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Alles über den Quotenhandel bis zum Verkauf deiner THG-Quote

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Warum die THG-Quote der Umwelt und den Menschen Vorteile bringt

Die Treibhausgasminderungsquote oder kurz THG-Quote soll die Treibhausgasbilanz von Kraftstoffen verbessern, indem sie die Herstellung und Verwendung von alternativen Kraftstoffen fördert, die weniger CO₂-Emissionen verursachen. Dies ist beispielsweise durch die Beimischung von Biokraftstoffen möglich. Die Absenkung von THG, die durch die Verbrennung von Kraftstoffen entstehen, steht dabei im Mittelpunkt. Je stärker dieser Anteil reduziert wird, besser ist die Klimabilanz. Das ist aber nicht der einzige Vorteil: Da emissionsreduzierte Kraftstoffe oder elektrische Antriebskonzepte nicht nur den CO₂-Ausstoß reduzieren, sondern (abhängig von der Art der Energieerzeugung) auch andere Schadstoffanteile wie Stickoxide oder Feinstaub senken, profitiert der Mensch potenziell ebenso von der THG-Quote wie die Umwelt insgesamt. Nebenbei wird durch den Quotenhandel ein finanzieller Anreiz für die Nachhaltigkeit und die Beschleunigung der persönlichen Energiewende gesetzt.

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Worum geht es dem Gesetzgeber bei der Quotenregelung für THG?

Die Idee, das Ziel der Treibhausgasreduzierung über eine Quotenregelung zu erreichen, wurde bereits im Jahre 2007 in Form einer energetischen Biokraftstoffquote im Bundesimmissionsschutzgesetz verankert. Seit 2015 wurde diese in eine allgemeine Treibhausgasquote umgewandelt, bei der nicht mehr die Menge der verbrauchten fossilen Kraftstoffe entscheidend ist, sondern die tatsächlich erzeugten Treibhausgasemissionen. In der Praxis bedeutet dies, dass Händler von Treibstoffen und verwandten Produkten gesetzlich dazu verpflichtet sind, den CO₂-Ausstoß ihrer Kraftstoffe um den jeweils geforderten Prozentsatz zu reduzieren. Um die Vorgaben zu erreichen, können Händler natürlich ihre Produktpalette um erneuerbare Energien> ergänzen. Seit 2018 besteht außerdem die Möglichkeit, die individuelle Quote durch die Anrechnung des Verkaufs von emissionsarmen Kraftstoffen zu beeinflussen. Nach einer weiteren Überarbeitung des Gesetzes im Jahr 2021 ist der damit verbundene THG-Quotenhandel auch für Fahrer von Elektrofahrzeugen sowie für Anbieter von öffentlichen Ladepunkten möglich.

Das neue Gesetz zur Weiterentwicklung der THG-Quote hat nach den Vorstellungen der Bundesregierung das Ziel, die Vorgaben der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien deutlich zu übertreffen. Der Anteil erneuerbarer Energien im Straßenverkehr und bei der Schienennutzung soll bis zum Jahr 2030 auf 32 Prozent steigen. Außerdem wird ab 2026 erstmals der Flugverkehr einbezogen. Dann sollen erneuerbare Energien mindestens 0,5 Prozent des Gesamtaufkommens an Flugtreibstoffen abdecken, ab 2030 sogar 2 Prozent. Wie hoch die individuelle THG-Quote ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die im Bundesimmissionsschutzgesetz definiert sind. Außerdem sind Art und Menge des in Verkehr gebrachten Treibstoffs maßgeblich für die Berechnung der im jeweiligen Jahr geltenden THG-Quote relevant.

Was passiert, wenn die THG-Quote nicht erfüllt wird?

Wenn ein Unternehmen seine gesetzliche Quote nicht erfüllt, drohen Strafzahlungen. Nun kann es aus technischen oder unternehmerischen Gründen passieren, dass eine Firma die Vorgaben aus eigener Kraft kurzfristig gar nicht einhalten kann. Für diese Fälle haben die Unternehmen die Möglichkeit, Quoten von Dritten einzukaufen, die an anderer Stelle CO₂ einsparen. Ein sogenannter Quotenübertragungsvertrag macht dies möglich.

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Emissionen im Überblick: Wir wirkt sich THG in Deutschland und weltweit auf das Klima aus?

Als Emission wird die Freisetzung von Stoffen in die Atmosphäre bezeichnet. Obwohl allgemein oft von gasförmigen Emissionen ausgegangen wird, kann damit auch die Freisetzung flüssiger oder fester Stoffe gemeint sein. Außerdem werden solche Emissionen nicht zwangsläufig durch den Menschen verursacht. Auch natürliche Emittenten beeinflussen die Umwelt auf unserem Planeten, darunter zum Beispiel:

  • pflanzliche, bakterielle und tierische Stoffwechselprozesse (z. B. Methanausstoß von Rindern, Ausstoß von Pollen oder Verrottung von organischen Materialien in Sümpfen)
  • Waldbrände (u. a. starker Ausstoß von Ruß, Feinstaub und CO₂)
  • Vulkanausbrüche (Ausstoß von großen Mengen Asche, CO₂, Schwefeldioxid etc.)

Besonders relevant für den Klimawandel sind die sogenannten Treibhausgase, also Stoffe, die den Treibhauseffekt der atmosphärischen Erwärmung vorantreiben. Dazu zählen neben dem bekannten Kohlendioxid (CO₂) auch Methan und sogar Wasserdampf, der unter anderem in Form von Wolken reichlich in unserer Atmosphäre vorhanden ist. Tatsächlich ist Wasserdampf der größte Verursacher des natürlichen Treibhauseffekts. Da die Menge an Wasserdampf in der Atmosphäre allerdings durch die Temperatur und andere Emissionen beeinflusst wird, sehen Wissenschaftler ihn nicht als Antreiber des Klimawandels, sondern eher als eine Art Rückkopplungsfaktor 

Neben den natürlichen Emissionen stellen insbesondere die vom Menschen verursachten und in die Umwelt eingebrachten Treibhausgase in Form von CO₂ oder Methan große Faktoren für den Klimawandel dar. Es sind vor allem diese sogenannten anthropogenen THG-Emissionen, die das natürliche Gleichgewicht der Atmosphäre stören und den menschengemachten Klimawandel befördern. Unter den anthropogenen THG-Emissionen hat der CO₂-Ausstoß den höchsten Anteil. Im Jahre 2019 betrug der weltweite CO₂-Ausstoß 36,4 Milliarden Tonnen, bei steigender Tendenz. 

Zu den Hauptverursachern von CO nach Ausstoßmenge zählen:

  • China
  • USA
  • Indien
  • Russland

Die großen Industrienationen sowie sogenannte Schwellenländer stoßen durch ihre gewaltige Wirtschaftskraft und hohen Energieverbrauch also einen Großteil der CO₂-Emissionen als THG aus. Es scheint also sinnvoll zu sein, diesen Staaten eine Reduzierung ihrer Emissionen nahezulegen. Allerdings ist der absolute CO₂-Ausstoß nicht das einzige aussagekräftige Kriterium für THG. Nimmt man als Maßstab den Pro-Kopf-Ausstoß nach der Bevölkerungszahl, stellt sich die Rangfolge deutlich anders dar.

Hauptverursacher von CO nach Pro-Kopf-Ausstoß (Stand 2018):

  • Katar
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Australien
  • Kanada
  • USA

Bei diesem Vergleich landet China aufgrund seiner hohen Bevölkerungszahl erst auf Platz 16, während Deutschland immerhin auf Platz 11 rangiert (und innerhalb der EU sogar auf Platz 1). Daraus ergibt sich, dass ein Großteil der THG Emissionen von einem relativ geringen Anteil der Weltbevölkerung in die Atmosphäre eingebracht wird. Man könnte auch sagen, dass die vielen auf Kosten der wenigen leben. Diese Betrachtung ist wichtig, um die Bedeutung der Reduzierung von THG-Emissionen in Deutschland und Europa zu verstehen.

Warum ist die THG Quote für den Klimawandel so wichtig?

Die THG Quote für Treibstoffe ist deswegen so wichtig, weil ein Großteil der Treibhausgasemissionen in Deutschland aus dem Energiesektor stammt. Die Verbrennung von Mineralölprodukten schlägt in etwa doppelt so hoch zu Buche wie der gesamte Industriesektor. Während die Emissionen auf dem Energiesektor durch den Einsatz erneuerbarer Energien in den letzten Jahren rückläufig waren, stieg die Belastung beim Verkehrssektor durch den Zuwachs an Fahrzeugen weiter an.

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Was hat es mit dem THG-Quotenhandel auf sich?

Unternehmen, die ihre THG-Quote nicht aus eigener Kraft erfüllen können, müssen deswegen nicht zwangsläufig den Betrieb einstellen oder Strafzahlungen in Kauf nehmen. Die Alternative liegt im Quotenhandel. Mineralölkonzerne und andere Unternehmen können Emissionszertifikate von Dritten kaufen, die ihre Emissionen stärker reduzieren als sie eigentlich müssten und somit Kontingente „übrighaben“. Der THG-Quotenhandel wird über das Umweltbundesamt oder zertifizierte Emissions-Händler abgewickelt, die Angebot und Nachfrage zusammenbringen. Aktuell werden für THG-Quoten pro Zertifikat zwischen 250 und 360 Euro gezahlt. Seit 2022 hast du auch als Privatperson die Möglichkeit, die THG-Quote deines Elektrofahrzeugs zu verkaufen. Die Abwicklung läuft dabei immer über einen speziellen Anbieter für den Quotenhandel, da du als Privatperson nicht selbst deine Quote an ein Unternehmen überträgst. Nach der Anmeldung bei einem solchen Anbieter reicht dieser die erforderlichen Unterlagen für dich beim Umweltbundesamt ein. Durchschnittlich verdienst du damit pro Jahr aktuell bis zu 275 Euro. Verkaufst du deine THG-Quote, überträgst du also das durch dein Elektrofahrzeug eingesparte CO₂-Potenzial an ein Unternehmen, das seine Quote erfüllen möchte.

Wie kommt der Preis beim THG-Quotenhandel zustande?

Da Angebot und Nachfrage beim Quotenhandel eine große Rolle spielen, schwanken die Preise für die THG-Quote entsprechend. Lag der Preis für eine Tonne CO₂ vor 2009 noch zwischen 150 und 200 Euro, trieb die Nachfrage in der Industrie nach Anhebung der Quoten auch die Preise nach oben. Bis zu 400 Euro wurden vor der Corona-Krise für eine Tonne CO₂ gezahlt, danach machte sich der Ausfall beim Kraftstoffabsatz bemerkbar und der Preis sank auf 250 Euro.

Um die Berechnung der Quote nicht unnötig zu verkomplizieren, wird auf die genaue Ermittlung des Stromverbrauchs der Elektrofahrzeuge bei Privatleuten verzichtet. Dafür schätzt das Umweltbundesamt jedes Jahr den Durchschnittsverbrauch von Elektroautos pauschal und berechnet die Quotenanteile, mit denen gehandelt wird. Diese berechnen sich nach der durchschnittlichen CO₂-Einsparung im Vergleich zum Ausstoß eines entsprechenden Verbrennungsfahrzeugs, die mit dem Faktor 3 multipliziert wird. Spart dein Elektroauto also im Durchschnitt 300 Kilogramm CO₂ pro Jahr ein, beträgt die THG-Quote 900 Kilogramm CO₂-Äquivalent. Dieser Wert ist für den Handel der Quotenanteile maßgeblich. Die Höhe der Prämie, die dein Anbieter an dich auszahlt, richtet sich aber auch nach dessen Leistungen, denn natürlich möchte auch der Zwischenhändler etwas daran verdienen. Immerhin übernimmt er sämtliche Formalitäten und die Abwicklung für dich.

Wissenswertes

Fachleute rechnen damit, dass die Preise für die THG-Quote langfristig ansteigen werden. Zum Vergleich: Die Strafzahlung für die Nichteinhaltung der Quote beträgt mittlerweile 600 Euro. Für Unternehmen lohnt es sich also in jedem Fall, Quoten bei Dritten einzukaufen – und davon profitierst du als Verkäufer deiner eigenen Quote natürlich auch.
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Tipps zur Registrierung deiner THG-Quote

Falls du ein Elektroauto fährst und am Verkauf deiner THG-Quote interessiert bist, musst du dich registrieren. Anspruch auf die Prämie haben sowohl private Halter von Elektroautos als auch gewerbliche Nutzer und Betreiber ganzer Fahrzeugflotten. Der THG-Quotenhandel für Elektrofahrzeuge ist seit Anfang 2022 möglich.

Wissenswertes

Bis 2030 möchte die Bundesregierung den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 um 55 Prozent senken. Dazu ist eine umfassende Energiewende notwendig: 2030 sollen erneuerbare Energien 65 Prozent des deutschen Stroms ausmachen. Bis 2050 soll unser Land weitestgehend klimaneutral aufgestellt sein. Angestrebt wird ein 80- bis 90-prozentiger Anteil erneuerbarer Energien. Mit dem „Klimaschutzprogramm 2030“ sowie dem Klimaschutzgesetz aus dem Jahr 2019 wird deshalb unter anderem der bundesweite Ausbau regenerativer Quellen zur Stromerzeugung gewährleistet. Das allein genügt jedoch nicht. Mindestens genauso wichtig ist ein Umdenken seitens der Bevölkerung. Nur so können dringend notwendige Entwicklungen wie die Mobilitätswende (umfasst beispielsweise den Umstieg auf Elektromobilität, neue Verkehrskonzepte wie Carsharing oder die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs) in der Gesellschaft Fuß fassen und langfristig Effekte erzielen.

Schritt für Schritt zur THG-Prämie: So funktioniert die Anmeldung

Mit diesen 5 Schritten gelangst du sicher und schnell zu deiner THG-Prämie:

  1. Suche dir einen geeigneten Anbieter, der deinen Vorstellungen entspricht. Im Internet gibt es viele Dienstleister und Vergleichsseiten, die Vor- und Nachteile der Anbieter berücksichtigen. Je nach Zielgruppe fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus, es lohnt sich also, einen Vergleich anzustellen.

  2. Hast du einen Anbieter gefunden, lädst du online eine Kopie deines Fahrzeugscheins hoch (Zulassungsbescheinigung Teil 1). Hierfür reicht in der Regel ein Handyfoto aus. Dieser Schritt dient dem Nachweis, dass du auch wirklich der Besitzer des Fahrzeugs bist und es sich um ein reines Batteriefahrzeug handelt, da Hybridfahrzeuge nicht berücksichtigt werden.

  3. Nach der Überprüfung der Angaben und der Zulassungskopie übermittelt der Anbieter die Unterlagen an das Umweltbundesamt, wo die eigentliche THG-Einsparung zertifiziert und bestätigt wird.

  4. Die so erstellten Zertifikate werden dann vom Dienstleister an Unternehmen weiterverkauft, die damit ihre THG-Quote erfüllen möchten.

  5. Aus dem Erlös des Quotenverkaufs erhältst du von nun an jedes Jahr eine Auszahlung für jedes Elektroauto, das du angemeldet hast. Neben den anbieterspezifischen Provisionen wirkt sich auch die Fahrzeugklasse auf die Höhe der Prämie aus.

Wissenswertes

Tipp: Du kannst dir mit der Anmeldung bzw. dem Anbietervergleich Zeit bis zum Jahresende lassen, um die Prämie für das laufende Jahr in voller Höhe zu kassieren. Achtung: Eine rückwirkende Beantragung für das Vorjahr ist nicht möglich. Bei den meisten Anbietern verlängert sich das Angebot automatisch für das Folgejahr, wenn du dir nicht einen neuen Anbieter suchst. Ob das sinnvoll ist, hängt von der Höhe der Auszahlung und den individuellen Vorstellungen ab, du kannst natürlich auch den Anbieter wechseln.
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Wichtige Fragen zum THG-Quotenhandel

Folgende Fragen und Antworten helfen dir als Privatperson beim THG-Quotenhandel dabei, den Überblick über alle Eckdaten zu bewahren:

Welche Dokumente benötigst du für die Anmeldung?

Es ist nur der Fahrzeugschein notwendig, um nachzuweisen, dass du der Halter des Fahrzeugs bist, für das die THG-Quote verkauft werden soll. Aus der Zulassungsbescheinigung geht außerdem hervor, dass es sich nicht um ein Hybridfahrzeug handelt.

Welche Elektrofahrzeuge kommen für den THG-Quotenhandel in Betracht?

Am wichtigsten ist, dass es sich um Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb und nicht um Hybridfahrzeuge handelt. Anmelden kannst du neben normalen PKWs auch andere Elektrofahrzeuge, sofern du der Halter bist. Das meiste Geld gibt es für E-Busse und leichte Nutzfahrzeuge. Die wichtigsten Klassen sind folgende:

  • E-PKW (Klasse M1)
  • E-Leichtnutzfahrzeuge (Klasse N1)
  • E-Busse (Klasse M3)
  • sonstige Elektrofahrzeuge wie E-Leichtkrafträder und E-Motorräder, sofern sie der Zulassungspflicht unterliegen. Für Elektrofahrräder gibt es also keine THG-Prämie.

Spielt es eine Rolle, ob du das E-Fahrzeug privat oder gewerblich nutzt?

Nein. Auch gewerbliche Nutzer und Flottenbetreiber können ihre Elektroautos für den THG-Quotenhandel anmelden.

Was ist mit geleasten oder finanzierten Elektroautos?

Wichtig ist nur, dass du als Fahrzeughalter in den Papieren eingetragen bist. Ob das Elektrofahrzeug bar bezahlt, finanziert oder geleast wurde, spielt keine Rolle.

Kann ich für ein Dienstfahrzeug die THG-Quote verkaufen?

Wenn das Dienstfahrzeug auf deinen Arbeitgeber zugelassen ist, muss er es dir zur ständigen privaten Nutzung überlassen. Außerdem benötigst du eine Erlaubnis des Arbeitgebers, um die THG-Quote zu veräußern.

Was passiert, wenn du die Prämie für die THG-Quote nicht beantragst?

Verzichtest du auf einen Antrag, werden deine Quoten nicht am Markt gehandelt und es wird natürlich auch keine Prämie gezahlt. Du hast prinzipiell immer bis zum Jahresende Zeit, die Prämie für das laufende Jahr zu beantragen. Die rückwirkende Beantragung funktioniert allerdings nicht, eine ungenutzte Prämie des Vorjahres verfällt also.

Was ist, wenn du ein Elektrofahrzeug gebraucht kaufst?

Auch dann kannst du die THG-Prämie kassieren. Voraussetzung ist allerdings, dass der Vorbesitzer die THG-Quote für das laufende Jahr noch nicht selbst verkauft hat. In diesem Fall musst du bis zum Folgejahr mit der Anmeldung warten. Falls du nicht weißt, ob der Vorbesitzer die Quote verkauft hat, ist das kein Problem, denn der Zwischenhändler würde die Anmeldung dann automatisch ablehnen. Probieren kannst du es also.

Musst du eine Wallbox bzw. Ladesäule für die Registrierung der THG-Quote besitzen?

Nein, die Prämie wird für dein Elektroauto gezahlt und ist unabhängig davon, wie und wo du dein Fahrzeug auflädst. Es muss lediglich eine theoretische Lademöglichkeit vorhanden sein, was im Prinzip auch mit einer Haussteckdose erfüllt ist. Da sich die Prämien pauschal berechnen, musst du den tatsächlichen Stromverbrauch nicht nachweisen.

Es ist übrigens bisher auch nicht wichtig, ob dein Fahrzeug mit Ökostrom aufgeladen wird. Dies wird von Kritikern des Quotenhandels bemängelt, denn wenn du ein Elektroauto z. B. mit Kohlestrom auflädst, sieht es mit der CO₂-Bilanz natürlich völlig anders aus als bei einem Auto, das mit Solarstrom oder anderen erneuerbaren Energien betrieben wird. Allerdings verspricht sich die Politik durch die Einbeziehung von Ladesäulenbetreibern in den Quotenhandel eine Erhöhung des Ökostromanteils bei geladenen Fahrzeugen.

Kannst du für deine eigene Wallbox THG-Quoten verkaufen?

Der Verkauf von THG-Quoten von Ladesäulen ist nur bei öffentlicher Nutzung möglich und bei privaten Wallboxen bzw. Ladestationen nicht vorgesehen. Gewerbetreibende, die über eine entsprechende Infrastruktur verfügen, können bei vielen Anbietern auch diese für den Quotenhandel registrieren lassen.

Wann wird dir die Prämie für die THG-Quote ausgezahlt?

Das ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich geregelt. Manche Dienstleister zahlen die Prämie schon kurz nach der Anmeldung und der erfolgreichen Bestätigung des Umweltbundesamtes aus, bei anderen kann die Auszahlung auch einige Monate später erfolgen.

Ein Grund dafür kann sein, dass der Anbieter möglichst viele THG-Quoten von Privatleuten und Flottenbetreibern bündelt. Das ermöglicht es ihm, bessere Konditionen am Markt auszuhandeln. Eine schnelle Auszahlung ist also nicht unbedingt gleichbedeutend mit der höchsten Auszahlungssumme. Auf jeden Fall solltest du die AGB des Anbieters genau studieren, denn einige Dienstleister zahlen einen Teil oder die komplette Prämie nicht direkt aus, sondern verrechnen sie eventuell als Stromguthaben für Ökostrom bzw. investieren die Prämie in ökologische Projekte. Einige AGB sehen außerdem eine Klausel vor, nach der die übertragene THG-Quote je nach Marktpreis nicht zwangsläufig verkauft werden muss und dann natürlich auch kein Anspruch auf eine Auszahlung besteht.

Muss ich die Einnahmen aus der THG-Quote versteuern?

Nein, denn die THG-Prämie fällt bundesweit nicht unter die steuerbaren Leistungen in der Einkommenssteuer. Noch ehe die neue Regelung auf die Beine gestellt wurde, sollte die THG-Prämie einmal jährlich unter „Einkünfte aus sonstigen Leistungen“ versteuert werden - wenn sie eine gewisse Prämiengrenze überschritt.

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Wie du den besten Anbieter für den THG Quotenhandel findest

Die Suche nach dem passenden Anbieter für den Quotenhandel mit THG hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Summen, mit denen die Anbieter werben, unterscheiden sich zum Teil sehr stark. Hier kommt es immer auf das Kleingedruckte an, denn gerade die hohen Prämien gelten in der Regel nur als tagesaktuelle Berechnung, die nicht zwangsläufig Bestand haben muss. Andere Angebote sehen feste Beträge vor, die aber meist etwas niedriger ausfallen. Dafür bist du dann aber auch auf der sicheren Seite, falls die Quoten am Markt plötzlich stark sinken. Umgekehrt profitierst du bei Garantiesummen allerdings auch nicht von zwischenzeitlichen Quotensteigerungen.

Die tatsächlichen Erlöse hängen immer von der aktuellen Marktlage ab, die sich schnell ändern kann. Vor der Anmeldung solltest du also stets einen aktuellen Preisvergleich anstellen. Beachte zudem folgende Punkte: 

  • Ohne Zwischenhändler kannst du als Privatperson nicht am THG-Quotenhandel teilnehmen.
  • Prämienvergleiche sind schwierig, wenn Anbieter nur tagesaktuelle Marktwerte für die Prognose nutzen.
  • Angebote mit Garantiezahlung sind besser vergleichbar.

Wissenswertes

Bis 2030 möchte die Bundesregierung den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 um 55 Prozent senken. Dazu ist eine umfassende Energiewende notwendig: 2030 sollen erneuerbare Energien 65 Prozent des deutschen Stroms ausmachen. Bis 2050 soll unser Land weitestgehend klimaneutral aufgestellt sein. Angestrebt wird ein 80- bis 90-prozentiger Anteil erneuerbarer Energien. Mit dem „Klimaschutzprogramm 2030“ sowie dem Klimaschutzgesetz aus dem Jahr 2019 wird deshalb unter anderem der bundesweite Ausbau regenerativer Quellen zur Stromerzeugung gewährleistet. Das allein genügt jedoch nicht. Mindestens genauso wichtig ist ein Umdenken seitens der Bevölkerung. Nur so können dringend notwendige Entwicklungen wie die Mobilitätswende (umfasst beispielsweise den Umstieg auf Elektromobilität, neue Verkehrskonzepte wie Carsharing oder die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs) in der Gesellschaft Fuß fassen und langfristig Effekte erzielen.

So sieht es mit dem Datenschutz beim THG-Quotenhandel aus

Für die Anmeldung musst du neben der Kopie des Fahrzeugscheins natürlich deine persönlichen Daten angeben, um deine Prämie zu erhalten. Da sämtliche Anbieter der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) unterliegen, müssen sie die entsprechenden Standards einhalten. Dennoch gibt es einige Dinge, auf die du achten solltest, wenn du persönliche Daten übermittelst und die Kopie der Zulassungsbescheinigung Teil 1 hochlädst. So sollte die Webseite eine entsprechende Verschlüsselung (idealerweise nach SSL-Standard) aufweisen und über „https“ angewählt werden. Je nach Anbieter solltest du außerdem prüfen, welche anderen optionalen Zustimmungen du für die Verarbeitung deiner Daten erteilst (z. B. für Werbung durch Dritte). Prinzipiell reicht es für die Beantragung der THG-Prämienzahlung aus, dass der Händler deine Daten an das Umweltbundesamt zur Prüfung weiterleitet.

Welche anderen Leistungen sind beim THG-Quotenhandel sinnvoll?

Oftmals fungieren Stromanbieter als Zwischenhändler für die THG-Quote und bieten dir weitere Leistungen im Zusammenhang mit der Prämie an. So kannst du bei manchen Anbietern beispielsweise eine zusätzliche Prämie für die Installation einer Wallbox in Anspruch nehmen oder bekommst diese zu vergünstigten Konditionen angeboten. Auch die Kombination mit Ökostromtarifen oder der Nutzung einer eigenen Solaranlage sind durchaus üblich.

Für Unternehmer kann es sich lohnen, Paketangebote zur Einrichtung zusätzlicher Ladesäulen für den Firmenparkplatz zu prüfen oder mit öffentlichen Ladepunkten selbst ins Geschäft mit der THG-Quote einzusteigen.

Ob solche Zusatzleistungen sinnvoll sind, musst du individuell selbst entscheiden. Doch auch hier gilt, dass du alle Leistungen im Gesamtzusammenhang vergleichen solltest. So kann das Angebot eines Leistungspakets insgesamt besser sein, obwohl die Prämienzahlung vielleicht etwas niedriger ausfällt und umgekehrt. In keinem Fall solltest du Leistungen wählen, die du eigentlich gar nicht benötigst. Lange Vertragsbindungen (etwa bei gleichzeitiger Miete einer Wallbox) können sich ebenfalls nachteilig auswirken, wenn beispielsweise die Garantiepreise für die THG-Quote irgendwann nicht mehr das Marktgeschehen abbilden.

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Weitere Prämien für Elektrofahrzeuge

Neben der THG-Quote gibt es einige weitere Möglichkeiten, um staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen. Speziell der Kauf von Elektrofahrzeugen wird durch die Innovationsprämie des Bundes sowie über den Umweltbonus massiv gefördert. Dieser sollte eigentlich Ende 2020 auslaufen, wurde aber bis 2025 verlängert. Alle Elektroautos, die nach dem 3. Juni 2020 zugelassen wurden, kommen für die aktuell erhöhte Förderung in Betracht. 

Gezahlt wird sie über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, besser bekannt unter dem Kürzel BAFA. Im Gegensatz zur Prämie für die THG-Quote wird diese Förderung aber nicht nur für reine Elektrofahrzeuge gezahlt, sondern auch für Plug-in-Hybride. Sollte es sich um Gebrauchtfahrzeuge handeln, darf die Erstzulassung nicht nach dem 4. November 2019 erfolgt sein und die Zweitzulassung muss nach dem 3. Juni 2020 liegen. Grundlage für den Umweltbonus ist das Elektromobilitätsgesetz, das den Begriff Elektrofahrzeug genau definiert.

Als Elektrofahrzeuge nach dem Gesetz gelten:

  • rein batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge
  • Hybrid-Elektrofahrzeuge, die von außen geladen werden (Plug-in-Hybride)
  • Brennstoffzellenfahrzeuge

Wissenswertes

Tipp: Ab August 2022 werden Plug-in-Hybride nur noch gefördert, wenn sie eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern aufweisen.

Wie hoch sind die Förderungen?

Die Höhe der Förderung hängt von verschiedenen Parametern ab. Dazu zählen das Alter des Fahrzeugs, die genaue Antriebsart sowie der Listenpreis. So werden reine Elektroautos bis zu einem Listenpreis von 40.000 Euro mit maximal 9.000 Euro gefördert; bei einem Listenpreis von 65.000 Euro noch mit 7.500 Euro. Für Plug-in-Hybride gibt es im Höchstfall 6.750 bzw. 5.625 Euro. Damit überhaupt eine Förderung in Betracht kommt, muss das Fahrzeug außerdem in der ständig aktualisierten Liste förderfähiger Elektrofahrzeuge aufgeführt sein, die das BAFA herausgibt.

Auch gebrauchte Elektroautos werden gefördert!

Die Kaufprämie für gebrauchte Elektrofahrzeuge beträgt 7.500 Euro für voll batterieelektrische Antriebe und 5.625 Euro für Plug-in-Hybride. Als Voraussetzung gilt zudem, dass das Auto maximal 15.000 Kilometer gefahren und nicht länger als 12 Monate zugelassen ist. Außerdem darfst du für das Fahrzeug bislang noch keine Prämie in Anspruch genommen haben.

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Der THG-Quotenhandel für Unternehmer

Für Privatleute ist der THG-Quotenhandel für das eigene Elektrofahrzeug sehr interessant und über die Nutzung von Drittanbietern vergleichsweise einfach abzuwickeln. Doch auch für Unternehmer lohnt sich der Quotenhandel. Ob es um eine große Fahrzeugflotte geht oder um die Einrichtung von öffentlichen Ladestationen, um den Ausbau des Ladenetzes zu unterstützen, ist im Prinzip egal.

Darüber hinaus müssen laut Bundesemmissionsschutzgesetz Unternehmen Quoten einkaufen, die mehr als 5.000 Liter Diesel oder Ottokraftstoffe pro Jahr in Verkehr bringen. Teilnahmeberechtigt für die Beantragung und den Weiterverkauf von THG-Quoten sind derzeit ausschließlich Stromlieferanten, die Energie an sogenannte Letztverbraucher liefern. Das sind also im Prinzip alle Stromanbieter, Stadtwerke und ähnliche Versorger. Andere Unternehmen und Privatleute dürfen nicht aktiv am System teilnehmen, sondern müssen einen Zwischenhändler als Vertragspartner für den Quotenhandel nutzen.

Die Erfassung der gelieferten Strommenge

Während bei Nutzung privater Ladeinfrastruktur die tatsächliche Strommenge nicht zur Berechnung der Prämie herangezogen wird und die Zusendung einer Kopie des Kfz-Scheins ausreicht, sieht es bei öffentlichen Ladepunkten anders aus. Dann werden für die Zertifizierung weitere Daten erhoben. Auf jeden Fall musst du den Standort des Ladepunkts und die Menge der entnommenen elektrischen Energie angeben. Erfolgt die Entnahme nicht über das gesamte Verpflichtungsjahr, wird zusätzlich der Entnahmezeitraum erhoben.

Deine THG-Prämie von net4energy

Wir von net4energy bieten als größte Energiewende-Plattform ebenfalls den Service für die Beantragung der THG-Prämie an. Das Angebot richtet sich dabei nicht nur an Privatpersonen oder gewerbliche Nutzer, die maximal 3 Elektrofahrzeuge betreiben, sondern ausdrücklich auch an Unternehmen, die einen ganzen Fuhrpark unterhalten. Stadtwerke und andere Energieversorger, die als Eigentümer oder Betreiber öffentlicher Ladepunkte am THG-Quotenhandel teilnehmen möchten, unterstützen wir ebenfalls.

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Die THG-Quote ist ein Beitrag zum Klimaschutz und eine attraktive Förderung der Elektromobilität

Der CO₂-Zertifikathandel ist in der Industrie schon seit Jahren ein Thema. Eigene Emissionen durch den Zukauf von Zertifikaten zu kompensieren, ist umweltpolitisch sinnvoll, da sich dadurch der gesamte CO₂-Ausstoß reduziert. Gleichzeitig ermöglicht es klimaschädlichen Industrien (z. B. der Stahlindustrie), auch zukünftig Produkte anzubieten. Durch die Erweiterung auf die Mineralölindustrie wird ein weiterer wichtiger Faktor endlich berücksichtigt.

Seit Anfang 2022 können nun auch Privatpersonen und Unternehmen die CO₂-Einsparungen weiterverkaufen, die durch die Nutzung eines oder mehrerer Elektrofahrzeuge entstehen. Für dich als Halter bringt dies einen finanziellen Anreiz, mit dem die Elektromobilität noch einmal attraktiver wird, während die Verfügbarkeit zusätzlicher CO₂-Quoten am Markt Unternehmen hilft, ihre Emissionen zu kompensieren, um beispielsweise Strafzahlungen zu umgehen. Firmen mit großen Fahrzeugflotten und/oder öffentlichen Ladeinfrastrukturen profitieren ebenfalls durch den Handel ihrer THG-Quoten am Markt.

Da der direkte Handel nicht möglich ist, übernehmen Zwischenhändler den Verkauf der Quoten und zahlen entsprechende Prämien aus. Für private Verbraucher und Unternehmer ist dies ein sehr attraktives Modell, das nicht nur der Umwelt durch die Reduzierung von CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen zugutekommt, sondern auch etwas Geld in die Kasse bringt. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass solche Einkünfte ggf. der Steuerpflicht unterliegen. Um den richtigen Anbieter zu finden, ist etwas Vergleichsarbeit notwendig, doch das kennst du ja bereits aus anderen Bereichen wie dem Wechsel von Stromanbieter und Gasversorger.

Kritisch betrachten manche Experten die Tatsache, dass es für die Gewährung der Prämie bislang keine Rolle spielt, ob der Strom für das Elektrofahrzeug tatsächlich aus erneuerbaren Energiequellen stammt oder nicht. Denn nur dann ist die Sache mit einer echten Reduzierung von CO₂-Emissionen verbunden. Allerdings dürfte die wachsende Zahl an privaten Wallboxen, die mit eigenem Solarstrom betrieben werden, den Anteil an Öko-Ladestrom mittelfristig deutlich vergrößern.

Wie siehst du das? Ist diese weitere Prämie in Verbindung mit anderen Förderungen ein Anreiz für dich, ein Elektroauto anzuschaffen? Oder findest du das „Freikaufen“ mit Zertifikaten generell problematisch? Diskutieren wir darüber – gerne hier auf der Website oder auf unseren Social-Media-Kanälen. Wir freuen uns auf deine Meinung!

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