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Wärmepumpe-Förderungen in Luxemburg

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

13.September 2021

Letztes Update

08.12.2021

Wärmepumpen: 2021 locken besonders hohe Förderungen vom Staat

Luxemburg fördert verschiedene Technologien von Wärmepumpen mit attraktiven Zuschüssen. Zusätzlich lockt ein Ersatz-Bonus für den Austausch von fossilen Heizkesseln von 30 Prozent. Hier erfährst du mehr dazu.

Inhalt des Blogartikels

Klimafreundlich heizen mit einer Wärmepumpe

Wärmepumpen gelten als eine ideale Möglichkeit für die Erzeugung von Raumwärme und in vielen Fällen auch für die Warmwasseraufbereitung in Neubauten und bestehenden Gebäuden. Mit einer Wärmepumpe heizt du nicht nur besonders umweltschonend, über längere Zeit gesehen amortisieren sich auch die anfangs hohen Investitionskosten. Zusätzlich steigt deine Autarkie und du bist nicht mehr von steigenden Energiepreisen betroffen.

Um Haus- und Wohnungsbesitzer beim Umstieg auf diese Technologie zu unterstützen, gibt es im Großherzogtum attraktive Prämien vom Staat und weiteren Organisationen. Sie helfen durch einmalige Zuschüsse bei der Bewältigung der Investition. Mit welchen Subventionen du konkret für eine Wärmepumpen-Heizung rechnen kannst, welche technischen Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit du einen Zuschuss erhältst und warum 2021 ein besonders guter Zeitpunkt für den Umstieg von einem alten Heizkessel auf eine moderne Wärmepumpe ist, erfährst du in diesem Beitrag.

 

Die Funktionsweise einer Wärmepumpe

Nach Schätzungen des Energieministeriums auf der Basis des Heizölverbrauchs heizen aktuell noch rund 70.000 der 250.000 Luxemburger Haushalte mit Öl, ein Anteil von knapp 30 Prozent. Dabei sind mit fossilen Brennstoffen betriebene Heizanlagen besonders klimaschädlich, sie stoßen massenhaft treibhausförderndes CO₂ aus. Der Umstieg auf klimafreundliche Alternativen, wie zum Beispiel der Anschluss an ein effizientes Wärmenetz, eine Holzheizung oder die Installation einer Wärmepumpe sind dabei eine zeitgemäße Lösung. Sie nutzen regenerative Energien, sorgen für mehr Unabhängigkeit und sparen langfristig gesehen durch niedrige Betriebskosten bares Geld.

Wärmepumpen nutzen die natürlich vorhandene Wärme im Untergrund oder in der Luft – auch bei niedrigsten Außentemperaturen. Dadurch ist es möglich, sowohl Einfamilienhäuser als auch große Wohnanlagen zu beheizen. Für den Betrieb einer Wärmepumpe ist Strom notwendig: Wir empfehlen den Umstieg auf einen Ökostrom-Tarif. Dadurch gehst du auf Nummer sicher, dass deine Wärmepumpe praktisch klimaneutral arbeitet.

 

Diese Förderungen für Wärmepumpen gibt es vom Staat

Die PRIMe-House-Beihilfen, die aktuell bis zum 31. Dezember 2021 laufen, unterstützen Bauherren und Haus- bzw. Wohnungsbesitzer beim Einsatz von erneuerbaren Energien für die Erzeugung von Raumwärme. Durch Investitionsprämien soll der Umstieg auf nachhaltige und effiziente Heizungssysteme auch finanziell besonders attraktiv werden. Das Förderprogramm „Clever hëtzen – Sue spueren“ umfasst dabei die Nutzung von Wärmepumpen und fördert diese mit unterschiedlich hohen Einmalprämien.

Konkret kannst du im Einfamilienhaus mit diesen staatlichen Förderbeträgen rechnen:

Für eine Erdwärmepumpe erhältst du vom Staat einen Zuschuss von max. 62,5 Prozent der Investitionskosten bis zu einem Höchstbetrag von 10.000 Euro.

Eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe oder Abluft-/Wasser-Wärmepumpe fördert der Staat mit 31,25 Prozent bis zu einem Höchstbetrag von 3.000 Euro.

Im Segment von Mehrfamilienhäusern werden ausschließlich Erdwärmepumpen gefördert. Es gilt der gleiche Beihilfesatz von 62,5 Prozent der förderfähigen Kosten bis zu einem Höchstbetrag von 7.500 Euro pro Wohnung bzw. 37.500 Euro für das gesamte Gebäude.

Übrigens: Das Umweltamt fördert nicht nur die Kosten für die technische Anlage. Auch die Montage zählt zu den förderfähigen Kosten.

Die technischen Details sind wichtig

Damit eine neue Wärmepumpe den Förderrichtlinien entspricht und sich dein Projekt für eine staatliche Prämie qualifiziert, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Einer der wichtigsten Kennwerte ist dabei der „Coefficient of Performance“, kurz COP. Er gibt die Effizienz einer Wärmepumpe an und zeigt das Verhältnis von Wärmeleistung und dem dazu erforderlichen Stromverbrauch.

Diese Werte muss eine Wärmepumpe je nach Technologie erreichen:

Erdwärmepumpen mit vertikalen Sonden oder horizontalen Sonden müssen einen COP von mindestens 4,3 im Betriebspunkt B0/W35 erreichen. Dieser Wert gilt auch für Wärmepumpen kombiniert mit einem Latentwärmespeicher und Sonnenkollektor.

Bei Erdwärmepumpen mit Direktverdampfung beträgt der COP mindestens 4,3 im Betriebspunkt B4/W35. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe muss einen COP von 2,3 im Betriebspunkt A2/W35 erreichen. Dies betrifft nur jene Häuser, die (beinahe) energieneutral sind.

Unser Tipp: Es gibt keinen Grund, dir über diese Zahlen den Kopf zu zerbrechen oder selbst Berechnungen durchzuführen. Ein guter Fachbetrieb, den du mit dem Einbau einer Wärmepumpe beauftragst, kann diese Zahlen interpretieren und konzipiert die Anlage so, dass sie den Förderrichtlinien entspricht.

 

Temporäre Prämienerhöhung für den Austausch alter Heizkessel: So erhältst du den zusätzlichen Bonus

Die Corona-Pandemie hat nicht nur die Menschen schwer getroffen, auch die wirtschaftlichen Folgen sind deutlich spürbar. Um die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern und gleichzeitig den Einsatz von erneuerbaren Energien zu forcieren, wurde das Neistart Lëtzebuerg-Programm bis Ende 2021 verlängert.

Wenn du noch über eine Heizung auf Basis von fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas verfügst, kannst du direkt von diesem Konjunkturprogramm profitieren. So erhältst du für den Austausch des alten Brennkessels gegen eine Erdwärmepumpe eine Prämienerhöhung von 30 Prozent auf die oben genannten Beihilfen. Der Höchstbetrag steigt dadurch um weitere 3.000 Euro im Einfamilienhaus und 2.250 Euro pro Wohneinheit im Mehrfamilienhaus. Deswegen ist der Umstieg in diesem Jahr besonders attraktiv.

 

So sicherst du dir weitere Fördergelder: Enoprimes und Unterstützungsprämie von fonds nova naturstroum

Enoprimes ist ein Förderprogramm des Energielieferanten Enovos und bietet zusätzlich eine Prämie von 2.500 Euro für eine neue Erdwärmepumpe, die du unkompliziert bei enoprimes beantragen kannst. Um dich für die Prämie zu qualifizieren, musst du auf eines der rund 300 Partnerunternehmen für die Ausführung der Arbeiten zurückgreifen.

Der Fonds nova naturstroum unterstütz dein Engagement und deinen persönlichen Beitrag zur Energiewende zusätzlich mit maximal 1.500 Euro.

Unser Praxistipp: Es ist ganz einfach, die konkrete Höhe der verfügbaren Förderungen für eine neue Wärmepumpe zu berechnen. Mit der App „myrenovation“ von myenergy, der nationalen Struktur zur Förderung einer nachhaltigen Energiewende, erhältst du nach der Eingabe der grundlegenden Daten zu deiner Wohnung bzw. zu deinem Haus eine unverbindliche Simulation der maximal verfügbaren Förderung. Der Clou: Neben den staatlichen Prämien kumuliert die App auch weitere Förderungen (z. B. enoprimes, fonds nova naturstroum oder kommunale Förderungen je nach Wohnsitz).

 

Vom Antrag zur Auszahlung: Diese Schritte sind für die Förderung deiner Wärmepumpe essentiell

Wie du die staatliche Prämie aus dem PRIMe-House Programm beantragen kannst und alles Wissenswerte dazu findest du auf guichet.lu. Neben einem Antragsformular und der Rechnung sind weitere Dokumente wie zum Beispiel technische Datenblätter notwendig.

Für die Fördergelder von enoprimes und fonds nova naturstroum gelten eigene Richtlinien. Du musst sie also getrennt vom Antrag zur staatlichen Förderung direkt bei den jeweiligen Organisationen beantragen. Genauso verhält es sich mit kommunalen Förderungen, die in einzelnen Gemeinden noch die kumulierten Beihilfen erhöhen. Deine Gemeinde kann dir weitere Auskunft über die Verfügbarkeit von Förderungen und den formalen Ablauf vom Antrag bis zur Auszahlung geben.

Wichtig: Die staatliche Prämie (PRIMe-House) und die Förderung von fonds nova naturstroum kannst du erst nach dem Abschluss der Arbeiten beantragen. Die Förderung von enoprimes musst du im Gegensatz dazu vor dem Beginn der Arbeiten anmelden!

 

In Luxemburg gibt es hohe Subventionen für Wärmepumpen aus mehreren Förderbudgets

Trotz der hohen Kosten für die einmalige Installation und Inbetriebnahme einer Wärmepumpe, die in vielen Fällen auch mit Bauarbeiten verbunden ist, lohnt sich der Aufwand. Mit den staatlichen Prämien und den zusätzlichen Fördergeldern von enoprimes, dem fonds nova naturstroum und – je nach Wohnsitz – auch durch die Gemeinde, kannst du einen substanziellen Anteil an den Gesamtkosten einsparen. Da sich die Prämien kumulieren, steigt die gesamte Fördersumme beim Ersatz eines alten Ölkessels gegen eine moderne, klimaschonende und effiziente Erdwärmepumpe unter der Ausnutzung aller verfügbaren Förderangebote auf bis zu 17.050 Euro im Einfamilienhaus. In diesem Betrag sind die in einigen Gemeinden verfügbaren kommunalen Beihilfen noch nicht mitgerechnet.

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