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Energieverbrauch in Luxemburg

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

5.July 2021

Letztes Update

10.12.2021

Der Energieverbrauch in Luxemburg im Überblick

Nach jährlichen Rückgängen steigt der Energieverbrauch in Luxemburg seit 2015 wieder und betrug 186.610 Terajoule im Jahr 2019. Hier erfährst du mehr!

Inhalt des Blogartikels

Trotz vieler Maßnahmen: Der Energieverbrauch in Luxemburg steigt

Energie ist teuer – deswegen sind viele von uns bereits daran gewöhnt, den Verbrauch so niedrig wie möglich zu halten. Das freut neben den persönlichen Bilanzen auch die Umwelt. Aber wusstest du, dass trotz vieler Maßnahmen und persönlicher Einschränkungen der Endenergieverbrauch (EEV) in Luxemburg in den letzten Jahren wieder gestiegen ist? Woran dies liegt und warum auch die besondere Lage von Luxemburg darauf Einfluss hat, erklären wir dir in diesem Beitrag.

In unseren eigenen 4 Wänden und im täglichen Leben haben wir uns daran gewöhnt, den Verbrauch von Energie zu reduzieren. Sparsame LEDs, ein reduzierter Warmwasserverbrauch oder das minimierte Heizen in bestens gedämmten Häusern sind zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Bei neuen Elektrogeräten schauen wir genau auf das Energielabel, Autos fahren sparsamer und Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen ersetzen ineffiziente Heizkessel.

Dennoch ist der Energiebedarf pro Kopf in Luxemburg einer der höchsten in Europa und überschreitet jenen seiner Nachbarstaaten wesentlich.

 

Die Gründe für den hohen Energieverbrauch

Luxemburg ist ein wirtschaftlich starkes Land, das einen Großteil seiner eigenen Energieproduktion durch Importe aus dem Ausland decken muss. Dabei wird neben elektrischer Energie nach wie vor viel Erdöl, auch in Form von Treibstoffen, eingeführt. Durch die vielen Nichtansässigen, die täglich zur Arbeit nach Luxemburg pendeln und den hohen Anteil an energieintensiven Industrie- und Gewerbeunternehmen ist der Verbrauch an Energie pro Einwohner dementsprechend höher. Ein Sorgenkind ist der besonders energiefressende Transportsektor.

Das persönliche Konsumverhalten ist ein ebenso ausschlaggebender Faktor. Der steigende Verbrauch an Konsumgütern, insbesondere im Bereich der Unterhaltungselektronik und Kommunikation, macht sich durch den höheren Bedarf an Rohstoffen und Energie bemerkbar. Trotzdem ist der Verzicht auf Computer, Smartphones, TV-Geräte & Co. für die meisten Menschen keine Alternative. Durch den bewussten Einsatz dieser Technologien kann aber jeder seinen individuellen Beitrag leisten, um in etwa Strom zu sparen.

Im Verkehrsbereich steigt die jährliche Fahrleistung. Kraftfahrzeuge sind heute in der Regel zwar sparsamer, aber durch häufigere und längere Fahrten wird dieser positive Effekt wieder vernichtet. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf dem Flugverkehr: Durch günstige Preise ist diese besonders energieintensive und klimaschädliche Art des Reisens zur Normalität geworden. Das macht sich negativ in der Energiebilanz bemerkbar.

 

Auf diese 5 Sektoren verteilt sich der Energieverbrauch (Stand 2019)

Welcher Sektor verbraucht am meisten Energie? So sieht es in Luxemburg aus:

1. Verkehr

Den mit Abstand größten Anteil am Endenergieverbrauch des Großherzogtums hat der Transportsektor. Allein für den Transport von Personen und Gütern betrug 2019 der Energieverbrauch 116.066 Terajoule (TJ). Dies entspricht 62,2 Prozent des gesamten EEV.

Vorherrschend sind auf diesem Sektor besonders klimaschädliche und ineffiziente Verbrennungsmotoren auf der Basis von Mineralölprodukten (Benzin und Diesel). Sie nutzen nur knapp die Hälfte der eingesetzten Energie für den eigentlichen Zweck, also den Antrieb. Die restliche Energie verpufft als ungenutzte Wärme in der Umgebung.

2. Industrie

Der Industriesektor benötigt etwa 14,5 Prozent des gesamten Energieverbrauchs Luxemburgs.

3. Tertiärer Sektor

In Luxemburgs stark vertretenem Dienstleistungssektor fallen mit 22.766 TJ rund 12,2 Prozent des gesamten EEV an.

4. Haushalte

Ihr Anteil beträgt 11 Prozent des gesamten Energieverbrauchs. Elektrizität nimmt innerhalb der Haushalte einen Anteil von etwa 16 Prozent ein, der Rest betrifft in etwa Wärme für die Räume und warmes Wasser.

5. Landwirtschaft

Der Vollständigkeit halber muss auch die Landwirtschaft genannt werden. Sie hat in Luxemburg lediglich einen Anteil von 0,1 Prozent am gesamten Energieverbrauch.

Tipp: Eine gelungene Übersicht an Daten, Zahlen und Fakten, aufgeschlüsselt nach Jahren und Verbrauchsquellen, findest du bei der STATEC. Wenn du den absoluten Verbrauch zurück bis 1970 mit den Nachbarregionen Saarland, Lorraine, Rheinland-Pfalz oder der Wallonie vergleichen möchtest, ist die Statistik Großregion, eine grenzüberschreitende Kooperation der Statistikämter, eine aufschlussreiche Quelle.

 

Aus diesen Energieträgern stammt die Energie

Die Maßeinheit zum Bestimmen der Energiemenge der einzelnen Energieträger ist Joule. 4,186 Joule entsprechen einer Kilokalorie (kcal). Um große Zahlen einfacher darzustellen, werden sie in Terajoule (TJ) dargestellt. 1 TJ entspricht 1 Billion (1.000.000.000.000) Joule.

Luxemburgs Energieverbrauch von 186.610 TJ setzte sich laut STATEC 2019 aus diesen Energieträgern zusammen:

  • Erdölprodukte: 121.856 TJ
  • Erdgas: 28.846 TJ
  • elektrische Energie: 23.027 TJ
  • Biomasse: 7.361 TJ
  • Wärmenetze: 3.736 TJ
  • feste Brennstoffe (Holz, Kohle, etc.): 1.784 TJ

Diese Zahlen zeigen, dass besonders klimaschädliche Erdölprodukte zu knapp 2 Dritteln den Energiebedarf decken und auch Erdgas mit Platz 2 einen nicht unerheblichen Teil beansprucht. Der Verkehrssektor, der einen besonders hohen Anteil am gesamten Energiebedarf hat, ist neben Heizkesseln mit Ölfeuerung der Hauptgrund für diese hohe Zahl. Positiv zu bewerten ist es, dass ein klarer Trend zu erneuerbaren Energieträgern erkennbar ist. Im Vergleich zum Jahr 2000 stieg der Anteil von Biomasse und Wärmenetzen konstant.

Auch die besondere Situation des Großherzogtums darf beim Betrachten der Zahlen nicht unkommentiert bleiben. Durch das Wirtschaftswachstum, die vielen Pendler und das starke Bevölkerungswachstum der letzten Jahre ist der Energiebedarf gestiegen. Zugleich erlaubt es die begrenzte Fläche des Landes nicht, große Anlagen zur Energieproduktion, insbesondere von erneuerbaren Energien, einzurichten.

Der Transportsektor: Das Sorgenkind des Landes

Trotz zahlreicher Maßnahmen der Regierung wie Subventionen für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge oder die Einführung des kostenlosen öffentlichen Transports ist der Bedarf an fossilen Treibstoffen hoch. Hier werden weitere Maßnahmen, vor allem aber ein persönliches Umdenken und eine Anpassung des Mobilitätsverhaltens notwendig sein.

 

Es ist an der Zeit für ein ambitioniertes Vorgehen

Noch wird der Energiebedarf zum großen Teil durch klimaschädliche Energieträger gedeckt. Langfristig gesehen werden mehrere Strategien notwendig sein.

  • Der Energiebedarf muss auf Dauer sinken.
  • In den eigenen 4 Wänden werden Smart-Home-Lösungen in Zukunft den Energieverbrauch so steuern, dass nur dann in etwa elektrischer Strom verbraucht wird, wenn dies auch wirklich notwendig ist.
  • Das Mobilitätsverhalten ist ein weiterer Punkt, an dem ein zielgerichtetes Handeln notwendig ist. Hier kann jeder seinen Beitrag leisten: Durch das Vermeiden unnötiger Wege, die bewusste Wahl des Verkehrsmittels und den Umstieg auf Elektrofahrzeuge sind in diesem Sektor massive Einsparungen möglich.
  • Langfristig muss der Umstieg auf regenerative Energien gelingen – im besten Fall decken sie den gesamten Energiebedarf völlig klimaneutral.
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