Das Erdgasauto

Das Erdgasauto: seine Technik, zahlreiche Vorteile und mehr - Dein Guide zum klimafreundlichen Fahren

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Mit dem Erdgasauto den Ausstoß von CO2 reduzieren

Die Bundesregierung hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Als erster Meilenstein des Klimaschutzplans 2050 sollen die deutschen Treibhausgasemissionen bis 2030 mehr als halbiert werden. Dazu ist eine Reihe von Maßnahmen und Umstellungen notwendig. Denn „die eine Ursache“ für den Klimawandel gibt es nicht. Vielmehr führt das Zusammenspiel verschiedener Faktoren zur globalen Erwärmung. Eine zentrale Rolle spielt das Treibhausgas CO2. Dessen Ausstoß gilt es zu reduzieren.

Jeder von uns kann seinen Beitrag leisten – zum Beispiel, indem wir auf umweltfreundlichere Heizsysteme umsteigen oder klimaneutrale Produkte benutzen. Und indem wir uns von konventionellen Autos abwenden und zu alternativen Antriebsformen jenseits von Benzin und Diesel wechseln. Du denkst wahrscheinlich als erstes an Elektromobilität. Das ist ein wichtiges Thema. Allerdings gibt es eine Fahrzeugart, die besonders in der Umstellungsphase von herkömmlicher auf moderne Mobilität wichtig ist: Das Erdgasauto.

Denn statt einen neuen Wagen kaufen zu müssen, kannst du dein benzin- oder dieselbetriebenes Fahrzeug zu einem Erdgasauto umrüsten. Wir verraten dir, wie das geht, welche Vorteile ein Erdgasauto mit sich bringt und woher du Förderungen erwarten kannst. Außerdem erfährst du in diesem E-Book, warum das Erdgasauto ein echter Zugewinn für die Klimafreundlichkeit ist – obwohl es wie Diesel und Benziner mit Verbrennungsmotor funktioniert.

Das Erdgasauto einfach erklärt

Seinen großen Clou trägt das Erdgasauto schon im Namen: Im Gegensatz zu Diesel und Benzinern wird es mit Erdgas angetrieben. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Neben dem klassischen Erdgas eignen sich Biogas und Power-to-Gas als Treibstoffe. Nicht zu verwechseln sind die Kraftstoffe für Erdgasfahrzeuge mit dem sogenannten Autogas, kurz LPG (Liquid Petroleum Gas). Das ist ein Flüssiggas, das aus Propan und Butan besteht.

Biogas entsteht, wenn Biomasse vergärt. Bei der Biomasse kann es sich beispielsweise um Abfälle, langwirtschaftliche Nebenprodukte und nachwachsende Rohstoffe handeln.

Power-to-Gas bezeichnet ein Konzept, bei dem Gas als Speicher für elektrische Energie funktioniert. Dazu wird die Energie aus zum Beispiel Windrädern oder Solarzellen in einen Wassertank geleitet. Durch eine chemische Reaktion zerlegt der Strom das Wasser in seine Bestandteile: Wasserstoff und Sauerstoff. Dieser Prozess heißt (Wasser)Elektrolyse. Der Wasserstoff ist anschließend in seiner reinen Form nutzbar. Oder er wird mit Kohlenstoffdioxid angereichert und kommt als Methangas ins normale Erdgasnetz. Dann kann er unter anderem zur Betankung deines Erdgasautos dienen.

Erdgasautos werden mit NGV oder CNG abgekürzt. Das steht für „Natural Gas Vehicle“ beziehungsweise „Compressed Natural Gas Vehicle“. Der Erdgasantrieb nutzt zwar einen anderen Brennstoff, funktioniert aber wie die Otto- und Dieselmotoren konventioneller Autos.

Was Erdgasfahrzeuge für die Umwelt bedeuten

Der Klimawandel rückt unerbittlich voran. In vielen Bereichen unseres Lebens ist ein Umdenken angesagt. Neben der Energiewirtschaft, der produzierenden Industrie und Themen rund um Gebäude und Landwirtschaft betrifft das vor allem den Verkehrssektor. Mit 40 bis 42 Prozent soll dieser dazu beitragen, dass wir unsere Klimaziele für das Jahr 2030 erreichen. Ökologischere Antriebe sind ein wichtiger Schlüsselfaktor für die Energiewende. Aber ist Erdgas wirklich eine sinnvolle Alternative zu Benzin und Diesel? Schließlich handelt es sich ebenfalls um einen fossilen Brennstoff.

Zugegeben, emissionsfrei ist das Erdgasauto nicht. Im direkten Vergleich zu den traditionellen Kraftstoffen wird deutlich, warum Erdgasfahrzeuge trotzdem entscheidend zur CO2-Reduktion beitragen können: Sie stoßen über 20 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid aus als die benzinbetriebenen Mitbewerber . In seiner jährlichen Suche nach dem saubersten Auto, dem Ecotest, stellte der ADAC sogar einen maximalen Unterschied von 27 Prozent fest. Nicht umsonst landen Erdgasautos bei dem Test regelmäßig auf den vordersten Plätzen.

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Ein weiterer Vorteil von Erdgasautos: Sie sind nicht auf den fossilen Brennstoff Erdgas angewiesen. Stattdessen kannst du dein Auto mit künstlich hergestelltem Gas wie Biogas oder Power-to-Gas betanken – ohne Abstriche oder Einschränkungen in der Leistung deines Erdgasfahrzeugs.

Erdgasautos in den letzten Jahren im Aufwind

In der Diskussion um alternative Energiemodelle im Verkehrswesen liegt der Fokus häufig auf der Elektromobilität. Das ist nicht ganz verkehrt, schließlich handelt es sich ebenfalls um eine wichtige Technologie. Doch das Erdgasauto zu ignorieren, bedeutet eine Chance fürs Klima zu verpassen.

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7 Prozent mehr Erdgasfahrzeuge

Glücklicherweise entwickelt sich der Trend aktuell in die andere Richtung. Die 82.245 in Deutschland zugelassenen Erdgas-PKW (Stand Januar 2020) machen nur 0,2 Prozent aller hierzulande registrierten Fahrzeuge aus . Doch nachdem die Zahl der Erdgasfahrzeuge in den 2010ern zurückging, ist im Vergleich von 2018 zu 2019 eine Zunahme von mehr als 7 Prozent erkennbar. Zwischen 2019 und 2020 betrug die Zunahme immerhin noch 2 Prozent.

Dementsprechend reagiert die Autoindustrie. Besonders ein großer deutscher Fahrzeughersteller hat sich zur Aufgabe gemacht, das Erdgasauto wieder zum Thema zu machen. Dadurch wächst das Angebot an Modellen und Serienfahrzeugen. Interessant ist das vor allem für das SUV-Segment: Die Geländelimousinen stehen wegen ihres überdurchschnittlich hohen Kraftstoffverbrauchs und CO2-Ausstoßes in der Kritik – sind gleichzeitig bei Autokäufern aber beliebt wie nie.

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Erdgasautos beliebt als Nutzfahrzeuge

Neben der besseren Nachhaltigkeit sind die niedrigeren Kraftstoffkosten ein ausschlaggebendes Argument für das Erdgasauto. Damit sind erdgasbetriebene Fahrzeuge nicht nur für Privatpersonen attraktiv. Auch Kommunen, Betriebe und Unternehmen erkennen zunehmend die Vorteile der alternativen Antriebsform. Und so fuhren zu Beginn des Jahres 2020 insgesamt 13.685 Nutzfahrzeuge und LKW sowie 1.102 Busse über deutsche Straßen.

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Die Geschichte des Erdgasautos

Der Erdgasantrieb mag aktuell einen Aufwärtstrend erleben. Ihren Ursprung findet die Technologie aber vor mehr als 150 Jahren. Damals entwickelten die Erfinder Nicolaus August Otto und Eugen Langen einen Flugkolbenmotor, der Gas als Antriebsstoff nutzte.

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Jener Flugkolbenmotor funktionierte zwar anders als der heute bekannte Ottomotor. Nicolaus August Otto gilt jedoch als Wegbereiter des heute noch in vielen Verbrennungsmotoren üblichen Viertaktverfahren. Posthum wurde ihm deshalb die Ehre zuteil, Namensgeber für den Ottomotor zu sein.

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Erdgas als Außenseiter

In den Anfangstagen des Automobils zum Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte Gas jedoch keine Rolle. Das Rennen um den Antrieb der Zukunft lief stattdessen zwischen Strom, Dampf und Gemischen auf Erdölbasis (beispielsweise Benzin).

In den 1930ern erlebt Gas als Kraftstoff in Deutschland einen Aufschwung: Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten stellten besonders Kommunalbetriebe ihre Nutzfahrzeuge auf Gasantrieb um. Grund waren politischen Bestrebungen, heimische Kraftstoffe statt ausländischer Öl-Importe zu fördern.

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Mehr Tankstellen, weniger Kraftstoff

Als Kraftstoffspeicher dienten anfangs Gasflaschen. Die zu wechseln war jedoch aufwändig. Und so wurden sie ab 1935 vermehrt durch fest eingebaute Tanks ersetzt. Gleichzeitig fand ein Ausbau des Gastankstellennetzes statt.

Während des zweiten Weltkriegs bekam der Gasantrieb noch einmal eine zusätzliche Wichtigkeit. Wegen des Mangels an Kraftstoffen setzten Kommunalbetriebe ab 1942 spezielle Gasbusse ein. Diese speicherten das Gas in einem Niederdruckspeicher direkt auf dem Fahrzeugdach. Nach Kriegsende verschwanden die Gasbusse langsam aus dem Stadtbild.

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Italien und Neuseeland als Erdgaspioniere

In den meisten Staaten war Erdgas für die nächsten Jahrzehnte kein Thema mehr. Anders in Italien: Hier wurde in den 1950ern so viel Erdgas gefördert, da es eine günstige Alternative zu Benzin und Diesel war. Zwar gab es keine Erdgasautos in Serienproduktion. Fahrzeughersteller boten jedoch Bausätze an, mit denen Autobesitzer ihre Fahrzeuge zu Erdgasautos umrüsten konnten.

Im Zuge der Ölpreiskrisen in den 1970ern, gewann Erdgas als Treibstoff in anderen Ländern wieder an Bedeutung. Besonders das erdgasreiche Neuseeland verstärkte die Anstrengungen, Erdgasautos in der Bevölkerung zu verbreiten – beispielsweise durch staatliche Subventionen, den Ausbau der Werkstatt- und Tankstelleninfrastruktur und die Produktion eigener Bausätze zur Umrüstung.

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Antrieb mit Zukunft

Und in Deutschland? Hierzulande rückte das Erdgasauto in den 1990ern wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Vor dem Hintergrund einer bewussteren Umweltpolitik führte die Regierung Fördermaßnahmen für Erdgasfahrzeuge ein. Durch Bezuschussungen und Steuererleichterungen wurde das Erdgasauto zur attraktiven Alternative zu konventionellen Fahrzeugen.

Seitdem steigt die Zahl deutscher Erdgasautos, wenn auch mit leichten Schwankungen. Das Erdgasauto als sparsames und sauberes Transportmittel: Dafür wirbt der 2000 gegründete „Trägerkreis Erdgasfahrzeuge“. Und setzt sich seitdem umfassend für die Erdgastechnologie ein.

So funktionieren Erdgasfahrzeuge

Auch wenn die Idee des Gasantriebs nicht neu ist: Weit verbreitet ist das Erdgasauto in Deutschland noch nicht. Vielleicht stehst du der Technologie wie viele Menschen skeptisch gegenüber, weil du sie nicht kennst. Um diese Skepsis abzubauen, ist es wichtig die Funktionsweise eines Erdgasautos zu verstehen. Denn die ist alles andere als unbekannt.

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CNG liefert dem Erdgasauto Energie

Erdgasfahrzeuge laufen mit CNG (Compressed Natural Gas). Das ist natürliches, stark verdichtetes Erdgas. Durch die Verdichtung weist das CNG viel Energie bei vergleichsweise geringem Volumen auf. Es setzt sich größtenteils aus Methan (ca. 85 Prozent) sowie Stickstoff und Kohlendioxid (bis zu 10 Prozent) zusammen. Kohlenwasserstoffe wie Ethan, Propan und Butan vervollständigen das Gasgemisch. Alternativ kannst du Biogas oder Power-to-Gas als Treibstoff nutzen.

CNG wird noch einmal unterschieden:

  • Das H-Gas beinhaltet mehr Methan und hat damit einen höheren Energiegehalt. Dadurch ist weniger Kraftstoff für eine größere Reichweite notwendig.
  • Das L-Gas besteht dementsprechend aus weniger Methan. Dafür ist es günstiger. Denn der Gaspreis berechnet sich anhand des Energiegehalts.
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Bei Nutzfahrzeugen kommt gelegentlich flüssiges Erdgas zur Anwendung, das sogenannte LNG (Liquified Natural Gas).

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Motor und Antrieb von Erdgasfahrzeugen

Erdgas hat den großen Vorteil, dass es sehr klopffest ist. Das bedeutet, dass es sich im Motor nicht unkontrolliert selbstentzündet. Das ist wichtig. Denn Erdgasautos haben einen normalen Verbrennungsmotor – meist einen Ottomotor.

Wie ein Ottomotor funktioniert, weißt du bestimmt. Der Erdgasmotor funktioniert folgendermaßen:

  1. Gemischt mit Luft wird das Gas in den Brennraum des Zylinders gesaugt. Dabei bewegt sich der Kolben im Zylinder nach unten.
  2. Anschließend bewegt sich der Kolben wieder nach oben. Er presst das Luft-Gas-Gemisch zusammen und erhitzt es dadurch.
  3. Die Zündkerze entzündet das Gemisch. Dieses explodiert und drückt den Kolben wieder nach unten. Der Kolben gibt seine Bewegungsenergie indirekt an die Antriebsräder weiter und das Auto fährt.
  4. Zum Schluss bewegt sich der Kolben wieder nach oben und verdrängt dadurch die verbrannten Gase aus dem Brennraum. Durch ein Ventil werden diese ausgestoßen.

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Auch Dieselmotoren können mit Erdgas betrieben werden. Das ist jedoch komplizierter und daher nicht weit verbreitet.

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Bivalente und Monovalente Erdgasfahrzeuge

Wenn du dich noch nicht ganz vom Benzin verabschieden möchtest, ist das mit einem Erdgasfahrzeug nicht nötig. Denn Erdgasauto ist nicht gleich Erdgasauto:

  • Bivalente Erdgasautos sind sogenannte Hybridfahrzeuge. Neben dem Erdgastank verfügen sie über einen Benzintank. Falls einer der beiden Tanks leer ist, kannst du einfach auf den anderen wechseln.
  • Monovalente Erdgasautos nutzen fast ausschließlich Erdgas. Als Reserve haben sie trotzdem einen kleinen Benzintank. So kannst du sicher sein, unterwegs nicht liegenzubleiben.

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Die Umweltbilanz von Erdgasautos

Du fragst dich jetzt zu Recht: Wenn Erdgasautos zusätzlich mit Verbrennungsmotor laufen – sind sie dann wirklich umweltfreundlicher als Diesel und Benziner? Die Antwort lautet: Ja. Zum einen wären da die erwähnten 20 beziehungsweise 27 Prozent CO2-Einsparung.

Hinzu kommt die geringere Luftbelastung. Denn Erdgasautos stoßen weniger Schadstoffe wie Stickoxyde und Feinstaub aus. Außerdem sind Erdgasautos leiser. Das liegt an der hohen Klopffestigkeit von Erdgas.

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Der vermutlich größte Kritikpunkt bei Erdgasautos: Erdgas ist ein fossiler Brennstoff. Damit sind die Gasvorkommen endlich. Außerdem wird die Natur durch den Abbau und Transport des Gases belastet. Um die volle Punktzahl in Sachen Umweltfreundlichkeit zu erreichen, kannst du dein Erdgasauto stattdessen mit Biogas betreiben. Das wird aus Biomasse gewonnen und ist deshalb nicht nur unendlich verfügbar, sondern deutlich umweltfreundlicher.

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Von Anschaffung bis Verbrauch: 10 Tipps für dein Erdgasauto

Haben wir dein Interesse für Erdgasfahrzeuge geweckt? Mit unseren Praxistipps weißt du, was du beachten solltest – und wie du die Vorteile deines Erdgasautos optimal nutzt.

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1. Überleg dir, ob du ein Erdgasauto kaufen oder umrüsten möchtest!

Ein Auto ist immer eine größere Anschaffung. Vor dem Kauf ist genaue Planung und Recherche angesagt: Wofür möchte ich das Auto benutzen? Welche Fahrzeuge bieten die Ausstattung, die ich mir wünsche? Und wie schneiden die einzelnen Modelle bei Nutzern und in Tests ab? Das ist beim Erdgasauto nicht anders. Informiere dich vor dem Kauf darüber, wie der aktuelle Markt aussieht. Denn die Auswahl an Modellen nimmt momentan zu. Autohändler und Hersteller locken mit attraktiven Angeboten. Und viele Extras und Spielereien, die du bei konventionellen Wagen zukaufen kannst, gibt es auch für Erdgasfahrzeuge.

Bei deiner Entscheidung wird letzten Endes auch der Preis eine Rolle spielen. Wenn dein Budget für einen Neuwagen mit Erdgasantrieb nicht ausreicht, musst du die Hoffnung trotzdem nicht aufgeben. Einerseits gibt es für Erdgasautos einen Markt für Gebrauchtwagen. Der ist zwar mit dem für Benziner und Diesel nicht zu vergleichen, aber die Auswahl ist groß genug, um ein Erdgasauto nach deinen Wünschen zu finden.

Als dritte Option kannst du ein konventionelles Auto auf Erdgasantrieb umstellen. Das geht mit dem Großteil der Fahrzeuge, die einen Ottomotor besitzen. Vereinfacht gesagt wird dabei der Benzin- durch einen Erdgastank ersetzt (oder im Falle bivalenter Fahrzeuge mit einem Erdgastank ergänzt). Bei Dieselmotoren ist die Umrüstung auf Erdgas grundsätzlich möglich. Allerdings verfügen Dieselmotoren nicht über Zündkerzen. Es ist deshalb komplizierter, das klopffeste Erdgas im Zylinder zur Explosion zu bringen – und eine Umrüstung von Dieselfahrzeugen dementsprechend teurer.

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2. Lass dich nicht vom Preis eines Erdgasautos verunsichern!

Wie bei nahezu allen Fahrzeugarten sind auch Erdgasautos in verschiedenen Preisklassen erhältlich. Günstige Modelle kriegst du ab etwa 15.000 Euro. Selbstverständlich gibt es luxuriöse Varianten, die dich bis zu 50.000 Euro kosten können. Ausschlaggebend ist unter anderem die gewählte Zusatzausstattung. Im Vergleich zu Dieselfahrzeugen sind Erdgasautos durchschnittlich 350 bis 1000 Euro teurer. Im Höchstfall kann der Preisunterschied zu konventionellen Fahrzeugen sogar bis zu 4.000 Euro betragen.

Diese Mehrkosten gleichen sich wieder aus, wenn es um den Kraftstoffverbrauch geht. Denn für Erdgas zahlst du deutlich weniger als für Öl-basierte Treibstoffe: Knapp die Hälfte kannst du beispielsweise im Vergleich zu Benzin sparen. Dabei ist der Preis für Erdgas um einiges stabiler als der von Aufs und Abs geprägte Ölpreis.

Darüber hinaus gibt es die Option eines gebrauchten Erdgasfahrzeugs. Hier beginnt die Preisskala bei wenigen Tausend Euro.

3. Profitiere rechtzeitig von Steuervorteilen für Erdgasautos!

Auch in Sachen Steuern sparst du mit einem Erdgasauto. Nicht nur, weil die Energiesteuer für den Kraftstoff Erdgas weniger ist: Wegen des geringeren CO2-Ausstoßes fällt die Kfz-Steuer für dein Erdgasfahrzeug niedriger aus. Diese Steuerbegünstigung besteht voraussichtlich noch bis 2026. Entscheide dich am besten schon jetzt für ein Erdgasauto, um alle steuerlichen Vorteile zu nutzen.

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4. Nutze Förderungen und Prämien für dein Erdgasfahrzeug!

Seitens der Bundesregierung sind diese Steuerbegünstigungen die einzige Fördermaßnahme für Erdgasautos. Mit einem kompletten Erlass der Kfz-Steuer wie bei Elektroautos kannst du leider nicht rechnen. Anders als bei der Elektromobilität wird der Kauf von Erdgasautos nicht mit dem sogenannten Umweltbonus bezuschusst.

Das bedeutet aber nicht, dass du gar keine Förderung in Anspruch nehmen kannst:

  • Viele Stadtwerke und Energielieferanten (genau genommen jene, die Gas im Angebot haben) unterstützen dich beim Umstieg auf Erdgas. Das geschieht häufig in Form von Tankgutscheinen. In manchen Fällen ist eine direkte Bezuschussung möglich. Allerdings ist eine solche Finanzspritze häufig an eine Gegenleistung gekoppelt – beispielsweise eine Bedruckung auf deinem Wagen, mit der du für Erdgasantrieb wirbst.
  • Auch von der Autoindustrie selbst kannst du Förderung erwarten. Einige Hersteller von Erdgasfahrzeugen bieten Prämien für den Wechsel zum Erdgasantrieb an.
  • Hinzu kommt gegebenenfalls eine Umweltprämie von deiner Kfz-Versicherung.

Am besten erkundigst du dich bei deinen örtlichen und persönlichen Ansprechpartnern. Denn Angebot und Umfang der Fördermöglichkeiten für Erdgasautos unterscheiden sich regional und von Unternehmen zu Unternehmen.

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5. Suche die passende Finanzierung für dein Erdgasauto!

Du kannst auch ohne (staatliche) Förderung beim Kauf eines Erdgasfahrzeugs sparen – abhängig davon, wie du dein Erdgasauto finanzieren möchtest. Dabei hast du im Grunde diese drei Möglichkeiten:

  • Der Autokredit ist ein Ratenkredit, der an den Verwendungszweck „Fahrzeugkauf“ gebunden ist. Das bedeutet, dass dein Erdgasauto als Kreditsicherheit dient. Und falls du dein Darlehen nicht zurückzahlen kannst, darf die Bank das Fahrzeug zu Geld machen. Durch diese zusätzliche Sicherheit vergeben viele Banken Autokredite zu sehr vorteilhaften Rahmenbedingungen. Außerdem kannst du das Auto mit der Kreditsumme sofort im Gesamten bezahlen. Das belohnen viele Händler mit einem ordentlichen Preisnachlass.
  • Bei der Drei-Wege-Finanzierung bezahlst du dein Erdgasauto in einer Anzahlung plus niedrige Monatsraten. Am Ende wird noch eine deutlich höhere Abschlusszahlung fällig. Diese kannst du entweder auf einen Schlag begleichen oder als erneuten Kredit in Raten zurückzahlen. Als dritte Möglichkeit kannst du das Auto an den Händler zurückgeben – sofern es eine gewisse Kilometerzahl nicht überschritten hat.
  • Mit einer Barzahlung gehört das Erdgasauto sofort dir. Außerdem kannst du bei einer Barzahlung bei vielen Händlern auf Rabatte hoffen. Bar zahlen bedeutet in dem Fall übrigens nicht, dass du deine Rechnung in Scheinen und Münzen begleichst. Es geht lediglich darum, dass du die Kaufsumme auf einen Schlag zahlst.

Welche Finanzierung für dich infrage kommt, hängt von deiner persönlichen Finanzsituation ab. Mit der folgenden Beispielrechnung bekommst du einen Eindruck, welche Kosten wo auf dich zukommen.

6. Ziehe Leasing oder Mieten eines Erdgasautos in Erwägung!

Auch der Miet- und Leasingmarkt hat das Potenzial von Erdgasfahrzeugen erkannt. Anbieter können einerseits ihr Image verbessern und ihre Auswahl „grüner“ machen. Andererseits profitieren sie von einem ganz entscheidenden Vorteil: Seit 2020 dürfen neu zugelassene PKW nur noch 95 Gramm CO2 pro gefahrene Kilometer ausstoßen. Weitere Verschärfungen sind in den kommenden Jahren nicht unwahrscheinlich.

Erdgasautos erfüllen diese Vorgaben bereits heute. Dadurch ergibt sich für Miet- und Leasingunternehmen ein zusätzlicher Anreiz bei der Erneuerung ihrer Flotte auf Erdgas zu setzen. Für dich als Kunde/Kundin ist das nur nützlich. Denn durch die niedrigen Kraftstoffpreise fallen die Gesamtkosten beim Mieten oder Leasen eines Erdgasautos geringer aus.

7. Freu dich über hohe Reichweite, geringen Verbrauch und niedrige Kraftstoffkosten!

Die Anschaffung eines Erdgasautos rechnet sich vor allem mit Blick auf die Kraftstoffpreise. 2019 betrugen die durchschnittlichen Kosten für…

…1 Liter Benzin (Super): 1,43 Euro
…1 Liter Diesel: 1,26 Euro
…1 Kilogramm Erdgas (H-Gas): 1,13 Euro

Ja, du hast richtig gelesen. Erdgas wird an der Tankstelle nicht in Litern, sondern in Kilogramm angegeben. 1 Kilogramm Erdgas beinhaltet 1,5-mal mehr Energie wie 1 Liter Benzin und 1,3-mal mehr Energie wie 1 Liter Diesel. Das bedeutet: Für dieselbe Strecke brauchst du beim Erdgasauto weniger Kraftstoff als bei Diesel und Benziner. Dementsprechend sparst du dauerhaft beim Tanken.

Die Sorge, dass du mit deinem Erdgasfahrzeug nicht weit genug kommst, ist übrigens unbegründet. Im Gegenteil – Erdgasautos überzeugen mit hoher Reichweite. Etwa 800 Kilometer kannst du zurücklegen, bevor die nächste Tankfüllung nötig wird. Bei bivalenten Erdgasautos (und mit Einschränkungen auch bei monovalenten) hast du außerdem einen Zusatztank mit Benzin. Der rettet dich im Notfall bis zur nächsten Erdgastankstelle.

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8. Mach dich mit dem Tanken deines Erdgasautos vertraut!

Das Tanken selbst dauert genauso lange wie bei konventionellen Fahrzeugen und läuft ähnlich ab. Einzig die CNG-Tanksäule unterscheidet sich etwas. Bis auf einige neuartige Ausnahmen haben die meisten von ihnen keine Zapfpistole, wie du sie von konventionellen Tanksäulen kennst. Stattdessen nutzt du eine Füllkupplung, die leicht verständlich und selbsterklärend ist.

Die Herausforderung ist eher eine von den 853 Tankstellen zu finden, die in Deutschland Erdgas anbieten. Dank entsprechender Webseiten und Apps ist das kein Problem. Vor der Fahrt ins Ausland solltest du dich aber über die dortigen Möglichkeiten zum Tanken deines Erdgasautos informieren.

9. Vertrau auf die Sicherheit deines Erdgasfahrzeugs!

Früher lauteten häufige Bedenken, dass Erdgastanks leicht explodieren, beispielsweise bei Unfällen. Dank entsprechender Technologie musst du dir darüber heute keine Sorgen mehr machen: Das Gas wird im Notfall kontrolliert verbrannt oder automatisch abgelassen. An der frischen Luft besteht dann keine Explosionsgefahr mehr. Denn Erdgas verflüchtigt sich schnell. Außerdem ist es nicht giftig oder gar krebserregend. Ein Erdgasauto gefährdet deshalb weder deine Sicherheit noch deine Gesundheit.

10. Vergleiche verschiedene Versicherungen für dein Erdgasauto!

Für dein Erdgasauto schließt du eine ganz normale Kfz-Versicherung ab. Hier lohnt sich auf jeden Fall, verschiedene Anbieter zu vergleichen. Denn manche Versicherer gewähren bei Erdgasfahrzeugen ansprechende Rabatte.

Warum und für wen sich ein Erdgasauto lohnt

Aber für wen ist ein Erdgasauto eigentlich die richtige Wahl? Natürlich für alle, die aus ideologischen Gründen Abschied von Diesel und Benzin nehmen möchten. Gerade, wenn du dich für Elektromobilität noch nicht bereit fühlst, ist ein Erdgasfahrzeug eine sinnvolle Zwischenlösung.

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Je mehr Kilometer, desto sinnvoller

Doch auch aus finanzieller Sicht lohnt sich ein Erdgasauto – vor allem für Vielfahrer. Denn dank der niedrigen Kraftstoffpreise für Erdgas sparst du im Vergleich zu den ölbasierten Brennstoffen. Beispielsweise verbrauchten deutsche PKW im Jahr 2018 (die Zahlen für 2019 lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor) etwa 7,8 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von 1,43 Euro wären das 11,15 Euro.

Für 100 Kilometer brauchst du 1,5-mal weniger Erdgas als Benzin – also gerade einmal 5,2 Kilogramm. Bei einem Preis von 1,13 Euro pro Kilogramm Erdgas zahlst du auf 100 Kilometer nur 5,88 Euro. Das ist fast die Hälfte der Kraftstoffkosten beim Benziner. Die vermeintlich höheren Anschaffungskosten deines Erdgasautos gleichst du besonders bei häufiger Nutzung wieder aus.

 

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Die Inspektionskosten für Erdgasautos entsprechen etwa denen eines Benziners. Bei neueren Modellen wird zusätzlich noch die Gasanlage geprüft. Diese Kontrolle kostet aber nicht einmal 30 Euro. Etwas teurer wird es bei älteren Modellen. Hier fällt eine spezielle Prüfung der Tanks an. Sie kostet bis zu 600 Euro, ist aber (je nach Tank- und Fahrzeugtyp) nur alle 3 bis 10 Jahre nötig.

Die Vorteile eines Erdgasautos

Mit einem Erdgasauto triffst du beim Fahrzeugkauf eine sichere, umweltfreundlichere und verlässliche Wahl. Denn Erdgasfahrzeuge sind…

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…nachhaltiger!

Erdgasauto stoßen weniger Schadstoffe aus. Neben dem klimaschädlichen Kohlenstoffdioxid betrifft das vor allem Kohlenwasserstoff und Rußpartikel. Wenn du vermehrt auf Biogas oder Power-to-Gas setzt, kannst du die Umweltbilanz deines Erdgasautos auf ein noch vorbildlicheres Niveau bringen.

Ein wichtiger Klimafaktor ist außerdem der Transport des Kraftstoffs. Denn Benzin und Diesel erreichen die Tankstelle per Tankwagen. Dieser produziert während der Fahrt selbst CO2. Erdgas dagegen wird nicht in Fahrzeugen transportiert: Es kommt über eine Leitung zur Tankstelle.

…reichweitenstark!

Mit einem durchschnittlichen Erdgasfahrzeug kommst du bis zu 800 Kilometer weit. Wenn du einen zusätzlichen Benzintank nutzt, knackst du die 1000-Kilometer-Marke ohne Probleme. Und das alles bei geringen Kosten: Ein Test des ADAC ergab, dass du im Erdgasauto mit 10 Euro Tankfüllung ganze 215 Kilometer weit kommst. Dieselfahrzeuge kamen nur auf 138 Kilometer, Benziner schafften gerade einmal 103 Kilometer.

…steuerbegünstigt!

Dein Erdgasauto verursacht weniger CO2. Dadurch zahlst du wiederum eine niedrigere Kfz-Steuer. Außerdem gilt Erdgas als alternativer Kraftstoff. Und der ist bis Ende 2026 steuerlich begünstigt.

…prämienfähig!

Unter Bezeichnungen wie „Umweltprämie“ oder „Zukunftsprämie“ versprechen verschiedene Anbieter Vergünstigungen und Bezuschussungen für den Erdgasautokauf. Solche Prämien findest du beispielsweise bei den Autoherstellern, örtlichen Stadtwerken und anderen Energieversorgern. Auch viele Kfz-Versicherungen belohnen ihre Versicherten, wenn diese auf Erdgas umsteigen.

…kompromissfähig!

Du möchtest gern zur Energiewende beitragen, der Schritt in Richtung Elektromobilität ist dir aber noch zu groß? Dann ist das Erdgasauto für dich optimal. Denn statt ein neues Fahrzeug zu kaufen, kannst du deinen alten PKW unkompliziert auf Erdgasantrieb umrüsten. Das spart Geld und erfordert keine allzu große Umstellung bezüglich Bedienung und Technik.

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Die Nachteile eines Erdgasautos

Trotz aller Vorteile, hat das Erdgasauto Schwachstellen – zumindest wirkt es auf den ersten Blick so. Denn bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Die guten Seiten des Erdgasautos stechen vermeintliche Gegenargumente aus.

1. Argument: Es gibt zu wenige Erdgastankstellen!

Wer fahren will, muss tanken. Während du dir um die Versorgung mit Benzin und Diesel fast nirgendwo Sorgen machen brauchst, sieht das mit Erdgas schon anders aus. Gerade in ländlicheren Gebieten kann der Weg zur nächsten Erdgastankstelle weit sein. Derzeit bieten deutschlandweit 853 Tankstellen Erdgas an. Im Ausland sind es teils noch weniger. Nur (Nord)Italien und die Schweiz können ein dichtes Netz von Erdgastankstellen vorweisen.
 

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Mit einem zusätzlichen Benzintank beugst du eventuellen Versorgungsengpässen vor. Wenn du mit deinem Erdgasauto jedoch möglichst klimafreundlich unterwegs sein möchtest, gibt es Alternativen. Du kannst eine Gasladestation in deiner eigenen Garage installieren (lassen). Dazu benötigst du einen Gasanschluss. In manchen Fällen beteiligt sich sogar dein Energieversorger an den Kosten für die Ladestation. Außerdem haben sich einzelne Autohersteller zum Ziel gesetzt, den Erdgasantrieb populärer zu machen: Ein führender deutscher Hersteller hat angekündigt, die Zahl der Erdgastankstellen zu erhöhen – auf bis zu 2000.
Bis es soweit ist, solltest du vor weiteren Strecken aber unbedingt die Tankmöglichkeiten auf dem Weg checken. Dabei können dir genau für diesen Zweck programmiert Apps und Websites helfen.

2. Argument: Die Auswahl an Modellen ist zu klein!

Benziner gibt es in allen Formen und Farben. Bei den Erdgasfahrzeugen sieht das anders aus. Viele Anbieter haben ihr Angebot in den letzten Jahren eher reduziert. Dadurch ist die Auswahl an Modellen begrenzt; das Traumauto zu finden, scheint kompliziert bis unmöglich.

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Nicht nur das Tankstellennetz soll erweitert werden: Derselbe führende Automobilproduzent baut derzeit sein Angebot an Erdgasmodellen aus, alle Tochtermarken inklusive. Es gibt für viele konventionelle Fahrzeuge erdgasbetriebene Pendants. Es kann gut sein, dass andere Hersteller bald nachziehen. Denn das Interesse an Benzinern und Dieseln lässt nach. Mit Erdgasfahrzeugen können Autoproduzenten die Nachfrage nach alternativen Antrieben befriedigen – ohne dabei die Produktion komplett umzustellen.
Wenn du dein Wunschfahrzeug trotzdem nicht in der Erdgas-Version findest, gibt es noch eine Möglichkeit: Du kannst nahezu jeden Benziner zu einem Erdgasauto umrüsten lassen. Somit ist die Auswahl fast unbegrenzt.

3. Argument: Der Tank nimmt zu viel Platz ein!

Das Volumen von Erdgas ist vergleichsweise hoch. Deshalb ist es als Kraftstoff verdichtet. Dadurch passt mehr Gas in den Tank. Dafür benötigst du anstelle eines „normalen“ Tanks einen Hochdruckbehälter, der diesem Druck standhält. Die Behälter beanspruchen recht viel Platz. Und da sie meist unter dem Kofferraum (oder der Ladefläche) sitzen, büßt dieser entsprechend an Fassungsvolumen ein.

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Um den Hochdruckbehälter kommst du leider nicht herum. Allerdings kannst du selbst ja am besten einschätzen, wie wichtig dir ein geräumiger Kofferraum ist. Du möchtest dein Erdgasauto als Familienauto für häufige Urlaube und Ausflüge nutzen? Dann solltest du genaustens abwägen und eventuell über Alternativen zum Erdgasantrieb nachdenken (beispielsweise ein Elektroauto). Wenn es aber kaum vorkommt, dass du deinen Kofferraum bis auf den letzten Zentimeter vollstopfst, wird der etwas größere Tank kaum einen Unterschied machen.

4. Argument: Erdgasautos sind zu teuer!

Erdgasautos kosten zwischen 15.000 Euro und 50.000 Euro. Beim direkten Vergleich von Diesel-, Benzin- und Erdgasversionen desselben Automodells, zahlst du für die gasbetriebene Variante eigentlich immer mehr.
 

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Die höheren Anschaffungskosten holst du mit einem Erdgasauto beim Kraftstoff wieder raus. Hier sparst du dank niedriger Gaspreise und einer geringeren Besteuerung von alternativen Kraftstoffen. Außerdem zahlst du weniger Kfz-Steuer und kannst von Prämien, Bezuschussungen und Förderungen von verschiedenen Seiten rechnen (Stadtwerke und andere Energieversorger, Autohersteller und Kfz-Versicherungen).
Sollte dir ein neues Erdgasfahrzeug trotzdem zu teuer sein, kannst du dich auf dem Gebrauchtwagenmarkt umschauen. Oder du rüstest deinen Benziner auf Erdgasantrieb um und sparst effektiv im vier- bis fünfstelligen Bereich.

Umrüstung von konventionellen PKW auf Erdgas

Eine Besonderheit des Erdgasantriebs: Konventionelle Autos mit Benzinmotor (und mit Einschränkungen auch Dieselmotor) lassen sich zu Erdgasfahrzeugen umbauen. Das ist besonders praktisch, wenn du dir keinen neuen Wagen leisten kannst/willst – aber dennoch zu einer klimafreundlicheren Antriebsform wechseln möchtest.

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„Warum sollte ich mein Auto auf Erdgas umrüsten?“

Mit einer Umrüstung kannst du nicht nur Kosten sparen. Zum Beispiel brauchst du dich nicht an ein neues Auto gewöhnen. Außerdem ist das Umrüsten auf Erdgas eine sinnvolle Maßnahme im Sinn der Circular Economy, also der Kreislaufwirtschaft. Deren Idee ist: Ressourcen und Umwelt schonen, indem Produkte, Materialien und Energie maximal verwertet werden – und beispielsweise durch Modifikation und Reparatur ein zweites Leben bekommen.

„Wie kann ich mein Auto auf Erdgas umrüsten?“

Benzinmotoren und Erdgasmotoren unterscheiden sich in ihrem Funktionsprinzip nicht voneinander. Deshalb funktioniert die Umrüstung auf Erdgasbetrieb selbst bei älteren Modellen. Dazu werden die Zylinder um ein zusätzliches Ansaugrohr erweitert. Über dieses gelangt das Gas in den Brennraum. Abhängig vom Automodell werden außerdem die Ventile angepasst.

Der im Vergleich meiste Aufwand entsteht durch den Einbau des Tanks. Das Gas, das du als Kraftstoff nutzt, ist stark verdichtet. Dadurch steht es unter hohem Druck. Statt eines herkömmlichen Tanks braucht dein Erdgasauto deshalb einen Hochdruckbehälter. Und einen Druckminderer: Denn bevor das Gas in den Motor gelangt, muss sein Druck auf unter 10 Bar gesenkt werden.

„Wo kann ich mein Auto auf Erdgas umrüsten?“

Wenn du dich für eine Umrüstung entscheidest, solltest du dich an Fachleute wenden. Qualifizierte Betriebe und Werkstätten, die Gasanlagen prüfen, bieten häufig auch Umrüstungen an. Bei diesen ist gewährleistet, dass dein umgerüstetes Auto den EU-Richtlinie ECE-R-115 und ECE-R-110 entspricht.

Es gibt Anbieter im Ausland, die auf den ersten Blick günstiger erscheinen. Hier kann es allerdings später zu Problemen bei der Abnahme durch den TÜV kommen. Investiere also lieber von vornerein in Qualität – zumal du bei heimischen Fachbetrieben den entsprechenden Service erwarten kannst und immer einen regionalen Ansprechpartner für die Wartung hast.

„Wie teuer ist es, mein Auto auf Erdgas umrüsten zu lassen?“

Die Kosten einer Umrüstung auf Erdgas sind in erster Linie vom Modell deines PKW abhängig. Durchschnittlich solltest du mit 3.500 Euro bis 5.000 Euro rechnen. Das ist deutlich günstiger als ein Neuwagen. Außerdem gleichen die fortan niedrigen Kraftstoff- und Betriebskosten diesen Betrag nach etwa 60.000 Kilometern wieder aus.

Hinzu kommen Kosten für die sogenannte Gassystemeinbauprüfung (GSP). Bei dieser Kontrolle wird festgestellt, ob dein umgerüstetes Erdgasauto allen wichtigen Normen entspricht. Der Preis für die GSP liegt bei 100 Euro.

„Was gilt es beim Umrüsten meines Autos auf Erdgas zu beachten?“

Der Hochdrucktank wird meist unter dem Kofferraum eingebaut. Dieser verkleinert sich dadurch und du hast weniger Platz zur Verfügung. Das solltest du bedenken, wenn du dein Auto umrüsten lässt.

Außerdem erlischt durch das Umrüsten die Herstellergarantie für den Motor. Schließlich bedeutet die Umrüstung einen Eingriff von Dritten. Sicher dich deshalb gegen mögliche Schäden durch eine Zusatzversicherung ab.

„Was sollte ich bei der Zulassung meines umgerüsteten Erdgasautos beachten?“

Wenn du dein Auto auf Erdgas umrüstest, wird dies in den Fahrzeugpapieren eingetragen. Damit die Zulassungsbehörde dein umgerüstetes Erdgasauto genehmigt, muss es die EU-Richtlinie ECE-R-115 erfüllen. Ist das nicht der Fall, brauchst du eine neue Betriebserlaubnis. Gemäß § 21 StVZO kommst du dann nicht um eine erneute Zulassung herum.

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Theoretisch kannst du einen Dieselmotor auf Erdgas umstellen. Allerdings ist dazu die Installation einer Zündanlage notwendig (Dieselmotoren nutzen normalerweise die hohe Selbstentzündlichkeit des Dieselkraftstoffs). Die einzubauen ist kostspielig und lohnt sich in den meisten Fällen nur bei Nutzfahrzeugen.

Erdgasautos als Fahrzeuge mit Zukunft?

Nach einer kurzen Talfahrt geht es für das Erdgasauto momentan wieder bergauf. Das liegt zum einen daran, dass immer mehr Menschen erkannt haben: Es wird höchste Zeit für eine Energiewende. Zum anderen sind Erdgasautos nicht von Fahrverboten betroffen. Damit sind sie als Anschaffung auf lange Sicht lohnend und sinnvoll.

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Hersteller machen Hoffnung

Auf die steigende Nachfrage reagiert die Automobilbranche entsprechend. Zwar konzentrieren sich bisher nur einzelne Hersteller darauf, den Erdgasantrieb am Markt zu stärken. Aber wie bei den meisten Technologietrends ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Konkurrenz nachzieht.

Dabei geht es in erster Linie darum, das eigene Portfolio und die Auswahl an Modellen zu erweitern. Technische Innovationen sind zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulationssache. Denn die Weiterentwicklung der Erdgastechnologie ist abhängig vom Investitions- und Forschungswillen der Autoproduzenten. Und das wiederum hängt davon ab, wie weit die Bundesregierung (und die EU) Erdgas in Zukunft als alternative Antriebsform fördert.

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Alternative Antriebe im Vergleich

Denn der politische und gesellschaftliche Fokus liegt vor allem auf der Elektromobilität. Sie gilt als wichtiger Baustein, um den Ausstoß von CO2 dauerhaft zu reduzieren. Gleichzeitig ist sie Teil der Energiewende. Schließlich machen Elektroautos den fossilen Brennstoff Öl im Verkehrswesen überflüssig. Gerade hier stellt Biogas eine wichtige Chance dar.

Außerdem bringen erneuerbare Energien aktuell eine Herausforderung mit sich: Die Speicherung von elektrischer Energie aus Wind-, Solar- und Wasserkraft. Mit Power-to-Gas bietet die Erdgastechnologie eine gangbare Lösung.

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Neben Erdgas und Elektro gibt es noch weitere alternative Antriebsmodelle:

  • Bioethanol und Biodiesel werden in chemischen Prozessen aus Biomasse (zum Beispiel Zuckerrüben) gewonnen. Sie sind somit keine fossilen Brennstoffe und produzieren teilweise weniger Schadstoffe. Allerdings steht die Gewinnung von Kraftstoff aus möglichen Nahrungsmitteln grundsätzlich in der Kritik.
  • Hybrid-Autos vereinen die Vorteile von Elektro- und Verbrennungsmotoren. Wie Erdgasautos sorgen auch sie für einen fließenden Übergang zwischen traditionellen und innovativen Antriebsformen – und für eine einfachere Mobilitätswende.
  • Wasserstoff gilt als großer Hoffnungsträger. Denn kein anderes chemisches Element ist im Universum häufiger vorhanden, Stichwort erneuerbare Energie. Gleichzeitig verursacht der Wasserstoffantrieb keinerlei Abgase oder Schadstoffe. Allerdings ist die technische Umsetzung kompliziert. Denn um den Wasserstoff zu speichern, muss dieser unter hohen Druck gesetzt werden (weitaus mehr als das Gas bei Erdgasfahrzeugen).
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Gas geben bei der Energiewende: Autos als Anfang

Der Klimawandel wird heiß diskutiert. Kein Wunder, schließlich betrifft er den gesamten Planeten und die komplette Weltbevölkerung. Für die Probleme, die durch den Klimawandel entstehen, gibt es nicht die eine Lösung. Aber wenn jeder von uns an vielen verschiedenen Stellen versucht, den CO2-Fußabdruck zu minimieren, ist das schon ein guter Anfang.

Das Erdgasauto ist eine Möglichkeit. Auch wenn es nach wie vor im Schatten von Elektro- und Hybrid-Autos steht: Für die Energie- und Mobilitätswende ist der Erdgasantrieb eine wichtige Technologie. Allein dadurch, dass du deinen Benziner auf Erdgas umrüsten kannst, ergibt sich eine einzigartige Perspektive. Und dank des Aufwärtstrends der deutschen Zulassungszahlen für Erdgasfahrzeuge gibt es eine immer größere Auswahl an Modellen.

Umweltfaktoren sind aber nicht die einzigen guten Gründe für den Umstieg auf Erdgas. Mit einem Erdgasauto sparst du langfristig Geld beim Tanken. Durch die günstigen Kraftstoffpreise holst du die (eventuell höheren) Anschaffungskosten leicht wieder rein.

Das Konzept „Erdgasauto“ hat dich überzeugt? Dann teile deine Erkenntnisse und Erfahrungen doch mit deinem Freundes- und Bekanntenkreis. Gerne kannst du auf dieses E-Book verweisen und es in den sozialen Medien verbreiten. Denn je mehr Menschen die Dringlichkeit der Energiewende verstehen, desto schneller erreichen wir unsere Klimaziele. Ganz gleich, wie ehrgeizig diese auf den ersten Blick erscheinen mögen.

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Ricardo Izzi
Dein Energiewende Guide

Hallo liebe Communitymitglieder, ich bin Ricardo, 32 Jahre alt, als dein Guide, möchte ich gemeinsam mit dir die Reise deiner persönlichen Energiewende beschreiten. Mit Fachwissen und Witz führe ich dich durch die verschiedenen Bereiche des intelligenten fahrens und unterstütze dich bestmöglich dabei, deine persönliche Energiewende voranzutreiben. Als Eventmanager habe ich viele Veranstaltungen für Automobilkonzerne betreut und eng mit diesen zusammengearbeitet. Sei es ein Messeautritt auf der IAA, ein Launch-Event für ein neues Auto oder ein Kongress über die neusten Trends in der Branche. Diese über Jahre angesammelte Expertise möchte ich nun im Rahmen meiner Blog-Beträge an euch weitergeben.

Schau dir gerne alle meine Beiträge zum intelligenten Fahren in unserem Magazin an.