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Solaranlag für dein  Wohnmobil in Luxemburg

Über diesen Artikel

Lesezeit

6 Minuten

Veröffentlichung

16.March 2021

Letztes Update

30.11.2021

Solaranlage für dein Wohnmobil: Möglichkeiten, Tipps & Kosten

Oft ist ein Camper ähnlich ausgestattet wie das Zuhause. Zumindest, was Annehmlichkeiten wie Sat-Anlage und Fernseher, Kühlschrank, Kaffeemaschine und natürlich die Beleuchtung betrifft. Alle diese Geräte benötigen Strom. Wenn du nicht in kurzen Abständen die Stromanschlüsse von Campingplätzen nutzen willst, solltest du über den Einsatz einer Solaranlage im Wohnmobil nachdenken.

Inhalt des Blogartikel

 

Was ist eine Solaranlage?

Eine Solaranlage wandelt das Sonnenlicht in elektrischen Strom um. Diese Umwandlung erfolgt durch lichtempfindliche Halbleiter, die in Form von großen flachen Paneelen zusammengeschaltet sind. Ein solches Paneel wird als Solarmodul bezeichnet.

Sehr kleine Solarmodule sind aus manchen Taschenrechnern oder Uhren bekannt. Große Module finden sich auf Hausdächern und übernehmen einen großen Teil der Stromversorgung des jeweiligen Gebäudes. Mittlerweile bieten einige Hersteller auch Solarmodule für Wohnwagen an.

 

Vor- und Nachteile einer Solaranlage für das Wohnmobil

Dein Vorteil besteht darin, unabhängiger von der begrenzten Kapazität der Bordbatterie und von stationärer Stromversorgung zu sein. Ein Nachteil ist, dass die Solaranlage Platz auf dem Wohnmobildach beansprucht. Außerdem kann sie an trüben Tagen und bei Verschattung nur wenig oder gar keinen Strom liefern.

Detaillierte Ausführungen zu Vor- und Nachteilen einer Solaranlage am Wohnwagen findest du auf unserem Blog im Artikel Solar Camping.

 

Welche Arten von Solaranlagen eignen sich für den Wohnwagen?

Generell musst du davon ausgehen, dass sich Paneele für stationäre Anlagen nicht eignen. Wenn du also ein Solarmodul von deiner Hausanlage übrig haben solltest, setze es lieber nicht für dein Wohnmobil ein. Diese Module sind zu schwer und meist auch zu groß. Außerdem sind sie nicht resistent gegen die Schwingungen, denen ein Wohnmobil und seine Anbauten während der Fahrt ausgesetzt sind.

Die speziell für Wohnwagen oder generell für mobile Anwendungen entwickelten Module sind diesen Belastungen und dem typischen Strombedarf wesentlich besser angepasst. Das betrifft auch das nötige Zubehör wie Montageelemente, Dachdurchführungen und Laderegler.

Vom inneren Aufbau der Module werden 4 verschiedene Arten unterschieden:

Amorphe Zellen

Du erkennst sie an ihrer typischen dunkelbraunen Oberfläche. Amorph bedeutet so viel wie gestaltlos oder ungeordnet. In der Physik bezeichnet es das Gegenteil von kristallin. Die Zelle besteht aus amorphem Silizium, das auf eine Folie aufgedampft ist.

Amorphe Zellen sind günstig in der Herstellung und biegsam. Aber sie haben einen geringen Wirkungsgrad von unter 10 Prozent und sind nicht langzeitstabil. Typische Anwendungen sind Taschenrechner und andere Kleinverbraucher. Für ein Wohnmobil sind sie also eher nicht geeignet.

Polykristalline Zellen

Sie bestehen aus mehreren Siliziumkristallen, die zu einem Block verwachsen sind und dann in dünne Scheiben geschnitten wurden. Beim Betrachten siehst du viereckige Flächen, die in unterschiedlichen Blautönen schimmern. Polykristalline Zellen besitzen einen mittleren Wirkungsgrad um die 15 Prozent.

Auch die Herstellungskosten bewegen sich im mittleren Bereich. Ein großer Vorteil ist ihre lange Lebensdauer. Allerdings reagieren sie empfindlich auf Verschattungen und schwaches Licht. Sie verlieren dann sehr schnell an Leistung.

Monokristalline Zellen

Wie die Bezeichnung sagt, bestehen diese Zellen aus einem einzigen Siliziumkristall. Der Monokristall wurde ebenfalls in dünne Scheiben geschnitten. Die Oberfläche sieht einheitlich blau bis schwarz aus. Der Wirkungsgrad monokristalliner Zellen ist mit mehr als 20 Prozent höher als bei allen anderen Solarzellen. Sie liefern auch bei schwächerem Licht noch Strom.

Die lange Lebensdauer der monokristallinen Zellen ist ebenfalls von Vorteil. Allerdings werden alle genannten positiven Eigenschaften mit höheren Herstellungskosten erkauft.

CIS-Typ Zellen

Die Zellen entstehen durch das Aufdampfen mikroskopisch dünner Schichten von Halbleitern und Leitermaterial auf Folie oder Glas. Zum Einsatz kommen Kupfer, Indium und/oder Gallium sowie Selen oder Schwefel. Erreicht werden Wirkungsgrade bis nahe 20 Prozent. Die Zellen werden auf beiden Seiten durch Glas geschützt. 

CIS-Zellen sind unempfindlich gegen Teilabschattungen und arbeiten auch bei schwachem Licht noch effektiv. Nachteile sind das höhere Gewicht und höhere Herstellungskosten.

Für mobile Solarmodule sowie für Wohnmobile kommen aufgrund der vergleichsweise hohen Stromausbeute vor allem monokristalline und CIS-Typ Zellen zum Einsatz.

 

Was musst du für die Solaranlage für dein Wohnmobil beachten?

Wenn du eine Solaranlage für die Stromversorgung deines Wohnmobils nutzen möchtest, solltest du dir folgende Fragen stellen:

Fest installiert oder mobil?

Das ist die erste Entscheidung, die du treffen musst. Mobile Solarmodule habe den Vorteil, dass dein Camper im Schatten parken kann. Die Module stellst du dagegen an einer sonnigen Stelle auf. Bietet dein Wohnmobil nicht genug freie Dachfläche für fest installierte Solarpaneele, hast du gar keine andere Chance, als mit einer mobilen Lösung zu arbeiten.

Dein Nachteil – du musst deine Solaranlage immer wieder auf- und abbauen. Das Problem hast du mit einer festen Installation nicht. Aber dann musst du das Wohnmobil immer so hinstellen, dass die Module optimal im Sonnenlicht liegen. Außerdem kannst du die belegte Dachfläche nicht für andere Zwecke, wie zum Beispiel zusätzliche Gepäckboxen, verwenden. Hier musst du entscheiden, welche Prämissen dir wichtiger sind.

Welche Leistung benötige ich?

Das hängt von vielen Faktoren ab. Bist du nur im Sommer und überwiegend in wärmeren Gegenden unterwegs, reicht dir eine kleinere Anlage. Fährst du auch im Winter oder generell eher in Mittel- und Nordeuropa, müssen deine Module mehr Leistung liefern. Grundsätzlich musst du prüfen, wie viel Leistung deine Verbraucher ziehen und wie lange du sie täglich nutzt.

Du rechnest zum Beispiel 10 LED-Lampen mit je 2 W (Watt) für 4 Stunden pro Tag = 80 Wh plus 1 Fernseher mit 20 W für 2 Stunden pro Tag = 40 Wh (Wattstunden) usw. Sagen wir, du kommst inklusive 10 Prozent Speicherverlust auf einen Tagesbedarf von 300 Wh. Jetzt schauen wir uns die Modulleistung an.

  • Sommerbetrieb mit effektiver Sonnenscheindauer von 4 Stunden: 300 Wh / 4 h = 75 W
  • Frühling-Sommer-Herbst mit durchschnittlicher effektiver Sonnenscheindauer von 1 Stunde: 300 Wh / 1 h = 300 W

Bist du nur im Sommer unterwegs, reicht ein Modul mit einer Leistung von 75 Wp (Watt Peak). Für das zweite Rechenbeispiel benötigst du 3 Module mit je 100 Wp Leistung.

Welche Größe der Verbraucherbatterie sollte ich wählen?

Um auch trübe Tage ohne genügend Ladeleistung durch die Solarmodule zu überbrücken, muss die Batterie die drei- bis vierfache Kapazität des Tagesbedarfs liefern können. Hinzu kommt, dass übliche Bleibatterien nur auf rund 40 Prozent der Nennkapazität entladen werden dürfen. Für unser 300-W–Beispiel sieht die Überschlagsrechnung wie folgt aus:

  • 300 Wh / 12 V (Bordnetzspannung) = 25 Ah (Amperestunde) Kapazitätsbedarf pro Tag
  • 25 Ah x 3 = 75 Ah Kapazität für 3 Tage, ohne nachzuladen
  • 75 Ah mal Realentnahmefaktor 1,6 = 120 Ah Nennkapazität der Verbraucherbatterie

Was bedeutet das Abschattungsproblem?

Wird ein Modul in einem größeren Bereich durch Blätter oder einen Schatten bedeckt, sinkt die Spannung oft so weit ab, dass sie nicht mehr zur Batterieladung ausreicht. Daher sind 2 kleinere Module besser ein großes. Ist das eine von Abschattung betroffen, liefert wenigstens die zweite noch volle Spannung. Eine Alternative sind CIS-Module, die weniger empfindlich auf Verschattungen reagieren.

Welchen Laderegler benötige ich?

Diese elektronischen Geräte sorgen dafür, dass die Batterie sanft und gleichmäßig mit dem vom Solarmodul erzeugten Strom aufgeladen wird. Sie sollten auf den Batterietyp einstellbar sein und eine Leistungsreserve für die mögliche Installation eines weiteren Moduls beinhalten.

Besonders hochwertig sind Solarregler, die nach dem MPPT (Maximum Power Point Tracking) -Verfahren arbeiten. Sie liefern besonders bei leerer Batterie und kalten Modulen einen spürbaren Mehrertrag. Die verschiedenen Angebote an Solaranlagen enthalten in der Regel auch das passende Zubehör inklusive Solarregler.

 

Gibt es Wohnmobile mit Solaranlage zu kaufen oder muss ich diese nachrüsten?

Einige Hersteller bieten Solaranlagen in der optionalen Zusatzausstattung ab Werk an. Allerdings nicht alle. Auf Wunsch ist bei den meisten Händlern eine Nachrüstung möglich. Mit etwas handwerklichem Geschick und technischem Verständnis kannst du die Nachrüstung auch selbst vornehmen.

 

So kannst Du die Wohnmobil-Solaranlage richtig anschließen

In den Komplettsets der einzelnen Anbieter sind Montageanleitungen enthalten, an denen du dich orientieren kannst. In der Regel werden die einzelnen Module in Halterungen angeschraubt, die dann mit einem Spezialkleber aufgeklebt werden. Es hat sich bewährt, Modul samt mit Kleber versehener Halterung auf einem aufblasbaren Kissen auf das Dach zu legen.

2 Leute halten das Modul in Position und lassen langsam die Luft aus dem Kissen. So wird das Modul akkurat aufgesetzt. Die Halterung sichert zwischen Modul und Dach einen Abstand, der die Hinterlüftung und somit Kühlung des Moduls gewährleistet.

Durch das Verkleben sind keine Bohrungen im Dach zum Befestigen des Moduls notwendig. Nur für die Durchführung des Anschlusskabels ist eine Bohrung erforderlich. Diese Öffnung wird mit einer wasserdicht zu verklebenden Abdeckung geschützt.

Im Innenraum werden die Kabel weitgehend unsichtbar hinter den Seitenverkleidungen geführt. Der elektrische Anschluss erfolgt laut Montageanleitung und hängt davon ab, welche elektrischen Bauteile zum Lieferumfang gehören.

Achtung: Vor den elektrischen Arbeiten Batterien abklemmen.

 

Was kosten Solaranlagen für Wohnmobile und Wohnmobile mit Solaranlage?

Die Preise von Modulen mit ca. 100 Wp beginnen bei rund 300 Euro und reichen knapp an den 4-stelligen Bereich. Hinzu kommen dann noch ein paar hundert Euro Montagekosten, wenn du die Arbeiten in einer Werkstatt erledigen lässt.

Der Aufpreis für eine optionale Solaranlage im Wohnmobil ab Werk bewegt sich ebenfalls in diesen Regionen. Gemessen am Kaufpreis eines fabrikneuen Campers von mindestens 50.000 Euro fällt das nicht sehr ins Gewicht.

 

Lohnt sich eine Solaranlage für das Wohnmobil?

Die Solaranlage für dein Wohnmobil lohnt sich auf jeden Fall. Nur so hast du die Möglichkeit, ein paar Tage am Stück fernab von einem Campingplatz zu verbringen. Und selbst auf dem Platz musst du deinen Strom nicht kaufen, wenn du ihn selbst erzeugen kannst. Mit einer Solaranlage auf dem Camper kommst du dem Traum von der absoluten Freiheit ein ganzes Stück näher. Zumal sich die Anschaffungskosten im Vergleich zum Wohnmobil selbst sehr in Grenzen halten.

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