holzhaus-passivhaus-fertighaus-niedrigenergiehaus-header-net4energy

Holz-Passivhaus: Im Fertighaus in Luxemburg leben

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

25.March 2021

Letztes Update

10.12.2021

Kostenlose Immobilienbewertung Experten 300x600

 

Das Passivhaus aus Holz: Mit dem Fertighaus energieeffizient leben

Passivhäuser sparen Geld und sind umweltfreundlich. Das gilt umso mehr beim nachhaltigen Holzhaus als energieeffizienten Lebensraum. Welche Vor- und Nachteile die Fertigbauweise aus Holz hat, zeigen wir dir hier auf.

Inhalt des Blogartikel

Das Passivhaus wird immer wichtiger für Bauherren

Ob Massiv- oder Leichtbaukonstruktion im Fertigbau: Passivhäuser haben das Image der experimentellen Zukunftsvision längst hinter sich gelassen. Vor allem Holzhäuser sind aufgrund des nachhaltigen Baustoffs und seiner hervorragenden Dämmeigenschaften für die Errichtung von Passivhäusern in Fertighaus-Bauweise bestens geeignet. Doch was genau macht ein Haus zum Passivhaus?

Energie und Wärme durch natürliche Grundlagen

Neben dem Begriff Passivhaus begegnen dir bei diesem Thema auch die Bezeichnungen Niedrigenergiehaus oder Energieeffizienzhaus. Obwohl sie alle ähnlich klingen, unterscheiden sich die Definitionen der Häuser im Detail. Das Passivhaus ist ein Gebäude, das aufgrund der besonderen Bauweise keine zusätzliche Beheizung oder Klimatisierung über klassische wasserführende Systeme benötigt. Der Großteil der Wärme für ein angenehmes Raumklima wird im Passivhaus durch Sonneneinstrahlung, Körperwärme der Bewohner sowie durch elektrische Abwärme (zum Beispiel über eine Wärmepumpe) und gegebenenfalls eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erzeugt. Wichtig ist folgender Rahmenwert, um die Bezeichnung Passivhaus führen zu dürfen: Pro Quadratmeter und Jahr darf der Bedarf für Wärmeenergie nicht mehr als 15 Kilowattstunden betragen. Dies entspricht umgerechnet etwa 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter. Ermöglicht wird dies durch die fünf Grundprinzipien für Passivhäuser:

  • Wärmedämmung
  • Passivhausfenster
  • Lüftungswärmerückgewinnung
  • Luftdichtheit
  • Wärmebrückenfreiheit

Die wichtigsten Vorteile und Nachteile von Passivhäusern im Überblick

Das Passivhaus aus Holz als Fertighaus zu bauen, bringt einige Vor- und Nachteile mit sich.

Vorteile

  • Niedrige Betriebskosten
  • Gute Luftqualität durch hochwertige Belüftungsanlagen
  • Gute Ökobilanz (geringer CO2-Ausstoß)
  • Verzicht auf herkömmliche Heizungssysteme möglich
  • Gleichbleibendes Raumklima zu allen Jahreszeiten
  • Einsparungen bei den Energiekosten
  • Hervorragender Schallschutz
  • Keine kalten Wände oder andere Wärmebrücken, dadurch geringeres Risiko für Schimmelbildung

Nachteile

  • Baukosten für Passivhäuser sind höher
  • Wärmeerlebnis nicht mit herkömmlichen Heizsystemen zu vergleichen
  • Beschränkungen der architektonischen Freiheit durch physikalische Vorgaben der Kompaktbauweise
  • Wärmedämmung kann je nach verwendetem Material umweltbelastend sein
  • Empfindliches Baumaterial bei Holzhäusern
  • Vergleichsweise hohe Temperaturunterschiede zwischen einzelnen Räumen möglich
  • Kostenrechnung hängt von Zahl der Bewohner und deren Energieverbrauch ab

Ist es sinnvoll, ein Passivhaus als Fertighaus in Holzbauweise zu bauen?

Gerade bei der Planung von Neubauten setzt sich die Fertigbauweise immer mehr durch. Es gibt jedoch zweifellos einige Besonderheiten, die von Bauherren zu beachten sind. Passivhäuser in Holzbauweise gehören zu den sogenannten Leichtbaukonstruktionen und werden in der Regel in Form von Holzrahmen- oder Holztafelbauweise errichtet. Dabei besteht die tragende Grundkonstruktion aus Holz, die dann mit anderen Werkstoffen (zum Beispiel Gipskarton) verkleidet werden. Die Zwischenräume bekommen eine entsprechende Füllung mit Dämmstoffen, die einen wichtigen Bestandteil von Passivhäusern in Fertigbauweise ausmachen. Ein Vorteil dieser Holzhäuser ist, dass tragende Elemente und Dämmstoffebene in einer gemeinsamen Schicht verbaut werden können. Ein möglicher Nachteil ist die natürliche Schrumpfungsneigung von Holz, was unter Umständen zur Rissbildung in Fassaden und Übergängen führen kann.

Warum Holzhäuser für Fertigbauweise?

Holz hat seine Eignung als universeller Baustoff zum Bau eines individuellen Lebensraums in der Menschheitsgeschichte mehr als bewiesen. Für Fertighäuser ist die Holzbauweise aber auch aus wirtschaftlichen Gründen interessant, denn dieser nachwachsende Baustoff weist ein geringeres Gewicht auf. Dadurch reduziert sich der Anspruch an die Tragfähigkeit des Baugrunds und des Fundaments bereits erheblich. Vor allem die Ökobilanz kann sich jedoch sehen lassen. Ein Passivhaus aus Holz besteht nicht nur aus einem nachwachsenden Rohstoff, der CO2 bindet, sondern erfordert während des Bauens einen geringeren Aufwand an Energie als ein Massivhaus. Hinzu kommt, dass das Raumklima vom natürlichen Baustoff ebenfalls profitiert, denn Holz ist atmungsaktiv und kommt ohne Schadstoffe im Material aus, was wiederum günstig für Allergiker ist.

Weniger Wärmebrücken bei Fertighäusern aus Holz

Wärmebrücken sind der größte Feind der Energieeffizienz. Sie entstehen überall dort, wo es Lücken oder Fugen im Fundament bzw. dem Korpus des Hauses gibt. Einige davon lassen sich kaum vermeiden wie zum Beispiel Dächer, Fenster, Türen, Balkone. Das Holzhaus-Passivhaus sollte daher besonders hochwertig ausgeführt sein.

Durch die Holzrahmenbauweise von Fertighäusern entstehen in einem Passivhaus von vornherein weniger Ansatzpunkte für Wärmebrücken. Durch effiziente Wärmedämmung an den Außen- und Innenwänden lassen sich Wärmeverluste weitgehend vermeiden. Auch dreifachverglaste Fenster sorgen dafür, dass der Verlust von Energie geringgehalten wird. Für eine ähnliche Energieeffizienz sind für ein Massivhaus deutlich dickere Wandstärken erforderlich, was wiederum die Baukosten erhöht. Insgesamt fallen Letztere auch deshalb geringer aus, weil ein Holzhaus in Fertigbauweise innerhalb kürzester Zeit errichtet werden kann und keine Trockenphasen benötigt.

Umgekehrt hängt die Lebensdauer von Holzhäusern in Fertigbauweise stark von der Sorgfalt bei der Ausführung ab. Je nach Art der Holzkonstruktion ist die regelmäßige Pflege, zum Beispiel durch Auftragen von Lack beziehungsweise Lasur, notwendig, um Schäden durch Feuchtigkeit und/oder Schädlingsbefall zu verhindern. Ein besonderes Problem stellen mögliche Wasserschäden dar, weswegen Dachrinnen und Überstände entsprechend vorausschauend ausgelegt sein sollten.

Wie sieht es mit den Baukosten aus?

Passivhäuser verursachen während der Bauphase zunächst höhere Kosten als vergleichbare Häuser in Standardbauweise. Das gilt im Prinzip auch bei Fertighäusern. Hier kann die Holzbauweise im Vergleich zur Massivbauweise in jedem Fall punkten. Trotzdem solltest du mit höheren Baukosten rechnen, wenn du ein Passivhaus haben möchtest. Diese relativieren sich allerdings durch die Einsparungen bei den Heizkosten, so dass sich die Mehrkosten oft bereits nach einigen Jahren amortisiert haben.

 

Fazit: Ein Holzhaus als Passivhaus in Fertighaus-Bauweise hat viele Vorteile

Die Vorteile der Holzbauweise liegen nicht nur in der besseren Öko- und Kostenbilanz gegenüber der klassischen Massivbauweise. Bei Fertighäusern können Passivhäuser aus Holz vergleichsweise schnell und kostengünstig errichtet werden. Abhängig von der Ausführung lassen sich die Betriebskosten für ein solches Gebäude erheblich senken. Die Nachteile von Holzhäusern liegen in der Anfälligkeit für Wasserschäden und Schädlingsbefall, welche die Lebensdauer erheblich senken können. Bei sorgfältiger Pflege und korrekter Wärmedämmung sollte dies jedoch beherrschbar sein.

holzhaus-passivhaus-fertighaus-niedrigenergiehaus-e-book-guide-net4energy
Du möchtest mehr über das Niedrigenergiehaus erfahren? Lade dir jetzt unseren ultimativen Guide herunter!
jetzt kaufen