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Luxemburgs Hausbau-Förderungen

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

5.August 2021

Letztes Update

10.12.2021

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Förderungen für den Hausbau und Renovierung

In Luxemburg gibt es verschiedene staatliche Prämien, Beihilfen und Subventionen, die sowohl den Neubau als auch die Renovierung sowie energetische Sanierung von bestehenden Gebäuden fördern.

Inhalt des Blogartikels

Diese Förderungen gibt es in Luxemburg für deinen Hausbau oder dein Renovierungsprojekt

In Luxemburg gibt es eine lange Tradition der Förderung des Eigenheims. Neben direkten Subventionen und Beihilfen sind auch steuerliche Vergünstigungen ein Steuerungselement der Politik. Dabei sind viele der staatlichen Angebote an soziale Kriterien und bauliche Vorgaben gekoppelt. Wir geben dir in diesem Beitrag einen ersten Überblick über die Förderlandschaft im Großherzogtum und klären, mit welcher staatlichen Unterstützung du für dein Vorhaben rechnen kannst.

Übrigens: Nicht nur für den Neubau stehen Fördermöglichkeiten zur Verfügung! Auch für den Erwerb von Bestandsimmobilien und insbesondere für die energetische Renovierung und die Installation von energieeffizienten technischen Anlagen mit der Nutzung von erneuerbaren Energien gibt es Hilfe vom Staat.

 

Eine Differenzierung nach Bereichen: Für diese 3 Kategorien gibt es Unterstützung vom Staat

Die verschiedenen Arten von Förderangeboten in Luxemburg lassen sich am besten in 3 Kategorien einteilen:

  1. Beihilfen für nachhaltige Neubauten
  2. Beihilfen für die nachhaltige energetische Renovierung
  3. Subventionen für technische Anlagen mit Nutzung von erneuerbaren Energien für neue Gebäude und Bestandsimmobilien.

Beihilfen für nachhaltige Neubauten

Jeder Neubau, der seit 2017 in Luxemburg entsteht, muss gewisse Standards hinsichtlich der seines Energieverbrauchs erfüllen. In der Regel gilt hier der Standard des „Nearly Zero Energy Buildings“ (NZEB). Ein Energieverbrauch nahe Null wird angestrebt. Um Subventionen aus dem staatlichen PRIMe House-Programm für ein Bauvorhaben generieren zu können, muss dabei verpflichtend das Luxemburger Nachhaltigkeitszertifikat LENOZ (Lëtzebuerger Nohaltegkeets-Zertifikat fir Wunngebaier) vorhanden sein. Dieses Zertifikat prüft ein Wohngebäude nach einem detaillierten Kriterienkatalog hinsichtlich seiner Nachhaltigkeit.

Damit du dich für eine staatliche Subvention für einen umweltfreundlichen Neubau qualifizierst, sind 60 Prozent der möglichen Punkte aus 46 Nachhaltigkeitskriterien des insgesamt 143 Kriterien umfassenden Zertifikats notwendig.
Für die Erstellung des LENOZ-Zertifikats kannst du eine Beihilfe von pauschal 750 Euro für eine Wohnung bzw. 1.500 Euro für ein Einfamilienhaus beantragen. Sind alle Vorgaben, auch hinsichtlich der maximalen Wohnfläche erfüllt, qualifizierst du dich für folgende Förderung: 160 Euro/qm für ein Einfamilienhaus bzw. zwischen 55 und 140 Euro/qm für eine Wohnung.

Diese Förderung erhältst du nach Abschluss der Arbeiten und dem Einreichen deiner Unterlagen durch den Architekten bzw. Ingenieur von der Wohnungsbeihilfenstelle.

Weitere Beihilfen:
Je nach deiner persönlichen familiären und finanziellen Lage kannst du dich für weitere Beihilfen qualifizieren, zum Beispiel die Erwerbs- und Wohnungsbauprämie. Sie variiert zwischen 250 Euro und 9.700 Euro. Zusätzliche Zinssubventionen zwischen 0,575 und 2,45 Prozent sowie Zinsvergünstigungen sind insbesondere für kinderreiche Familien eine Erleichterung bei der Aufnahme eines Darlehens. Es besteht ebenso die Möglichkeit, eine staatliche Bürgschaft für ein Hypothekendarlehen zu bekommen. Alle diese Beihilfen müssen individuell nach deiner Lebenssituation und deinem Einkommen berechnet werden.

Übrigens: Eine große Erleichterung für alle Bauherren bzw. Käufer einer Eigentumswohnung ist die reduzierte Mehrwertsteuer von 3 statt 17 Prozent bis zu einem Plafond von 50.000 Euro. Das Haus bzw. die Wohnung muss dabei als Hauptwohnsitz genutzt werden. Auch für die notarielle Beurkundung gibt es eine Steuergutschrift von bis zu 20.000 Euro.

Beihilfen für die nachhaltige energetische Renovierung

Die PRIMe House-Prämien schaffen einen Anreiz für die nachhaltige energetische Sanierung von bestehenden Gebäuden. Hier gelten 3 Grundsätze:

  • das Gebäude muss älter als 10 Jahre sein
  • es muss zwingend eine Energieberatung durchgeführt werden
  • die renovierten Bauteile müssen gewisse Mindeststandards erfüllen.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, stehen dir Fördergelder für eine neue Dämmung oder den Austausch von Fenstern und Türen bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten zur Verfügung.


Unser Tipp: Zum Ausgleich der Auswirkungen der Corona-Pandemie hat die Regierung das Neistart Lëtzebuerg-Programm aufgelegt. Im Rahmen dieses Programms werden auch die Prämien für PRIMe House erhöht. 2021 ist also der ideale Zeitpunkt für die Realisierung deines Vorhabens.

Weitere Förderungen bietet das PRIMe House-Programm in diesen Bereichen:
  • Ökobonus zur Förderung von nachhaltigen Materialien
  • Beihilfen für Lüftungsanlagen
  • Bonus für Erhöhung der Wärmeschutzklasse
  • Beihilfe für eine zertifizierte Energieberatung
Auch für die Finanzierung einer nachhaltigen energetischen Renovierung gibt es, abhängig von deiner persönlichen Situation, umfangreiche Angebote des Staates, wie das zinsfreie Klimadarlehen und das zinsreduzierte Darlehen. Weitere sozioökonomische Beihilfen wie die Verbesserungsprämie, die Zinssubvention, die Zinsvergünstigung, staatliche Bürgschaft oder eine Architektenprämie helfen bei der Bewältigung der Kosten.

Unser Tipp: Die Zentrale Anlaufstelle für Wohnungsbeihilfen ist dein Ansprechpartner und klärt, welche staatlichen Beihilfen und Subventionen für dich infrage kommen.

Übrigens: Der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 3 Prozent gilt auch für die nachhaltige energetische Sanierung.

Subventionen für technische Anlagen mit Nutzung von erneuerbaren Energien für neue Gebäude und Bestandsimmobilien

Luxemburg ist wie die gesamte Welt von den Auswirkungen des Klimawandels und der Erderwärmung betroffen. Um Anreize zur Nutzung von erneuerbaren Energieträgern auch für die privaten Haushalte zu schaffen, gibt es attraktive Fördermöglichkeiten. Diese gelten sowohl für Neubauten als auch Renovierungsmaßnahmen in bestehenden Immobilien.

Beispielsweise fördert der Staat den Einbau einer thermischen Solaranlage für die Warmwassererzeugung mit bis zu 2.500 Euro pro Wohneinheit oder eine Photovoltaikanlage mit bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten. Zusätzlich profitierst du bei einer Photovoltaikanlage, die an das öffentliche Stromnetz angeschlossen ist und Strom einspeist, von der Einspeisevergütung. Moderne Heizungsanlagen auf Basis von Holz (z. B. Hackschnitzel, Pellets), eine Wärmepumpe oder der Anschluss an ein Wärmenetz werden ebenso mit verschiedenen Beträgen gefördert.

Übrigens: Auch in dieser Kategorie gibt es aktuell eine Erhöhung vieler Prämien im Rahmen des Neistart Lëtzebuerg-Programms.

 

Es gibt viele Fördermöglichkeiten – der richtige Ansprechpartner ist der Weg zum Erfolg

Um bestmöglich von den Subventionen und Finanzierungshilfen des Staates zu profitieren, ist etwas Vorarbeit notwendig. Am besten wendest du dich an myenergy, die nationale Struktur zur Förderung der Energiewende. Von den Profis dieser Einrichtung erhältst du neben einer kostenlosen Energiegrundberatung auch wertvolle Tipps zu den Fördermöglichkeiten, Ansprechpartnern, zum Verfahrensablauf und den notwendigen Formalitäten.

Als zweiter Ansprechpartner, insbesondere für konkrete Anfragen und die Klärung von Details ist die Zentrale Anlaufstelle für Wohnungsbeihilfen (Service des aides au logement) zu nennen. Sie ist insbesondere für die Bearbeitung und Prüfung von Beihilfen aus sozioökonomischen Gesichtspunkten (Familiensituation, Einkommen, etc.) zuständig. Exakte Informationen und wichtige Details dazu findest du auf guichet.lu unter dem Stichwort „Wohnen“.

Unser Tipp: In vielen Gemeinden stehen zusätzlich zu den staatlichen Programmen weitere Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Wir empfehlen dir daher frühzeitig bei deiner Gemeinde bzw. jener Gemeinde, in der das Bauvorhaben stattfinden soll, Auskünfte einzuholen. So profitierst du am besten von den staatlichen und kommunalen Förderprogrammen.

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