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Funktionen von programmierbare Thermostate

Über diesen Artikel

Lesezeit

4 Minuten

Veröffentlichung

8.August 2021

Letztes Update

08.12.2021

Heizkosteneinsparung durch programmierbare Thermostate

Das Angebot an programmierbaren Thermostaten ist stark gewachsen. Die Hersteller werben vor allem mit den erzielbaren Einsparungen an Heizkosten. Wir sind den Aussagen nachgegangen.

Inhalt des Blogartikels

Was unterscheidet programmierbare Thermostate von mechanischen Ausführungen?

Ein mechanisches Thermostat kann eigentlich nur eine Aufgabe erfüllen. Es hält die per Hand eingestellte Raumtemperatur annähernd konstant. Dazu hat er ein integriertes Temperaturmesssystem auf Basis einer Bimetallfeder bzw. eines Gas- oder Flüssigkeitselements. Diese Elemente bewegen auch gleichzeitig den Stift des Ventils und stellen so die Menge des Heizungswassers ein, das durch den Heizkörper fließt. Die Einstellung der gewünschten Temperatur erfolgt also per Hand. Du kannst immer nur einen Temperaturwert vorgeben. Dafür braucht der Thermostat keinen Strom.

Ein programmierbarer Thermostat benötigt Strom. Dazu hat er eine Langzeit-Batterie eingebaut. Die Einstellung der Wunschtemperatur ist auch per Hand möglich. Aber die Stärke des Gerätes liegt darin, dass mehrere Temperaturen eingegeben werden können, die der Thermostat an bestimmten Zeitpunkten des Tages automatisch einregeln soll.

 

Das Handling mit programmierbaren Thermostaten

Programmierbare Thermostate erfordern in folgenden Punkten bestimmte Vorgehensweisen:

Befestigung

Auch diese Thermostate werden direkt auf das Heizkörperventil aufgesetzt. Sie können 1:1 gegen die mechanischen Thermostate ausgetauscht werden. Für die unterschiedlichen Befestigungsarten (Schelle, Überwurfmutter oder Bajonettverschluss) liegen in der Regel entsprechende Adapter in der Verpackung.

Größe

Die programmierbaren Heizkörperthermostate sind etwas größer als ihre mechanischen Pendants. Aber die Unterschiede sind marginal. Auf jeden Fall gilt auch hier, dass sie nicht durch Möbel, Gardinen oder ähnliches verdeckt werden dürfen. Denn dann können sie die Raumtemperatur nicht exakt messen und die Regelung funktioniert nicht.

Stromversorgung

Da der Stromverbrauch gering ist, hat die Batterie eine Lebensdauer von 1 bis 2 Jahren. Wenn sich die Batterieladung einer kritischen Grenze nähert, wird das durch das Thermostat rechtzeitig angezeigt.

Inbetriebnahme

Nach der Montage am Ventil wird die Batterie eingelegt oder die den Batteriekontakt unterbrechende Transportsicherung entfernt. Das Thermostat ist betriebsbereit und verlangt zuerst die Einstellung von Datum und Uhrzeit. Das ist die Voraussetzung, dass das Thermostat automatisch zu den richtigen Zeitpunkten die vorgegebene Temperatur einregeln kann.

Programmierung

Thermostate im mittleren und höheren Preissegment haben oft bereits typische Programme für Werktage, Sonn- und Feiertage, Urlaub und andere Zeiträume hinterlegt. Diese kannst du aufrufen, hinsichtlich der Zeiten und Temperaturen anpassen und aktivieren. Aber natürlich hast du auch die Möglichkeit, von Grund auf neue Programme anzulegen. Die Programmierung funktioniert oftmals intuitiv und die häufig vorhandenen Displays sind dabei eine große Hilfe.

 

Vorteile und Funktionen von programmierbaren Thermostaten

Die Vorteile eines programmierbaren Heizkörperthermostats liegen vor allem in der Steigerung der Energieeffizienz der Heizungsanlage und in einem Komfortgewinn. Bei einer smarten Programmierung arbeitet die Heizung nur dann, wenn Bewohner anwesend sind und ein warmes Zimmer gebraucht wird. In den anderen Zeiten wird die Raumtemperatur so weit abgesenkt, dass möglichst wenig Heizenergie verbraucht, aber trotzdem der Schimmelbildung an Wänden vorgebeugt wird. Dadurch sparst du gleichzeitig Heizkosten.

Ein wichtiger Vorteil ist die Erkennung der Öffnung von Fenstern und Türen zur Lüftung. Insbesondere in der kälteren Jahreszeit sinkt bei der Lüftung die Raumtemperatur in kurzer Zeit ab. Ein klassischer Thermostat würde versuchen, den Temperaturverlust durch Hochdrehen der Heizung auszugleichen. Dadurch wird Heizenergie verschwendet. Du müsstest das Thermostat vor dem Lüften manuell zurückdrehen. Ein programmierbares Thermostat erkennt den Lüftungsvorgang und regelt die Heizung herunter. Die Erkennung erfolgt durch Registrierung des ungewöhnlich starken Temperatursturzes oder durch Kopplung mit Fensterkontakten und Türsensoren.

Natürlich könntest du diese Arbeitsweise auch per Hand realisieren. Du drehst die Heizung gleich nach dem Aufstehen hoch und drosselst sie wieder, kurz bevor du aus dem Haus gehst. Beim Heimkommen drehst du die Heizung wieder hoch und regelst sie herunter, wenn du zu Bett gehst.  Aber Untersuchungen haben gezeigt, dass das kaum jemand konsequent macht. Außerdem regelt die Automatik die Heizung hoch, kurz bevor du aufstehst. Bad, Küche und Wohnzimmer sind dann schon angenehm temperiert, wenn du aus dem Bett kommst. Das ist der Komfortgewinn durch die programmierbaren Thermostate.

Funktionen

  • Programmierfunktion für wiederkehrende zeitliche Abläufe (werktags, Urlaub usw.)
  • Erkennung von Lüftung und Türöffnung anhand von Tür- bzw. Fensterkontakten
  • Programmierung und Wertanzeige mit Tasten und Monitor am Thermostat
  • bei Funkthermostaten auch Zugriff per Smartphone-App vor Ort und von fern
  • Übersteuerung der geregelten Temperatur bei Bedarf mit Handrad
  • Batterieanzeige, Warnung bei notwendigem Batteriewechsel

Bringen programmierbare Thermostate Nachteile mit sich?

Echte Nachteile können wir nicht erkennen. Lediglich ein paar Dinge, mit denen du dich arrangieren musst. Das betrifft zum Beispiel den Preis. Programmierbare Thermostate, die regelmäßig gute Testergebnisse einfahren, liegen meist im mittleren Preissegment. Sie sind also teurer als klassische Heizkörperthermostate.

Hinzu kommt, dass du für die Programmierung der neuen Thermostate ein wenig Zeit aufwenden musst. Aber diesen Aufwand betreibst du nur einmal.

Und der dritte Punkt ist die Batterie, die hin und wieder ausgetauscht werden muss. Es ist wichtig, dass du die Batterien zeitnah austauschst, wenn die Thermostate dies anzeigen. Leere Batterien bedeuten nicht nur, dass die betroffenen Thermostate nicht mehr arbeiten. Die Batterien können auch auslaufen und Schäden in den Thermostaten anrichten.

 

Wann ist der Einsatz von programmierbaren Thermostaten sinnvoll?

Aus Komfortgesichtspunkten ist der Einsatz immer sinnvoll. Ob sich der Gebrauch auch in finanzieller Hinsicht lohnt, hängt davon ab, wie bewusst du bisher mit deiner Heizung umgegangen bist. Hast du dir konsequent die Mühe gemacht und die Heizkörper immer nur dann hochgedreht, wenn du die Wärme im Raum gebraucht hast, dann werden die Heizkosteneinsparungen durch die Automatik nicht sehr groß sein. Aber die allermeisten Nutzer tun dies nicht. Daher werden sich in den meisten Fällen signifikante Einsparungen bei den Heizkosten ergeben. Die Stiftung Warentest, die Verbraucherzentrale und der Bundesverband der Heizungsindustrie gehen bei einer durchschnittlichen Altbauwohnung von Einsparungen im Bereich von 9 bis 15 Prozent der Heizkosten aus.

 

Mit welchen Kosten musst du rechnen?

Spürbare Effekte in Richtung Heizkosteneinsparung wirst du nur erreichen, wenn du alle Heizkörper gleichzeitig mit programmierbaren Thermostaten ausstattest. Eine Ausnahme bilden Räume, die du trotz vorhandener Heizung nie oder nur sporadisch heizt. Damit hängt die Höhe deiner Investition vor allem von der Zahl deiner Heizkörper ab.

Wir hatten bereits festgestellt, dass Thermostate mit guten Testergebnissen vor allem im mittleren Preissegment zu finden sind. Die Preise liegen hier zwischen 40 und 60 Euro pro Gerät. Das heißt jedoch nicht, dass günstigere Geräte immer schlechter sind. Lass dich am besten von einem Fachmann beraten. Bei programmierbaren Funkthermostaten beginnt die Preisspanne bei etwa 20 Euro. Geräte ohne Funkfunktion gibt es schon ab 10 Euro.

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