im Haushalt befinden, vom Warmwasserverbrauch und von der Fläche und Art der Sonnenkollektoren. Ist der Speicher im Vergleich zur Sonnenkollektorfläche klein, kann die aufgefangene Energie nicht gespeichert werden und geht verloren. Ist der Speicher zu groß, dann wird es zu einer Herausforderung, die gewünschte Temperatur zu erreichen. Wenn das Brauchwasser in einem zu großen Speicher zu lange steht, könnten außerdem Keime entstehen. Ein Haushalt mit vier Personen benötigt zumeist einen 300-Liter-Solarspeicher. Lassen Sie sich am besten von einem Fachmann beraten, um die richtige Größe zu bestimmen. Wenn Ihre Solarthermieanlage auch als Heizungsunterstützung eingeplant ist, müssen Sie direkt an einen Kombispeicher denken, der über mindestens zwei Wärmetauscher verfügen sollte. 

Heizen mit Solarthermie

Eine Solarthermieanlage kann auch als Heizungsunterstützung zum Einsatz kommen. Da sie jedoch nicht den vollen Bedarf an Heizenergie decken kann, ist eine Verbindung mit der herkömmlichen Heizung notwendig, damit diese im Bedarfsfall anspringt. Deshalb spricht man auch von der „Unterstützung“ der Heizung.

Wie funktioniert die Kombination Solarthermie und Heizung?

Die herkömmliche Heizung in Ihrem Haus sorgt dafür, dass die Temperatur im Heizkessel auf einem voreingestellten Niveau bleibt. Eine Temperaturüberwachung und eine bedarfsgerechte Heizungssteuerung gibt es bereits. Hier setzt die Solarthermieanlage an: Sie heizt den Kessel der Heizung so weit auf, wie es die eingestrahlte Sonnenenergie erlaubt. Die Heizungssteuerung registriert die erhöhte Temperatur und drosselt die Leistung der Heizung. Als Heizungsunterstützung besteht Ihre Solarthermieanlage ebenfalls aus Solarkollektoren, dem Solarkreis und dem Speicher. Der Speicher beinhaltet dann jedoch auch Heizungswasser, das bei Bedarf für die Raumheizung oder die Warmwasserbereitung genutzt wird. 

Heizwärmebedarf und Auslegung der Solarthermieanlage

Wenn Sie die Solarthermieanlage auch als Heizungsunterstützung nutzen, müssen Sie sich über den Heizwärmebedarf im Klaren sein. Dieser ist wichtig für die Auslegung der Anlage.
Je nach Wärmeschutz und Isolierung variiert der Heizwärmebedarf. Für ein Einfamilienhaus kann er zwischen 20 und 220 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegen. Der Heizwärmebedarf hängt von der Größe der zu beheizenden Wohnfläche, der Art der Wärmeverteilung (Flächenheizung oder Radiatoren) sowie vom existierenden bzw. geplanten Wärmeschutz, dem individuellen Wärmebedürfnis und der Personenzahl ab. Der entsprechende Wert kann zum Beispiel von der Endabrechnung des Energielieferanten bzw. von dem durchschnittlichen jährlichen Bedarf an Heizöl oder Erdgas abgelesen werden. Für die Dimensionierung der Solarthermieanlage sollte der Wärmebedarf – wie auch der Warmwasserbedarf – des Hauses möglichst genau ermittelt werden.

Wie viel Wärme kann Solarthermie abdecken?

Selbst sehr große Anlagen decken in Bestandsgebäuden mit mittlerem Heizwärmeverbrauch nur circa 30 Prozent des Gesamtwärmebedarfs. In Neubauten kann dieser Wert jedoch höher sein, da diese oft einen deutlich geringeren Wärmebedarf haben. Im Jahresdurchschnitt können Sie mit einer Solarthermieanlage in einem Bestandsgebäude 20 Prozent des Bedarfs an Wärme (Warmwasser und Raumheizung) abdecken. Ob Sie auf die Zuschaltung des Heizkessels verzichten können, hängt von der Jahreszeit ab. 

Kesseltausch beim Kauf einer Solarthermieanlage

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Solarthermieanlage zu installieren und Ihren Heizkessel früher oder später auszutauschen, dann empfiehlt es sich, diese Maßnahmen miteinander zu verbinden. Zum einen können Sie so die Gesamt-Installationskosten senken und zum anderen den Aufwand an Arbeiten und Einschränkungen im Haus während der Installation zeitlich begrenzen. Zudem können Sie die neue Heizung und die Solarthermieanlage perfekt aufeinander abstimmen, da sich moderne Brennwertgeräte differenzierter regeln lassen. Oder aber, Sie nutzen eine Kombianlage, bei denen der Speicher in den Heizkessel integriert ist. Achten Sie bei der Montage des Heizkessels darauf, dass er sich in der Nähe des Solarspeichers befindet, um Leitungsverluste zu minimieren. Darüber hinaus müssen alle Anschlüsse vollständig gedämmt sein. Klären Sie am besten mit Ihrem Installateur, wie lange der Tausch dauert, um zu wissen, wie lange die Heizung ausfällt. Kollektoren, Leitungen und Speicher können vor dem Kesseltausch installiert sein, rauben Ihnen also nicht unnötig Zeit. Wenn Sie den alten Heizkessel weiterhin verwenden, ist es lediglich notwendig, eine neue Regelung einzubauen, die Heizkessel und Solarthermieanlage miteinander verbindet.

Kurzer Vergleich:
Solarthermie für Warmwasser vs. Solarthermie für Heizung und Warmwasser

Ob sich eine Solarthermieanlage für die Warmwasserbereitung oder als Kombination für Warmwasser und Heizung lohnt, ist eine individuelle Entscheidung. Bei der Planung sind dafür mehrere Gesichtspunkte zu beachten, dir wir im Folgenden noch einmal kurz aufgelistet haben.

Solarthermie für Warmwasser

Investitionen sind geringer

Der Flächenbedarf für Kollektoren fällt kleiner aus sowie auch der Platzbedarf für den Speicher

Der solare Deckungsgrad beträgt 60 Prozent

Solarthermie für Warmwasser und Heizung

Höhere Investitionen, aber auch hohe Zuschüsse durch das BAFA

Größere Kollektorfläche als auch ein größerer Speicher benötigt

Kombination aus beidem senkt Energiekosten erheblich

Größere Unabhängigkeit von steigenden Energiekosten

Der solare Deckungsgrad beträgt 30 Prozent

Solarthermie-Förderung

Wenn Sie Förderungen für Ihre Solarthermieanlage in Anspruch nehmen, sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Anlage noch schneller rechnet. Dafür stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung – von unterschiedlichen Fördergeldern bis hin zu zinsgünstigen Krediten. Zu den bekannten Stellen zählen hierbei das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Förderbank KfW. Außerdem lohnt sich die Recherche zu Förderungen auf Bundeslandebene, in Ihrer Gemeinde oder auch bei Ihrem Stadtwerk. Im Folgenden verschaffen wir Ihnen einen Überblick über Ihre Optionen. Bitte beachten Sie, dass es sich nur über einen Überblick handelt und detailliertere Informationen auf den Seiten der Anbieter nachzulesen sind.


BAFA-Förderung einer Solarthermieanlage

Die BAFA-Förderung ist eine von der Anlagenart und Kollektorfläche abhängige Basisförderung. Das bedeutet: Die Konditionen richten sich danach, ob Sie Ihre Solarthermieanlage für Warmwasser oder für Warmwasser und Heizung nutzen oder ob es sich um die Erweiterung einer bestehenden Anlage handelt. Hierbei wird nochmals zwischen unterschiedlichen Anlagengrößen und somit Förderungsstufen unterschieden. Hausbesitzer können außerdem den sogenannten Kombinationsbonus und somit eine Zusatzförderung von 500 Euro erhalten, zum Beispiel beim Kesseltausch oder auch bei der Errichtung einer Biomasse- oder Wärmepumpenanlage. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) zu nutzen und dadurch einen weiteren Bonus von 20 Prozent sowie einen Investitionszuschuss von 600 Euro zu erhalten. Mit APEE fördert das BAFA den Umstieg zu modernen Heizungen, bei dem erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Die Voraussetzung für APEE ist, dass das gesamte Heizungssystem optimiert wird, also ein hydraulischer Abgleich gemacht, die Heizkurve optimiert und die Vorlauftemperatur sowie die Pumpenleistung angepasst wird.

Es gibt Mindestanforderungen, die für eine Förderung durch das BAFA erfüllt sein müssen. So bezieht sich die Förderung auf Bestandsgebäude, nicht jedoch auf Neubauten. Am Tag der Inbetriebnahme der neuen Anlage muss das alte Heizungssystem seit mindestens zwei Jahren installiert sein. Außerdem sind bestimmte technische Standards zu erfüllen, wenn Sie von einer BAFA-Förderung profitieren möchten. Zu den weiteren Anforderungen zählen:

  • Basisförderung Warmwasser:
    Die Kollektorfläche muss mindestens 3 m² betragen und der Wärmespeicher mindestens 200 Liter fassen.

  • Basisförderung Warmwasser und Heizung:
    Die Kollektorfläche (Flachkollektoren) muss mindestens 9 m2 betragen und der Wärmespeicher mindestens 40 Liter je m2 Bruttokollektorfläche fassen. Bei Vakuumröhren- und Vakuumflachkollektoren sind es mindestens 7 m2 und 50 Liter Fassungsvermögen im Wärmespeicher je m2 Bruttokollektorfläche.
  • Zusatzförderung für besonders effiziente Anlagen:
    Bei einem Heizkesseltausch müssen Sie von einem Heizkessel ohne Brennwerttechnik zu einem Öl- oder Gasbrennwertkessel wechseln. Zudem müssen Sie einen hydraulischen Abgleich nachweisen.


Beachten Sie die Forderungen bei der Antragstellung: Der BAFA-Antrag besteht aus einem vierseitigen Antragsformular, einer zweiseitigen Fachunternehmererklärung und einer Rechnung, die als Kostennachweis dient. Der Antrag muss immer vor Umsetzung der Maßnahme bzw. vor Vertragsschluss mit dem Installateur vollständig beim BAFA eingereicht sein. Anderenfalls wird ein Antrag ohne inhaltliche Prüfung abgelehnt.

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KfW-Förderung einer Solarthermieanlage

Die KfW bietet sehr zinsgünstige Kredite für energetische Gebäudemodernisierungen. Zusätzlich gibt es hier verschiedene Zuschüsse. Die Förderungen laufen unter den Programmnamen KfW-Programm 151, KfW-Programm 167 und KfW-Programm 430. Der Antrag für eine Förderung ist generell vor der Installation der Solarthermieanlage zu stellen. 

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KfW-Programm 151: Energieeffizient Sanieren – Kredit

Das KfW-Programm 151 beinhaltet einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 100.000 Euro, wenn Sie eine neue Heizung mit Solarthermie installieren oder Ihr Gebäude auf andere Weise energetisch modernisieren. Für den Kredit gibt es außerdem einen Tilgungszuschuss, der sich immer weiter erhöht, je besser der KfW-Effizienzhaus-Standard des Gebäudes nach der Sanierung ist. 

KfW-Programm 167: Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit

Wer eine Solarthermieanlage mit bis zu 40 m2 Bruttokollektorfläche installiert, kann über das KfW-Programm 167 einen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit beantragen. Die Laufzeit kann bis zu zehn Jahre betragen, wobei die ersten zwei Jahre tilgungsfrei sind.

KfW-Programm 430: Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss

Beim KfW-Programm 430 bekommen Hausbesitzer einen Zuschuss für die energetische Wohnraumsanierung. Dabei ist es möglich, eine Solarthermieanlage als Einzelmaßnahme im Rahmen der Erneuerung der Heizungsanlage zu fördern. Der Zuschuss umfasst 10 Prozent der förderfähigen Kosten und maximal 5.000 Euro pro Wohneinheit. Erreichen Sie durch die Sanierung einen höheren KfW-Effizienzhausstandard, ist ein Zuschuss von bis zu 30 Prozent der Kosten und maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit möglich. Für den Zuschuss wird vorausgesetzt, dass Sie einen Energieberater einbinden.

Staatliche Förderung einer Solarthermieanlage

Informieren Sie sich auch auf Landesebene über Ihre Fördermöglichkeiten. Dass sich diese Recherche für Sie lohnen kann, zeigen wir anhand der Beispiele Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

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Regionale Förderung einer Solarthermieanlage

Zusätzlich zu den bundesweiten Förderungen und den Förderungen auf Landesebene lohnt sich für Sie auch ein Blick auf die Website Ihrer Stadt oder Gemeinde. Eventuell gibt es spezielle Angebote durch private Energieversorger, die die Installation von Solarthermieanlage unterstützen. 

Förderung einer Solarthermieanlage durch Ihr Stadtwerk

Auch Stadtwerke haben je nachdem spezielle Angebote im Portfolio für die Installation von Solarthermieanlagen. Dies können Beratungsangebote sein, Zuschüsse oder auch Rundum-Sorglos-Pakete inklusive Beratung, Installation und regelmäßige Wartung. 

Lassen Sie schon die Planung von Solarthermie fördern

Das Bundeswirtschaftsministerium bietet eine Beratung durch die Verbraucherzentrale Energieberatung. Hauseigentümer zahlen nur einen Eigenanteil von 40 Euro und erfahren unter anderem, ob das eigene Haus für Solarthermie geeignet ist und welche Fördermittel in Frage kommen. Des Weiteren gibt es die sogenannte Energieberatung durch einen Energieberater. Dabei wird geklärt, ob der Einbau einer Solarthermieanlage mit anderen energetischen Maßnahmen kombiniert werden sollte. Außerdem kann der Energieberater bei der Antragstellung helfen.

Förderung von Solarthermie bei Neubauten

Es gibt spezielle Solarthermie-Förderprogramme für Neubauten. Hier sind die Auflagen bzw. die Voraussetzungen jedoch etwas strenger.
- Bei der BAFA-Innovationsförderung wird Solarthermie für Heizung sowie Solarthermie für Warmwasser und Heizung mit 150 Euro je Quadratmeter Bruttokollektorfläche gefördert. Voraussetzung bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist ein solarer Deckungsanteil der Anlage von über 50 Prozent. Soll nur die Warmwasserbereitung gefördert werden, muss das Gebäude aus mindestens drei Wohnungen bestehen.
- Das KfW-Programm 153 ist das Programm für Solarthermie im Neubau. Es beinhaltet einen Kredit von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit, wenn Sie ein KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40 Plus bauen oder erwerben. Eine Solarthermieanlage kann also über das Programm finanziert werden, wenn sie dazu beiträgt, einen Neubau mindestens auf den KfW-Effizienzhaus-Standard 55 zu bringen. Diese KfW-Förderung können Sie mit dem BAFA-Innovationsprogramm kombinieren.

Solarthermie oder Photovoltaik?

Solarthermie und Photovoltaik sind Technologien, mit denen man sich die Kraft der Sonne zunutze machen kann. Deshalb fallen sie beide auch unter den Begriff der Solaranlage. Unterschiede bestehen in der Art der erzeugten Energie, im Prozess, im Wirkungsgrad sowie in einigen weiteren Aspekten, dir wir im Folgenden kurz gegenüberstellen. 


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Solarthermieanlage

Man nutzt bei der Solarthermie die Sonnenenergie, um Wärme für die Trinkwassererwärmung oder die Heizungsunterstützung zu erzeugen. Dies geschieht mithilfe von Solarkollektoren, die zumeist auf dem Dach angebracht sind. Der Wirkungsgrad beträgt dabei zwischen 22 und 35 Prozent. Im Sommer wird mehr Sonnenenergie gesammelt als verbraucht werden kann. Zudem ist die Speicherkapazität der meisten Anlagen nicht groß genug, um diese Wärme längere Zeit zu speichern. Deshalb kann man bei einer Solarthermieanlage nicht die volle Energie verbrauchen. Unter anderem auch, weil eine Einspeisung in das öffentliche Netz nicht möglich ist. Allerdings gibt es Förderungsmöglichkeiten, die bei den Investitionskosten entlasten. Die CO2-Einsparung durch eine Solarthermieanlage beträgt 65-125 kg/m².

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Photovoltaikanlage

Die Energie der Sonne wird mithilfe einer PV-Anlage und sogenannten Photovoltaikmodulen in elektrischen Strom umgewandelt. In der Kombination mit einer Wärmepumpe lässt sie sich aber auch für die Heizung und Warmwasser nutzen. Bei einer Photovoltaikanlage kann der erzeugte Strom voll genutzt werden: Entweder man verbraucht ihn, speichert ihn für den späteren Bedarf oder speist ihn gegen eine Einspeisevergütung in das öffentliche Stromnetz ein. Der Wirkungsgrad einer Photovoltaikanlage hängt von der Art der eingesetzten Module ab und beträgt demnach zwischen 6 und 20 Prozent. Die CO2-Einsparung durch eine Photovoltaikanlage beträgt 65-105 kg/m².

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Was sollten Sie bei der Entscheidung für oder gegen eine der Technologien beachten?

Wenn Sie sich fragen, welche der beiden Technologien für Sie am sinnvollsten ist, dann gibt es mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem Ihr individueller Energiebedarf, das verfügbare Budget oder auch die vorhandene Dachfläche. Generell ist es aber auch möglich, Solarthermie und Photovoltaik gleichzeitig zu nutzen oder Hybridmodelle installieren zu lassen. Hierbei kommt es ebenfalls auf Ihr Budget und die vorhandene Dachfläche an.


Die Installation einer Solarthermieanlage

Sie haben sich entschieden, wie Sie Ihre Solarthermieanlage nutzen möchten und haben alles Formelle geklärt? Dann geht es an die Installation Ihrer Anlage durch den Fachmann. Was dabei zu beachten ist, erfahren Sie in den nächsten Absätzen. 


Solarthermie-Installation vorbereiten

Um die Installation Ihrer Solarthermieanlage vorzubereiten, sollten Sie mindestens zwei Monate vorher Ihr Haus mit dem Handwerker begehen. Dabei prüfen Sie den aktuellen Stand Ihrer Heizung und planen die Montage Ihrer Solarthermieanlage im Detail. Dabei klären Sie wichtige Fragen wie:

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Sind noch Dacharbeiten notwendig?

Ist generell genug Platz verfügbar für die Montage? Kann man die Materialien vor der Installation gut und sicher lagern?

Wie werden die Kollektoren auf dem Dach angeordnet? Wie werden diese installiert? Ist ein Gerüst notwendig?

Muss man noch passende Solardachziegel besorgen, die eine Öffnung für die Leitungen hergeben?

Wo ist der beste Platz für den Speicher und was muss getan werden, um den Transport ins Haus so reibungslos wie möglich zu gestalten?

Wo müssen die Leitungen verlegt werden? Und sind dafür Durchbrüche notwendig?

Müssen Installationen im Heizungsraum getauscht werden?

Wie lang wird die Heizanlage nicht funktionieren und müssen eventuell Heizlüfter besorgt werden?

Je genauer und früher Sie hier planen, umso schneller und fehlerfreier läuft die Installation Ihrer Solarthermieanlage. 

Wie verläuft die Montage der Solarthermiekollektoren?

Bei der Montage der Kollektoren ist auf die sichere Installation, optimale Neigung und Ausrichtung zu achten und Verschattungen sind zu vermeiden. Darüber hinaus kann es für den Hausbesitzer notwendig sein, Solardachziegel zu besorgen – diese haben einen Durchgang für die Solarthermieleitung. Generell gibt es vier Möglichkeiten, die Kollektoren zu installieren: Über eine Aufdach-Montage auf einem Schrägdach, eine Indach-Montage auf einem Schrägdach, eine Aufständerung auf einem Flachdach bzw. Schrägdach oder auch die Montage an der Hauswand.

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Montage des Solarspeichers

Vor der Montage des Solarspeichers sind wichtige Fragen rund um seinen Standort zu klären, um Leitungsverluste zu vermeiden. Dazu zählen unter anderem: Wo sind die Kollektoren montiert? Wo ist der Bedarf an Warmwasser am größten? Und wo steht der Heizkessel?
Generell sollte der Solarspeicher an einem Ort stehen, zu dem keine langen Leitungswege laufen müssen. Nur so kann man Leitungsverluste reduzieren bzw. vermeiden. Zudem sollten Sie vorab klären, ob der Standort das Speichergewicht halten kann und der Transport dahin ohne Probleme gelingt. Führen Sie also früh genug die notwendigen Ausmessungen durch: Passt der Speicher durch alle Türen? Ist der gewünschte Standort groß genug für Speicher plus Dämmung? Lassen Sie zudem bei der Montage die unterschiedlichen Leitungen vom Monteur beschriften, um auch später noch den Überblick zu haben. 

Die letzten Schritte zur Inbetriebnahme der Solarthermieanlage

Sobald die Montage abgeschlossen ist, fehlen noch drei letzte Schritte, bevor Sie Ihre Solarthermieanlage in Betrieb nehmen können: die Prüfung der Dichtigkeit, das Spülen des Solarkreises und das Füllen der Anlage.

Dichtigkeit prüfen: Sind alle Leitungen und Bauteile wirklich dicht? Hierfür wird vor der Inbetriebnahme eine Druckprobe mit Luft gemacht. 30 Minuten lang werden rund 90 Prozent des maximalen Betriebsdrucks angelegt. Die Kollektoren sollten bei diesem Test abgedeckt sein, um eine Lufterwärmung und einen plötzlichen Druckanstieg zu vermeiden.

Spülen des Solarkreises: Mit dieser Maßnahme werden Lötrückstände entfernt, die bei der Rohrinstallation entstanden sein könnten. Hierzu wird meist klares Wasser verwendet. Manche Handwerksbetriebe spülen den Solarkreis aber auch mit Solarflüssigkeit.

Befüllen der Anlage: Dies geschieht in den meisten Fällen mit Solarflüssigkeit, in seltenen Fällen mit Wasser. Die Anlage wird zeitgleich entlüftet. Die optimale Mischung der Solarflüssigkeit besteht aus 60 Prozent Wasser und 40 Prozent Frostschutzmittel. Ein zu geringer Frostschutzanteil könnte das Gemisch im Winter einfrieren und ein zu großer Anteil hingegen die Wärmetransportfähigkeit der Flüssigkeit verhindern.

Der letzte Schritt ist, die Solarthermieanlage durch das Einschalten des Solarreglers in Betrieb zu nehmen. Auch das macht der Handwerker. Dabei prüft er direkt, ob alles funktioniert und die angezeigten Werte plausibel sind. Er nimmt die letzten Grundeinstellungen vor und protokolliert diese. Fertig ist die Installation Ihrer Solarthermieanlage. 


Checkliste: Solarthermie-Installation Schritt für Schritt

Prüfen Sie die Grundlagen für Solarthermie. Ist alles gegeben?

Sammeln Sie Informationen zur Solarthermie

Legen Sie die Anlagenart fest:
Solarthermie für Warmwasser oder Solarthermie für Heizung und Warmwasser

Bestimmen Sie die Anlagengröße

Kümmern Sie sich um die Finanzierung

Finden Sie einen Fachmann für die Installation

Bereiten Sie die Installation der Solarthermieanlage vor

Lassen Sie die Kollektoren montieren

Die restlichen Komponenten der Anlage werden installiert

Der Installateur nimmt die Anlage ab

Hydraulischer Abgleich

Vereinbaren Sie einen Termin für den ersten Check

Solarthermie im Alltag

Ist die Solarthermieanlage installiert, profitieren Sie direkt von der umweltfreundlichen Solarwärme in Ihrem Zuhause. Damit das auch durchweg so bleibt und Ihre Solarthermieanlage langfristig effizient und wirtschaftlich ist, sollten Sie sie jedoch regelmäßig warten lassen, die Regelung stetig prüfen und alle Werte und Einstellungen überwachen. 


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Wartung Ihrer Solarthermieanlage

Damit Sie die mögliche Lebenszeit einer Solarthermieanlage von 20 oder 25 Jahren ohne verlustbringende Störungen auch tatsächlich ausnutzen können, ist eine regelmäßige Wartung empfehlenswert. Diese sollte alle zwei Jahre durchgeführt werden, um die Effizienz der Anlage zu sichern. Zu den Wartungsarbeiten gehören dann unter anderem die Entlüftung der Solarthermieanlage, die Kontrolle des Anlagendrucks und der Solarflüssigkeit, die Prüfung des Solarreglers und aller Anschlüsse und Leitungen, eine Dämmungsprüfung, eine Stichprüfung der Kollektoren und deren Befestigungen sowie die Dokumentation aller Ergebnisse. Um von Anfang an die Wartungsintervalle einzuhalten und den reibungslosen Betrieb der Solarthermieanlage sicherzustellen, bieten sich Wartungsverträge an.

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Regelung der Solarthermieanlage

Der Solarregler ist Bestandteil der Solarstation und die Steuereinheit für die Solarpumpe. Seine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Solarthermieanlage fehlerfrei funktioniert. Konkret bedeutet das: Er überwacht die Ist- und Sollwerte der Temperaturen in Kollektoren und Speicher, sorgt für den richtigen Einsatz der Umwälzpumpe und protokolliert je nach Modell sämtliche Parameter. Der Solarregler ist das Gehirn der Solarthermieanlage. Zum Beispiel ist es möglich, eine Solarthermieanlage entsprechend der Standortbedingungen regeltechnisch einzustellen. Diese standortangepasste Einstellung ermöglicht es, einen sprunghaften Anstieg der Solareinstrahlung mit Sonnenaufgang beziehungsweise deren Wegfall bei Sonnenuntergang optimal auszugleichen. Es ist empfehlenswert, dem Solarregler bzw. der Solarstation ab und zu einen Besuch abzustatten, um unter anderem die Temperaturen in der Anlage abzulesen. Wer regelmäßig nach seiner Anlage schaut, Werte abliest und notiert, kann Betriebsstörungen schneller erkennen oder auch ganz vermeiden. Bei modernen Reglern muss man nicht mehr direkt zur Solarstation gehen: Diese bieten die Möglichkeit einer Fernüberwachung, zum Beispiel über Smartphones.

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Monitoring der Solarthermieanlage

Moderne Solarregler bringen verschiedene Monitoring-Optionen mit, zum Beispiel über Datenlogger, Schnittstellen zur Auswertung vor Ort oder auch wie bereits erwähnt die Fernüberwachung und Steuerung durch Apps auf dem Smartphone. Vor allem durch die Nutzung von Apps lässt sich die schnelle Kontrolle der Anlage leicht in den Alltag integrieren und Echtzeitdaten überprüfen. Das Monitoring der Solarthermieanlage ist generell empfehlenswert, da Sie damit Fehler zügig erkennen und Störungen – und somit Ertragseinbußen – vermeiden können. Generell erlaubt eine Fernüberwachung auch, dass Sie Ihren Energieverbrauch im Blick haben und Sparpotenziale leichter erkennen. Weitere Möglichkeiten zur Energieüberwachung sind Gas-Smart-Meter (Vorsicht: nicht überall erlaubt), Wärmemengenzähler und Kaltwasserzähler. Den korrekten Einbau von Zählern sollten Sie dem Fachmann überlassen.


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