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Förderung für Sanierung in Luxemburg

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

25.October 2021

Letztes Update

10.12.2021

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Förderung in Luxemburg für die Sanierung deines Hauses

Die energetische Sanierung subventioniert Luxemburg umfangreich: Förderungen, Steuerermäßigungen und zinsgünstige Darlehen unterstützen dich bei deinem Renovierungsprojekt.

Inhalt des Blogartikels

Prämien für die Altbausanierung in Luxemburg

Für die energetische Sanierung von bestehenden Wohngebäuden und begleitend durchgeführte Beratung durch einen Energieprofi erhältst du in Luxemburg eine Förderung in Form von umfangreichen staatlichen Beihilfen.

Das Programm „Clever wunnen – Sue spueren“ hilft Besitzern von Eigenheimen und Wohnungen dabei, die Energieeffizienz in ihren eigenen 4 Wänden zu steigern und das Wohnen nachhaltig nach Klimaschutz-Kriterien zu ermöglichen. Die Auswahl an staatlichen Beihilfen ist dabei groß.

Für welche konkreten Bereiche der energetischen Sanierung du staatliche Prämien beantragen kannst und welche Zuschüsse der Staat für erneuerbare Energien bei der Sanierung von Wohnraum vergibt, haben wir für dich recherchiert.

 

Das sind die größten Baustellen bei bestehenden Gebäuden

Altbauten sind sowohl im Bereich von Einfamilien-, Mehrfamilien- und Reihenhäusern als auch im Segment von Eigentumswohnungen eine beliebte Wohnform. Das liegt unter anderem an den praktischen Grundrissen und vor allem an dem speziellen Charme.

Allerdings fehlt vielen Altbauten eine Sanierung. Diese Immobilien sind unter energetischen Gesichtspunkten häufig besonders ineffizient. Ein besonders hoher Energiebedarf und der Verlust an Wohnkomfort sind nur einige Gründe, warum du eine Sanierung von Altbauten besser heute als morgen planen solltest.

Diese typischen Schwachstellen finden sich in Altbauten:

  • undichte Fenster und Außentüren mit hohen Wärmeverlusten
  • fehlende Dämmung der Außenwände
  • fehlende Dämmung des untersten Geschosses (zum Beispiel Kellerdecke)
  • fehlende Dämmung des obersten Geschosses (zum Beispiel Speicher, Dach)
  • ineffiziente Heizungen, die einen besonders hohen Verbrauch an fossilen Brennstoffen aufweisen
  • Dämmung der Außenwände
  • Dämmung der Wände gegen Erdreich oder unbeheizten Raum
  • Schräg-/Flachdach
  • oberste Geschossdecke gegen unbeheizten Speicher
  • Boden gegen Erdreich (außen oder Keller)
  • Fenster und Fenstertüren (Verglasung und Rahmen)

PRIMe-House Prämien: Die staatliche Förderung für energetische Sanierungen

Im Bereich von bestehenden Immobilien fördert das Großherzogtum verschiedene Einzelmaßnahmen, um eine bessere Energieeffizienz zu erreichen. Damit du dich für die staatlichen Beihilfen qualifizierst, sind folgende 3 Schritte notwendig:

  1. Feststellung, dass die Immobilie älter als 10 Jahre ist
  2. Energieberatungdurch einen zugelassenen Energieberater einschließlich Bericht
  3. Bauteile müssen energetische und nachhaltige Mindestkriterien erfüllen

Für diese Maßnahmen der energetischen Sanierung erhältst du eine Förderung

1. Gebäudehülle (je nach Bauteil unterschiedliche Mindestanforderungen):

Beispiel: Für die Dämmung einer Außenwand von außen mit einer Mindestdämmstärke von 12 Zentimeter beträgt der Förderbetrag zwischen 20 und 36 Euro pro Quadratmeter. Ein zusätzlicher Öko-Bonus wird dann möglich, wenn du auf nachweisbar nachhaltige Materialien zurückgreifst. In diesem Beispiel erhöht sich die Prämie um weitere 40 Euro pro Quadratmeter.

2. Lüftungsanlagen werden mit 40 Euro pro Quadratmeter bis maximal 150 Quadratmeter im Einfamilienhaus und 80 Quadratmeter bei Wohnungen gefördert.

Eine spezielle Bonusförderung gibt es dann, wenn das Gebäude die Wärmeschutzklasse C, B oder A erreicht und du es insgesamt um mindestens 2 Klassen verbesserst. Dann gibt es folgende Boni auf die Basisförderung:

  • Klasse A: + 60 Prozent
  • Klasse B: + 40 Prozent
  • Klasse C: + 20 Prozent
  • thermische Solaranlagen für Warmwasser beziehungsweise Warmwasser und Heizungsunterstützung
  • Photovoltaikanlagen bis 30 kW
  • Erd-/Luft-Wasser-/Abluft-Wasserwärmepumpe
  • Pellet- und Hackschnitzelheizkessel
  • Scheitholz- beziehungsweise Scheitholz-Pellet-Kessel
  • Pelletofen
  • Anschluss an beziehungsweise Errichtung eines Wärmenetzes

Wie schon erwähnt ist eine Energieberatung durch einen Profi ein verpflichtender Bestandteil, damit du dich für die staatlichen Prämien qualifizierst. Bei einem Vor-Ort-Termin wird die Immobilie geprüft und in einem anschließenden Bericht erhältst du konkrete Handlungsempfehlungen. Zusätzlich prüft der Energieberater die eingehenden Angebote von Fachbetrieben nach den energetischen Vorgaben.

Für die Energieberatung erhältst du eine Subvention von maximal 2.200 Euro im Einfamilienhaus beziehungsweise 2.800 Euro im Mehrfamilienhaus unter der Voraussetzung, dass du eine Maßnahme an der Gebäudehülle durchführen lässt. Ansonsten verringert sich die Beihilfe um 70 Prozent.

Umfassende Förderung für energieeffiziente technische Anlagen

Die energetische Sanierung eines Altbaus umfasst in den meisten Fällen auch die Anpassung der Heizungsanlage an einen zeitgemäßen Standard. Alte Heizkessel, die du mit Öl oder Gas befeuerst, sind im Vergleich zu energieeffizienten Alternativen wie Wärmepumpe, Holzheizung oder Anschluss an ein Wärmenetz wahre Umweltsünder.

Für die Nutzung erneuerbarer Energien im Zuge deiner Sanierung gibt es folgende Förderungen aus dem PRIMe-House-Prämienprogramm:

Übrigens: Lässt du einen fossilen Heizkessel ersetzen, so gibt es für einige Alternativen mit Nutzung von erneuerbaren Energien noch bis Ende 2021 einen zusätzlichen Bonus von 30 Prozent! Der Grund dafür ist das Neistart Lëtzebuerg-Programm.

Neistart Lëtzebuerg-Programm sorgt für eine umfangreiche Prämienerhöhung

Für viele Förderungen gibt es im Rahmen des Neistart Lëtzebuerg-Programms noch bis 31. Dezember 2021 eine Prämienerhöhung. Dieses Konjunkturprogramm, das zur besseren wirtschaftlichen Bewältigung der Corona-Krise initiiert wurde, unterstützt den nachhaltigen Umstieg auf erneuerbare Energien im Großherzogtum. So profitierst du bei vielen energetischen Sanierungsmaßnahmen aktuell von wesentlich höheren Förderprämien.

Ein Beispiel: Für die exemplarische Dämmung der Außenwand erhältst du statt 20 bis 36 Euro pro Quadratmeter aktuell zwischen 30 und 54 Euro pro Quadratmeter. Die professionelle Energieberatung wird mit 3.300 Euro (statt 2.200 Euro) im Einfamilienhaus beziehungsweise 4.200 Euro (statt 2.800) Euro im Mehrfamilienhaus subventioniert. Die regulären und durch das Neistart Lëtzebuerg-Programm erhöhten Fördersätze findest du auf der myenergy-Website.

 

Enoprimes: Zusätzliche Förderung für die energetische Sanierung

Rund 300 Partnerbetriebe in Luxemburg bieten die Möglichkeit, zusätzlich zu den staatlichen PRIMe-House-Fördergeldern die sogenannten Enoprimes zu beziehen. Dadurch erhöht sich die maximal mögliche Förderung für energetische Sanierungen.

Für die im Beispiel genannte Wärmedämmung der Außenwand erhältst du weitere 5 Euro pro Quadratmeter an Fördergeldern, wenn du deine Sanierung über Enoprimes abwickelst. Auch für viele weitere Sanierungsmaßnahmen, zum Beispiel den Ersatz einer alten Heizung, gibt es einen Zuschuss durch Enoprimes.

 

Diesen Ablauf musst du bei der Beantragung der Förderungen einhalten

Um ohne Stolpersteine durch den Prozess der energetischen Sanierung deines Altbaus zu kommen und dir alle verfügbaren Förderungen zu sichern, musst du dich an einen strikten Ablauf halten. Diese Schritte sind notwendig:

  1. staatlich zugelassenen Energieberater beauftragen
  2. Ortstermin einschließlich Erstellung von Renovierungskonzept und Maßnahmenliste
  3. Angebote einholen
  4. Angebotslieferung der Unternehmen entsprechend der PRIMe-House-Richtlinien, die der Energieberater prüft
  5. Antragstellung für die Grundsatzvereinbarung (accord de principe) bei der Zentralen Anlaufstelle für Wohnungsbeihilfen (Guichet unique des aides au logement)
  6. Genehmigung der Grundsatzvereinbarung durch Die Zentrale Anlaufstelle für Wohnungsbeihilfen
  7. Beauftragung des Unternehmens mit den Sanierungsmaßnahmen
  8. Ausführung der Arbeiten – Energieberater prüft stichprobenartig
  9. Erstellung der Rechnung durch das Unternehmen und Abschlussbericht durch den Energieberater
  10. Beantragung der Auszahlung der PRIMe-House-Beihilfe
  11. Zahlungsfreigabe durch Die Zentrale Anlaufstelle für Wohnungsbeihilfen

Unser Praxistipp: Energieberater und Fachbetriebe haben Erfahrung mit diesen Prozessen und helfen dir bei der Abwicklung. Die notwendigen Formulare findest du auf der Website von emwelt.lu.

 

Finanzierungshilfen: Klimadarlehen und Klimadarlehen mit reduziertem Zins

Energetisches Sanieren ist mit hohen finanziellen Herausforderungen verbunden, die nicht jeder auf einmal stemmen kann. Deswegen gibt es vom Staat 2 verschiedene Finanzierungshilfen.

  1. Das Klimadarlehen bietet innerhalb strenger Einkommensgrenzen und Wohnflächenunter- beziehungsweise Obergrenzen ein kostenloses Darlehen für das energetische Sanieren bis zu 50.000 Euro bei einer maximalen Laufzeit von 15 Jahren. Es fallen keine Zinsen an. Wichtig ist, dass das renovierte Eigenheim beziehungsweise die renovierte Wohnung mindestens 10 Jahre als dauerhafter Wohnsitz genutzt wird.
  2. Das Klimadarlehen mit reduziertem Zins stellt geringere Anforderungen an den Antragsteller. Der Darlehenshöchstbetrag beträgt 100.000 Euro bei einer Zinsförderung von 1,5 Prozent durch den Staat.

Weitere sozioökonomische Beihilfen, wie die Verbesserungsprämie, Zinssubvention, Zinsvergünstigung, staatliche Bürgschaft oder die Architektenprämie tragen dazu bei, soziale Ungleichheiten zu entschärfen und zielgruppengerecht weitere finanzielle Unterstützung zu gewährleisten.

Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 3 Prozent und die Steuergutschrift für notarielle Beurkundungen „Bëllegen Akt“ helfen zusätzlich beim Bewältigen der Kosten einer energetischen Sanierung in einem Altbau beziehungsweise beim Kauf und dessen Renovierung. Ebenso kannst du die Renovierungskosten von der Steuer abziehen.

 

Die Zuschüsse für die Sanierung sind umfangreich

Die Förderlandschaft in Luxemburg ist vielfältig. Für beinahe alle Einzelmaßnahmen, die einen Altbau auf den neuesten technischen Stand bringen und einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten, gibt es staatliche Beihilfen und Subventionen.

Unser Praxistipp: Mit der myrenovation-App von myenergy (Nationale Struktur zur Förderung der nachhaltigen Energiewende) kannst du dein konkretes Vorhaben perfekt simulieren und alle staatlichen Prämien plus eventuelle kommunale Beihilfen fließen in die Berechnung mit ein. Dieses praktische Tool kannst du direkt auf dein Smartphone oder Tablet laden.

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