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Die Hauskauf-Förderung in Luxemburg

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

5.January 2022

Letztes Update

05.01.2022

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So sehen Luxemburgs Förderungen für den Hauskauf aus

Luxemburg hat eine hohe Eigentümerquote von rund 71 Prozent. Warum das so ist und wie staatliche Förderungen dich beim Hauskauf unterstützen, erfährst du hier.

Inhalt des Blogartikels

In Luxemburg hat die Förderung des Hauskaufs eine lange Tradition

Die Förderung von Wohneigentum durch den Staat ist im Großherzogtum eine lang bewährte Praxis. Luxemburg ist ein beliebter Wohn- und Arbeitsort, die hohe Lebensqualität und die attraktiven Jobmöglichkeiten sorgen für einen steten Zuzug an neuen Bewohnern. Das bringt aber auch Probleme mit sich: Es besteht ein Mangel an bezahlbaren Wohnungen beziehungsweise Häusern.

Der Staat wie auch einige Kommunen fördern deswegen mit verschiedenen Subventionen, Darlehen und Steuervergünstigen. Sie unterstützen sowohl den Neubau von Wohnhäusern als auch den Kauf eines Hauses und dessen Renovierung. Diese Förderungen sind für Ansässige auch dringend notwendig: Laut Angaben des „Observatoire de l’Habitat“ stiegen die Preise für bestehende Wohnungen in den Jahren 2019 und 2020 um 15,8 Prozent, für Neubauten um 14,4 Prozent. Der durchschnittliche Kaufpreis für ein Haus im Kanton Luxemburg beträgt um die 1,35 Millionen Euro.

 

Die Wohnbeihilfen für den Kauf eines Hauses im Überblick

Im Folgenden zeigen wir dir auf, welche Förderungen du für den Hauskauf erhalten kannst.

Erwerbs- und Wohnungsbauprämie

Ein bekanntes Instrument zur Förderung der Schaffung von Wohneigentum ist die Erwerbs- beziehungsweise Wohnungsbauprämie. Diese Kapitalbeihilfe fördert den Kauf einer bestehenden oder den Bau einer neuen Immobilie mit einer Prämie zwischen 250 und 9.700 Euro. Für eine Wohnung in einer Miteigentümergemeinschaft oder ein Reihenhaus erhöht sich die Prämie um 30 Prozent, bei einer Doppelhaushälfte um 15 Prozent.

Damit du die Erwerbsprämie beanspruchen kannst, musst du ein Hypothekendarlehen aufgenommen haben, deinen rechtmäßigen Wohnsitz in Luxemburg haben, mindestens 10 Jahre in der geförderten Immobilie leben und einige Bedingungen in Bezug auf deine familiäre Situation und dein Einkommen erfüllen. Es gelten weiterhin Begrenzungen der Wohnfläche:

  • Einfamilienhaus: zwischen 65 und 140 Quadratmeter
  • Wohnung: 45 bis 120 Quadratmeter
  • Empfänger einer Wohnungsbauprämie oder Bausparhilfe sein
  • regelmäßig auf dein Sparkonto eingezahlt haben
  • Dachdeckung
  • Trocknung von feuchtem Mauerwerk
  • Verlegung von Gas-, Wasser- und Abwasserrohren
  • Einbau und Austausch von Fensterläden
  • Fassadenputz

Zusätzlicher Wohnraum kann zum Beispiel für große Familien oder Familienangehörige mit Behinderung gewährt werden. Die Immobilie darfst du während einer 10-jährigen Frist nach Bezug nicht umbauen und es darf kein weiteres Eigentum im In- oder Ausland bestehen. Weitere Informationen zu dieser Prämie findest du bei guichet.lu.

Sparprämie

Ebenso in das Segment von Kapitalbeihilfen fällt die Sparprämie. Sie unterstützt durch Zinsvergünstigungen und Prämienzuschüsse das Sparen für Wohneigentum. Voraussetzung ist, dass du mindestens 90 Prozent des Kontoguthabens für die Finanzierung des Hauses oder der Wohnung verwendest.

Damit du die Sparprämie von bis zu 5.000 Euro bekommst, musst du:

Weitere Informationen findest du ebenfalls auf guichet.lu.

Zinssubvention

Mit dieser Zinsbeihilfe fördert der Staat die monatlichen Rückzahlungen eines Hypothekendarlehens. Der Zinszuschuss beträgt zwischen 0,575 und 2,45 Prozent und ist abhängig von deinem Einkommen und deiner familiären Situation. Dabei gilt eine Deckelung auf einen Darlehensbetrag von 175.000 Euro. Das Kapital musst du für den Bau, den Erwerb oder die Modernisierung von Wohneigentum verwenden.

Wenn du ausschließlich Maßnahmen zur rationellen Energienutzung oder zur Erschließung von erneuerbaren Energien mit dem Darlehen finanzierst, werden nur Beträge bis zu 50.000 für die Zinssubvention berücksichtigt.

Auch hier gelten die üblichen Bedingungen hinsichtlich der Nutzungsdauer von 10 Jahren und der Wohnfläche.

Übrigens: Für alle diese 3 genannten Prämien gilt die Regelung, dass sie nur einmal pro Antragsteller bezogen werden können.

Altbausanierungsprämie

Wenn der Erstbezug deiner gekauften Wohnung beziehungsweise deines erworbenen Hauses länger als 15 Jahre zurückliegt und du umfangreiche Sanierungsarbeiten planst, kannst du von staatlichen Finanzbeihilfen für die Altbausanierung profitieren.

Die Sanierungsprämie beträgt 30 Prozent des Rechnungsbetrags bis zu einem Gesamtbetrag von 10.000 Euro. Mit dieser Prämie subventioniert der Staat die Renovierung älterer Häuser. Dies sind einige der förderfähigen Maßnahmen:

Alle genauen Regelungen findest du wieder bei guichet.lu. Übrigens gelten auch hier die üblichen Wohnflächenbegrenzungen, außer für Gebäude, die vor 1944 errichtet wurden.

Beihilfe zum behindertengerechten Ausbau

Für den behindertengerechten Ausbau beim Hausbau oder nach einem Hauskauf vergibt der Staat eine Förderung in Form einer Beihilfe von 60 Prozent der förderfähigen Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 15.000 Euro. Die förderungsfähigen Bauarbeiten umfassen dabei sowohl Baumaßnahmen innerhalb der Wohnung (Türverbreiterung, Anpassung der Installationen etc.) als auch außerhalb (Zugangsmöglichkeiten, spezielle Aufzüge etc.).

Architektenprämie

Wenn du im Rahmen deiner Arbeiten zum Neubau oder zur Renovierung einer Immobilie einen Architekten oder Ingenieur mit den Arbeiten beauftragst, kannst du gleichzeitig mit der Wohnungsbau- oder Altbausanierungsprämie Fördermittel von bis zu 1.250 Euro für das Honorar (maximal 50 Prozent) deines Architekten beziehungsweise Ingenieurs beantragen.

Unser Tipp: Für viele Vorhaben im Bereich des Hauskaufs, der Sanierung oder des Hausbaus sind kommunale Förderungen verfügbar. Am besten wendest du dich direkt an deine Gemeindeverwaltung, um mehr zu den Finanzbeihilfeprogrammen zu erfahren.

 

Beste Werte bei der Gebäudeenergieeffizienz werden mit Prämien belohnt

Wenn du bei deinem Hauskauf – egal ob Bestandsbau oder Neubau – die Energieeffizienz deines Gebäudes in den Fokus rückst, gibt es dafür ebenfalls attraktive Förderungen.

PRIMe House-Prämien für die Sanierung

Die staatlichen PRIMe House-Subventionen verfolgen das Ziel, den Baubestand des Landes durch eine gezielte Förderpolitik energetisch aufzuwerten. Dieses Förderprogramm gilt für Gebäude, die älter als 10 Jahre sind. Mit Einmalsubventionen unterstützt es Sanierungsmaßnahmen, die den Energieverbrauch senken, die Energieeffizienz von Gebäuden erhöhen und so zum Klimaschutz und zu mehr Nachhaltigkeit beitragen.

Zu den förderfähigen Maßnahmen zählen:

  • Steigerung der Gebäudeeffizienz
    • Dämmung der Außenwände, Wände gegen Erdreich, Dächer beziehungsweise Speicher und Keller
    • Austausch von Außenfenstern und -türen

Der Austausch von besonders klimaschädlichen, fossil betriebenen Heizkesseln gegen Alternativen mit der Nutzung von regenerativen Energien steht ebenso im Fokus dieses Prämienprogramms. Es deckt das volle Spektrum vom Einfamilienhaus bis zur großen Miteigentümergemeinschaft ab.

Die Höhe der Fördermittel unterscheidet sich je nach Bauteil. Für umfassende Verbesserungen oder den Einsatz von nachhaltigen Materialien gibt es zusätzliche Boni. Es können sowohl kleine Einmalmaßnahmen als auch komplette Gebäudesanierungen mit PRIMe House-Prämien subventioniert werden.

PRIMe House-Prämien für besonders energieeffiziente Neubauten

Wenn du dir deinen Traum von den eigenen 4 Wänden erfüllen möchtest und ein neues Haus bauen willst, musst du in Luxemburg seit 2017 besonders hohe bauliche Anforderungen einhalten. Seit diesem Zeitpunkt werden nur mehr neue Niedrigstenergiehäuser (nearly zero energy buildings, NZEB) genehmigt, die den Energieeffizienzklassen A/A entsprechen und dem Passivhaus-Konzept sehr ähnlich sind.

Beihilfen gibt es für besonders nachhaltiges Bauen. Die Bedingungen für die Förderung orientieren sich an den Kriterien der LENOZ-Zertifizierung (Lëtzebuerger Nohaltegkeets-Zertifikat fir Wunngebaier), wobei du auch für die Zertifizierung eine Förderung von bis zu 1.500 Euro bekommen kannst. Wenn ein neues Gebäude 60 Prozent der möglichen Punkte bei 46 LENOZ-Nachhaltigkeitskriterien (Ökologie, Gebäude und Technik, Funktion) erreicht, kannst du mit umfangreichen Prämien rechnen, die du mit den anderen staatlichen Beihilfen und Finanzierungsunterstützungen kumulieren kannst.

Konkret beträgt die PRIMe House-Beihilfe 160 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im Einfamilienhaus. Für Wohnungen gelten Beihilfen zwischen 55 Euro und 140 Euro pro Quadratmeter, je nach Größe der Energiebezugsfläche und des Gebäudes. Die maximal geförderte Wohnfläche beträgt bei Einfamilienhäusern 150 beziehungsweise 120 Quadratmeter bei neu gebauten Wohnungen.

Unser Steuertipp: Im Wohnungsbau gilt der stark ermäßigte Steuersatz von 3 Prozent statt 17 Prozent (bis 50.000 Euro pro Bauvorhaben). Ebenso kannst du für eine notarielle Beurkundung (Bëllegen Akt) beim Kauf einer Wohnung eine Steuergutschrift von bis zu 20.000 Euro geltend machen.

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