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Was passt besser: Solarthermie oder Photovoltaik?

Über diesen Artikel

Lesezeit

5 Minuten

Veröffentlichung

16.March 2021

Letztes Update

30.11.2021

Inhalt des Blogartikel

Solarthermie oder Photovoltaik: Die richtige Solaranlage für deine Zwecke

Solaranlagen haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die Sonnenenergie durch auf dem Dach installierte Sonnenkollektoren einzufangen und für den eigenen Haushalt zu nutzen, schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Solarthermie und Photovoltaik sind allerdings nicht dasselbe: Die Solarthermie wandelt das Sonnenlicht in Wärme um, die wiederum für Heizung und Warmwasseraufbereitung gebraucht wird, während die Photovoltaik sich ausschließlich für die Stromgewinnung eignet.

Falls du dich für eine Solaranlage interessierst, stellst du dir also vielleicht die Frage, ob du dich für Solarthermie oder Photovoltaik entscheiden sollst. Hier erfährst du unter anderem, welche Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie Vor- und Nachteile beide Anlagen vorweisen.

 

Solarthermie oder Photovoltaik: Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es?

Wer in Zeiten der Strompreiserhöhungen etwas unabhängiger leben und die Sonnenenergie für sich nutzen möchte, entscheidet sich heute für eine Solaranlage. Steigende Sonnenstunden machen die Nutzung von Sonnenenergie auch in Deutschland möglich, weshalb das Interesse zunehmend steigt. Auf den ersten Blick sehen die Sonnenkollektoren auf den Dächern vieler Haushalte gleich aus, jedoch ist Solaranlage nicht gleich Solaranlage.

Solarthermie und Photovoltaik werden häufig verallgemeinert, allerdings kannst du beide Anlagen für unterschiedliche Zwecke nutzen. Das Einzige, was sie gemein haben, sind die besagten Sonnenkollektoren auf dem Dach, welche die Sonnenstrahlen einfangen und in nutzbare Energie umwandeln sollen.

Hinsichtlich ihrer Funktion unterscheiden sie sich deutlich: Während sich mit Photovoltaik der eigene Strom gewinnen lässt, um diesen zur Versorgung von Endgeräten im Haushalt zu nutzen, dient die Solarthermie ausschließlich der Gewinnung von Wärme. Diese Wärme kannst du nicht nur zur Aufbereitung von Warmwasser nutzen, sondern auch deine Heizung damit einspeisen.

Aufgrund steigender Strompreise ist die Anzahl an installierten Solaranlagen in den letzten Jahren stark gestiegen. Ende 2018 gab es schon rund 1,7 Millionen Photovoltaikanlagen.

Was viele nicht wissen: Die Menge an installierten Solarthermieanlagen lag Ende 2018 sogar bei circa 2,36 Millionen.

Da die Öl- und Gaspreise höchstwahrscheinlich drastisch steigen werden, könnten erneuerbare Energien in den kommenden Jahren einen positiven Aufwärtstrend erleben.

 

Solarthermie oder Photovoltaik: Welche Vor- und Nachteile gibt es

Aufgrund der unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten zeichnen sich beide Anlagen durch viele Vor- und Nachteile aus, welche den Platzbedarf, Wirkungsgrad, die Kosten und das Thema Nachhaltigkeit betreffen. In erster Linie musst du dir die Frage stellen, ob du die Sonnenenergie zur Erzeugung von Strom (Photovoltaik) oder Wärme (Solarthermie) nutzen möchtest. Wir zeigen dir, welche Vor- und Nachteile beide Anlagen haben.

Welche Vor- und Nachteile haben Solarthermieanlagen

Solarthermieanlagen arbeiten mit auf dem Dach installierten Sonnenkollektoren, welche die Sonnenenergie einfangen, in Wärme umwandeln und in einen Speicher geben. Dabei handelt es sich um einen gut isolierten Wassertank, der sich meistens im Keller des Hauses befindet.

Platzbedarf: Gewöhnlich sind die Sonnenkollektoren für die Solarthermie etwas kleiner als für Photovoltaik und nehmen deshalb auch weniger Platz auf dem Dach ein.

Kosten und Nutzen: Die Kosten einer Solarthermieanlage richten sich grundsätzlich nach der Größe und Art der verwendeten Sonnenkollektoren. Neben den Flachkollektoren gibt es sogenannte Röhrenkollektoren. Diese sind zwar etwas teurer, dafür aber viel effizienter und nehmen nicht so viel Platz ein.

Leider schalten sich Solarthermieanlagen ab, sobald der Wärmespeicher voll ist. Aus diesem Grund lohnt es sich, selbst im Sommer die Geschirrspül- und Waschmaschine an die Solarthermieanlage anzuschließen.

Im Durchschnitt kostet eine Solarthermieanlage zwischen 5.000 und 10.000 Euro –je nachdem, ob sie nur Warmwasser aufbereiten oder auch die Heizung unterstützen soll. Hinzu kommen noch Kosten für den Speicher, die Installation und sonstige Betriebskosten. Dieser Preis hört sich vielleicht sehr hoch an, jedoch rechnet sich die Investition, da sich danach um die 50 bis 65 Prozent der Kosten für die Warmwasseraufbereitung und Heizung einsparen lassen.

Außerdem fallen in den kommenden Jahren keine hohen Wartungskosten an, weil diese Anlagen sehr unempfindlich sind und durchschnittlich 30 Jahre und länger halten.

Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad von Solarthermieanlagen schwankt zwischen circa 25 (Heizung und Warmwasser) und maximal 50 Prozent (nur Warmwasser). Allerdings variiert dieser Wert sehr stark, da die Anlage im Sommer viel Wärme produziert, der Haushalt diese aber dann am wenigsten braucht.

Nachhaltigkeit: Nicht nur die Einsparung an Heiz- und Wasserkosten ist hoch – Solarthermie trägt auch zur Entlastung der Umwelt bei. Im Jahr 2018 wurden durch die Wärmeerzeugung mittels Solarthermie 2,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden, weshalb die Wärmeerzeugung durch Sonnenkollektoren sowohl für die Umwelt als auch für den eigenen Geldbeutel von Vorteil ist.

Welche Vor- und Nachteile haben Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen sind deutlich anspruchsvoller als eine Solarthermieanlage, weil die auf dem Dach gewonnene Sonnenenergie in Gleichstrom eingespeichert wird. Bevor der Solarstrom für die jeweiligen Endgeräte genutzt werden kann, wird er in Wechselstrom umgewandelt. Dies ist nicht nur aufwendig, sondern beansprucht auch etwas mehr Energie.

Platzbedarf: Solarmodule für Photovoltaik nehmen auf dem Dach wesentlich mehr Platz ein als für eine Solarthermieanlage. Im Durchschnitt braucht eine Anlage um die 10 m2 Platz, um etwa 1 kWp (= Kilowatt Peak) zu erzeugen. Für eine vierköpfige Familie sind etwa 4 kWp notwendig.

Kosten und Nutzen: Ein klarer Vorteil ist, dass bei der Energiegewinnung einer Photovoltaikanlage kein Strom verloren geht, da der überschüssige Strom entweder in das Stromnetz geleitet oder gespeichert wird. Außerdem halten Photovoltaikanlagen 25 Jahre und länger, weshalb die Anschaffung sich wirklich lohnt und auch langfristig rentabel ist.

Die Kosten für eine Photovoltaikanlage hängen in erster Linie von der Freifläche auf dem Dach ab. Durchschnittlich kostet die Photovoltaikanlage inklusive Installation circa 1.350 Euro pro kWp. Außerdem fallen weitere Kosten, unter anderem für die verwendeten Solarmodule, den Wechselrichter, den Netzanschluss und einen eventuellen Stromspeicher, an.

Wirkungsgrad: Während Solarthermieanlagen einen Wirkungsgrad von maximal 50 Prozent erreichen, weisen Photovoltaikanlagen einen niedrigeren Wirkungsgrad auf.

Er beträgt hier nur noch maximal 22 Prozent, weil durch die Umwandlung von Sonnenenergie in Strom wesentlich mehr Energie verloren geht. Dennoch lässt sich der Stromverbrauch eines Einfamilienhauses an sonnigen Tagen abdecken, wobei sich die Sonnenenergie auch einspeisen lässt. Heizung und Warmwasseraufbereitung sind allerdings ausgeschlossen.

Nachhaltigkeit: Um die überschüssige Sonnenenergie auch langfristig nutzen zu können und somit unabhängig vom öffentlichen Stromnetz zu sein, lohnen sich Photovoltaikanlagen vor allem in Kombination mit einem Batteriespeicher. Da du für die Gewinnung von Solarstrom die Sonnenenergie nutzt und nicht auf fossile Brennstoffe zurückgreifst, tragen Photovoltaikanlagen auch zur Verbesserung der CO2-Bilanz und zum Schutz der Umwelt bei.

Übrigens: Photovoltaikanlagen bieten sich vor allem für Haushalte an, die in Zukunft elektrisch betriebene Fahrzeuge nutzen und diese bequem zu Hause betanken wollen.

 

Solarthermie und Photovoltaik kombinieren: Geht das?

Bei der Betrachtung beider Anlagen stellt sich natürlich die Frage, ob sich die Solarthermie mit der Photovoltaik kombinieren lässt, um die Vorteile beider Anlagen für sich zu nutzen.

Sogenannte Hybridanlagen können das. Sie kombinieren Solarthermie und Photovoltaik, allerdings sind solche Anlagen bislang wenig effizient, was sich auf die Wirkungsweise zurückführen lässt. Photovoltaikanlagen büßen nämlich mit steigenden Temperaturen an Leistung ein, während Solarthermieanlagen besonders effizient arbeiten.

Hybridmodelle müssen solche Mängel ausgleichen, was bedeutet, dass entweder die Strom- oder die Wärmegewinnung priorisiert wird. Wer also genügend Platz auf seinem Dach hat, sollte sich daher für eine Variante entscheiden oder beide Systeme einzeln installieren lassen.

 

Welchen Nutzen soll deine Solaranlage erfüllen?

Im Gegensatz zu Solarthermieanlagen sind Photovoltaikanlagen zwar etwas teurer in der Anschaffung, jedoch haben sie immer noch die Nase vorn, wenn es um erneuerbare Energien geht. Vor allem dann, wenn du im Besitz eines Batteriespeichers bist, der die gewonnene Energie langfristig einspeist. Dies ist ein wesentlicher Faktor, wenn es zum Beispiel um das Betanken eines elektrisch betriebenen Fahrzeugs geht.

 

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