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Autark leben in der Stadt: Geht das in Luxemburg?

Über diesen Artikel

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlichung

16.March 2021

Letztes Update

10.12.2021

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Klappt ein autarkes Leben in der Stadt?

Wasser, Brennstoffe und Lebensmittel werden ständig teurer. Ein Ausweg: sich teilweise oder komplett selbst zu versorgen. Aber ist ein autarkes Leben in der Stadt möglich?

Inhalt des Blogartikel

Was ist eigentlich Autarkie?

Autarkie bedeutet die Selbstversorgung eines Privathaushalts, einer Region oder eines Staates mit Gütern und Dienstleistungen. Eine vollständige Autarkie ist in unserer arbeitsteiligen Welt kaum erreichbar.

 

Autarkes Leben in der Stadt und auf dem Land

In der Stadt dürfte ein autarkes Leben besonders schwierig und nur in Teilbereichen möglich sein. Das gilt besonders für Mieter in Mehrfamilienhäusern. Die Häuser sind vollständig an die Ver- und Entsorgungsstruktur der Stadt angeschlossen. Als Mieter hast du keine Möglichkeit, einen Brunnen für die Wasserversorgung des Hauses zu bohren oder eine Solaranlage für Heizung und/oder Strom auf das Dach zu bringen. Hinzu kommt, dass bei mehrstöckigen Häusern mit vielen Bewohnern die Dachfläche gar nicht ausreicht, um ausreichend Strom und/oder Wärme zu erzeugen.

Schwierig sieht es auch mit der Selbstversorgung bei Lebensmitteln aus. Selbst wenn zum Haus ein Garten für die Mieter gehört, kannst du dort unmöglich alle benötigten Lebensmittel produzieren. Du kannst allenfalls deinen Speiseplan mit etwas selbst angebautem Obst und Gemüse ergänzen. Auch bei Schuhen, Kleidung, allen möglichen technischen Geräten, der Gesundheitsversorgung und vielen weiteren Dingen, die zu unserer Lebensweise gehören, bist du auf andere angewiesen.

Etwas besser kommen Besitzer von Einfamilienhäusern in der Stadt weg. Wohnst du in einem Eigenheim, kannst du zumindest Strom und Wärme durch die Nutzung erneuerbarer Energien selbst produzieren. Wenn es die örtlichen Gegebenheiten und die zuständigen Behörden zulassen, besteht auch die Chance auf einen eigenen Trinkwasserbrunnen. Zur Abwasseraufbereitung stehen sehr effektive Kleinkläranlagen zur Verfügung. Allerdings besteht häufig ein Anschlusszwang an das Abwassernetz des zuständigen Abwasserzweckverbandes. Meist steht dir als Eigenheimbesitzer ein größerer Garten zur Verfügung. Aber auch er reicht nicht aus, um deinen Lebensmittelbedarf zu decken. Zumindest ist jedoch eine Selbstversorgung mit Wärme und Strom möglich. 

Auf dem Land ist die Chance größer, wenigstens eine teilweise Autarkie zu erreichen. Es stehen größere Grundstücke zur Auswahl. Damit ist Platz für einen großen Garten und die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse –zumindest mit Sorten, die in unseren Gefilden wachsen. Selbst die Haltung von Tieren ist hier möglich. Biologische Abfälle und Essensreste kannst du kompostieren und dem Garten wieder zugutekommen lassen. Genehmigungen für Trinkwasserbrunnen und Kleinkläranlagen sind leichter zu bekommen, weil die Leitungen der Wasserverbände nicht jedes Dorf erreichen. Der Nutzung alternativer Energieträger steht gleichfalls nichts im Wege.

 

Autarkie: Vision und Realität

Die Idee, dass sich Städte und Gemeinden weitgehend selbst versorgen könnten, gibt es schon lange. Gerade im Hinblick auf die wachsende Erdbevölkerung, auf schwindende Ressourcen fossiler Brennstoffe und Nahrungsmittel sowie auf den Schutz von Klima und Umwelt wäre das eine sehr gute Lösung. Für komplette Städte ist die Realisierung noch in weiter Ferne.

Aber Ansätze gibt es bereits: Vertical Farming (vertikale Landwirtschaft) und Urban Gardening (städtischer Gartenbau) sind 2 Konzepte, die schon in Modellprojekten realisiert werden. Vertikal Farming meint den Anbau von Nutzpflanzen auf den übereinanderliegenden Stockwerken von Hochhäusern. Integriert sind eine Kreislaufwirtschaft und Hydrokulturen. Beispiele sind die „Sky Greens“ in Singapur und das Projekt „Vertical Harvest“ in Jackson/USA. Mit Urban Gardening werden zentral angelegte und gemeinschaftlich bewirtschaftete Gartenflächen in Städten bezeichnet.

Weiter gediehen sind Projekte, in denen komplette Dörfer und Gemeinden Strom und Wärme für alle Bewohner selbst produzieren und somit unabhängig von den großen Energieversorgern sind. So in etwa die Gemeinde Feldheim, ein Stadtteil der brandenburgischen Stadt Treuenbrietzen. Der Ort wurde bereits 2010 zur ersten energieautarken Gemeinde Deutschlands gekürt.

 

Tipps und Tricks für deine persönliche Teilautarkie auch in der Stadt

Bereits vermeintlich kleine Dinge helfen, Ressourcen zu schonen und etwas für Umwelt- und Klimaschutz zu tun. Das ist letztendlich der Gedanke hinter dem Autarkie-Prinzip. Hier sind ein paar Ideen, wie du dazu beitragen und dich auch in der Stadt ein Stück weit aus dem allgegenwärtigen Konsumzwang befreien kannst:

  • Anlegen eines Gemeinschaftsgartens mit allen Mietern des Hauses
  • Komposter zur Verwertung von Bioabfällen und Lebensmittelresten einsetzen
  • Wasser sparen durch Spararmaturen und sparsame Duschköpfe
  • weniger baden, mehr duschen
  • konsequent moderne LED-Leuchtmittel verwenden
  • auf sparsame Hausgeräte (Strom, Wasser) achten
  • moderne Heizungsthermostate einsetzen
  • Möbel selber bauen
  • Kleidung secondhand kaufen oder selber nähen
  • mehr laufen oder Fahrrad fahren beziehungsweise öffentliche Verkehrsmittel statt Auto nutzen
  • weitgehend naturbelassene Lebensmittel verwenden
  • mehr auf dem Wochenmarkt statt in Supermärkten einkaufen
  • sofern möglich, Lebensmittel direkt beim Erzeuger kaufen

Ein völlig autarkes Leben ist auf dem Land nicht einfach, in der Stadt jedoch zuweilen unmöglich. Einige Möglichkeiten, wie du dein Leben trotzdem etwas mehr in Richtung Ressourcenschonung und Umweltschutz ändern kannst, haben wir oben gezeigt. Sicher fallen dir mit einiger Überlegung auch noch weitere Ideen zum Thema Autarkie und Selbstversorgung ein. Solltest du einen Umzug auf das Land in Erwägung ziehen, dann schau dir doch eines der energieautarken Dörfer und Gemeinden in Deutschland an.

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