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Wallbox-Förderung in Luxemburg

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

15.July 2021

Letztes Update

17.01.2022

Diese Förderungen vergibt Luxemburg für deine Wallbox

Luxemburg unterstützt die Haushalte bei der Installation einer Ladestation mit bis zu 1.650 Euro. Attraktive Prämien gibt es sowohl für einzelne Ladepunkte als auch größere Anlagen im privaten Bereich.

Inhalt des Blogartikels

Wallbox-Zuschuss: Attraktive Förderprogramme stärken die E-Mobilität in Luxemburg

Mit attraktiven Prämien im Rahmen der Wallbox-Förderung unterstützt die luxemburgische Regierung private Haushalte bei der Installation von Ladeinfrastruktur. Mit dem Programm „clever lueden – Sue spueren“ setzt das Großherzogtum weiter auf den Ausbau der Elektromobilität. Basis dieses Förderprogramms ist das Règlement grand-ducal du 19 août 2020 portant introduction d’une aide financière pour l’installation de bornes de charge privées pour véhicules électriques. Diese Förderung ist Teil des Neistart Lëtzebuerg-Programms, das den nachhaltigen und grünen Wirtschaftsaufschwung nach der Coronakrise auf den Weg bringt.

Neben attraktiven Neuwagenprämien von bis zu 5.000 Euro für Elektroautos soll Privatpersonen der Umstieg auf klimafreundliche E-Fahrzeuge auch durch die Förderung von privaten Wallboxen direkt am Wohnort schmackhaft gemacht werden. Welche Anlagen sich für die staatlichen Subsidien qualifizieren, mit welchen Prämien du im Detail rechnen kannst, wo du die Förderung beantragen kannst und was du dabei beachten musst, erfährst du kompakt in diesem Beitrag.

Übrigens: Nicht nur als Eigentümer kannst du von den Prämien profitieren – auch für Mieter sind die Förderungen in voller Höhe verfügbar.

 

Warum gibt es die Förderung für private Wallboxen in Luxemburg?

Luxemburg hat ein Problem: Der Verkehrssektor schlägt sich besonders stark in der CO₂-Bilanz des Landes nieder. Rund 64,4 Prozent der nationalen CO₂-Emissionen entstehen ausschließlich auf dem Transportsektor. Um den Ausstoß an klimaschädlichen Abgasen durch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor weiter zu reduzieren und den Umstieg auf erneuerbare Energien zu fördern, setzt das Großherzogtum zusammen mit diversen anderen Maßnahmen stark auf die Elektromobilität. Dieses Handeln ist Teil des Integrierten Nationalen Klima- und Energieplans. Finanzielle Anreize für Privatpersonen sollen dabei den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel einfacher ermöglichen.

Doch bis dato scheitert der Umstieg auf klimafreundliche Elektroautos bei vielen Autofahrern vor allem an der Frage nach dem Laden: Noch ist das Fehlen von privater Ladeinfrastruktur neben den hohen Anschaffungskosten für E-Fahrzeuge einer der Hauptgründe, warum Interessierte dabei zögern, ihren Verbrenner gegen einen Wagen mit Antrieb aus elektrischer Energie zu tauschen.

Auch das Laden eines Elektroautos über das normale Stromnetz, also zum Beispiel über eine reguläre Steckdose in der Garage, ist alleine schon wegen der langen Ladezeiten keine optimale Lösung. Da die Kabel und Stecker nicht für eine derartige Dauerbelastung ausgelegt sind, erhöht sich insbesondere bei dauerhafter Nutzung die Gefahr, dass die Sicherung rausspringt oder im schlimmsten Fall sogar ein Kabelbrand verursacht wird.

 

Diese Voraussetzungen gelten für die Förderung einer privaten Wallbox

Um die finanziellen Herausforderungen für die Einrichtung von privater Ladeinfrastruktur in Luxemburg auszugleichen, schaffen attraktive Prämien Anreize zum Umstieg. Dabei musst du allerdings einige Regeln beachten – nur dann qualifiziert sich deine private Wallbox für die Förderung aus dem Programm «clever lueden».

Folgende Regelungen gelten:

  • Es muss sich um eine neue Anlage handeln. Sie muss im Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2023 gekauft werden.
  • Nur private Ladeinfrastruktur wird gefördert. Dies bedeutet konkret, dass du über einen privaten Stellplatz, zum Beispiel in einer Garage oder auf dem Grundstück deiner Wohnanlage verfügen musst. Die Förderung erhältst du übrigens unabhängig davon, ob du Eigentümer oder Mieter bist. Die kommerzielle Nutzung oder ein Verkauf des Ladepunkts sind nicht gestattet.
  • Es wird maximal ein Ladepunkt pro Nutzer im selben Wohnungsgebäude gefördert.
  • Die maximale Ladeleistung darf 11 Kilowatt (kW) betragen.
  • Die Anlage muss von einem Fachbetrieb, also einem professionellen Elektriker, installiert werden. Dies musst du im Rahmen der Antragstellung für die Förderung auch nachweisen.

Übrigens: Der Zuschuss für die private Ladeinfrastruktur ist unabhängig davon, ob du deine Wege bereits mit einem E-Auto zurücklegst. Auch wenn du noch mit einem Verbrenner fährst und zum Beispiel für die Zukunft vorsorgen möchtest, kannst du die attraktiven Prämien beantragen.

 

Mit diesen Förderbeträgen kannst du rechnen

Die konkrete Höhe der Prämie, die du für die Installation eines privaten Ladepunkts an deinem Wohnsitz erhältst, hängt davon ab, um welche Art von Ladepunkt es sich handelt. Dabei unterscheidet das Förderungsprogramm «clever lueden – Sue spueren» nach zwei Arten:

1. Private Ladestationen mit 1-3 Stellplätzen

Für eine einfache Ladestation nach den Technischen Anschlussbestimmungen (TAB) erhältst du eine Förderung von einmalig 750 Euro.

Der maximale Förderbetrag beträgt 50 Prozent der gesamten Kosten ohne Mehrwertsteuer.

Intelligente Ladestationen, die über OCPP (Open Charge Point Protocol) mit dem Stromnetz und bei den Abrechnungsmodalitäten kommunizieren, werden einmalig mit 1.200 Euro gefördert. Auch bei dieser Anlagenart beträgt der Höchstsatz 50 Prozent der Gesamtkosten ohne Mehrwertsteuer.

2. Private Ladestationen mit 4+ Stellplätze

Um die Förderungen für das Laden von Fahrzeugen mit Strom auch für größere Wohnungsgebäude mit mehr als 4 Stellplätzen zugänglich zu machen, gelten in diesem Bereich höhere Fördersätze.

Eine intelligente OPCC-Ladestation wird in größeren Mehrfamilienhäusern mit 1.200 Euro gefördert. Auch hier gilt das Prinzip, dass der maximale Förderbetrag 50 Prozent der Kosten ohne Mehrwertsteuer beträgt.

Besonders hoch fallen die Förderungen bei Ladepunkten aus, die in ein kollektives intelligentes Lastmanagementsystem integriert sind. Hier fördert der Staat bis zu 1.650 Euro mit der Begrenzung auf 50 Prozent der Kosten ohne Mehrwertsteuer.

Achtung: Bei dieser Art der Anlage ist in der Regel die Zustimmung der Generalversammlung und eine Mehrheit von 50,1 Prozent aller Eigentümer notwendig. Die Beantragung der Förderung können einzelne Wohnungsbesitzer oder die Gebäudeverwaltung (Syndic) übernehmen.

Unser Tipp: Auf den Seiten von myenergy, der nationalen Struktur zur Förderung der nachhaltigen Energiewende in Luxemburg, kannst du eine individuelle Abfrage starten, um eine passende Heimladestation zu finden. Nach der Beantwortung einiger Fragen zu deiner persönlichen Situation, zum Beispiel ob es sich um ein Ein- oder Mehrfamilienhaus handelt, zeigt dir das Programm, welche Lösungen für deinen individuellen Ladepunkt zur Verfügung stehen. Der Clou: Das Programm zeigt dir auch an, ob das gewählte Modell für einen staatlichen Zuschuss qualifiziert ist.

 

Der Antrag für die Wallbox-Förderung – in wenigen Schritten ans Ziel

Die Antragstellung ist denkbar einfach und auch für Laien problemlos selbst durchzuführen. In nur wenigen Schritten kannst du nach Abschluss der Arbeiten deinen Antrag schriftlich einreichen und nach Prüfung deiner Unterlagen mit der Auszahlung auf dein Konto rechnen.

Zuständig für die Bearbeitung deines Antrags ist das Umweltamt (Administration de l’environnement). Der schriftliche Antrag enthält dabei zwei Abschnitte:

Im ersten Abschnitt werden deine persönlichen Daten erfasst. Neben Namen und Kontaktdaten benötigst du auch deine 13-stellige Identifikationsnummer sowie einige konkrete Angaben zum Installationsort des Ladepunkts.

Im zweiten Abschnitt ist der mit den Arbeiten betraute Elektriker gefragt. Er muss einige Angaben machen und den Antrag unterzeichnen.

Anschließend bearbeitet das Umweltamt deinen Antrag zur Förderung deiner privaten Ladesäule. Sollten noch Rückfragen bestehen, meldet sich die Behörde bei dir.

Wichtig: Das Rechnungsdatum darf nicht länger als 12 Monate in der Vergangenheit liegen. Wir empfehlen dir also, den Antrag rechtzeitig nach Abschluss der Arbeiten einzureichen und den lästigen Papierkram nicht auf die lange Bank zu schieben. So gehst du auf Nummer Sicher, dass du dich für die Prämie qualifizierst.

Detaillierte Infos zum Verfahrensablauf und den Link zum Download des Antrags findest du bei guichet.lu.

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