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Sind Smart Meter in Luxemburg Pflicht?

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

5.June 2021

Letztes Update

09.12.2021

Securando - Smart Home Onlineshop

 

Smart-Meter-Pflicht in Luxemburg

Luxemburg nimmt in der Europäischen Union eine Vorreiterrolle bei der Umrüstung von alten Stromzählern zu neuen Smart Metern ein. Alles, was du dazu wissen musst, erfährst du hier!

Inhalt des Blogartikels

 

Was ist ein Smart Meter?

Ein Smart Meter misst im Gegensatz zu einem analogen Stromzähler nicht nur deinen Stromverbrauch. Durch die eingebaute Kommunikationseinheit (Smart-Meter-Gateway) kommuniziert es regelmäßig mit deinem Messstellenbetreiber. Es sendet anonymisiert deine aktuellen Verbrauchsdaten über die Schnittstelle Luxmetering an jenen der 7 Messstellenbetreiber, über dem dein Stromvertrag läuft. Auch Updates und Informationen zu deinem Tarif können von ihm empfangen werden. Dabei werden nur jene Daten erfasst und übertragen, die auch wirklich notwendig sind. Die Übermittlung dieser Daten erfolgt dabei unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Auch werden heikle persönliche Daten wie Namen, Adresse oder Geburtsdatum nicht verwendet. In der Regel läuft diese Datenübermittlung über die Stromleitung, in einigen ländlichen Gebieten auch über das Mobilfunknetz.

Smart Meter bieten wesentliche Vorteile und tragen mit ihren Funktionen zum Gelingen der Energiewende bei. Bereits früh und mit einem großen Kraftakt startete der Einbau von intelligenten Stromzählern der neuen Generation (Smarty) an den knapp 300.000 Stromanschlüssen im Land.

 

Welche Funktionen hat dein Smart Meter?

Der größte Vorteil eines Smart Meters ist, dass das regelmäßige Ablesen des Stromzählers entfällt. Durch die automatische Übertragung deines Verbrauchs musst du niemanden mehr empfangen oder deinen Zählerstand mitteilen.

Spannend und auch im Sinne der Energiewende für die Zukunft von Bedeutung ist die Tatsache, dass ein Smart Meter einfach erkennen kann, wenn du selbst Strom produzierst. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn du selbst elektrische Energie (zum Beispiel aus einem Blockheizkraftwerk in deinem Haus oder von Solarzellen auf dem Dach) in das allgemeine Stromnetz einspeisen möchtest.

Intelligente Stromzähler erkennen die Produktion von Strom und sollen durch die regelmäßige Übertragung der Daten in Zukunft auch dabei helfen, das Stromnetz besser auszulasten und die hohe Versorgungssicherheit weiter zu verbessern. Man spricht in diesem Kontext auch von Smart Grids, also intelligenten Stromnetzen, die durch moderne Kommunikation (zum Beispiel durch die Daten deines Smart Meters) die Stromerzeugung und den Stromverbrauch besser aufeinander abstimmen und so auf Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt besser reagieren können.

 

Hilft ein Smart Meter beim Stromsparen?

Eines ist gewiss: Mit einem Smart Meter ist es für dich einfacher, deinen Stromverbrauch zu kontrollieren und im Blick zu behalten. Statt starrer Verbrauchswerte, die in der Regel aus dem Vorjahr übernommen wurden, kannst du tagesaktuell über das Portal deines Stromanbieters den Verbrauch einsehen und optimieren. So wird es einfacher, die großen Stromfresser in deinem Haushalt zu identifizieren.

Mit einem Smart Meter lässt sich dein Stromverbrauch exakt erfassen und mit etwas Aufmerksamkeit und Engagement auch reduzieren. Da du durch ein Smart Meter deinen individuellen Stromverbrauch kennst, fällt es wesentlich einfacher, einen Tarif bei einem Stromlieferanten abzuschließen, der besser an deinen Bedarf angepasst ist. Auch soll es in Zukunft möglich werden, vor allem Geräte mit einem hohen Strombedarf (zum Beispiel Warmwasserboiler oder Waschmaschinen) so zu steuern, dass sie sich in Zeiten mit einem großen und günstigen Stromangebot einschalten.

 

Muss ich einem Smart Meter zustimmen?

In Luxemburg wurde bereits früh die gesetzliche Basis dazu geschaffen, alle der rund 300.000 Stromanschlüsse im Land mit einem Smart Meter auszustatten. Dies betrifft auch die rund 80.000 Gaszähler, die ebenso Schritt für Schritt „smart“ wurden.

Auf Basis der Europäischen Richtlinie „Energieeffizienz und Energiedienstleistungen“ (EDL 2006/32/EG) Artikel 13 wurde mit dem „Loi du 7 août 2012 modifiant la loi modifiée du 1er août 2007 relative à l'organisation du marché de l'électricité“ die gesetzliche Grundlage dazu geschaffen. Bereits 2016 startete der Einbau der ersten Smart Meter, heute sind beinahe alle Haushalte mit den modernen Messeinrichtungen ausgestattet. Der Betrieb von analogen Stromzählern ist nicht mehr vorgesehen. Praktisch gesehen ist der Smarty also Pflicht.

Die Auslesung der übertragenen Daten läuft dabei über die von den sieben Messstellenbetreibern gegründete Luxmetering, die alle Informationen erfasst und auch die nationale Smart-Metering-Plattform betreibt. Ansprechpartner bleibt aber weiterhin dein eigener Stromlieferant.

 

Kann ich der automatischen Datenübertragung widersprechen?

Nein, dazu gibt es in der Regel keine Möglichkeit. Durch die gesetzliche Verpflichtung und auch die Pflicht des Kunden, dem Netzbetreiber Zugang zu seiner Messeinrichtung zu gewähren, musst du ein Smart Meter akzeptieren.

Abgesehen von der automatischen Übertragung und dem Entfall des jährlichen Ablesens des Stromzählerstandes ändert sich allerdings nicht viel, wenn du dies nicht möchtest. Auch musst du von der Möglichkeit der monatlich exakten Abrechnung deines tatsächlichen Verbrauchs nicht Gebrauch machen. So hast du weiterhin die Wahl zwischen einer monatlich planbaren Vorauszahlung mit Jahresabrechnung oder einer exakten Abrechnung deines reellen Verbrauchs pro Monat.

 

Intelligente Messsysteme sind in Luxemburg bereits die Regel

Luxemburg begann bereits früh mit dem Austausch beziehungsweise Einbau der analogen Stromzähler gegen intelligente Messsysteme, die den tatsächlichen Stromverbrauch genau erfassen und den Weg zu einem Smart-Grid-Stromnetz einleiteten.

Durch die Möglichkeit, die von deinem Smarty erfassten Verbrauchsdaten auch an eigene Apps auf deinem Smartphone oder Tablet zu übertragen, ergeben sich mit etwas Aufmerksamkeit und Interesse ebenso Möglichkeiten zum Einsparen von elektrischer Energie. Experten sprechen von 3 bis 5 Prozent. Durch die genaue Verbrauchserfassung ist es sogar möglich, von günstigeren Tarifen zu profitieren. Dabei sind vor allem für Haushalte mit einem hohen Stromverbrauch beachtliche Einsparungen möglich. Trotzdem besteht weiterhin die Möglichkeit, die Funktionen des Smart Meters nicht zu nutzen und lediglich von der automatisierten Übertragung des Zählerstands zu profitieren.

 

Smart-Meter-Pflicht in Luxemburg: Der neue Standard ist bereits da

Praktisch alle alten Stromzähler wurden in Luxemburg bereits gegen neue Smart Meter (Smarty) gewechselt. Auch wenn die Umstellung einige Zeit in Anspruch nahm und noch nicht alle Kunden die neuen Funktionen und Möglichkeiten entdeckt haben, so ist die Einführung ein Beitrag zur Energiewende. Für Kunden besteht die Möglichkeit, durch Anpassung ihrer Verträge Stromkosten zu sparen.

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