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Luxemburgs Energiewende

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

10.June 2021

Letztes Update

10.12.2021

Die Energiewende in Luxemburg

Die Energiewende in Luxemburg lief in vielen Teilbereichen an. Das Land verfolgt das klare Ziel, durch viele Maßnahmen klimagerechter zu werden und soziale Aspekte einzuschließen.

Inhalt des Blogartikels

Energiewende: Warum ist sie so dringend notwendig?

Für Luxemburg als kleinen Staat ist es besonders schwierig, einen weltweit spürbaren Beitrag zum Verhindern der weiteren Erderwärmung mit all ihren Konsequenzen zu leisten. Trotzdem hat die Regierung die Weichen gestellt, um zur Energiewende beizutragen sowie die Bedrohungen und die Folgen des Klimawandels zu mildern. Schließlich zählt das Verhalten jedes Einzelnen.

Die Energiewende ist etwa seit den 1980er-Jahren ein Begriff. Durch die schwerwiegenden Auswirkungen der Ölkrise in den 1970er-Jahren entstand bereits frühzeitig das Bewusstsein, dass der Umbau des Energiesystems auf lange Sicht gesehen notwendig ist. Ein Wendepunkt der Energiepolitik war geboren. Die spür- und messbaren Auswirkungen des Klimawandels tragen ihren Teil dazu bei.

Heute ist man sich darüber im Klaren, dass die Energiewende nicht nur den Verzicht auf fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Gas beinhaltet. Vielmehr müssen Entscheidungen und Veränderungen für die Zukunft eingeleitet werden, die mehrere Lebensbereiche betreffen und neben den Effizienzsteigerungen auch das Reduzieren des Energieverbrauchs beinhalten.

 

Die Energiewende wurde auf den Weg gebracht

Ohne die globale und europäische Zusammenarbeit sind die Ziele der Energiewende nicht erreichbar. Viele verschiedene Partner müssen koordiniert werden, denn 2015 wurden mit dem Pariser Abkommen verbindliche Ziele festgelegt, an deren Umsetzung die Regierung arbeitet. Der Integrierte Nationale Energie- und Klimaplan unter dem Motto „Ambitiéis – Innovativ – Sozial gerecht“ stellt dabei das Planungs- und Monitoringelement dar.

Die Maßnahmen zur Klimawende in Luxemburg haben dabei 3 Handlungsgebiete klar abgegrenzt:

  1. schneller als bisher auf fossile Energien aus Kohle, Öl und Gas zu verzichten
  2. die Energieeffizienz zu steigern
  3. erneuerbare Energien zu fördern

Der Ausstoß von Treibhausgasen soll dabei bis 2030 um 55 Prozent reduziert, der Anteil der erneuerbaren Energien auf 25 Prozent erhöht und die Energienachfrage durch Effizienzsteigerungen reduziert werden.

Auch die soziale Komponente wird beachtet: Alle Maßnahmen sollen hinsichtlich ihrer sozialen Verträglichkeit für benachteiligte Bevölkerungsgruppen geprüft und gegebenenfalls durch Entschädigungen ergänzt werden. Eine ambitiöse Aufgabe, für die im Großherzogtum aber bereits die gesetzliche Basis geschaffen wurde.

 

Steigerung der Energieeffizienz durch smarte Systeme

Vor allem im Wohnbereich sind Heizungs- und Warmwasseranlagen ein großer Schwachpunkt. Wärme lässt sich nur schwer über lange Strecken transportieren, was effiziente zentrale Versorgungssysteme erschwert. Allerdings können wohnungsnahe und kleinteilige Systeme sehr gut zu einer effizienten und klimafreundlichen Versorgung beitragen. Sie können auf nachhaltige Rohstoffe, zum Beispiel aus Holz oder Sonne, zurückgreifen.

Im Bereich der Stromversorgung sind Smart Meter eine Möglichkeit, den Stromverbrauch bei den Endverbrauchern zu senken, das gesamte Stromnetz zu optimieren, besser auszulasten und für die Zukunft vorzubereiten. In Luxemburg wurden bereits praktisch alle Haushalte mit diesen Geräten ausgestattet. Bei der Nutzung der Windkraft wird vor allem die Benelux-Zusammenarbeit bei Offshore-Projekten weiter forciert. Geothermie, Biomasse und Biogas fördert der Staat. Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), ein hocheffizientes Instrument, steht derzeit noch nicht für Privathaushalte zur Verfügung. Sie kann aber langfristig gesehen gut jene Bedarfsspitzen abdecken, in denen die Energie aus erneuerbaren Quellen nicht ausreicht, zum Beispiel im Winterhalbjahr.

 

Immobiliensanierung als Potenzial

Einer der vielen Teilbereiche, in denen Handlungsbedarf besteht, ist auch die Sanierung von Bestandsimmobilien. Viele Eigentümer schrecken durch die Angst vor unabsehbar hohen Kosten, langen Bauzeiten oder zu großer Veränderung noch davor zurück. Dabei bieten einfache Maßnahmen wie die Dämmung der Wände oder der Einbau von neuen Fenstern und Türen bereits ein hohes Potenzial zum Einsparen von Energie. Übrigens: Auch bei geschützten Häusern bestehen viele Möglichkeiten, bei einer Sanierung die Energieeffizienz zu steigern.

Die Energieeffizienzbescheinigung (Energiepass) bietet bereits gute Anhaltspunkte, welche Schwachstellen in einer Immobilie bestehen. Unterschiedliche Förderprogramme und finanzielle Beihilfen zu konkreten Projekten helfen Eigentümern dabei, im Rahmen des PRIMe House-Programms finanzielle Unterstützung vom Staat zu bekommen. Die Beantragung erfolgt einfach über den Online-Guichet.

 

Was du als Privatperson unternehmen kannst? 5 konkrete Tipps

Eine wichtige Rolle zum Gelingen der Energiewende trägt neben dem Staat auch jeder Einzelne von uns. Gerade in den Privathaushalten ist es möglich, mit ausgewählten Maßnahmen oder kleinen Verhaltensveränderungen einen Beitrag für das Klima zu leisten.

Das Einsparpotenzial betrifft dabei neben der Reduzierung des Stromverbrauchs vor allem den Bereich der Wärme. Heizung und Warmwasser machen nach wie vor den größten Teil am persönlichen Energieverbrauch im Bereich des Wohnens aus. Die Anpassung der Raumtemperatur und Reduzierung des Warmwasserverbrauchs haben neben der Ausstattung mit moderner Haustechnik ein großes Energiespar-Potenzial. Schließlich stammen rund 12 Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen aus Gebäuden.

5 konkrete Tipps für Privatpersonen

  1. Geräte identifizieren, die Stromfresser sind
  2. Ökostrom
  3. Reduzieren von Wärmeverlusten
  4. Den Alltag energiebewusster gestalten
  5. Wärme, wenn du sie brauchst

In jedem Haushalt gibt es Geräte, die wahre Stromfresser sind. Hier rentiert sich meist der Austausch. Oft verbraucht die Stand-by-Funktion viel Strom. Ein komplettes Abschalten ist sinnvoller.

Tipp: Auch alte Heizungsanlagen brauchen sehr viel Energie. Bis zu 70 Prozent des Energiebedarfs in Haushalten benötigt allein die Heizung.

Ein einfaches Mittel zur Unterstützung der Energiewende ist die Wahl eines Ökostrom-Tarifs.

Offene Heizungsrohre, undichte Fenster oder ungedämmte Wände lassen viel Wärme nutzlos verpuffen.

Kurzes Stoßlüften ist wesentlich effizienter als ein dauerhaft geöffnetes Fenster. Bei Heizkörperthermostaten ist es ausreichend, die gewünschte Temperatur einzustellen.

Wenn du abwesend bist, brauchst du keine warm geheizten Räume. Programmierbare Heizkörperthermostate heizen genau dann, wenn du die Wärme benötigst.

 

Förderprogramme richtig nutzen

Mit deinem Verhalten und dem Bewusstsein, wann du Energie in welchem Maß nutzt, ist bereits viel erreicht. Oft sind allerdings größere Schritte eine gute Ergänzung, um auch langfristig und in höherem Ausmaß deinen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten zu können. Dafür gibt es von staatlicher Seite verschiedene Förderprogramme, die deine persönliche Energiewende unterstützen. Sie decken sowohl kleinere Arbeiten als auch komplette Sanierungen ab. Einen guten Überblick bietet dir das offizielle Onlineportal MyEnergy.

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